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Fehlgeburt und Auswirkungen auf das Familienleben
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MartinW
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Beiträge: 19
Wohnort: Köln

BeitragVerfasst am: 25.09.2011, 14:11    Titel: Fehlgeburt und Auswirkungen auf das Familienleben Antworten mit Zitat

Hi..

ich habe eine Schwerstbehinderte Tochter, die beatmet ist und sich fast überhaupt nicht bewegen kann. Ihre Mutter ist vor 5 Jahren gestorben.

Jetzt lebe ich seit 2 Jahren in einer neuen Beziehung und zumindest anfang diesen Jahres hatte ich den Eindruck dass wir so langsam eine richtige neue Familie sind.

Was das Thema weitere Kinder angeht ist meine Freundin extrem Wechselhaft. Meine Interpretation davon ist dass sie zwar gerne eigene Kinder hätte aber auch ganz viel Angst vor dem was das so mit sich bringt hat. Insofern hattem wir im letzten Winter Phasen in denen wir versucht hatten Schwanger zu werden als auch Phasen in denen wir eher der Meinung waren ein weiteres Kind vielleicht aber nicht jetzt.

Wie das Leben so spielt ist sie dann ausgerechnet in einer Phase in der zumindest meine Freundin gegen eine Schwangerschaft war Schwanger geworden. Ihre erste Reaktion war "Ich lass das Kind auf jeden Fall abtreiben", gespickt mit Sprüchen wie "mit Dir kann ich mir nicht vorstellen ein Kiind zu haben" oder "was hat mein Kind für eine Zukunft mit einem behinderten Kind in der Familie". Ich hatte damals versucht mich möglich neutral zu geben, da ich wollte dass sie sich eine Meinung bilden kann zu der sie später auch stehen kann und wollte sie da möglichst nicht manipulieren.

Nach 2 Tagen hatte sich dann ihre Meinung allmählich geändert, sie hat immer deutlicher gesagt ich will das Kind und hat sich auch immer mehr darauf gefreut. Ich hatte mich als diese Stimmung sich so gefestigt hat gefreut wie ein Schneekönig und wir hatten eigentlich eine richtig gute "schwangere" Zeit.

4 Wochen später, war meine Freundin dann ganz extrem drauf, sie hat ständig versucht Aussagen aus mir zu locken aus denen sie interpretieren konnte dass ich das kind nicht will und dass ich zum Beispiel auch gar nicht mit zum Frauenarzt will und so. Ich hatte da schon geahnt dass irgendwas in ihr passiert was doof ist und beim nächsten Frauenarzt Besuch hat sich dann auch herausgestellt dass es ein Abort war.

Mir ging es damit ziemlich Scheisse. Sie hatte dann extrem schnell mit argumentieren und begründen angefangen dass es so besser sei. Ich hatte in der Folge einfach versucht sie soweit ich kann zu unterstützen und mich (so schwer es mir fiel) auch mit meinen Kommentaren ein bisschen neutral und nüchtern zu halten, einfach um es nicht noch schwieriger zu machen.

Seit dieser Zeit herrscht zwischen uns einfach nur noch Chaos. Sobald es ihr aus irgendeinem Grund schlecht geht (Kopfschmerzen, sie bekommt ihre Tage, eine Prüfung steht an...) beginnt immer ein perverses Spiel. Zum Beispiel wollen wir zusammen ins Fitnessstudio gehen und haben alles längst besprochen und geplant. Morgens fängt sie dann an mit Aussagen wie "Ich hab ja nur das Coaching, da ist es doch sinnvoller wenn ich alleine gehe" oder "Ich kann auch alleine gehen, dann kannst Du in der Zeit dann das und das machen" zu bearbeiten bis ich dann sage "Wenn Du möchtest kannst Du natürlich auch alleine gehen" um dann daraus zu interpretieren dass ich nicht mit ihr ins Fitenssstudio gehen will und sie mir so und so egal ist. Ich versuche dann immer ihr zu erklären dass sie diese Spielchen lassen soll und doch einfach nur sagen soll was sie will.

Ich kann dann reagieren wie ich will, das ganze eskaliert dann bis ich Sprüche höre wie "warum darf mein Kind nicht leben, aber Dein Kind darf leben obwohl es das gar nicht verdient hat" oder auch "Dir war mein Kind völlig egal und darum bin ich so zu Deinem Kind"

Auch höre ich oft zwischendrin so Bemerkungen wie "wann ist das mit ihr nur zu Ende", "ich hatte gehofft jetzt stirb sie endlich". Oft mache ich so als überhöre ich das einfach denn sobald ich darauf antworte eskaliert die Situation. Ihr Verhalten spiegelt diese Denkweisen dann auch wieder, wenn überhaupt beschäftigt sie sich mit meiner Tochter nur wenn ich nicht dabei bin, sobald ich da bin ignoriert sie sie mehr oder weniger.

Wirklich offen und konstruktiv mit mir über die Dinge die sie bewegen sprechen kann sie nicht. Ich hab auch schon ein paar mal versucht ihr zu sagen dass sie doch wenigstens mit jemand anderem mal darüber sprechen soll wenn sie es mit mir nicht kann aber auch das wird dann immer als ein desinteresse von mir interpretiert. Und wenn ich mich dann wage so Worte wie Therapie oder Psychiater in den Mund zu nehmen rastet sie komplett aus.

Ich liebe Diese Frau wirklich, sie ist ein ganz besonderer Mensch und ich habe auch ganz viel Verständnis dafür dass das alles für sie extrem schwierig ist. Aber das geht so nicht weiter und ich weiss mir ehrlich keine Rat mehr.

So traurig es ist.. mittlerweile denke ich darüber nach ob ich aus selbstschutz diese Beziehung beenden muss.

Nachdenkliche Grüße
.......
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KerstinM.
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BeitragVerfasst am: 25.09.2011, 14:18    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Auch höre ich oft zwischendrin so Bemerkungen wie "wann ist das mit ihr nur zu Ende", "ich hatte gehofft jetzt stirb sie endlich". Oft mache ich so als überhöre ich das einfach denn sobald ich darauf antworte eskaliert die Situation. Ihr Verhalten spiegelt diese Denkweisen dann auch wieder, wenn überhaupt beschäftigt sie sich mit meiner Tochter nur wenn ich nicht dabei bin, sobald ich da bin ignoriert sie sie mehr oder weniger.



Hallo Martin,

ein Mensch der mit mir das Leben teilen will, müsste immer mich und meine Kinder annehmen , wie sie sind. Mit solchen Bemerkungen wie oben, könnte und wollte ich nicht leben. Das wäre kein Partner für mich! Wie kann jemand, der vorgibt mich zu lieben darauf hoffen, dass mein Kind, ein Teil von mir, sterben soll??

Und ich denke, dass diese Frau mehrere Probleme mit sich selbst hat, dass nichts mit deinem Kind zu tun hat oder nciht nur und nur dahin projeziert wird.

Zitat:
Ich kann dann reagieren wie ich will, das ganze eskaliert dann bis ich Sprüche höre wie "warum darf mein Kind nicht leben, aber Dein Kind darf leben obwohl es das gar nicht verdient hat" oder auch "Dir war mein Kind völlig egal und darum bin ich so zu Deinem Kind"


Das klingt schon sehr nach Identitätsproblemen.

Nur du kannst wissen, ob du das alles so leben kannst und willst. Ich wollte und könnte es so nicht!

Gruß Kerstin

_________________
Kerstin mit Markus(*97), Hydrocephalus mit schwerem Verlauf und Epilepsie und Philipp (*93) 28SSW NEK, jetzt Kurzdarmsyndrom,Nierenproblematik
Ein behindertes Kind ist wie ein krummer Baum - du kannst ihn nicht gerade biegen, aber du kannst ihm helfen, Früchte zu tragen.
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RaTiChri-Christine
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BeitragVerfasst am: 25.09.2011, 14:20    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo, Martin!

Du meine Güte! Auch, wenn sie solche schlimmen Dinge über deine Tochter "nur" im Affekt sagt....

Nee, da bin ich sprachlos!

Es tut mir sehr leid, dass dein Lebensgefährtin euer Kind verloren hat, da kann man/frau auch durchdrehen. Ich musste mein erstes Kind auch gehen lassen. Das ist eine Ausnahmesituation, aus welcher man es oft nicht ohne Hilfe herausschafft.

Bei deiner Freundin, entschuldige, dass ich das so sage, liegt aber etwas unabhängig davon tief im Argen.

Ich wünsche dir viel Kraft und die richtigen Entscheidungen für ein gutes Miteinander oder Ohneeinander!

LG Tine

_________________
Chris (78) + Tine (80) + Rafael (09) mit Adenohypophyseninsuffizienz, sek. NNR-Insuffizienz, ACM, Immundefekt, Schwerhörigkeit, PEG seit 2/10 - ein absolutes Sonnenscheinchen
Vorstellung: http://www.REHAkids.de/phpBB2/viewt.....5&highlight=hypophyse
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togram
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BeitragVerfasst am: 25.09.2011, 14:36    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Martin,

ich kann es verstehen das ihr in einer sehr schwierigen Situation seit aber die Aussagen "deiner Freundin" sind doch sehr heftig!!!
Es ist Schicksal das eine Kind darf leben das andere stirbt aber man kann nicht darüber urteilen und solche Sachen sagen!!!!

Selina kam auch in der 26 SSW zur Welt und einige Wochen später bekam eine Bekannte deren Tochter ihr Kind auch in der 25 SSW zur Welt.Dieses Kind hat es nicht geschafft es starb kurz nach der Geburt.
Wenn ich mit Selina unterwegs war und wir trafen die Bekannte so merkte ich immer eine gewisse Abneigung "WARUM" das es meine Tochter geschafft hat!!!
Vor einpaar Monaten hat sie eine gesunde Tochter bekommen und jetzt ist die Oma ganz stolz und "bemitleidet" mich über so "besondere" Tochter!Ich überhöre das und über gehe das!
So sind einfach die Menschen!!!!

Ich wünsche Dir viel Kraft und eine richtige Entscheidung für dein weiteres Leben!!!

LG Togram

_________________
Selina geb. 06,Frühchen 26 SSW,extreme entwicklungsverzögert, cerebrale Bewegungsstörung,op. Herzfehler.
Eine Kämpferin mit einem ausgeprägten Trotzkopf!!
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sandraboe
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BeitragVerfasst am: 25.09.2011, 15:09    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Martin,

eine Fehlgeburt ist eine heftige Sache und in den meisten Fällen sollte man schon da sich Hilfe suchen. Allein kann man selten das alleine verarbeiten, egal ob Mann oder Frau.
Hatte vor 2 Jahren auch eine. Mein Mann wollte eigentlich keine Kinder mehr, hat sich aber dann doch gefreut. Habe selbst erst 5 Monate danach erfahren, wie sehr er darunter gelitten hatte. Selbst habe ich mir Hilfe gesucht, sowohl bei Freunden als auch professionell.

Aber Deine Freundin hat, wie auch schon viele vor mir geschrieben haben, allgemein ein Problem mit Nachwuchs. Schon alleine als Frau nicht zu wissen, ob man mit dem Partner ein gemeinsames Kind haben möchte, würde mich stutzig machen. In meinen Augen weiß man, mit dem Partner will ich (k)ein Kind. Wenn nicht jetzt ein ja, dann vielleicht in ein paar Jahren.

Die Äußerungen über Deine Tochter, die gehen gar nicht. Sie wusste um Deine Situation als Ihr zusammengekommen seid, da hätte sie sich schon vorher Gedanken machen sollen, wie so ein Leben läuft. Und nicht böse sein, wenn ich das jetzt sage, aber sie ist nicht wie die meisten hier urplötzlich mit dem Thema konfrontiert worden und muss sehen wie sie damit klar kommt, sondern hätte die Möglichkeit gehabt, nein zu sagen. So ein Leben möchte ich nicht.

Du liebst Deine Tochter wie wir alle unsere Kinder lieben. Daher ist es natürlich, dass Du traurig bist, wenn jemand, besonders jemand, den Du liebst, solche Dinge über Deine Tochter sagt. Mein Mann kommt mit unserer Situation auch nicht so ganz klar, das tut mir auch weh, aber er liebt seinen Sohn trotzdem. Es ist halt sein Fleisch und Blut.

Deine Freundin sollte eine Therapie anstreben, denn in meinen Augen hat sie Probleme, die sie Dir nicht sagt, aber ihr Leben bestimmen. Sie wird auf Dauer Eure Beziehung damit zerstören. Wenn sie so etwas nicht möchte, lass sie gehen. Das hat mit schwierigem Menschen nichts tun, sondern eher mit einem seelisch kranken Menschen, der dringend Hilfe benötigt. Du darfst Deine Kraft aber nicht dafür verbrauchen. Schenke sie lieber Deiner Tochter, die wird es Dir danken, auch wenn sie es nicht so zeigen kann wie andere Kinder.

Auch ich wünsche Dir viel Kraft um einen Weg zu finden, bei dem es Dir gut geht und Du auch einen Rückhalt findest. Denn ohne wirst Du auf kurz oder lang auch Probleme bekommen und Deine Tochter braucht Dich dringender. Sag Deiner Freundin sie soll sich helfen lassen, denn Du bist auch nur ein Mensch und musst Dich genug sorgen.

LG Sandra

_________________
Sandra *1969, Bianca *2000 (gesund), Joy *2002 (Lichen sclerosus), Roland 2. Nov. 2010, peripartale Asphyxie, , muskuläre Hypotonie (Statomotorik große Baustelle)
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Susannwe
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BeitragVerfasst am: 25.09.2011, 15:27    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Martin,

wie alt sind denn Deine Kinder? Es kann doch nicht spurlos an Kind Nr. 2 vorbeigehen, oder?
Zitat:
So traurig es ist.. mittlerweile denke ich darüber nach ob ich aus selbstschutz diese Beziehung beenden muss.
Nicht nur aus Selbstschutz, sondern auch für Deine Kinder!

LG

_________________
Susann 46;T. 24; Sina 22: tuberöse Sklerose, autoaggressiv, autistische Züge, schwermehrfachbehindert; L. 12: Frühchen 31 W 1T, Herzklappenfehler(erledigt)
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BeitragVerfasst am: 25.09.2011, 16:39    Titel: Antworten mit Zitat

hallo

man oh man das ist ja eine echt schierige situation!!!

vielleicht braucht deine freundin psycholpgische hilfe,das sie nicht mit der situation klar kommt!?aber trotzdem hat sie nicht das recht solche gemeinen sätze über deine tochter zu sagen....

fühl dich gedrückt Smile

lg
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Püppimelli
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BeitragVerfasst am: 25.09.2011, 17:10    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Martin,

auch ich finde die Situation seeeehr schwierig. Ich glaube du liebst deine Freundin wirklich sehr, aber leider beruht das nicht auf Gegenseitigkeit. Mit scheint, als hätte deine Freundin größere psychische Probleme, und das auch nicht erst seit der Fehlgeburt. Da scheint es mehr zu geben, vielleicht auch Dinge die du nicht weist. Eine Persönlichkeitsstörung oder Depressionen können die Ursache sein. Dafür sollte sie sich auf jeden Fall einmal Hilfe holen, denn sonst kann das ganz andere Ausmaße annehmen und chronisch werden (wenn es das nicht schon ist).
Die Situation zwischen deiner Freundin und deiner Tochter ist für mich ein nogo.
Das darf so nicht sein. Wenn man in einer Partnerschaft lebt, dann muss man sich von vornherein einig sein, wie man damit umgeht und sollte sich selbst soweit reflektieren können, das man weis, ob man so leben möchte. Deine Freundin kann das nicht. Sie will das auch nicht und ich glaube sie wird es auch nie können. Sie hat vermutlich gehofft, das sie recht schnell alleine die Zukunft mit dir verbringt, aber so gehts nunmal einfach nicht. Und so wie dein Leben jetzt ist, so will sie dich nicht akzeptieren, daher auch ihre Gedanken- und Handlungssprünge.
Du hast es schon selbst vermutet, ich an deiner Stelle würde mich trennen. Denn du bekommst nicht die Liebe, die du dir erhoffst. Natürlich ist es nicht einfach einen verständnisvollen Partner zu finden, aber auch du wirst diese Frau irgendwann mal finden!

Ich wünsch euch alles Gute!
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Sabine
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BeitragVerfasst am: 25.09.2011, 17:22    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Martin,

meine erste Frage: Lebt eure Tochter bei euch oder in einem Heim? Ist deine Lebensgefährtin massiv in die Pflege mit eingebunden? Wenn deine Tochter in einem Heim lebt und deine Freundin sie nur als Besuchskind erlebt oder bei Besuchen im Heim, würde ich die Reaktion für übertrieben halten und unangemessen. Muss sie das Kind mitpflegen, kann ich verstehen, dass es ihr vielleicht "zu viel" wird. Dafür habe ich volles Verständnis.
Die Pflege eines so schwer behinderten Menschen ist schon für Eltern hart genug, die es aber oft aus Liebe zum Kind tun. Wenn es also so an dem ist, dass sie das Kind mitpflegen muss, ist das in meinen Augen doch eine sehr starke Belastung, die sie auf Dauer nicht tragen kann.
Ihr Verhalten finde ich ansonsten - auch unabhängig von dem Kind jetzt - sehr unausgegoren und auch - ehrlich gesagt - unreif. Sie muss als erwachsene Frau doch wissen, wo sie hinwill und vor allem, ob sie mit ihrem Partner ihr Leben und ihre Freizeit teilen möchte. So wie du es beschreibst, klingt kein Mensch, der wirklich ausgeglichen und zufrieden ist. Die Fehlgeburt war jetzt wohl das Tüpfelchen auf dem i. Hier ist - denke ich - psychologische Hilfe gefragt. Und ein ausführliches Gespräch zwischen euch - sonst sehe ich für eure Beziehung auch keine Zukunft.

LG
Sabine

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benni
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BeitragVerfasst am: 25.09.2011, 23:29    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Martin,

ich kann mir ehrlich gesagt nicht vorstellen, dass sich Deine Freundin erst seit ihrer FG so verhält.

Ich denke sie hatte von Anfang an ein Problem mit Deiner Tochter und hat sich das Zusammenleben anders vorgestellt, oder hatte gar keine Vorstellung und hat sich keine Gedanken darüber gemacht, was auf sie zukommt.

Eine FG kann ein traumatisches "Erlebnis" sein, es gibt Frauen, die es nicht ohne prof. Hilfe verarbeiten können.
Sehr viele Frauen schaffen die Verarbeitung aber ohne Hilfe, tauschen sich mit anderen Betroffenen aus, was sehr gut tut und wissen, dass FG oft vorkommen, ohne dafür jemand anderem oder sich selbst die Schuld dafür zu geben.

Deine Freundin braucht prof. Hilfe, ob es ihr aber hilft im Umgang mit Deinen Kindern und Du weiter mit ihr zusammen leben kannst und willst, kannst nur Du allein heraus finden.

LG
Anja

_________________
Anja mit Benjamin 03/97- schwere Mehrfachbehinderung wahrscheinlich durch 6- fach-Impfung, Muskelhypotonie,Wahrnehmungsstörungen/aut. Züge, Epilepsie, Skoliose, Button- Martin 02/92 und Laurin 05/09
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