Verfasst am: 10.10.2011, 18:46 Titel: Akzeptieren eure Männer/Partner die Behinderung eurer Kinder
Hallo zusammen,
Frage steht ja schon oben Ich merke immer mehr das mein Partner, die Behinderung von unserem Sohn gar nicht akzeptiert Er meint immer,hätten wir ihn nicht auf Medis eingestellt, hätte er bestimmt nichtmehr gekrampft Von was träumt er nachts?
Wie habt ihr das hinbekommen, das eure Partner die Behinderung akzeptieren? Bei uns ist es ja mehr die "nicht sichtbare Behinderung"!
Lieben Gruß _________________ Kerstin(Asthma, Morbus Werlhof,Spondiotits Grad 3 Lactoseintoleranz) Lenny(02/09),Obstruktive Bronchitis, Doose Syndrom(Epilepsie), Globale Entwicklungsverzögerung,Mikrozytäre hypochrome Anämie, unklare CK-Erhöhung, Seit 02/12 SBA mit 80% und G.B.H als Merkzeichen
Hallo,
bei uns ist es auch so. Mein Mann tut immer so als ob alles halb so wild wäre. Das ging gleich nach der Geburt los. Er hat z.B. immer gesagt sie könnte bestimmt Inliner fahren, oder Skie. Ein Ding der Unmöglichkeit. Meine arme Tochter musste das ausprobieren. Ging natürlich nicht. Jetzt haben wir die Diskusion mit dem Führerschein. Sie kann ja ihre Füße nicht bewegen. Wie soll das sicher gehen? Für meinen Mann alles kein Problem. Naja. Wir werden sehen. Vielleicht ist das ein ganz guter Ausgleich. Er traut ihr alles zu und ich vielleicht zu wenig. _________________ Berit mit Lea (1995) Klumpfuß bds.
Beinbetonte motorische Koordinationsstörungen mit Fußheberparese bds. Neurologische Störung der peripheren Nerven. (NLG verlangsamt). Leichte neuromyopathische Skoliose. Heterogenes Begabungsprofil mit reduzierter Verarbeitungsgeschwindigkeit. Periventrikuläre noduläre Heterotopien.
meine Lebenspartnerin hat Peters Behinderung von Anfang an recht gut akzeptiert - ich hatte ihr schon kurz nachdem wir uns kennenlernten erzählt, was los ist und als sie ihn dann zum erstenmal sah ist sie sehr liebevoll und behutsam auf ihn zugegangen und hat langsam den Kontakt aufgebaut - heute hilft sie mir gern in der Pflege und ist mir im Alltag meine größte Stütze - sie fängt mich oft auf wenn ich einfach nicht mehr weiter kann, so dass ich ab und an auch mal Zeit für mich finde.
LG Johanna _________________ Johanna *79
mit ihrem Bruder Peter *67 schwerst mehrfachbehindert durch Sauerstoffmangel während der Geburt - ICP, Tetraspastik, blind, PEG - kann nicht sprechen, äußert sich aber über Laute und Mimik, versteht und wird
verstanden. Meine Lebenspartnerin Melinda
* 72 - im Alltag meine größte Stütze-
Hallo Kerstin,
unserem Sohn sieht man auch nichts an, wenn man mal davon absieht, dass er mit seinen 2 Jahren weder sitzen, krabbeln, laufen oder sprechen kann. Von daher gibt es auch nichts offensichtliches.
Glücklicherweise war seitens meines Mannes die Akzeptanz von Anfang an da, aber ich verstehe und kann gut nachvollziehen, dass es anderen anders geht. Man hat nichts greifbares! Was meinst Du, wie oft ich mir anfänglich "gewünscht" habe, wie die anderen Eltern auf der Kinderintensiv ein Kind mit Hasenscharte oder Herzfehler zu haben - sie hatten alle etwas, was man operieren konnte...
Ich habe anfänglich die gute alte Tante Google sogar nach "Hirntransplantationen" befragt - leider ohne Ergebnis
Wir haben nichts, worauf wir uns einstellen können, nichts planbares und genau das macht die Situation so schwer und belastend.
Ich hinterfrage täglich, ob diese besch... Medis sein müssen und trau mich nicht diese abzusetzen - und jetzt wo er wieder krampft schon gar nicht!
Unsere Söhne sind fast gleich alt - es braucht alles seine Zeit - ich bspw. habe unseren Alltag gut im Griff, bin aber von souverän weit weg dafür gibt es sie auch bei mir heute noch - diese grauen Tage...
Vielleicht hofft Dein Partner auf die Zeit und dass sich alles in Luft auflöst oder bessert!? Manche können schneller verdauen und verstehen und manche brauchen etwas länger.
Lass ihm Zeit!
LG
Nicole _________________ Grüße von Nicole (*72) und Tim (*09), diverse Hirnfehlbildungen und seit Febr. 2010 West-Syndrom (leider seit Mai 2011 nicht mehr anfallsfrei mit auffälligem EEG) - kann nicht sprechen, nicht laufen, nicht sitzen, nicht krabbeln - ABER unser Li-La-Launebär - Wer Schmetterlinge lachen hört, der weiss wie Wolken schmecken -
ich möchte jetzt wirklich mal eine Lanze für die Männer brechen.
Wir Frauen sind in diesen Dingen doch immer etwas gestört, wir fragen uns - was wäre wenn, wenn dies eintritt, was machen wir dann, was ist wenn der denkt, dass unser Kind dies nicht kann - oder ich weiß nicht von A-Z.
Männer handeln in der Gegenwart, sie handeln das ab, was akut ist und um ungelegte Eier muss man nicht stundenlang grübeln.
Das ist auch gut so, denn schließlich grübeln wir Frauen ja für alle Menschen, die mit uns zu tun haben mit - wir spinnen das ganze Spinnennetz.
Ich finde es gut, das mein Mann sich so verhält wie er es macht, wenn ich mir Sorgen mache, wir kriegen ihn nicht in die Regelschule, dann sagt er, das werden wir schon sehen.
Wenn ich Angst habe und sage, was ist, wenn wir wirklich bis zum heftigsten gehen und auswandern müssen - dann sagt er, dann wandern wir aus.
Wenn ich sage, Du hast gut reden, ich kümmere mich um alles, ich fördere ihn alleine und ich mache mir alleine die Sorgen, sagt er, ich mache auch alles, nur mache ich es anders und löse alles auch anders, dass musst Du auch akzeptieren.
Und wer weiß, vielleicht haben wir nicht immer recht, die Männer können sich auch mal irren, das einzige was zählt, das man am Ende doch zusammen hält und gemeinsam für seine Kinder kämpft.
LG Marion
PS. Und wirklich, ich wäre in den Dingen gerne mal der Mann
Anmeldedatum: 09.09.2008 Beiträge: 4
Wohnort: Berlin
Verfasst am: 10.10.2011, 21:19 Titel:
Hallo,
mein Partner oder besser gesagt Ex-Partner (seit 11 M.) hat unsere Tochter versucht zu akzeptieren, aber er ist leider mit der ganzen Situation überfordert gewesen.
Er hat es nach fast 6 Jahren nicht geschafft sie so zu nehmen wie sie ist und mit ihr so richtig klar zu kommen. Sie war für ihn immer ein Klotz am Bein und dass hat sie natürlich gespürt und ist ihm auf der Nase herum getanzt.
Habe viel mit ihm geredet und gemacht und getan, das sie beiden besser miteinander klar kommen. auch professionelle Hilfe hab ich versucht, aber er konnte es nicht wirklich annehmen.
Er hat selbst Probleme aus seiner Kindheit, aber er kann oder will sie nicht aufarbeiten.
Ich habe nie wirklich große Unetrstützung von ihm erhalten.
Seit wir getrennt sind, läuft zu Hause so vieles besser, Mutter und Kind sind entspannter.
LG
Janine _________________ Janine (alleinerziehend) u.Nele (geb.Dez.05)
HTX 05/06, Balkenagenesie, entwicklungsverzögert, Nystagmus, Strabismus, großes Sprachdefizit, Epilepsie=seit 2008 anfallsfrei u. andere kleine Baustellen, seit 02/08 vollsondiert (PEG-Sonde) seit 09/11 nur Medis u. 02/12 entfernt, seit 04/11 PS II vorher III, Louisa (31.05.08) tief in unserem Herzen
Hallo,
bei uns ist es auch so. Mein Mann tut immer so als ob alles halb so wild wäre. Das ging gleich nach der Geburt los. Er hat z.B. immer gesagt sie könnte bestimmt Inliner fahren, oder Skie. Ein Ding der Unmöglichkeit. Meine arme Tochter musste das ausprobieren. Ging natürlich nicht. Jetzt haben wir die Diskusion mit dem Führerschein. Sie kann ja ihre Füße nicht bewegen. Wie soll das sicher gehen? Für meinen Mann alles kein Problem. Naja. Wir werden sehen. Vielleicht ist das ein ganz guter Ausgleich. Er traut ihr alles zu und ich vielleicht zu wenig.
Hallo,
da muss ich sagen zum Autofahren brauchst du keine Füße...da hat dein Mann recht das geht.Nennt sich Handbedienung.
Zum anderen da hab ich kein Problem bzw meine bessere Hälfte.Er wischte immer wenn nötig den Po ab katheterte wenn nötig wechselte Verbände eben alles was angefallen ist.Nein falsch er tut es heute noch alles.
Ich denke es ist auch ne Einstellungssache des Mannes und der Frauen auch die gibt es...die einen nehmen es einfach an die anderen wollen es einfach nicht annehmen wie es ist.Und so gehen einige Männer und Frauen eben den für sie einfacheren Weg...leider.
LG Andrea _________________ Anna-Maria,93 SpinaBifida und HC VP-Shuntversorgt,Rollifahrerin.Cheyenne,10,inzwischen nachgewiesener Gendefekt,Amelogeneses Imperfecta
danke für deinen Beitrag von Verfasst am: Heute, 21:08 .
Super
Dicker
Knuddler+gute Nacht
Ronja _________________ Nur wenige Menschen sind wirklich lebendig und die, die es sind, sterben nie.
Es zählt nicht, dass sie nicht mehr da sind.
Niemand, den man wirklich liebt, ist jemals tot.
Ernest Hemingway
Ich finde es gut, das mein Mann sich so verhält wie er es macht, wenn ich mir Sorgen mache, wir kriegen ihn nicht in die Regelschule, dann sagt er, das werden wir schon sehen.
Wenn ich sage, Du hast gut reden, ich kümmere mich um alles, ich fördere ihn alleine und ich mache mir alleine die Sorgen, sagt er, ich mache auch alles, nur mache ich es anders und löse alles auch anders...
So ähnlich ist es bei uns auch - mein Mann bewahrt immer die nötige Ruhe und holt mich auch damit immer wieder runter. Er macht die Dinge anders mit sich aus und unsereiner glaubt dann, dass er völlig unbekümmert und desinteressiert ist. Weit gefehlt...
Ich denke die Mischung machts und das GEMEINSAME Ziel!
Schönen Abend noch! _________________ Grüße von Nicole (*72) und Tim (*09), diverse Hirnfehlbildungen und seit Febr. 2010 West-Syndrom (leider seit Mai 2011 nicht mehr anfallsfrei mit auffälligem EEG) - kann nicht sprechen, nicht laufen, nicht sitzen, nicht krabbeln - ABER unser Li-La-Launebär - Wer Schmetterlinge lachen hört, der weiss wie Wolken schmecken -
mein mann akzeptiert die behinderung bzw alles so wie rick ist....er wurde mal von der FF gefragt wie er damit klar kommt und er meinte:" ich kenne keine anderen kleinen kinder,also ist ricks entwicklung für mich normal=)".....
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