Uiii, jetzt sind wir schon bei der Charakterbeurteilung angekommen Da klinke ich mich lieber aus, zuviel subjektive Alltagspsychologie oder Stammtischmeinungen......
und immer schneller veordnet oder gar mit Nachdruck "nahegelegt".....!
und eine kleine Geschichte zum Thema...Ritalin:
Zitat:
Schmidt (o.J.) berichtet über die Entstehungsgeschichte: "Es begann alles damit, dass der Pharma-Chemiker L. Panizzon im Jahre 1944 rein zufällig Methylphenidat entdeckte, wovon seine Frau Rita naschte und die belebende Wirkung lobte, weswegen der Stoff dann auch "Ritalin" getauft wurde. Man hatte also nicht ein Medikament zur Therapie einer bereits existierenden Krankheit gesucht oder gefunden, sondern zufällig einen Wirkstoff (ein Amphetaminderivat), von dem man noch gar nicht recht wusste, wofür er zu gebrauchen sein könnte. K. Conners und L. Eisenberg gaben dann später einen verwandten Wirkstoff, Dexedrine, versuchsweise an zwei Schulklassen mit farbigen Unterschichtkindern in Baltimore, USA. Und siehe da: das ansonsten nervige und rüpelhafte Verhalten der Schüler "normalisierte" sich auffallend. Es war ein Mittel gefunden, das Verhalten der Kinder an Ghetto-Schulen chemisch zu beeinflussen. Man bemerke: Es lagen nicht irgendwelche medizinischen Diagnosen bei den Kindern zugrunde. Es waren einfach verhaltensschwierige Ghetto-Kids, deren Sozialverhalten chemisch angepasst werden sollte, anstatt an ihren chronisch traumatisierenden psychosozialen Verhältnissen sozialpolitisch etwas zu verbessern. Aber damit hatte man immer noch keine richtige Krankheit gefunden, gegen die das Mittel helfen sollte. Denn dass man verhaltensschwierige und psychosozial benachteiligte Kinder mit einem Psychopharmakum einfach nur chemisch ruhigstellt, hätte natürlich niemand so ohne weiteres akzeptieren können. Das wäre ein Skandal gewesen. Also musste man eine offizielle medizinische Krankheit finden, denn anders ließ sich das Mittel auch nicht erfolgreich vermarkten. Zunächst verfiel man auf die Idee, dass Kinder eben krank seien, wenn das Mittel bei ihnen wirkte, wenn nicht, waren sie einfach gesund. Man nannte die Krankheit zunächst "funktionelle Verhaltensstörung", was die amerikanische Gesundheitsbehörde FDA aber bald untersagte, weil es zu unspezifisch sei. Prompt wurde das Leiden umbenannt in "minimale zerebrale Dysfunktion (MCD)", was sich aber wissenschaftlich auch als unbauchbares Konstrukt erwies (z.B. Schmidt, M.H. 1992). Daraufhin geisterte das Syndrom "hyperkinetische Störung" durch Kindergärten und Schulen, bis der amerikanische Psychiatrieverband endlich das Kürzel "ADHS" erfand (nach Blech 2003)."
Uiii, jetzt sind wir schon bei der Charakterbeurteilung angekommen Da klinke ich mich lieber aus, zuviel subjektive Alltagspsychologie oder Stammtischmeinungen......
Hallo Marianne,
ich denke schon, dass man dass es etwas zu sagen hat, ob Menschen eher labil sind oder nicht. Das hat weder etwas mit Stammtisch, noch mit Verallgemeinerung zu tun.
Wenn jemand, dem es ein Leben lang gut gegangen ist, muss man sich schon fragen, warum Krankheit oder Arbeitslosigkeit , so umhauen, dass man obdachlos wird und in der Gosse landet.
Und andere , die es nicht annähernd so weit gebracht haben, mit schweren Situationen viel besser klar kommen. _________________ Viele Grüße Esthe
mit Tochter, 16 Jahre, spastische Diparese, Infantile Cerebralparese
Eine kränkende Wahrheit ist mehr wert als eine reizende Schmeichelei
Johann Heinrich Pestalozzí
Das weit von sich weisen kann nur, wer noch nicht erlebt hat, wie schnell das AUS drohen kann. Ein Bekannter von mir leitet ein Obdachlosenheim. Da trifft er immer mehr Menschen, die aus wirklich hoch dotierten Karrieren durch Krankheit oder Arbeitslosigkeit ganz plötzlich abrutschten. Die Menschen haben Panik davor. Wo ist der Knopf, das auszustellen?
Hallo Mirianna,
das bezog sich hierauf.
Ich denke mal, da kommt zusätzlich zu allem anderen auch die Frage auf, was diese Leute mit ihrem Geld gemacht haben. Deshalb auch der Vergleich zu den Promis. Liest man ja immer wieder, wie tief mancher fällt.
Das ist kein Vorwurf, sondern eine Festsstellung. _________________ Viele Grüße Esthe
mit Tochter, 16 Jahre, spastische Diparese, Infantile Cerebralparese
Eine kränkende Wahrheit ist mehr wert als eine reizende Schmeichelei
Johann Heinrich Pestalozzí
du fragtest doch aber, wieso manche Menschen abrutschen und manche Menschen eben nicht, obwohl sie nicht auf so großen Füßen wandelten.
Die Antwort darauf heißt: Resilienz und Vulnerabilität.
LG _________________ Sohn (19), Autismus, Intelligenzminderung, Epilepsie
und Leute, die einen hohen Lebensstandard führen und plötzlich arbeitslos oder krank werden, können gaaaanz schnell abrutschen, indem sie z.b. plötzlich ihre laufenden Kredite für das teure Heim und Auto und sonstigen Schnickschnack nicht mehr von jetzt auf gleich finanzieren können.
Da sammelt sich in kürzester Zeit immenser Rückstau an. Der Weg ins Elend kann soooooo kurz sein, aber leider wird das leicht verdrängt. JEDEM von uns kann das passieren durch Krankheit oder sonstige Schicksale.
LG _________________ Sohn (19), Autismus, Intelligenzminderung, Epilepsie
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