heute muss ich mich mal wieder melden, um nach Rat zu fragen. Unser kleiner Linus (naja so klein ist er nun auch wieder nicht mehr, wird im Januar 4) hat sich gut rausgemacht. Grundsätzlich viel positiver und aufmerksamer als früher. Er will viel, kann aber wenig, was ihn oft nervt und deshalb möglichst dauernd beschäftigt werden will - vielleicht auch etwas verwöhnt von der persönlichen Betreuung von uns. Nichtsdestotrotz war er schon ab 1 Jahr in der Kinderkrippe. Wir haben uns davon versprochen, dass er sich von den anderen Kindern was abschaut und sich besser entwickelt. Das hat auch gut geklappt, er hatte allerdings eine persönliche Integrationshelferin. Anfang des Jahres wurde er 3 und wechselte in einen I-Kindergarten. Wir dachten, die Eingewöhnung geht schnell, da er das ja schon seit 2 Jahren kennt, nur jetzt andere Einrichtung und andere Leute. Die Einschätzung war falsch, denn die Eingewöhnung dauerte ganze 2 Monate (aus Sicht der Einrichtung). Schon damals hatten wir den Eindruck, dass die Betreuer zum Teil gar nicht wussten, wie sie Linus handeln sollen bzw. sich niemand so richtig rangetraut hat.
Naja, es hat sich trotzdem eingespielt. In letzter Zeit hören wir immer wieder, Linus würde nur weinen und schreien. Wir sagen und schreiben (über ein Kommunikationsbuch) immer wieder, dass Linus sich nicht selber regulieren kann, man muss ihm also helfen, Bäuerchen und Pupsi zu machen. Man solle mehr auf ihn achten, wie er sich verhält, ob er sich biegt etc. und man könne ihn nicht ewig allein lassen. Sie schrieben zurück, sie gäben sich Mühe, aber das wäre nicht immer möglich und sie hätten noch 14 andere Kinder.
Heute dann bekam ich einen Anruf von der Leitung, dass sie ein Personalproblem hätten (eine Kraft ist schon seit einiger Zeit ausgefallen und es sähe auch nicht so aus, als ob sie bald wiederkäme) und ob sie Linus ab nächster Woche schon mittags nach Hause schicken könnten. Auch sollen wir uns alsbald treffen, um die Möglichkeiten (familienentlastender Dienst etc.) auszuloten. Die ausgefallene Kraft fehlt allerdings schon seit Sommer, wo augenscheinlich noch alles gut war.
Auch sehe ich (ich komme einmal die Woche persönlich vorbei, um den direkten Draht nicht abreissen zu lassen), dass er sich in seinem Stuhl biegt und quakt/ schreit. Dann nehme ich ihn raus und er macht erstmal 3 Bäuerchen. Dann höre ich mir an, wie anstrengend der Tag war - ich fühle mich bzw. Linus unwillkomen und habe nicht den Eindruck, dass sie verstehen, dass ihn ein bzw. drei Bäuerchen gedrückt haben (s. oben). Ich lese im Buch, er kam total verschwitzt im Kindergarten an und es hat 2 (!) Stunden gedauert, ihn zu beruhigen. Kommt er nachmittags quakent/ verschwitzt an, weil ihn wieder was drückt, ist er nach 5 Minuten wieder gut drauf. Ich lese, die FSJ kraft füttert ihn, warum macht das nicht die erfahrene Kraft und man lässt die FSJ Kraft sich um die "einfacheren" Fälle kümmern? Der Taxi Fahrer erzählt, dass er in den Kindergarten kommt, die Kinder sind draussen und drei Erzieher stehen um Linus. Er weint und niemand nimmt ihn und schaut, was los ist. Der Taxi Fahrer nimmt ihn aus dem Stuhl und alles ist gut.
Ich meine, wir sind keine ausgebildeten I-Kräfte und haben mit Linus viel Spass. Sicher ist es mit Aufwand verbunden, aber er ist eben behindert und benötigt die Hilfe. Warum ist es dem I-Kindergarten in 10 Monaten anscheinend nicht gelungen, Linus zu "verstehen"?
Was haltet ihr davon? Das Gespräch steht ja noch aus, mal sehen, was der Kiga da vorschlägt. Wenn sie ihn dauerhaft, mittags nach Hause schicken wollen, müsste meine Frau ihren (400 Euro) Job an den Nagel hängen. Sie ist im Handel tätig und der Laden öffnet 9:30 Uhr...
wäre es vielleicht eine Lösung, nochmal eine Einzelbetreuung zu beantragen? So, wie es klingt, scheint Linus ja nicht wirklich glücklich zu sein mit der Betreuung im Kiga. Natürlich ist es schade, dass es offenbar daran liegt, dass es auch an Bereitschaft unter dem Personal fehlt, aber daran wird sich nur bedingt etwas ändern lassen.
Eine andere Einrichtung kommt nicht in Frage? Ihn mittags nach Hause zu holen, damit wäre ich sehr vorsichtig, zumal das ja offenbar auch Euren ganzen Ablauf stören und Euch evtl. in finanzielle Bedrängnis bringen könnte. Klar, die Kindergärten versuchen es natürlich immer erstmal mit dieser Methode, ist ja die einfachste, aber erfahrungsgemäß ist das dann erst der Anfang. Wenn sie sehen, dass das zu machen ist, müsst ihr sie ergendwann noch Mittwochs daheim lassen, denn dann ist das Personal noch knapper, und morgen ist jemand krank, könnte er dann vielleicht auch daheim bleiben? etc.... Weißt darauf hin, dass Ihr einen Rechtsanspruch auf einen Kindergartenplatz habt, und besteht darauf, dass Bedingungen geschaffen werden, um diesen zu gewährleisten.
Vielleicht kann auch einer von Euch einen Tag hospitieren und sich anschauen, wo genau die Probleme liegen und vielleicht auch demonstrieren, wie einfach sie zu beheben sind?
Viel mehr fällt mir nun auch nicht ein, aber ich fürchte, letztlich wird es entweder eine 1-zu-1-Betreuung geben, oder es wird auf Dauer nicht funktionieren... Ich finde es immer wieder traurig, wie die Familien damit allein gelassen werden und wie einfach es sich die Einrichtungen mitunter machen...
Viel Erfolg!!! _________________ Liebe Grüße, Verena (*07/78), mit Joana (*06/06), 35.SSW, tiefgreifende Entw.-störung, V.a. ASS, FI, und Joshua (*11/10), Hypopl. d. re. unt. Extremität + Oligodaktylie, statomot. Ret., und Frank (*02/84), der beste Ehemann der Welt!!!
Kinderkrankenschwester in der amb. Intensiv-Kinderkrankenpflege
ich kann sehr gut nachvollziehen, was Dich bewegt. Aber ich habe meine Zweifel, dass es viele gibt, die mit Ihrer Einrichtung voll zufrieden sind. Egal ob HP u I-KiGa, es steht und fällt alles mit der Anzahl des Personals und natürlich auch mit dem persöhnlichen Engagement der einzelnen Leute.
Da kann man Glück haben oder eben nicht.
Ich würde als erstes mit der Leiterin sprechen und dann mit dem Sozialamt über andere Formen. Gibt es auch eine HP-Einrichtung bei Euch, die vielleicht noch einen anderen Schlüßel haben ?
Ich weiß, dass das weh tut, wenn man liest, dass das Kind Sachen tut, die man so nicht kennt. Das ist ein ewiger Kampf.
Ich persönlich hoffe auf die Schule, da dann der Schlüßel fast 1:1 ist.
Auch bringe ich manchmal Kaffee für die Tanten mit und bedanke mich für Dinge die mir wichtig sind. Damit sie sich schlecht fühlen, wenn sie diesen nicht nachkommen Ich bilde mir ein, dass es klappt
Viel Kraft Euch
LG Ines _________________ Ines (*73) Eineiige Zwillinge Pia (* 05/2006 in der 37.SSW, Sauerstoffmangel durch Thrombose in der 25.SSW) Jana (+25.SSW) Meine Galerie
schön, dass du versuchst zu helfen!
Einzelbetreuung? Gibt es das denn im Kiga auch? In der Krippe hatte Linus ja schon eine Integrationshelferin, die für 4 Stunden am Tag explizit für Ihn da war. Vielleicht hat ihn das auch "verzogen" Es würde ihm sicher gefallen, denn aus Ergo- / Physio- / Unterstützdende Kommunikationstherapie heisst es immer, er hat super mitgemacht und unterstützt auch die Aussage, dass er die Beschäftigung benötigt - er will halt und kann nicht.
Eine andere Einrichtung? Das ist eben auch, was wir uns fragen. Auf der einen Seite ist Linus anscheinend unzufrieden und das Vertrauen in die Einrichtung mutmasslig angeknackst. Auf der anderen Seite fragen wir uns, ob wir denn "so einfach" einen anderen Platz bekommen. Wenn ich das richtig sehe, ist die nächste "Vergabe" im Februar für den Herbst (wenn wir ganz oben stehen auf der Liste). Desweiteren hat ja die Eingewöhnung recht lange gedauert UND (auch nicht zu verachten), gibt es in der derzeitigen Einrichtung entspr. Therapieangebote (d.h. keine externe Therapie notwenig).
Also mittags nach Hause kann nur übergangsweise für 1-2 Wochen stattfinden. Wir sind beide berufstätig, ich Vollzeit, Frau Teilzeit und wie gesagt, der Laden, in dem meine Frau arbeitet, öffnet 9:30, so könnte sie maximal bis 13:00 arbeiten (3,5 Std. ) Das macht kein Arbeitgeber mit und ich denke, das kann auch nicht verlangt werden. Zum Glück sind unsere Arbeitgeber so verständnisvoll und lassen uns die Freiheit, uns auf die Umstände (zumindest zeitweise) einzustellen.
Der Tipp mit dem Hospitieren wird wahrscheinlich auch nichts bringen, denn wir sagen jedesmal, was die Probleme sind. Wir hören dann immer nur, wie anstrengend es ist, Linus muss lernen auch mal allein zu sein und sie hätten nicht soviel Zeit, ihm genau "zuzuhören" (noch 14 andere Kinder).
Hi InesSi,
auch an dich ein Dankeschön für deine Gedanken!
Es ist in der Tat so, dass wir momentan nicht denken, dass Linus dort gut aufgehoben ist. Komischereise haben wir den Eindruck erst seit Kurzem. Was war davor (im letzten halben Jahr)? Ging es ihm wirklich gut oder haben sie nur "gute Mine" gemacht, um uns nicht zu beunruhigen? Die Option "Kaffee" kommt für uns nicht in Frage. Erstens ist das ein integrativer Kindergarten, er ist also speziell auf solche Kinder ausgebildet und bietet ein entspr. geschultes Personal. Zweitens nehmen wir hier eine Dienstleistung in Anspruch, für die nicht nur wir, sondern zusätzlich auch die Stadt bezahlt. Drittens haben sich die Angestellten für eine solche Einrichtung (freiwillig) entschieden. Das klingt zunächst hart, aber rational betrachtet ist es ja so. Ich sehe natürlich auch die Menschen dahinter, aber es ist ja nicht so, dass wir nicht geholfen haben bzw. in unserem ureigenstem Interesse immer bereit sind, beratend zu Seite zu stehen.
P.S.: Was ist eine HP-Einrichtung?
Wir werden sehen, was das Gespräch mit der Leitung bringt. Können die denn so einfach die Zeit verkürzen? Ich meine, wir haben zwar einen Anspruch auf einen Kiga Platz, aber der kann ja auch halbtags sein oder wie verhält sich das?
LG, Dierk. _________________ Papa Dierk (*1972) und Mama Michaela (*1972) und Räuber Linus (*01.01.2008) (dyskinetische Zerebralparese nach verkappter Verstopfung alias Uterusruptur)
HP=Heilpädagogisch.
Selbstverständlich hast Du Recht, wenn Du sagst, die werden dafür bezahlt. Aber das sind auch nur Menschen. Und wie es in den Wald reinruft, schallt es raus. Ich werde auch für meine Arbeit bezahlt. Ist aber ein Kunde besonders nett zu mir, versuche ich ihm besonders gern weiterzuhelfen. Ich versuche einfach die Phsyologie des Menschen für mich auszunutzen.
Führe auch unbedingt vorab ein Gespräch mit dem Sozialamt. Zumindest telefonisch vorab. Um alle Möglichkeiten im Gespräch mit der Leiterin zu kennen.
LG _________________ Ines (*73) Eineiige Zwillinge Pia (* 05/2006 in der 37.SSW, Sauerstoffmangel durch Thrombose in der 25.SSW) Jana (+25.SSW) Meine Galerie
du bist ja auch immer recht früh unterwegs
OK, Heilpädagogische Einrichtung, da bin ich überfragt, müsste mich auch erkundigen. Wahrscheinlich könnte mir das auch das Sozialamt sagen?
Sicher hast du Recht mit dem Wald, wie gesagt, wir geben uns ja die beste Mühe und sind auch immer zur Stelle, wenn es Fragen gibt. Leider gibt es wenig Fragen und der Dialog (zumindest was das Handling von Linus angeht) ist eher einseitig
Du meinst, ich solle vorher mit dem Sozialamt sprechen? Ich dachte eher daran, dass die Einrichtung mit dem Sozialamt spricht und mir eine Lösung anbietet. Schliesslich haben nicht wir ein Personalproblem, sondern die Einrichtung. Wir haben jetzt mit unseren Arbeitgebern gesprochen und für nächste Woche / die Woche danach grünes Licht bekommen, aber ewig geht das natürlich nicht mit dem mittags nach Hause... _________________ Papa Dierk (*1972) und Mama Michaela (*1972) und Räuber Linus (*01.01.2008) (dyskinetische Zerebralparese nach verkappter Verstopfung alias Uterusruptur)
Hallo Dierck,
das mit Eurer Situation ist sehr unschön und tut mir leid. Ich bin selber aus Frankfurt und würde wegen der Frage eines I-Hefers mal Kontakt mit dem Cebeef oder den Praunheimer Werkstätten aufnehmen. Die beiden Institutionen machen das auch im Auftrag der Stadt und sind da sehr kompetent und können Dir sicher sagen, ob es da eine Möglichkeit gibt.
Ansonsten: Ich habe mit meinem Großen damals auch den Kiga gewechselt und das war die beste Entscheidung überhaupt. Gerne können wir uns dazu per PN austauschen.
da würde ich mich für Euch freuen. Aber der Berg kommt nicht zum Propheten. Zumidest habe ich diese Erfahrung immer wieder machen müssen. Alles ist und bleibt ein ewiger Kampf. Wir haben auch schon den KiGa wechseln müssen. Da bin ich aber ins laufen gekommen. Leider ging da nichts im Selbstlauf.
Ich drück die Daumen
LG _________________ Ines (*73) Eineiige Zwillinge Pia (* 05/2006 in der 37.SSW, Sauerstoffmangel durch Thrombose in der 25.SSW) Jana (+25.SSW) Meine Galerie
Mit einer HP-Einrichtung wirst du Pech haben, die wurden in Hessen in den letzten Jahren alle abgeschafft, es gibt auch kaum noch I-Kitas, sondern es wird darauf hin gearbeitet, daß es nur noch Einzelintegrationen vor Ort gibt. Leider!
Ich bin der Meinung, daß man HP-Kitas, I-Kitas und >Einzelintegrationen braucht, jedes Kind ist anders und braucht einen anderen Platz. Unsere beiden Großen waren in einem HP-Kiga, die 3 Mittleren im einer I-Kita und nico soll jetzt eine Einzelintegration werden. Alle Formen haben Vor- und Nachteile, man maß für sich und fürs Kind halt immer schauen, was am besten passt.
Schade, daß Hessen das (auf Kosten mancher Kinder) ganz anders sieht.
Aber lange Rede, kurzer Sinn, versuch eine Integrationskraft zu bekommen, die gibt es auch in Hessen für Kitas.
Den mußt übrigends du beantragen, nicht die Einrichtung!
Wenn du dir eine weitere Zusammenarbeit mit der Kita vorstellen kannst, laß Linus da, ansonsten setze ihn in allen kitas um euch rum auf die Warteliste!
Es bringt keinem was, wenn ihr jetzt einfcah so weiter macht.
Hallo Dierk,
Inga hat recht HP-Einrichtungen gibt es in Frankfurt nicht mehr. Dafür aber noch jede Menge Einrichtungen mit einer oder mehrerem I-Gruppen (in der Regel 5 B-Kinder und 10 Normalos). zwei davon städtisch, eine Reihe kirchlicher oder freier Träger. Daneben wird auch vermehrt mit Einzelintegration gearbeitet.
Im Übrigen sehe ich diese Entwicklung nicht so negativ wie Inga - aber das ist sicher Ansichtssache. Für meine beiden I-Kinder (Tetraspastik und EDS-Syndrom)war es jedenfalls sehr gut. Auch die Förderung (alle Therapien im Haus) und bei uns im Kiga zusätzlich noch ab und reiten (Spendenfinanziert) war super. Die Einrichtung ist vor allem auch sehr gut was unterstützte Kommunikation angeht (von gebärdensprache über GuK bis hin zu Talkern und PC Unterstützung)
Aber wie Inga schon schrieb - wenn ihr keine Perspektive in Eurer Einrichtung seht, dann bei den anderen vorstellig werden.
I-Kraft in Abstimmung mit einer Anbieter beantragen. Die helfen! Habe ich damals bei der Schulbegleitung auch gemacht. Das war sehr berühigend,dass ich da Rückhalt hatte. Unsere Grundschule wollte nämlich nicht so recht zuerst
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