Verfasst am: 06.09.2011, 07:52 Titel: 2. Meinung: Arzt lehnt Vojta und Orthesen ab
Hallo zusammen,
eigentlich weiß ich die Antwort schon, möchte aber trotzdem gern meine Unsicherheit hier loswerden und würde mich über Kommentare freuen…
also: Frederik hat seit gut 2 Jahren Ringorthesen von Pohlig, bekommt seither Vojta und hat nachts die UNterschenkelortehse „gegen“ seinen Spitzfuss (hatte er anfangs 23 Stunden, schon nach 3 Monaten konnten wir das auf nachts reduzieren).
Da ich schlussendlich nicht so wirklich von Vojta überzeugt bin (das ist mir zu statisch und ich merk da nichts an Veränderungen- wobei ich ja eben nicht weiss, wie es ohen wäre, also ob sich was verschlechtern würde…), wollte ich nun mal ein andere Meinung hören und habe bei einem örtlichen Orthopäden einen Termin gemacht.
Der hat nun die Hände überm Kopf zusammengeschlagen und seine Meinung:
Orthesen sind schlecht, weil statisch, wie sollen sich Muskeln und Sehnen kräftigen, wenn sei nicht arbeiten können? Aussderdem hätte Frederik keine Lähmung, im Zehenstand würde sich ja da Fussgewölbe bilden, also würde er Einlagen zum unterstützen verschreiben, und viel Zehengang (spielerisch immer wieder) und viel Barfusslaufen.
Von Vojta hält er aus og Gründen auch nichts. Das müsse man 10x am Tag machen, damit ein Effekt eintritt. Und überhaupt sei das so ein Hype in Deutschland, im Ausland macht niemand so einen Quatsch…
Buff, das hat dann erstmal gesessen. Also positiv fand ich, das er sich wirklich endlos Zeit genommen hat, Frederik gut angeschaut hat.
Auf der anderen Seite ist in die Ringorthesen schon so viel Forschungsarbeit geflossen, es ist von Pohlig auch nachvollziehbar begründet, wie die arbeiten, mit dem ABER, das es eben den Fuss eben doch ein Stückweit einschränkt.
Die Orthesen weg lassen will ich eigendlich nicht, aber ich denke wir werden mit Vojta pausieren, schon allein weil nun die Schule startet und ich in den ersten Wochen nicht noch zig Termine haben will.
Über die Unterschenkelorthese haben wir gar nicht gesprochen, aber die bleibt in jedem Fall.
Trotz allem wäre ich über ein paar Meinungen froh, denn Unsicherheit bleibt nach so einem Gespräch doch…
Danke! _________________ Claudia mit Sohn(12/04)(geb. 32. SSW) mit spastischer Diparese, hat Ringorthesen, frühkindler Autismus und 2. Sohn (01/08)., gesunder Trotzkopf
käme denn als Alternative zu Vojta evtl. Bobath in Frage? _________________ LG Jaqueline
ICP - spast. Tetraparese, Kyphose
Freund: GM-Epilepsie (VNS-Träger)
die Aussage, Vojta sei eine Art Modeerscheinung in Deutschland, finde ich komisch... Ich weiß nicht, wie weit verbreitet diese Methode in anderen Ländern ist, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass ausgerechtnet sowas eine reine Mode ist. Meist sind ja weder die Patienten noch deren Familien besonders begeistert davon, und die Therapeuten haben eine Heidenarbeit, die Leute von der Notwendigkeit zu überzeugen...
Mein Sohn wird seit gut zwei Wochen nach Vojta therapiert, und man konnte nach zwei Tagen bereits erste deutliche Erfolge sehen, von daher kann ich die Wirksamkeit grundsätzlich durchaus bestätigen.
Allerdings gibt es viele Familien, die sich mit dieser Therapieform von vornherein nicht abfinden konnten, oder die es ab einem bestimmten Zeitpunkt nicht mehr wollen, und dann sollte auch etwas anderes probiert werden. Unsere KG sagt, wenn derjenige, der mit dem Kind turnt, nicht von der Methode überzeugt ist, kann man es gleich lassen. Und auch, dass es keine Therapieform für alles und jeden ist, sondern dass eben jeder Patient andere Bedürfnisse hat. Von daher würde ich an Eurer Stelle einfach mal nach anderen Therapieformen Ausschau halten und diese testen.
Zu den Orthesen kann ich nicht viel sagen, da dieses Gebiet noch weitestgehend Neuland für mich ist. Aber ich denke, wenn Orthesen generell Blödsinn wären, würden die Kassen diese nicht finanzieren... Vielleicht könnt Ihr versuchsweise mal die Tragezeit reduzieren? Oder im Zweifelsfall noch einen weiteren Arzt als eine Art "Zünglein an der Waage" aufsuchen und entscheiden lassen...
Ich wünsche Euch eine erfolgreiche Entscheidungsfindung!!! _________________ Liebe Grüße, Verena (*07/78), mit Joana (*06/06), 35.SSW, tiefgreifende Entw.-störung, V.a. ASS, FI, und Joshua (*11/10), Hypopl. d. re. unt. Extremität + Oligodaktylie, statomot. Ret., und Frank (*02/84), der beste Ehemann der Welt!!!
Kinderkrankenschwester in der amb. Intensiv-Kinderkrankenpflege
zu Vojta kannst du hier im Forum über die Suchfunktion sehr viele Pro und Contra Meinungen lesen, deshalb nur von mir dazu: Eine Modeerscheinung ist diese Methode ganz sicher nicht; sie wird schon sehr lange praktiziert. Für die Einen ist sie hilfreich, für die Anderen nicht.
Bei den Orthesen gibt es auch Pro und Contra Meinungen, wie du gerade selbst erlebst, daher ist es immer schwer, eine Entscheidung zu treffen, weil niemand sagen kann, ob die eigene Entscheidung die Richtige ist.
Ich habe mich entschieden, ausschließlich Nachtschienen zu tragen, aus den Gründen, die der Orthopäde deines Kindes oben beschrieben hat. _________________ Viele Grüße
Sinale
mein Sohn hat die gleiche Orthese getragen und ich war anfänglich auch erst skeptisch, weil die Orthese generell so garnicht in das Behandlungsschema unseres früheren SPZ gepaßt hat. Da hieß es auch immer, viel barfuß laufen, Einlagen tragen, etc. Das SPZ kam aber dann nicht mehr "weiter" in der Behandlung, d. h. mein Sohn lief immer schlechter.
Man probiert ja alles, und somit fuhr ich nach Vogtareuth zu Dr. Nader. Anfänglich war das Gangbild noch schlechter, aber nach drei Wochen mit der neuen Orthese lief mein Sohn so toll, das ich mittlerweile absolut von der Wirksamkeit überzeugt bin.
Wir machen vojta seit geburt. Waren wegen dem Rückfussspitzfuss mit Knicksenkfuss nun zum ersten mal bei der kinderorthopädin in Aschau. Die wollte erst mal alle Diagnosen hören bevor sie alina angeschaut hat. Als sie gehört hat, dass sie ne Hirnblutung und ne PVL hat meinte sie nur leise: ahhhjaaa.....
Dann hat sie alina angeschaut und dann meinte sie: man sieht, dass da Cerebral ein bissel was im Spiel ist, aber für die Diagnosen die ich ihr genannt habe ist die Ausprägung fast nix. Das ist so ein super klinisches Bild, das hätte sie nicht gedacht.
Sie meinte noch: da haben sie eine super Physiotherapeutin, die hat das mit dem vojta Klasse gemacht, gucken sie, dass sie da auf alle fälle weiterhin bleiben!
Also ich will nicht wissen, wo wir heute ohne vojta wären. Und ich werd auch sicher nicht damit aufhören, bevor nicht alle einstimmig der Meinung sind, dass es nicht mehr gebraucht wird...
LG _________________ Bianca mit Patrice (2004, Gesund) und Alina (02.2009, Frühchen 29+0, Hirnblutung, PVL, starke Weitsichtigkeit (seit Juli 10 mit heißgeliebter Brille), Knicksenkfüße bds, wohl als leichtes symptom einer ICP? Seit September 2011 Ringorthesen von pohlig. restliche körperliche und geistige Entwicklung sind altersgemäß
Danke schön für Eure Meinungen!
Das Vojta viel für und wieder hat, weiss ich ja hier aus dem Forum, ich glaub, das muss echt jeder für sich entscheiden.
Wir werden nach Abarbeitung des aktuellen Rezeptes auf jeden Fall mal 2,3 Monate pausieren, dann sehe ich ja, ob sich was zum negativen ändert, das irreperabel was kaputt geht glaube und hoffe ich mal nicht...
Tja und die Orthesen- ich weiss es einfach nicht, vielleicht lasse ich die auch mal 8 Wochen weg,wenn wir die Einlagen bekommen haben (das wrude gestern gleich vermessen und werden zugeschickt), und dann sehen wir weiter.
Ich will halt nichts falsch machen/Versäumen, aber klar, die Entscheidungen kann einem niemand abnehmen.
danke nochmal! _________________ Claudia mit Sohn(12/04)(geb. 32. SSW) mit spastischer Diparese, hat Ringorthesen, frühkindler Autismus und 2. Sohn (01/08)., gesunder Trotzkopf
Tja und die Orthesen- ich weiss es einfach nicht, vielleicht lasse ich die auch mal 8 Wochen weg,
Hallo Claudinchen,
ich kann verstehen, wenn Du nun verunsichert bist. Aber ich würde Dir nun zu bedenken geben, dass Du mit den Orthesen Fortschritte erzielt hast. Und dieser Erfolg soll ja gehalten werden. Es wäre doch schade, wenn es Rückschritte gibt. 8 Wochen sind lang. Die Ringorthesen halten den Fuss tagsüber in der richtigen Stellung. Bei Rückschritt wäre die Folge, dass die für nachts wieder am Tag getragen werden müssen. Ringorthesen helfen nur, wenn der Fuss bereits korigiert ist. Und eigentlich sind die doch nicht so schlimm.
Ich würde sagen, Du musst Dich für einen Arzt entscheiden. Ich weiss nicht, ob nun die Einlagen wirklich das richtige sind. Persönlich würde ich Ringorthesen den Vorzug geben. Aus Erfahrung (10 Jahre tgl.)sage ich Dir, eine Verschlechterung kommt dadurch nicht zu Stande. _________________ Viele Grüße Esthe
mit Tochter, 16 Jahre, spastische Diparese, Infantile Cerebralparese
Eine kränkende Wahrheit ist mehr wert als eine reizende Schmeichelei
Johann Heinrich Pestalozzí
Hallo Estephania,
danke für Deine Antwort. Du hast das System offensichtlich besser verstanden als ich, daher möchte ich nochmal nachhaken...
Ich sehe ja eigendlich keine deutlichen Verbsserungen mit den Ringorthesen. Frederik stolpert und fällt viel und hinkt auf der spastischen, rechten Seite.
Das einzige was besser wurde, war der Spitzfuss mit der Unterschenkelorthese.
Meine Frage wäre, ob ich mit den Ringorthesen diese Spitzfussbildung auch weiterhin unterdrücke/gegenarbeite?
Ich dachte nämlich bisher, das wird allein durch die nächtliche Unterschenkelorthese erreicht.
Du siehst, mir ist die Wirkungsweise der Ringorthesen nicht wirklcih klar und das ist das einzig negative an Pohlig- da geht immer alls hopplahopp, die erkären kurz und weg sind sie schon wieder für Nachfragen hab ich da nie Zeit ...
würde mich also über eine Antwort sehr freuen,
danke! _________________ Claudia mit Sohn(12/04)(geb. 32. SSW) mit spastischer Diparese, hat Ringorthesen, frühkindler Autismus und 2. Sohn (01/08)., gesunder Trotzkopf
Na, wenn du die Ringorthesen weg lasst, dann wird der fuss nicht mehr richtig gehalten. Dann rutscht der Thalus ab und die Füße können sich verformen, und zwar zum schlechten, weil die Knochen auch noch weich sind. Grade tagsüber wenn dein Sohn drauf steht und läuft, dann wird der Knochen doch am meisten belastet. Und grade da musst du ihn stützen..
Und nein, wenn du vojta drei Monate weglässt merkst du nicht sofort irgend eine Verschlechterung. Du verschenkst nur einfach wertvolle zeit in der die Verknüpfungen im Hirn nicht geknüpft werden...
LG
Bianca _________________ Bianca mit Patrice (2004, Gesund) und Alina (02.2009, Frühchen 29+0, Hirnblutung, PVL, starke Weitsichtigkeit (seit Juli 10 mit heißgeliebter Brille), Knicksenkfüße bds, wohl als leichtes symptom einer ICP? Seit September 2011 Ringorthesen von pohlig. restliche körperliche und geistige Entwicklung sind altersgemäß
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