Verfasst am: 30.08.2011, 16:11 Titel: Fliegen mit behindertem Kind?
Hallo,
leider muß ich mal wieder etwas Fragen.
Ich möchte mit Kindern in den Urlaub fliegen. Was muß ich da beachten? Geht das überhaupt mit einem schwerstmehrfachbehindertem Kind? Brauch man dafür einen speziellen Sitz? Wir haben den Recaro Monza. Kostet das mehr für den behinderten als für gesunde Menschen? Und wo kann ich zb all diese Fragen mal stellen bzw einen Flug buchen?
Bin über jeden Tipp dankbar.
LG Rouven
Für solche Fragne ist doch so ein Forum da! Wir sind dieses Jahr auch mit unserem Sohn zum erstenmal geflogen. Leo ist jedoch körperlich nicht so hochgradig behindert, dass er einen speziellen Sitz braucht (zum Glück). Ich hatte das jedoch bei der Buchung gleich mit angegeben, dass er behindert ist. Ich würde an deiner Stelle einfach die Fluggesellschaft kontaktieren bzw. falls du in einem Reisebüro buchst, dort alles abklären. Und teurer darf das auf keine Fall sein. Im Gegenteil! Bei manchen Fluggesellschaften fliegen behinderte Menschen mit bestimmten Merkzeichen im Ausweis sogar kostenlos (manchmal sogar inkl. Begleitperson bei Merkzeichen H). Oft sind das nur innerdeutsch Flüge, bei manchen Fluggesellschaften aber auch Flüge ins Ausland.
wir sind mit der Anne geflogen, wir hatten den Carrot dabei im Flugzeug....
bei der Fluggesellschaft meldet man die Hilfsmittel an
(die Grösse und das Gewicht)
lg
rosa _________________ Rosa(1966)mit Anne(11.2000) Mikrocephalie, Epilepsie, Skoliose eine glückliche Maus seit 7.07 PEG
und Laura(6. 2003) gesund
Bin letzte Woche mit Jessy geflogen. Da wir keinen Autositz mehr haben (Jessy wird in einem angepassten Rolli im Auto transportiert) und unser alter Kindersitz nie die Flugzeug-Zulassung hatte..., fliegen wir seit Jahren allein mit "Polstermaterial". Uns reicht meist eine sehr große Stillschlange oder eine eng, zu einer Rolle gewickelte 2,20m Bettdecke (auf den Fotos das orangene Teil ). Weil ich das aber selber immer kaum glaube, schleppe ich meist noch eine Decke und weitere kleine Kissen mit - nicht nötig, aber durchaus bequem
Mit diesen "Hilfsmittel" kann ich Jessy in den engen Sitzen (sie MUSS am Fenster sitzen, da das bei den Fluggesellschaften Vorschrift ist und darf weder in der 1. Reihe noch an einem Notausgang sitzen) super stabilisieren und aufrichten. Dazu lege ich die Schlange mittig in den Sitz, so dass Jessy auf der Sitzfläche weiter nach vorne rutscht und leicht schräg an der Rückenlehne anliegt. Als nächstes schließe ich den Gurt. Dann schlinge ich die Rolle um sie und stabilisiere so den Rumpf. Die Kopfkontrolle übernehme ich
Außerdem hatte ich bislang immer Glück, dass die Flüge nicht ausgebucht waren und wir eine 3er-Reihe zu zweit nutzen konnten. Sobald dann die Anschnallzeichen erloschen sind, lege ich Jessy hin und schnalle sie mit dem Gurt des mittleren Sitzes wieder an
So hält Jessy Flüge richtig lang aus Ich kann wickeln, sondieren... - für uns die bequemste Art zu reisen
Zumal wir inzwischen als WHC (WheelChairPerson mit Begleitperson) jede Menge "Personal" an die Seite gestellt bekommen, die uns VIP-mäßig an Bord begleiten, Kind oder Lagerungsmittel tragen, den bis an die Türe/ Treppe mitgenommenen Rehawagen noch schnell verstauen und am Zielflughafen wieder hervorzaubern... - nur je nach Flughafen muss man etwas geduldig sein, da die fleißigen Helfer nicht immer gleich parat stehen und man "alleine" aus Versicherungsgründen eigentlich gar nix mehr darf
Wir genießen es wirklich - schaut selbst
liegend
sitzend
_________________ Ursula(71 - Kinderkrankenschw.), Gerhard(73), 3 Pflegekinder Tim(2001) und Kevin(2003) leibliche Brüder und mit hohem Bedarf an Aufmerksamkeit, Jessy(11/2002)- ICP, Tetraspastik, muskuläre Dystonie, kaum Kopf-/Rumpf-Kontrolle, sehbeh., PEG-versorgt, bds. luxierte Hüften, starke Skoliose -> Liegekind und unser Goldschatz!!!
Ohh Ursula das mit den Bildern ist super. Ich hatte so gar keine vorstellung aber dann scheint das gar nicht so ein großes Problem zu sein wie ich dachte vielen dank dann werde ich mich mal auf die suche nach einem Reisbüro machen und dort alles weitere fragen. LG Rouven
Hallo,
ich muß wieder etwas fragen.. Heute habe ich mal bei der Lufthansa und im Reisebüro wegen Flügen gefragt aber die Preise haben mich umgehauen..Lufthansa nimmt für Hin und Rückflug für einen Erwachsenen und 2 Kinder davon eins schwerstbehindert knapp 800 Euro für alle. Das Lohnt sich nicht für uns, wollen ja nur von Freitag bis Sonntag bleiben und da würden dann ja uch noch die Bahnkosten vom Flughafen zum Ort dazukommen da liege ich dann bei über 1000 Euro. Und Swiss Air nimmt knapp 700 Euro wo ja auch noch Bahn zukommt. Wenn die alle keinen Behindertenrabatt mehr anbieten warum kann man dann nicht mit so einem "Billigflug" fliegen? Ich bin gerade sooooo enttäuscht. Ich wollte eigentlich nicht wieder mit dem Auto fahren,weil die Fahrt alleine so anstrengend ist . Das hiesige Reisebüro konnte mir leider null weiterhelfen, wo kann ich mich denn noch erkundigen? Heute ist so ein tag da nervt mich dieses ganze geplane wegen der behinderung, nie kann man mal einfach etwas machen wie mit gesunden Kindern, einfach los ohne zig Sachen bedenken und regeln und nachfragen zu müssen. Also, hat jemand ein paar aufmunterte Worte oder Tipps für mich? Lieben Dank Rouven
Bei Flügen ist aber auch so, dass man an "beliebten" langen Wochenenden früh buchen muss. Das hat mit Behinderung nichts zu tun! Solltest Du etwas für das erste Oktober-WE planen, bist du viel zu spät dran, um günstige Flüge zu bekommen
sind öfter nach Kärnten zur Familie mit Air Berlin oder Tui geflogen.
Um Günstige Flüge zu bekommen sollten man wirklich 12 - 6 Monate im Vorfeld schauen.
Ich weiß, dass ist nicht sehr spontan aber leider so.
Immer bei der jeweiligen Fluggesellschaft anrufen und ankündigen das ihr Hilfe benötigt, habe das beim letzten mal nicht gemacht und hatte echt stress.
Liebe Grüße Michaela _________________ Michaela *80, Manuel *80 und Lucas *2006, fraglicher Impfschaden, Mehrfachbehindert aber immer ein charmantes Lächeln und ein echter Löwe
Warum kein "Billigflieger" - außer aus Umweltschutz und "ethischen" Gründen?
Da unsere Verbindungen oft gar nicht von den "großen" Anbietern geflogen werden, sind wir bislang meist mit GermanWings, Air Berlin oder auch RyanAir geflogen - kann da keinen wirklichen Unterschied zu den "Großen" erkennen. Vorallem nicht im Umgang mit einem behinderten Kind!
Allerdings bin ich immer nur mit EINEM Kind geflogen, da es selbst mit meinen recht selbstständigen Buben kein "0-8-15" Unternehmen ist! Und ich würde die Jungs nur ungern in einer anderen Reihe ohne einen Erwachsenen sitzen haben, nur damit Jessy und ich ausreichend Platz finden
Wir sind also immer entweder ich und Jessy oder mit 2-4 Erwachsenen (Eltern/ Großeltern) und allen Kids geflogen
Von wo nach wo wollt Ihr denn?
Grüßle
Ursula _________________ Ursula(71 - Kinderkrankenschw.), Gerhard(73), 3 Pflegekinder Tim(2001) und Kevin(2003) leibliche Brüder und mit hohem Bedarf an Aufmerksamkeit, Jessy(11/2002)- ICP, Tetraspastik, muskuläre Dystonie, kaum Kopf-/Rumpf-Kontrolle, sehbeh., PEG-versorgt, bds. luxierte Hüften, starke Skoliose -> Liegekind und unser Goldschatz!!!
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