Verfasst am: 20.10.2011, 10:57 Titel: Tief enttäuscht vom Pflegedienst
Hallo zusammen,
ich muss mir einfach mal ein bisschen Luft machen…
Wir sind tief enttäuscht von unserem, ab morgen ehemaligen, Pflegedienst!
In den drei Jahren, in denen unsere Tochter betreut wurde, waren wir meistens zufrieden.
Seit einiger Zeit tauchten aber immer wieder, und immer bei denselben 2,3 Pflegekräften, Fehler auf: Vergessene Medikamentengaben, falsche (weil vertauschte, oder durch falsche Handhabung) Medikamentengaben, nicht erkennen, bzw. nicht beheben können von Gerätefehlern, mangelndes Verantwortungsbewusstsein bei der Betreuung, kein konzentriertes Arbeiten, … (Es gäbe soooo viele Dinge die ich jetzt aufzählen könnte…)
Es gab keine Anstrengung ein System zu entwickeln Fehler zu vermeiden oder das solche Fehler nicht wieder passieren… auch Vorschläge von uns wurden nicht umgesetzt, wir haben Gespräche geführt mit den Pflegekräften und der Teamleitung…, nix hat sich geändert.
Zu hören bekommt man blöde Ausreden und das das ja mal passieren könnte und wir das auch verstehen müssten…
Und immer wieder wurde hinter vorgehaltener Hand gemault: Wir Eltern kontrollieren zu viel, schauen zu sehr auf die Finger…
Ist das denn nicht normal?!?
Und dann der Supergau: durch einen Zufall stellten wir fest das die Notfallausrüstung (der Beatmungsbeutel und die Sauerstoffflasche) nicht beherrscht wird!!! Gerade ein Teil der Pflegekräfte die unsere Tochter in die Schule begleiten kennen sich nicht aus und wissen nicht einmal wo der Sauerstoffschlauch zu finden ist! Und sie fanden das nicht wirklich schlimm...
Wir nahmen das zum Anlass uns einen Gesprächstermin beim Chef des Pflegedienstes (ein auf Intensivpflege spezialisierter Pflegedienst) geben zu lassen.
Er hat sich unsere Beschwerden angehört, wollte ein paar Mitarbeitergespräche führen und sich zu einem abgemachten Termin wieder melden.
Gemeldet hat er sich dann telefonisch mit einer Woche Verspätung um uns mitzuteilen das er bei der Krankenkasse war und den Vertrag gekündigt hat, in 4 Wochen wäre die Pflege bei uns beendet. Kein weiteres Gespräch, keine Erklärung, nix…
Wir hatten unglaubliches Glück das wir schnell einen Ersatz gefunden haben. Weiter geht es bei uns jetzt mit einem reinen Kinderkrankenpflegedienst…
Allerdings kann der neue Pflegedienst erst ab dem 1.November die Pflege übernehmen und der alte Pflegedienst sieht sich nicht in der Lage bis zum 31.Oktober die Pflege weiterzuführen.
Auch nicht teilweise, z.B. nur nachts.
Die neue Pflege ruft…
Von Pflegedienstseite haben wir nicht mal offiziell mitgeteilt bekommen, an welchem Tag genau und um wie viel Uhr sich der Pflegedienst zurückzieht. Diese Infos gab es nebenbei von der Pflegekraft, die dann den ersten Spätdienst nicht mehr macht…
Jetzt stehen wir 10 Tage ohne Pflegedienst da, die Hospize haben keinen Platz und ins KH möchte ich auf keinen Fall!
Der neue Pflegedienst arbeitet auf Hochtouren doch ein paar Tage eher anfangen zu können – ohne Gewähr.
Von unserem bisherigen Pflegedienst fühle ich mich total im Stich gelassen!
Ist denn der Patient wirklich nicht mehr wichtig, ist nur noch Geld verdienen wichtig?
Kann man wirklich ein Kind 3 Jahre lang 24h am Tag pflegen ohne das man etwas Verantwortungsgefühl entwickelt?
Ich weiß nicht wie meine Tochter darauf reagieren wird wenn alle Pflegekräfte, die sie richtig lieb gewonnen hat und für sie auch ein bisschen wie Familie waren (und für uns teilweise auch, da wir zu vielen ein herzliches Verhältnis hatten), mit einem Mal alle nicht mehr da sind… ich habe es ihr noch nicht gesagt, nun muss ich es wohl tun und habe echt Angst davor.
Lass dich mal ganz doll drücken das ist ja echt hart für euch aber ich sage mir immer es kann nur besser werden das wünsche ich für euch und wer weiss wozu das alles gut ist _________________ Tanja 1979 mit Selina 2004 ADS) und Kim Leah 2007 Muskelhypotonie, Hypermobilitätssyndrom, Skoliose Gedeihstörung, kuhmilchproteinintoleranz,Asthma Bronchiale stufe 3 , Neurodermits und Entwicklungsverzögert, exokrine pankreainsufizienz
Hallo Monika,
es hört sich so an, als hätte der alte Pflegedienst Probleme genug qualifizierte Mitarbeiter zu finden und mehr Anfragen nach Pflegeleistungen, als bedienen können.
Da ist ihnen Dein "Meckern" (hier keinesfalls negativ gemeint, da ja gerechtfertigt) recht gekommen, um den Vertrag mit der KK zu kündigen. Warum sollen sie sich Arbeit machen, wenn das Geld leichter zu verdienen ist?
Für Pflegeheime gibt es ja ein Beurteilungsverfahren, aber bei Pflegediensten bin ich mir nicht sicher. In der Regel hat man in diesen Situationen auch nicht genug Energie, um sich zu beschweren, aber vielleicht würde ein Schreiben mit der Beschreibung der Vorfälle beim MDK künftig etwas bewirken.
Viel Kraft wünscht Dir
Jutta
ich kann nur dazu sagen,bin selbst Kranlenschwester allerdings im Krankenhaus, das nicht jede Krankenschwester sich so nennen dürfte.....da kann man nur hoffen das man vor solchen Schwstern nicht tot umfällt dann hatte man nämlich ein großes Problem.
Was ganz wichtig ist sich den Pflegedienst genau anzuschauen und wenn möglich Personal mit Zusatzqualifikatin z.B. Intensivpflege.
Ambulanten Hospizdienste würden mir noch einfallen aber auf die Idee bist du bestimmt schon gekommen.... _________________ Christine(Noonan-Syndrom) mit Sophie 1/08 V.a. Noonan-Syndrom, entwicklungsverzögert vorallem in der Sprache, Konzentrationsstörung, Herzgeräusch...und unser aller Liebling
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Verfasst am: 20.10.2011, 15:29 Titel:
Hallo Monika,
das ist ja wirklich Mist... Und dass Ihr nicht mal richtig informiert werdet ist ne große S....
Leider ist überall Schwesternnotstand. Bei uns im KH wurden sogar Betten gesperrt weil es nicht genug Schwestern gibt. Und es gibt einige Pglegedienste die dann Hilfskräfte einstellen und das den Patienten und Angehörigen nicht mal sagen. Die erledigen dann Aufgaben die sie nie gelernt haben....
ich hoffe Ihr habt mit dem neuen Dienst mehr Glück und Ihr bekommt anständige Kinderkrankenschwestern...
liebe Grüße
Rashida _________________ Rashida (08/80, Kinderkrankenschwester)Papa (01/78) mit Farid (9.7.07 gesund geboren, 6.10.10 Hirnblutung im dritten Ventrikel durch eine Kolloidzyste, Hydrocephalus, schwerer hypoxischer Hirnschaden, Tetraspastik, Epilepsie, VP-shunt 10/10 und PEG 11/10, SBA 100%, PS3)und Malik (2.1.10, gesund)
Hallo Monika,
uns ist vor einem Monat haargenau das Gleiche passiert. Nach einem Gespräch mit der Chefin wurde unserem beatmungspflichtigen Kind mit einer Frist von 14 Tagen gekündigt und die Versorgung an den ersten Träger abgegeben, der freie Kapazitäten hatte. Auch wir hatten aus gutem Grund eine bessere Einweisung in die Gerätschaften und eine qualifizierte Einarbeitung neuer Schwestern gefordert.
Ich finde, das Problem muß unbedingt öffentlich gemacht werden. Die Versorgung intensivpflichtiger Kinder bedeutet eine besondere Verantwortung. Es darf nicht sein, dass man den "unzufriedenen" Eltern kündigt, statt die Standards in der ausserklinischen Intensivpflege noch weiter zu unterlaufen. Ich hoffe sehr, dass Ihr die Kraft findet, Euch zu beschweren.
Viele Grüße Franziska _________________ Franziska mit Luna, geb. 2006, gesund bis 2010. Viral bedgt. Encephalitis und Myelitis, in Folge Tetraparese, respir. Insuffiziens, Trachealkanüle, Teilbeatmet, Peg.
+ drei Geschwister
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Verfasst am: 20.10.2011, 19:41 Titel:
hallo,
vor ein paar Tagen war im TV schon ein Bericht, ich glaub in Akte... Ging darum dass eine Pflegehelferin!!!! einen Kanülenwechsel vornwhmen sollte. Sie hat sich geweigert und ist deshalb massiv unter Druck gesetzt worden... Die Chefin des PD hat nur gemeint das ist halt so, es wäre so üblich...
viele Grüße
Rashida _________________ Rashida (08/80, Kinderkrankenschwester)Papa (01/78) mit Farid (9.7.07 gesund geboren, 6.10.10 Hirnblutung im dritten Ventrikel durch eine Kolloidzyste, Hydrocephalus, schwerer hypoxischer Hirnschaden, Tetraspastik, Epilepsie, VP-shunt 10/10 und PEG 11/10, SBA 100%, PS3)und Malik (2.1.10, gesund)
Ich bin Heilerziehungspflegerin und gelte in diesem Bereich aus Fachkraft, allerdings mit nur sehr wenigen Erfahrungen (nicht Inhalt der Ausbildung). Über eine Zeitarbeitsfirma sollte ich auch solche Tätigkeiten übernehmen ( mit 1 Nachmittag Einweisung an einer Puppe(HABE MICH GEWEIGERT UND HABE SO MEINE ARBEIT VERLOREN. ))--> NEIN, danke! Es gibt aber auch keine Weiterbildungen in dem Breich um dies zu erlernen, "schließlich können ja auch Eltern dies erlernen"....
Hallo Cindy,
als Mutter finde ich es gut, dass Du Dich geweigert hast, Tätigkeiten zu übernehmen, in die Du nicht qualifiziert eingewiesen wurdest. Es geht hier um winzige,émpfindliche kindlichen Luftröhren, um lebenserhaltende Beatmung oder Sauerstoffversorgung und teilweise auch um hochkomplexe Technik.
Fortbildungen im Bereich Kanülenmanagement und Beatmungspflege gibt es sehr wohl, aber die kosten viel Geld, welches die PD nicht ausgeben wollen und derzeit wohl auch nicht müssen. Ethik scheint nicht für alle Pflgedienste ein Thema zu sein und deshalb bin ich der Meinung, dass die Qualifikation der in der Intensivpflege tätigen Pd zum Schutz der kleinen Patienten, verbindlich geregelt werden muss! Denkbar wäre doch zB. die Vergabe der Lizenz für die Berechtigung intensiv- und beatmungspflichtige Kinder versorgen zu dürfen, davon abhängig zu machen, dass mindestens ein Mitglied der PD-Leitung eine qualifizierte Weiterbildung in dem und dem Umfang von einem zertifizierten Anbieter nachweisen muß. Dieser Mitarbeiter könnte dann das erlernte Wissen multiplizieren und hätte die Verantwortung für die entsprechende Unterweisung der Pflegekräfte. Ich habe den Eindruck, dass sich die PD hier sehr auf die Eltern verlassen, die ja "fit" sind. ZU einem erwachsenen beatmeten Patienten würde man wohl nicht so schnell jemanden schicken, der die vom Arzt delegierten Tätigkeiten der Behandlungspflege nicht sicher beherrscht. Das ist nämlich ungesetzlich. Wahrscheinlich stünde dort auch keine Mama, die interessierten Schwestern gerne einmal zeigt, wie man eine Trachealkanüle an einem echten Kind wechselt. Ich bin vollkommen entsetzt über diese Zustände und finde, wir Eltern müssen diese öffentlich machen und uns für verbindliche Standards einsetzen.
Grüße Franziska _________________ Franziska mit Luna, geb. 2006, gesund bis 2010. Viral bedgt. Encephalitis und Myelitis, in Folge Tetraparese, respir. Insuffiziens, Trachealkanüle, Teilbeatmet, Peg.
+ drei Geschwister
Ich finde dies auch bei Erwachsenen nicht gut.....
Wenn dies ein Pflegedienstmitarbeiter oder die Eltern weiter geben können, dann sollte es dies auch als bezahlbare Weiterbildung für Nichtkrankenschwestern geben z.B. Fachkräfte im Behindertenbereich HEP´s.
Glaubt aber bitte nicht, das dies in den Einrichtungen besser abläuft....
Lg
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