Verfasst am: 01.09.2011, 23:25 Titel: Für und wider - Gedanken zum Wohnheim/Internat
Hallo,
weiß garnicht wo ich anfangen soll, derzeit fühle ich mich als Rabenmutter für meine Gedanken, es tut schon beim schreiben so weh.
Unser allen Gedanke liegt daran Lucas über die Woche ins Wohnheim/ Internat zu geben, weil ich aufs Zahnfleisch laufe mein Menne nur noch schlechte Laune hat und wenn die kleene sagt Mama Und Papa zankt Euch doch nicht habt euch doch wieder Lieb.
aber mich mit den Gedanken zu befassen kommen mir immer wieder die Tränen, es ist doch mein Sohnemann wie kannst du nur, hab es doch so super alles gepackt .
Hast seit einem Jahr wieder Arbeit ( wobei ich sagen muß wollte alles nach 3 Monaten hinschmeißen), Oma unterstützt Dich, läuft doch alles, aber ich kann nicht mehr und wir alle leiden massiv darunter
so muß erstmal aufhöhren und mich beruhigen gehen
Es mußte mal raus
Gruß ivonne _________________ Lucas-Kevin 10 Jahre, frükindlicher autismus,
links Gehörlos, rechts normal, entwicklungsverzögert,absencen Epilepsie und Patrick 16 jahre ADHS, Leonie geb. am 14.12.2007
ich drücke dich mal ganz doll ,hoffe ist okay und das Kraftpaket ist per
DHL raus * Knuddel * .
Nein ,du bist keine Rabenmutter !!!!
Ich bin Mama von 4 Frühchen aber das Kind einer Freundin es ist 4 Jahre
hat das Kanner Syndrom und auch Ihr fällt es schwer . Generell,
egal welche Krankheit du bist nicht allein .
Wir haben alle Sorgen und dein Bauchgefühl wird dir den Weg weisen .
Wohnheim oder Internat ist für mich nichts schlimmes .
1000 Knuddler Ronja _________________ Nur wenige Menschen sind wirklich lebendig und die, die es sind, sterben nie.
Es zählt nicht, dass sie nicht mehr da sind.
Niemand, den man wirklich liebt, ist jemals tot.
Ernest Hemingway
Hallo Ivonne, für mich wäre ein Internat die letzte Möglichkeit, aber wenn es notwendig wäre, dann würde ich auch diesen Weg gehen.
Erst mal musst du sehen, was evtl zu Hause verkehrt läuft und vlt verändert werden kann. Hilft dir dein Mann beim Alltag? Woher rührt die schlechte Laune? Redet miteinander! Sucht gemeinsam Wege und Lösungen! Vlr hilft eine Familienberatung, Familienhelfer?
Warum wolltest du den Job schmeißen? Gefällt es dir dort nicht oder schaffst du die Doppelbelastung nicht? Wenn es dir dort nicht gefällt, dann schau dich nach was anderem um . Wenn es dir zuviel wird, dann reduziere vlt die Arbeitszeit.
Ich wünsche dir viel Kraft und die richtigen Entscheidungen!
Gruß Kerstin _________________ Kerstin mit Markus(*97), Hydrocephalus mit schwerem Verlauf und Epilepsie und Philipp (*93) 28SSW NEK, jetzt Kurzdarmsyndrom,Nierenproblematik
Ein behindertes Kind ist wie ein krummer Baum - du kannst ihn nicht gerade biegen, aber du kannst ihm helfen, Früchte zu tragen.
Verfasst am: 02.09.2011, 07:59 Titel: Re: Für und wider - Gedanken zum Wohnheim/Internat
ivonne bollensdorf hat folgendes geschrieben:
aber mich mit den Gedanken zu befassen kommen mir immer wieder die Tränen,
Ivonne,
sei lieb gegrüßt und fühl Dich umarmt,
ich kann Dir nur aus eigener Erfahrung sagen - meinen Sohn gab ich als alleinerziehende Mutter mit 8 Jahren ins Internat und heute lebt er in einer Heimeinrichtung. Er ist ziemlich jedes Wochenende bei mir und in den Ferien beim Papa, sodass er sehr oft nicht in der Einrichtung ist und es sich einwenig die Waage hält,
aber - die Tränen sind völlig normal,
eine Rabenmutter bist Du keineswegs - das darfst Du glauben.
Ich hatte genau solche Gedanken und Tränen wie Du auch weil ich es schrecklich fand doch meinen Sohn abzugeben - nicht weil ich es nicht unbedingt schaffe,
aber ich musste uns doch auch ernähren, arbeiten gehen und beides zusammen ging nicht.
Ich leide heute noch ganz oft in stillen Stunden darunter dass Jonathan in einer Heimeinrichtung ist und bin auch längst nicht losgelöst - will mich dort einbringen wo es nur geht und will genau wissen was alles abgeht in Schule und Wohnheim.
Die Wochenenden an denen ich Jonathan wegen "eigenem Vergnügen" doch mal in der Einrichtung lasse sind begleitet von Schuldgefühlen ob ich das dem heute 14-jährigen Jungen zumuten darf.
Da kommen immer Gedanken hoch, was der Junge denkt dass ich ihn dahin gegeben habe, ob er sich nun einsam fühlt und was es seiner Psyche ausmacht dass Mama ihn nicht holt.
Er kann Vieles nicht erfassen, auch nicht weshalb ich ihn dann nicht abhole - er weiß nur er wird nich abgeholt.
Alleine ist er dann auch nicht dort, es werden kaum Kinder so oft abgeholt wie Jonathan - somit ist für ihn schon Abwechslung geboten.
Das weiß ich auch alles vom Verstand her - und doch nach 6 Jahren spielt das Gefühl immer noch ein böses Spiel hin und wieder mit mir.
Wir sind Mütter - besorgte Mütter, wollen dass es den Kindern einfach gut geht und können es schwer glauben und verkraften dass es ihnen auch dann gut geht wenn wir nicht ständig um sie herum sind.
Aber bei all den Schuldgefühlen,
muss ich auch ganz klar sagen - es hätte keine bessere Entscheidung geben können für die Fortentwicklung meines Sohnes; soviel wie er im Internat und jetzt in der Wohngruppe gelernt hat, vorallem auch im sozialen Verhalten - ich weiß nicht ob er das bei mir alles so daheim hätte lernen können, weil mir schlichtweg die Möglichkeiten fehlen und natürliche Grenzen gesetzt sind.
Deine Gedanken sind völlig normal,
und es wird der Zeitpunkt kommen wo Du dann auch den Weg gehst auch wenn es schwer wird - aber in der Auseinandersetzung mit der Frage kommt das immer wieder hoch und muss auch raus, ist ganz wichtig.
Ich wünsche Dir eine gute Entscheidung,
lass es langsam angehen, schau Dir Einrichtungen an, lass die Tränen fließen, höre auf Deinen Bauch und such Dir das aus was Du denkst dass es für Dein Kind wirklich okay ist und womit Du Dich dann auch arrangieren kannst, trotz immer wiederkehrenden Tränen.
Alles Gute - liebe Grüße - Isolde _________________ „Nicht der Beginn wird belohnt, sondern einzig und allein das Durchhalten“ - Katharina von Siena "Einen Anfang zu machen ist das Geheimnis von weiterkommen" - chin. Weisheit
Auch ich kann Dich verstehen. Wir mussten diesen Schritt Anfang 2005 gehen.
Heute muss ich sagen, dass es die allerbeste Entscheidung war, die wir treffen konnten, auch wenn es mir damals unendlich schwer fiel, mein einziges Kind in andere Hände zu geben.
Ich wünsche Dir ganz viel Mut und Kraft, dass Du die richtige Entscheidung treffen kannst. Lass Dich dabei bitte nicht von anderen beeinflussen, von wegen Kind abschieben und so, es geht um die Chancen Deines Kindes, um Dich selbst und Eure Familie und nicht um das, was andere denken.
Liebe Grüße
Annette _________________ Annette *16.08.67, u.a. chronische Neuroborreliose, chronische Depression, EM-Rentnerin, GdB 50, mit Ulrich, *27.07.92, Asperger-Autismus, GdB 80, H, B, G; er lebt in WG der Mansfeld-Löbbecke-Stiftung in Braunschweig
ich habe dir eine PN geschrieben.
LG Ina _________________ Dana geb.1994, HFA- Autistin, Sehbehindert 20% Sehkraft mit imlant. Kunstlisen bds),kombinierte beidseitige Schwerhörigkeit (auf einem Ohr taub)
Mara geb.1997, Aortaerweiterung d. Herzklappenfehlbildung, ADHS
kennt jemand die Schule in Fürstenwalde habe dort gestern angerufen (schweren Herzens) und auch sofort einen Termin bekommen die möglichkeit einer Unterbringung besteht dort auch.
Sobald ich den Höhrer in der Hand hatte wollte ich schon wieder auflegen aber....
naja bin gespannt über eure Antworten
und Danke für euren Zuspruch so weiß man das man mit dem Problem nicht alleine dasteht
LG Ivonne _________________ Lucas-Kevin 10 Jahre, frükindlicher autismus,
links Gehörlos, rechts normal, entwicklungsverzögert,absencen Epilepsie und Patrick 16 jahre ADHS, Leonie geb. am 14.12.2007
bei uns ist es nächsten Montag soweit, Amelie ist dann von Mo bis Fr im Internat.
Ich schwanke zwischen Trauer und Erleichterung, bin aber absolut überzeugt, dass es für die "Restfamilie" der beste Schritt ist. Der Schritt wird nicht leichter, wenn man länger wartet.
Im Übrigen gibt es auch immer die Möglichkeit, die Entscheidung umzukehren, wenn man merkt, dass es nicht der richtige Weg war - daher: probiert es aus.
Liebe Grüße
Britta _________________ Amelie (*05), hypoxischer Hirnschaden durch near-missed SIDS, Z. n. BNS-Epilepsie, Button, Tetraspastik, cerebral blind, Hüftluxation
ich kann nur sagen, dass mir das Internat sehr gut getan hat und ich meinen Eltern sehr dankbar für den Schritt bin.
Ich war damals 7 bzw. knapp 8 Jahre alt. Es hat mich in der Entwicklung weit nach vorne gebracht, vor allem sozial.
Das Verhältnis zu meinen Eltern hat darunter in keiner Weise gelitten. Gebe auch nähere Infos, gerne auch per PN. _________________ LG Jaqueline
ICP - spast. Tetraparese, Kyphose
Freund: GM-Epilepsie (VNS-Träger)
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