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Dipl.Thema zu Sprach-Hilfsmittel - wer kann mir helfen?
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felixh
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BeitragVerfasst am: 14.09.2011, 18:13    Titel: Dipl.Thema zu Sprach-Hilfsmittel - wer kann mir helfen? Antworten mit Zitat

Hallo zusammen!

Ich bin ganz neu hier in diesem Forum und auch bei den hier behandelten Themen. Ich bin studiere Produkt Design in Stuttgart und bin über meine Mutter, die in ein Schule für Kinder mit einer geistig- und körperlichen Behinderung arbeitet, auf mein Diplomthema gekommen, dass ich gerade bearbeite.


Hier meine Themenbeschreibung:
___________________________________________________________

Hilfsmittel für Kinder mit einer geistigen und körperlichen Behinderung
Geistig beeinträchtige Kinder können mit ihrer Umwelt und ihren Mitmenschen nicht wie gesunde Menschen
kommunizieren. Geeignete Hilfsmittel können ihnen jedoch dabei helfen, sich in einer Gruppe oder Gesellschaft zu
integrieren und ihnen das Gefühl der Zugehörigkeit geben. Es gibt Hilfsmittel, die sie im Alltag begleiten und beim
Sprechen unterstützen.
Es ist für die Kinder elementar, am normalen Alltagsleben teilzuhaben und sie sollten an alltägliche Situationen gewöhnt
und herangeführt zu werden. Dazu gehören das alltägliche Kommunizieren oder Arbeiten wie Kochen oder mit dem
Computer zu arbeiten. Einfache technische Tätigkeiten wie z.B. das Einschalten eines CD Spielers können von Kindern
mit Handicap nicht ohne Probleme durchgeführt werden, da ihre motorischen Fähigkeiten dazu oftmals nicht ausreichen.
Mit dem Abspielen von aufgenommenen Sätzen, Erlebnissen oder sonstigen Texten können Kindern mit Kommunikationsproblemen
ihre Bedürfnisse äußern (zur Toilette gehen, essen, spielen usw.), sich in der Gruppe einbringen, indem sie
z. B. vom Wochenende oder den Ferien im Morgenkreis “erzählen” oder in einem Theaterstück mitwirken.
Mit Hilfe entsprechender Produkte können die Lehrenden den Kindern den klassischen Lehrstoff (Deutsch, Mathematik,
Sport, Religion, …) leichter beibringen und sie in Bereichen wie Wahrnehmung, Motorik, Kognition, Sprache, selbständige
Lebensführung oder Sozialverhalten besser fördern.
Vorhandene Produkte sind teuer und wirken sehr technisch und maschinenhaft. Sie sind nicht kindgerecht gestaltet und
auch nicht ansprechend. Aufgrund ihres technischen Aussehens und ihrer nicht einfach zu verstehenden (nicht intuitiven)
Bedienung werden sie seltener eingesetzt als es notwendig wäre.
Das Wichtigste solcher Produkte ist, dass die Kinder sie gerne benutzen, es ihnen Spaß macht mit ihnen zu arbeiten,
zu spielen oder zu kommunizieren. Sie müssen einfach und leicht verständlich sein und für Kinder ansprechend
gestaltet werden.

___________________________________________________________

Im Moment Recherchiere ich nach Produkten zum Thema "unterstützte Kommunikation" und mir kamen sehr viele Fragen auf die ich hier vielleicht ein paar Antworten bekommen kann.

Da es für mich sehr hilfreich ist, von sehr vielen Menschen sehr viele Einsichten, Hinweise, Tipps und andere Informationen zu bekommen, habe ich mich hier angemeldet.

Nun zu meinen Fragen:

- Welche Funktionen kann, soll oder muss ein Gerät, dass akustische Inhalte abspielen kann (BigMack oder andere Kommunikationshilfen), erfüllen?
- Ist häufig nur eine Nachricht, die wiedergegeben kann, ausreichend (BigMack) oder sind mehrere Aufnahmen erwünscht?
- Müssen diese gezielt wiedergegeben werden können oder ist eine zufällige Wiedergabe ausreichend/besser?
- Wäre es von Nutzen, wenn solch ein Gerät auch Musik wiedergeben kann (Ersatz für einen MP3 Player)?
- In welchen Bereichen werden BigMacks/Kommunikationshilfen eingesetzt und welche Funktionen werden häufig verwendet?
- Wo reicht die aktuelle Funktion nicht mehr aus?
- Gibt es Bereiche in denen mehr Funktionen gewünscht wären? (welche?)
- Schränkt das Aussehen des Gerätes die Benutzung ein? (zu groß / kann nicht mitgenommen werden / schwierig zu bedienen / kein Spaß beim bedienen)
- Macht es dem Kind Spaß diese Geräte zu benutzen oder werden sie nur benutzt weil es keine Alternative gibt bzw. Bezugspersonen es ihnen "befehlen"?

Das ist natürlich erst der Anfang an Fragen und es kommen bestimmt noch mehr auf.
Ich würde mich sehr über Antworten von euch freuen

Viele Grüße
Felix
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Chris84
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BeitragVerfasst am: 14.09.2011, 19:07    Titel: Re: Viele Fragen zu Hilfsmittel Antworten mit Zitat

felixh hat folgendes geschrieben:
Nun zu meinen Fragen:

- Welche Funktionen kann, soll oder muss ein Gerät, dass akustische Inhalte abspielen kann (BigMack oder andere Kommunikationshilfen), erfüllen?
- Ist häufig nur eine Nachricht, die wiedergegeben kann, ausreichend (BigMack) oder sind mehrere Aufnahmen erwünscht?
- Müssen diese gezielt wiedergegeben werden können oder ist eine zufällige Wiedergabe ausreichend/besser?
- Wäre es von Nutzen, wenn solch ein Gerät auch Musik wiedergeben kann (Ersatz für einen MP3 Player)?
- In welchen Bereichen werden BigMacks/Kommunikationshilfen eingesetzt und welche Funktionen werden häufig verwendet?
- Wo reicht die aktuelle Funktion nicht mehr aus?
- Gibt es Bereiche in denen mehr Funktionen gewünscht wären? (welche?)
- Schränkt das Aussehen des Gerätes die Benutzung ein? (zu groß / kann nicht mitgenommen werden / schwierig zu bedienen / kein Spaß beim bedienen)
- Macht es dem Kind Spaß diese Geräte zu benutzen oder werden sie nur benutzt weil es keine Alternative gibt bzw. Bezugspersonen es ihnen "befehlen"?

Hallo,

es kommt um deine Fragen zu beantworten auf die Fähigkeiten der Kinder an. Es gibt Kinder, für die eine Einzelne Aussage sinnvoll ist, es gibt Kinder bei denen selbst ein Step-by-Step (also mehrere Aussagen) zu wenig ist. Auf die Frage kann ich dir also nicht wirklich antworten.
Auch der Funktionsumfang ist immer relativ. Sinnvoll wäre eine Möglichkeit externe Geräte damit auch ansprechen zu können (gleich wie beim Big-Mack). Die Möglichkeiten der Sprachausgabe ist wie oben schon beschrieben zu unterschiedlich um dort was Pauschal sagen zu können. PERSÖNLICH: Je mehr aussagen umso besser, aber auch die Fähigkeit nur eine Aussage tätigen zu können schadet nicht.
Aussagen bei einem KOMMUNIKATIONSGERÄT müssen immer Auswählbar, zumindest vorhersehbar sein. Eine zufällige Wiedergabe wäre so als wäre man besoffen und würde nicht wissen was man sagt...!?
Musikwiedergabe schadet nicht, denn damit kann das Prinzip der UK gut trainiert werden. Hierbei sollte man auf nen guten Lautsprecher achten, denn die BigMacks hängen da stark hinterher! Ich würde das Ding aber nicht als Ersatz für einen MP3-Player nutzen.
Jetzt sind deine Fragen leider zu pauschal. BigMack ist nur eine Art von Kommunikationsmitteln. Ein BigMack ist ideal für schnelle, kurze aussagen, mit vordefiniertem Inhalt. Ein Kommunikationsgerät kann ein hochkomplexes Computersystem mit diversen Ansteuerungsmöglichkeiten sein. Hier wäre es wohl sinnvoll erstmal ein zu grenzen, was genau du entwickeln möchtest. Also eher einen Big-Mack ersatz oder ein komplexeres System (Tobii S32 oÄ). Was den Spaß bei der Nutzung angeht, steht dies für viele Kinder gar nicht im Vordergrund, bzw ist nicht vom Gerät abhängig. Bei UK steht nicht der Spaß im Vordergrund (sollte es natürlich auch machen), sondern die Möglichkeit endlich mal was sagen zu können! An diesem Punkt muss ich leider auch deiner Themenbeschreibung widersprechen.
Zitat:

Aufgrund ihres technischen Aussehens und ihrer nicht einfach zu verstehenden (nicht intuitiven)
Bedienung werden sie seltener eingesetzt als es notwendig wäre.

1. intuitiver als eine Taste an einem Gerät geht nicht, auch ein komplexeres Gerät ist mit unter eine sehr intuitive Sache.
2. technisches Aussehen? Was verstehst du darunter? UND: Gerade bei den heutigen Kindern kann es nicht technisch genug sein: Computer, Handy und co sind auch schon im Kindergarten ein großes Thema.

Das Design eines Gerätes muss natürlich einfach sein, aber die Funktion sollte eher im Vordergrund sein. Wichtig ist: fehlnutzungen vermeiden (der Knopf zum Aufnehmen sollte nicht direkt dem Kind zugänglich sein), unterschiedliche Größen (es gibt Kinder die Minifelder treffen, andere, die selbst mit großen Tasten schwierigkeiten haben)

Gruß
Chris

_________________
Kommunikationsassistent von Marla (Bj. 01 - Rett-Syndrom) an einer Kooperativen Grundschule. AKUK-Mitglied. http://www.akuk-online.de , Freiberuflicher Betreuer behinderter Kinder von 2 - 12 Jahren (verschiedene Krankheitsbilder), Tobii-Produkt-Trainer, angehender Kommunikations-Pädagoge

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felixh
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BeitragVerfasst am: 14.09.2011, 22:52    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Chris,

erstmals vielen Dank für deine ausführliche Antwort.
Ich sehe natürlich das Problem meiner sehr allgemeinen Fragen. Mir ist durchaus bewusst, dass z.B. die Anzahl der Aussagen stark vom Kind und seinen Fähigkeiten abhängt. Ich erwarte keine allgemein gültigen Antworten und dachte vielmehr an Probleme die bei der Nutzung eines bestimmten Gerätes auftreten und die nicht durch ein anderes Gerät gelöst werden können. Ich denke, dass zum Beispiel für viele schon der Preis eine Rolle spielt bei komplexen Produkten wie zum Beispiel dem Tobii S32 mit 1600Euro. Könnte dessen Funktion nicht z.B. mit einem Ipad für 500Euro und einer entsprechenden Software ersetzt werden?

Ein Bigmack erfüllt, nach dem was ich bisher gelesen und gehört habe, hauptsächlich die Funktion, dass ein Kind eine Nachricht überbringen kann oder durch aufgesprochenen Text z.B. an einem Theaterstück mitspielen kann. Das bedeutet, das Kind muss das Gerät mit sich herumtragen. Wäre es nicht praktischer/einfacher für das Kind wenn es das Gerät zum Beispiel um den Hals hängen könnte?

Du hast erwähnt, dass die Musikwiedergabe das UK Prinzip gut trainiert. Wie kann ich das richtig verstehen?

Meine Themenbeschreibung ist natürlich teilweise etwas provokativ geschrieben. Ich bin auch noch relativ am Anfang mich in das Thema einzuarbeiten und werde "nur" Designer, hoffe also auf die Hilfe von anderen um mich bei den fachlichen Punkten zu unterstützen.

Bisher ist noch nicht festgelegt in welche Richtung ich gehen werde und ich bin noch in einer Phase, in welcher ich mich mit allen Produkte/Problemen und was es sonst noch so gibt, versuche zu beschäftigen um vielleicht eine Lücke, ein lang bestehendes Problem, das noch nicht beschrieben ist oder eine andere Schwierigkeit finde, für die ich einen Lösungsvorschlag machen kann.

Ich muss dir recht geben, dass "technisches Aussehen" eine sehr vage Beschreibung ist. Die äußere Erscheinung ist jedoch auch in technischen Geräten sehr vielfältig und die Gestaltung spielt mit Gestaltungselementen um ein jeweils gewolltes Erscheinungsbild zu erzielen.
http://www.preisvergleich.org/pimag.....-B-2050_96__664623_60.jpg
http://www.iphoneohnevertrag.de/fil.....ne-4-back-front-combo.jpg
Beides sind Handys, haben jedoch eine sehr unterschiedliche optische Wirkung auf den Benutzer. Die Geslatung kommt auch bei mir erst zu einem späteren Zeitpunkt und zu Beginn ist die Funktion natürlich das wichigste!

In der Klasse, die meine Mutter unterrichtet sind Kinder von 6-12 und ich habe dort diesen bigmack fotografiert ( http://www.felix.haeffner.info/bigmack.jpg ).
Er ist zwar schon etwas älter aber für mich wirkt er eher so, als gehört er als Notausschalter an eine Stahlbearbeitunsmaschine.

Vielen Dank nochmals für deine Bemühungen!

Gruß
Felix
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Chris84
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BeitragVerfasst am: 15.09.2011, 06:10    Titel: Antworten mit Zitat

Hi Felix,

den BigMack den du da erwischt hast, zählt wohl zu den ältesten, die ich kenne. Mittlerweile hat sich das Design doch ein wenig geändert. Ich selbst arbeite aber häufiger mit dem sog. LittleMack Step-by-Step, der ist etwas kleiner. Hier mal eine Übersicht über die "Sprechenden Tasten": http://www.rehavista.de/?at=Produkte&ag=8

Was ein Tobii S32 kann, was ein IPad nicht kann: Es kann runterfallen ohne kaputt zu gehen, die Batterie hält einige Monate, es ist leicht zu bedienen (ohne extra Software), es ist größer! Grundproblem bei einem Gerät wie IPad: Stabilität fehlt! Auch ist ein kapazitiver Display ungeeignet für Kinder, die speicheln. Der Display funktioniert nass nur noch ungenau. Auch fehlt bei einem IPad die Fingerführung, also ein Raster an dem sich das Kind orientieren kann. Es gibt dies aber meines wissens mittlerweile..!?

Musik hat bei jedem Menschen eine sehr starke Wirkung. Das wird gerne verwendet um das "Aktion-Reaktion-Prinzip" zu trainieren. Heißt grob: Ich drück ne Taste, es kommt Musik! Also kann ich bestimmen, wenn ich etwas machen möchte, wenn ich diese Taste drücke = Sebstbestimmung.

Dein Handybeispiel ist an sich richtig, aber wenn ich jetzt an meine Oma denke, die würde eher das LG nehmen! Is also doch sehr Geschmackssache. Wichtig finde ich bei UK-Geräten, dass sie nicht als Spielzeug aussehen. Grundsätzlich soll es immernoch ein Hilfsmittel sein. Wirkt es zu sehr als Spielzeug, haben die Kinder eher den drang damit zu Spielen als zu Kommunizieren...!? Wäre auch noch ein Punkt, den man beschreiben könnte, also wann wird ein Gerät optisch zum Spielzeug!?

Mal ein kleiner Vorschlag:
Schau dir mal den Step-by-Step an. Das ist eine Art Big-Mack nur häufig etwas kleiner in der Ausführung des LittleMack. Mit dem SbS ist es möglich mehrere Aussagen hintereinander auf zu nehmen und dann wieder zu geben, so kann man ein Gesprächsschema abspielen: *druck* - "Hallo" -*druck* - "wie gehts?" - *druck* - "mir gehts auch gut" - *druck* - "heute habe ich...." usw usw!
Evtl findest du hier möglichkeiten, das Gerät zu verbessern. Das Gerät hat mehrere Ebenen, die das Kind aber nicht umschalten kann, was aber teilweise praktisch wäre...!? Vielleicht kommst du bei der betrachtung und beim testen dessen auf gute Ideen.

Ciao Chris

_________________
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Moritz unser MO
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BeitragVerfasst am: 15.09.2011, 08:12    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo,
möchtest Du, daß wir deine Diplomarbeit schreiben, oder hast Du nur Angst vor Kindern???
Warum begibst Du dich nicht dorthin, wo die Hilfsmittel eingesetzt werden? Dein Aufruf könnte doch lauten: Wer benutzt Kommunikationshilfsmittel und darf ich mir den Einsatz ansehen?
Da lernst Du mehr und kannst gezielte Fragen stellen, als Eltern behinderter Kinder mit langen theoretischen Texten die ohnehin knappe Zeit zu stehlen. Begib dich in die Praxis, die Kinder beißen nicht!
Viele Grüße,
Jutta
(auch studiert, aber praxisorientierter Pragmatiker)
PS: Untersuche den Begriff "Anzeichenfunktion", dann wir das Aussehen einiger Geräte auch klar.
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felixh
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BeitragVerfasst am: 19.09.2011, 15:38    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo,

um erst auf die zweite Antwort einzugehen, geht natürlich nichts über mit Kindern, Eltern und Menschen die solche Geräte einsetzten direkt zu reden und das habe ich bereits und werde ich weiterhin tun. Ich möchte hier niemandem seine Zeit stehlen und keinen meine Diplomarbeit schreiben lassen. (Da ich für meine Diplomarbeit nicht zwingend etwas theoretisches schreiben muss, steht das auch überhaupt nicht zur Sprache). Ich möchte jedoch so viele Informationen bekommen wie ich bekommen kann und dafür ist für mich ein Forum eine tolle Sache. Keiner soll sich gezwungen fühlen mir zu antworten aber man trifft hier auf einmal sehr viele unterschiedliche Menschen an, die sehr unterschiedliche Interessen haben und bekommt Tipps die man vielleicht sonst nirgends bekommen würde.

Nachdem der Schulalltag langsam wieder begonnen hat werde ich mir einige Geräte auch bald richtig anschauen können.

Chris, die geschilderten Probleme sind sehr interessant da ich über Probleme bei einem Ipad für UK nicht viel herausfinden konnte, da es an der Schule, die ich besucht habe nicht/noch nicht eingesetzt wird. In verschiedenen Foren liest man jedoch häufig über den Einsatz von Ipads und Ipod Touchs.

Ich danke nochmals für eure Zeit und werde mich sicherlich wieder melden.

Gruß
Felix
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kati543
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BeitragVerfasst am: 27.09.2011, 15:09    Titel: Antworten mit Zitat

Also an deiner Stelle würde ich mal um ein Praktikum in einer entsprechenden Einrichtung bitten. Ebenfalls interessant wäre vielleicht für dich ein Praktikum bei einem Verein, der die Hilfsmittel der uK den Kindern näher bringt. Hier in Frankfurt gibt es den Verein "Ohne Worte". Meine Söhne haben dort alle möglichen und auf dem freien Markt verfügbaren Hilfsmittel der uK austesten können. Viele Dinge erschließen die Kinder ganz spontan und benötigen gar keine Erklärung.
Das allerwichtigste Hilfsmittel (vielleicht habe ich es auch nur überlesen), hast du aber irgendwie vergessen, oder? Elektronische Hilfsmittel kommen relativ spät zum Einsatz bei Kindern. Früher kommen Gebärden (über Lieder an GuK heranführen z.B.), Gegenstände und - last but not least - das Ich und das Erlebnisbuch (und damit Boardmaker und Metacomb als Software). DAS ist es, womit meine Söhne am meisten arbeiten. Täglich im Kiga.
Ipad ist nichts für Kigakinder. Das klappt vielleicht ab der 5. Klasse.
Ansonsten haben wir natürlich noch den little Step-by-Step und ein paar Batterieunterbrecher, Zeitschaltuhr,...
Das Kind wird die Uraltversion haben, weil es entweder motorisch sehr weit zurück ist, oder weil die KK schlicht und einfach nicht noch einmal ein Zweitgerät bezahlt. Die Dinger sind teuer. 255€ kostet unserer. Unsere KK zahlt auch nur 50% der Kosten für alle uK.

_________________
Katrin (Epilepsie)
O. (Frühkindlicher Autismus (HFA), gl. Entwicklungsst., Ptosis, Hypotonie, Vd. auditive Wahrnehmungsst., Vd. Valproatembryopathie)
D. (geistige Behinderung, Frühkindlicher Autismus, Esstörung, Hypospadie, Trigonoceph., Hypotonie, Opticushypoplasie, Amblyopie, Vd. Valproatembryopathie)
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anamor78
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Wohnort: Wels, (Ober-)Österreich

BeitragVerfasst am: 10.10.2011, 20:03    Titel: Antworten mit Zitat

liebe kathi543!

"Das allerwichtigste Hilfsmittel hast du aber irgendwie vergessen, oder? Elektronische Hilfsmittel kommen relativ spät zum Einsatz bei Kindern. Früher kommen Gebärden"

da muss ich aber nochmal einwerfen - das kommt auf das jeweilige Kind drauf an!!! Rett-Mädchen oder sehr spastische Kinder zB können mit Gebärden oftmals GAR nix anfangen, weil sie sie schlichtweg selber nicht produzieren können - aber auf eine sprechende Taste (egal ob BigMack oder Step-by-Step) draufhauen klappt allemal, weil die dinger superleicht auslösen und man hier viele Möglichkeiten hat, AKTIV was zu erzählen, das auch jeder versteht (Gebärden kann auch bei weitem nicht jeder!)!!


"Ipad ist nichts für Kigakinder. Das klappt vielleicht ab der 5. Klasse."
kommt drauf an, wofür es eingesetzt wird - mit den entsprechenden Apps kann auch das Ipad ähnlich einem SbS eingesetzt werden oder die Kinder können darauf einfache Ursache-Wirkungs-Spielchen spielen ...

ab wann ein GoTalk oder S32 oder Ipad (zB mit SonoFlex oder hproloquo2go) als wirkliches KOmmunikatonsmittel eingesetzt werden kann, kommt auch immer aufs Kind individuell drauf an, genauso welches von den Dingern oder ganz was anderes!!

also - am besten in der Praxis anschauen, wie verschiedene Kinder verschiedenste Hilfsmittel einsetzten - und nicht vergessen: die kids ja nicht zu unterschätzen!! Laughing

PS: wir haben übrigens auch mit so einem Dinosaurier-BigMack angefangen, aber ich muss sagen, er dient uns immer noch brav - die Aufnahmequalität ist zwar bei den neueren Geräten bessser, aber dafür hält bei diesem Dinosaurier das Batteriefach wesentlich besser, weil mit einer schraube gesichert!!!) - und auf die Optik kommt es im alltag meistens nicht an - Hauptsache, das Kind kann es gscheit einsetzen und man bekommt die FInanzierung irgendwie gestemmt ... (denn in Ö zahlt KEINE Krankenkasse weder BigMack noch was höherwertigeres ....)

_________________
Romana mit Rett-Mädchen Isabella (*2003)
besuch doch Isabellas blog: www.isabella-online.blogspot.com
inzwischen Beraterin für UK-Hilfsmittel bei Lifetool Linz
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else
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BeitragVerfasst am: 17.10.2011, 16:08    Titel: Ipad Antworten mit Zitat

Hallo Felix,
wir haben unserem Sohn ein IPad als Kommunikationshilfe gekauft, da es wesentlich billiger ist als ein Talker. Es ist schon öfters runtergefallen und abgesehen von einer Beule sehr stabil. Ich lege es ihm meistens auf eine rutschfeste Unterlage. Gegen das "Sabbern" haben wir eine Folie draufgemacht, die man dazu kaufen kann. Bisher benutzt er es nur zum Spielen. Hier gibt es verschiedene Baby-AppS die er gern hat und durch das Ipad wirkt es nicht wie Babyspielzeug. Das groesste Problem ist, dass schon die Kinderapps zu kompliziert sind. Wenn man z.b. beim umblättern vom Bilderbuch eine bestimmte kleine Taste finden soll. Oder er trifft auf eine Randfunktion und das ganze App schliesst sich usw. Ich habe ihm den Verpackungskarton so ausgeschnitten, dass er nicht an die Randfunktionen kommen kann, aber irgendwie schafft er es trotzdem. Jetzt hat uns ein Informatikstudent ein eigenes App programmiert und extra diese Randfunktionen weggelassen. Das ist wirklich super. Wenn Du jetzt noch ein Raster erfindest, dass man wie eine Schablone aufs IPad legt, damit die Randfunktionen ausgeschaltet werden, wäre es perfekt.

_________________
Kevin 2002 cerebrale Tetraparese, blind
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kati543
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BeitragVerfasst am: 17.10.2011, 18:21    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Romana,
natürlich gibt es verschiedene Erkrankungen und dafür wiederum verschiedene Arten von geeigneten uK. Selbst wir haben ja eine gute Mischung aus einigen Dingen für nur 1 Kind. Aber meine Erfahrung ist einfach, dass ein iPad (und ich habe das Teil selbst) zu empfindlich ist für oftmals noch etwas ungelenke Kigakinder. Mein Sohn kann mit seinen 3,5 Jahren super damit umgehen. Er weiß, wie das funktioniert. Das ist nicht das Problem. Das Problem ist viel eher das er permanent darauf sabbert (hat mal jemand bei Apple nachgefragt, ob die Teile "Speicheldicht" sind?) oder wenn er genug davon hat, springt er eben auf und rennt woanders hin. Wegräumen, oder zumachen oder aufpassen, dass das Gerät nicht im hohen Bogen runterfliegt, das kann er nicht.
Und ja, wir schauen uns das Ganze in der Praxis an. Dafür haben wir ja die Beratungseinheiten. Dort sitzt ja dann mein Sohn und testet die verschiedenen Geräte oder Bücher. Und je nachdem womit er am besten klar kommt, das wird genommen...

_________________
Katrin (Epilepsie)
O. (Frühkindlicher Autismus (HFA), gl. Entwicklungsst., Ptosis, Hypotonie, Vd. auditive Wahrnehmungsst., Vd. Valproatembryopathie)
D. (geistige Behinderung, Frühkindlicher Autismus, Esstörung, Hypospadie, Trigonoceph., Hypotonie, Opticushypoplasie, Amblyopie, Vd. Valproatembryopathie)
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