Verfasst am: 19.09.2011, 16:34 Titel: Probleme mit Vojta-Therapie
Hallo,
ich habe mich schon länger nicht mehr hier zu Wort gemeldet, aber jetzt bräuchte ich doch mal einen Tipp von den erfahrenen Eltern oder Therapeuten.
Mein Sohn ist jetzt knapp 7 Monate alt und wir turnen seit seiner Geburt wegen seiner Plexusparese. Es gab zwischendurch Zeiten, in denen ich nicht mehr weitermachen wollte, weil ich sein Schreien und Jammern so schrecklich fand, aber ich bin jetzt davon überzeugt, dass es ihm hilft und möchte gerne weitermachen.
Allerdings sieht mein Sohn das anders! Er hat so viel Kraft, dass ich mittlerweile keine Übung mehr richtig ausführen kann! Sobald ich ihn auf den Rücken lege, dreht er sich blitzschnell auf den Bauch, lege ich ihn auf den Bauch geht er sofort auf Hände und Knie. Er schafft es auch immer seinen Kopf irgendwie zu drehen und windet sich mit dem ganzen Körper aus meinem Griff.
Unsere Physiotherapeutin versucht jedes Mal wieder mir mit neuen Tricks zu helfen, aber auch für sie ist es mittlerweile schon schwer! Das Problem ist, dass ich es in der Praxis mit ihrer Unterstützung einigermaßen hinbekomme, aber zu Hause auf dem Wickeltisch geht nichts mehr.
Ist es hier vielleicht jemandem genauso ergangen? Ist es nur eine Phase? Wird es wieder einfacher? Ich bin schon wieder kurz vor dem Aufgeben, obwohl ich es doch gerne durchziehen würde!
Wir haben auch versucht nach Vojta zu turnen und naja was soll ich sagen , bei uns ist es ein Versuch geblieben.
Zuhause ging auch gar nix, bei der therapeutin hatte er eigentlich ganz gut mitgemacht.
Wir haben jetzt eine Pause eingelegt aber ich möchte es in ein paar wochen wieder probieren.
In der Zwischenzeit machen wir therapeutisches Schwimmen und Bobath.
Wenn der zweite versuch fehl schlägt geben wir auch auf, den meiner Meinung nach hat es dann keinen Sinn.
Wir turnen seit 11 Jahren Vojta. Hannes hat sich 8 Jahre massiv verweigert. Am Anfang ging es mir wie Dir, ich war hin und her gerissen. Man denkt, das Kind hat Schmerzen. Ich hab es, teils schweren Herzens, durchgezogen. Ich wußte ja, es tut nicht weh.
Als Hannes 6 war mußte ich, weil ich schwanger war, aufhören mit ihm zu turnen. Das macht seit dem nur noch die Krankengymnastin.
Es war ganz komisch. Von einem Tag auf den anderen hörte Hannes auf zu schreien, legt sich freiwillig in Position und macht gerne mit.
Vojta erzielt bei uns unheimliche Erfolge. Natürlich auch, weil wir eine super Therapeutin haben.
Versuch es, durchzuhalten. Irgendwann wird es besser. Und versuch immer, Dir vor Augen zu halten, "es tut nicht weh" !
Liebe Grüße
Ariane _________________ Johannes 4/2000 Frühgeb. 24+1, shuntversorgter Hydrocephalus, Wahrnehmungs-und Entwicklungsstörungen, spastische Diparese, keine Sprache Finn 6/2006
auch wir haben 11Jahre lang nach Vojta geturnt(bis zum Schluß eigentlich! Andreas ist ein Engelchen)
Schon gleich als Baby wurde mir gezeigt wie man auf dem Boden turnt mit zu Hilfe nahme meines Beines als Befestigung. Somit hat man beide Hände frei und Sohnemann kann nicht mehr so gut weg, da mein linkes Bein(in meinem Fall nun) auf seiner Hüfte RUHT(nicht liegt, tut ja weh)
wir haben 2 Jahre nach Vojta geturnt. Es gab immer wieder kurze Phasen, in denen sich unsere Tochter gewehrt hat. Die Devise war bei uns immer, dass es nicht in einen Kampf ausarten darf. Wir haben dann andere Positionen probiert oder sind einfach mal kürzer getreten.
Nach kurzer Zeit hat es dann wieder geklappt und wir konnten die Übungen wie geplant machen.
Wir Turnen auch seit Geburt nach voijta, und alina hatte auch mal so ne Phase, wo sie kräftiger wurde, wo sie sich stark gewehrt hat, ich hab dann 3 Monate lang nur den Gartenzwerg mit ihr gemacht, das war das einzige was sie zuliess, und die Therapeutin hat den Rest einmal die Woche gemacht. Nach den drei Monaten hat sie dann freiwillig wieder mitgemacht.
LG
Bianca _________________ Bianca mit Patrice (2004, Gesund) und Alina (02.2009, Frühchen 29+0, Hirnblutung, PVL, starke Weitsichtigkeit (seit Juli 10 mit heißgeliebter Brille), Knicksenkfüße bds, wohl als leichtes symptom einer ICP? Seit September 2011 Ringorthesen von pohlig. restliche körperliche und geistige Entwicklung sind altersgemäß
zu JPs Babyzeiten haben wir auch nach Vojta geturnt - allerdings war ich da nur mit Turnen beschäftigt und JP und ich hatten selbst kein eigenes Leben mehr. Außerdem hatte ich nebenher noch einen Job und fühlte mich bald nur noch gestresst. Zumal es für uns sehr schwierig war, die Turnzeiten einzuhalten: Entweder schlief JP oder er hatte Hunger oder wir waren unterwegs. Langzeit-Vojta hätte uns in die massive Isolation getrieben, wir hätten nur noch geturnt und unseren Tagesablauf drum herum gebaut. Nach sechs Monaten sah ich keine sichtbaren Erfolge und wir haben es dann gelassen.
Ich bin auch froh darüber, denn durch Vojta hätte JP auch nicht laufen oder krabbeln gelernt. Wir sind dann auf Bobath umgestiegen, was wir in unseren Alltag gut einbauen konnten. Dabei ist es bis heute geblieben.
LG
Sabine _________________ Unsere Vorstellung? -> hier klicken
Jan-Paul (10/01), schwer mehrfachbehindert ohne Diagnose, Tim-Henrik (03/05), Lea-Kristin (01/11)
REHAkids - Das Forum für besondere Kinder
vielen Dank für eure Erfahrungen und Meinungen. Wir sind leider noch nicht weiter gekommen - hoffentlich wird es (wie bei einigen von euch) irgendwann wieder leichter!
Also - dass Vojta gar nicht wehtut, würde ich so nicht unterschreiben. Sohnemann hatte damals zwei Mal blaue Flecken gehabt. Wohl bedingt dadurch, dass er wenig Speck auf den Rippen hatte und die Druckpunkte ja gedrückt werden mussten, aber toll fand ich das nicht
Ausgelöst wurden sie jeweils von der Therapeutin. Bis zu dem Zeitpunkt hab ich mir immer eingeredet, dass es Sohnemann guttut und er nur wegen der Einschränkungen schreit. Mein Herz blutete dabei manchmal sehr...
Als er die blauen Flecken hatte, durfte ich ihn tagelang an den Stellen nicht berühren. Danach war ich mir nicht mehr SO sicher, dass es niemals wehtut. Leider kann Sohnemann es mir nicht sagen... Und die Therapeutin meinte nur: "vielleicht ist er ein bisschen empfindlich"
Wir sind zu Bobath gewechselt und alle sind wieder mit Freude dabei. Zu Hause wird auch mächtig geübt. Damals war mir jede Ausrede, jedes Verweigern von Tim Recht, um es nicht machen zu müssen.
Ich schließe nicht aus, Vojta irgendwann wieder begleitend dazu zu nehmen, aber unser Weg ist jetzt zumindest übergangsweise ein anderer.
Man ist durch ein besonderes Kind eh oft psychisch in einem "Ausnahmezustand", da müssen "unnötige" Belastungen nicht sein.
Und eh ich zu Hause nichts mehr hinkriege oder selbst Ausflüchte suche, versuch ICH zeitweise einen anderen Weg.
Wobei ich nicht behaupten will, dass die Fortschritte nur von Bobath kamen. Ich denke, dass es die Kombination oftmals macht. Aber leider kriegt man nicht zeitgleich für beides Verordnungen.
Übrigens hat mir eine Ärztin im SPZ gesagt, dass es keine Studien gibt, die belegen ob Bobath oder Vojta besser/erfolgreicher ist. Von daher soll man den Weg gehen, bei dem man sich selbst gut fühlt.
Ich hätte nicht das Durchhaltevermögen, mehrere Jahre zuzusehen, wie das Kind sich verweigert... Zudem möchte auch ich mit dem Kind arbeiten und dann muss ich selbst hinter einer Sache stehen...
@ Rebekka - vielleicht versucht ihr mal Bobath, um danach evtl. auch wieder zu wechseln. Tut der Seele gut und das Kind kann wieder Vertrauen zu Dir fassen. Ich stehe auf dem Standpunkt, dass gewisse Dinge sein MÜSSEN, aber es darf nicht zur Qual werden oder dazu führen, dass das Kind sofort Meideverhalten zeigt. Und das tut es meiner Meinung nach.
Viel Erfolg!
LG
Nicole _________________ Grüße von Nicole (*72) und Tim (*09), diverse Hirnfehlbildungen und seit Febr. 2010 West-Syndrom (leider seit Mai 2011 nicht mehr anfallsfrei mit auffälligem EEG) - kann nicht sprechen, nicht laufen, nicht sitzen, nicht krabbeln - ABER unser Li-La-Launebär - Wer Schmetterlinge lachen hört, der weiss wie Wolken schmecken -
ich kann mich meiner Vorrednerin nur anschließen, es gibt keine Studien, die belegen ob Bobath oder Vojta besser/erfolgreicher ist.
Ich selbst bin nach einem Jahr Vojta nach Bobath gewechselt und hatte von da an, viel weniger Streß mit der Krankengymnastik. Mit dem Turnen nach Vojta bin ich einfach nicht klar gekommen.
Gruß,
Ursula _________________ Eric, (März 2005), stark hypoton, verbale Dyspraxie, global entwicklungsverzögert, ohne Diagnose. Laufen, seit Juni 09, spricht 78 Wörter, kann seit Karfreitag 12 mit einer Schere umgehen.
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