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Entwicklungsverzögerung, schlechter IQ, MRT?
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Amrei V.
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BeitragVerfasst am: 26.08.2011, 13:16    Titel: Entwicklungsverzögerung, schlechter IQ, MRT? Antworten mit Zitat

Hallo zusammen,

wir kommen gerade mal wieder vom SPZ. Emil ist einem Entwicklungstest (Griffiths) unterzogen worden. Mein Eindruck war eher positiv, er hat das meiste zumindest ansatzweise gekonnt, aber wahrscheinlich hat der Arzt die "Latte eher niedrig gehängt", denn heraus kam leider eine Entwicklungsverzögerung von nunmehr 7 Monaten, sprachlich sogar noch mehr. Damit ist die Schere also leider weiter auseinandergegangen, da ihm mit 13 Monaten eine Verzögerung von 4 bis 6 Monaten attestiert worden war. Er hat jetzt einen EQ von 70 (tatsächliches Alter 22 Monate, Entwicklungsalter 15 Monate). Was bedeutet das???

Angeblich ist ja nichts in Stein gemeisselt, aber die Ärztin sprach jetzt nicht mehr davon, dass es sich wohl noch auswachsen könnte. Ich bin ganz schön down. All die kleinen Fortschritte, über die wir uns gefreut haben und die wir als positive Zeichen dafür gedeutet haben, dass sich bei ihm vielleicht doch noch alles normalisiert.

Jetzt stehen wir vor der Entscheidung, ob wir das ganze diagnostische Programm (MRT, Humangenetik etc. ) abspulen möchten.
Aber was bringt das? -außer einem Erkenntnisgewinn für uns Eltern?

Wie seht ihr das? Was sind eure Erfahrungen mit Entwicklungstests? Gibt es Statistiken, wie übertragbar das ganze ist auf später?
Wie steht ihr zum Thema MRT?

Danke und Viele Grüße,
Amrei

_________________
Emil *10/2009: globale Entwicklungsverzögerung ohne Diagnose, muskuläre Hypotonie, keine Sprache
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Ullaskids
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BeitragVerfasst am: 26.08.2011, 13:55    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo,
meine Tochter hatte schon mehrere MRTs. Die werden ja mit Sedierung gemacht - also noch nicht mal mit Narkose.
Ich wüsste nichts,was dagegen spricht (ein Baby ist er ja nun auch nicht mehr) - _dafür_ spricht doch sicher, wenn man weiß, was die Ursache der Probleme ist, kann man vielleicht gezielter fördern oder im schlechtesten Fall auch nur die eigenen Erwartungen an das, was reell möglich ist, anpassen.
Auch die Humangenetik "kostet" ja nicht viel - das ist lediglich eine Blutabnahme.

_________________
Viele Grüße,
Ulla mit A. (*09/2004) Unbekannte Grunderkrankung mit therapierefraktärer Epilepsie (früher BNS, seit 12/07 Lennox-Gastaut-Syndrom) und schwerster Entwicklungsverzögerung
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Jutta N.-S.
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BeitragVerfasst am: 26.08.2011, 14:16    Titel: Antworten mit Zitat

Liebe Amrei,

ich versuche mal einen Anfang der Erklärungen, vielleicht können andere ergänzen. Aus meinem Psychologiestudium kann ich paar Dinge verdeutlichen:
Zuerst einmal kann man sagen, dass die Entwicklungsverzögerung immer relativ zum Alter gesehen werden muss. Grob gesagt eine Verzögerung von 2 Jahren ist im Alter von vier (Entwicklung wäre auf dem Stand eines zweijährigen) gravierender als im Alter von vierzehn (Entwicklung wäre auf dem Stand eines zwölfjährigen).
Wenn Du das bei Emil in Betracht ziehst, ist er in absoluten Zahlen (7 Mon.) gesehen weiter im Rückstand, jedoch nicht relativ zu seinem Alter betrachtet. Hätte er sich genauso weiter entwickelt wie am Anfang, wäre er jetzt mit 22 Monaten auf dem Entwicklungsstand eines gut 10 monatigen Kindes. Er steht aber bei 15 Monaten!
Nun zum IO (Intelligenzquotienten):
Auch hier kann man nur sagen, dass bei diesem Test ein Wert von 70 ermittelt wurde, d.h. bei einem anderen Test könnte etwas anderes herauskommen. Dieser Wert ist nie in Stein gemeiselt, denn statistisch gesehen liegt Emil mit 95%iger Sicherheit in einem gewissen Beereich um den Wert 70 herum beim Griffith-Test.
Bei einem so jungen Kind ist die Testung gar nicht so einfach, denn außer auf Fähigkeiten kommt es sehr auf Motivation, Ablenkung, Müdigkeit, Aufgelegtsein etc. an. Das Ergebnis kann sehr schnell ungenau werden.
Weitere Diagnostik wäre vielleicht schon sinnvoll, weil man gezielt fördern könnte. Ihr müsst für Euch entscheiden, wie viel Unruhe Ihr Euch gerade zumuten wollt. Die Frage ist ja auch, wie eilig es sein muss.
Noch ein paar Worte zu Statistiken:
Dabei werden viele Werte gemittelt, d.h. der Durchschnitt berechnet. Dieser Mittelwert ist eine gute Schätzung für das, was sein kann. Es gibt jedoch immer wieder "Ausreisser" nach unten oder oben, d.h. manche Kinder entwickeln sich sehr viel besser als der Durchschnitt, manche schlechter, ein Großteil um den Mittelwert herum. Ein gutes Beispiel ist die Klimaerwärmung. Diesen Sommer (von Juli bis Mitte August) konnten man kaum daran glauben, denn zumindest bei uns im Stuttgarter Raum war es z.T. lausig kalt. Statistisch gesehen ist sie jedoch festzustellen, es ist im Mittel über das Jahr ...°C wärmer als vor 100 Jahren. Und trotzdem wird es Winter mit viel Schnee geben und lausige Sommer, nur im Mittel erwärmt sich unser Klima doch.
Fazit: Alle Eure Anstrengungen und Bemühungen zahlen sich au, denn Emil entwickelt sich. Freut Euch an den Fortschritten, denn das überträgt sich auf den Kleinen, macht ihn stolz und motiviert ihn zu Neuem. Viele hier haben den Statistiken schon in Schnippchen geschlagen.
Nun hoffe ich, dass ich mich einigermaßen verständlich ausgedrückt habe.
Grüße auch an Emil
Jutta
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Sandra14
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BeitragVerfasst am: 26.08.2011, 14:40    Titel: Antworten mit Zitat

Huhu

also wir könne auch was dazu sagen Alina hat diesen Test auch gemacht sie ist ja schon älter als euer Emil 5 Jahre und 6 Monate alt. Sie hat eine q von 66 ,sie haben uns auch im SPZ gesagt dass es eine leichte Behinderung ist im Gehirn also Lehrnwäche wir sollen noch mal wieder kommen um dann zu sehn was passiert ist.

Grüsse

Sandra

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Sandra( 79) McD seid Geburt , Carsten ( 76) gesund, Alina Sofie ( 06) der PH Wert bei der Geburt 7,18 . Hyptohn links , Spreisenkfuss . Entwicklungsverzögert , Sprache ist auch verzögert, Feinmotorik , Ausdauer Konzentration und Wahrnehmung ist nicht da. Iq 66. GB 50%. Jetzt schon eine Lernschwäche festgestellt .
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Amrei V.
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BeitragVerfasst am: 26.08.2011, 14:44    Titel: Antworten mit Zitat

Danke euch beiden für die aufmunternden Worte. Stimmt, Jutta, du hast recht, wenn man das relativ zum Alter betrachtet, ist es nicht so dramatisch. Fürchte allerdings, dass Emil jetzt wirklich in einen Bereich kommt, aus dem er nicht mehr so einfach aufholen kann.
Wir werden uns wohl tatsächlich für ein MRT entscheiden. Jetzt machen wir erstmal das Heidelberger Elterntraining. (Emil spricht nämlich noch kein Wort, nicht mal Mama oder Papa).
Es ist schon immer ziemlich aufwühlend, diese SPZ-Besuche. Geht euch das auch so? Je weiter der jeweilige Besuch zurückliegt, desto optimistischer werden wir angesichts jedes kleinen Fortschritts und hoffen dann immer, dass die Ärztin vielleicht unsere Ansicht teilen wird. Aber nein, das SPZ holt einen dann wieder auf den Boden der Tatsachen zurück und präsentiert einem all das, was in der Entwicklung noch fehlt. Klar fällt einem auch auf, dass die anderen Kinder weiter sind. Aber ich will es nicht wahrhaben und glaube trotz allem an mein Kind. Gar nicht so leicht.

Liebe Grüße,
Amrei

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Emil *10/2009: globale Entwicklungsverzögerung ohne Diagnose, muskuläre Hypotonie, keine Sprache
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Sandra14
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BeitragVerfasst am: 26.08.2011, 15:04    Titel: Antworten mit Zitat

Ja dass kennen wir auch mein Mann geht da auch gar nicht Gere hin ,weil bei uns ist dass immer so mein Mann versucht Alina zu betärken was sie alles kann und dann sagen sie nein wir sind die Leute vom Fach und dass hat Alina jetzt und wir haben ja keine Ahnung Crying or Very sad Ich möchte es den beweisen nächtes Jahr dass da mehr rauskommt . Cool

Grüsse
Sandra

Ps: Bitte schön wenn man helfen kann.

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Sandra( 79) McD seid Geburt , Carsten ( 76) gesund, Alina Sofie ( 06) der PH Wert bei der Geburt 7,18 . Hyptohn links , Spreisenkfuss . Entwicklungsverzögert , Sprache ist auch verzögert, Feinmotorik , Ausdauer Konzentration und Wahrnehmung ist nicht da. Iq 66. GB 50%. Jetzt schon eine Lernschwäche festgestellt .
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Petra Patriarca
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BeitragVerfasst am: 26.08.2011, 15:56    Titel: Antworten mit Zitat

Hall Amrei,

ich hab dir schon mal geschrieben, weil ich fand, dass dein Sohn viele Ähnlichkeiten mit meinem hat.
Auch mein Sohn wurde schon recht früh getestet (27 Mon) und das Ergebnis war ganz ähnlich, auch IQ 70 auch bei späteren Tests wurde dies Ergebnis bestätigt, bzw. verbesserte sich nur geringfügig.
Ein Hauptgrund für seine schlechten Ergebnisse , sind sicher seine rezept. Sprachstörung in Kombination mit seiner Dyspraxie gewesen (meine pers. Meinung).
Trotzdem ist er kein so schlechter Schüler geworden , wie prognostiziert. Er hat die 5.Kl. der Sprachheilschule (Hauptschulstoff) mit einem Notenschnitt von 2,55 geschafft.
In Anbetracht seiner "Voraussetzungen", halte ich das für eine große Leistung. Wenn du noch mehr über seine Therapien, seine Schule etc. wissen willst kannst du gerne nachfragen.

Liebe Grüße Petra
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Kerstin001
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BeitragVerfasst am: 26.08.2011, 20:14    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo amrei

Hannah ist auch entwicklungsverzögert und wir haben, da es keinen ersichtlichen Grund gab, erst einmal ein EEG machen lassen. Das Ergebnis war weniger gut und so haben wir auch ein MRT machen lassen. Sie hat eine Balkenagenesie. Ich persönlich finde es wichtig, das man weis was die Ursache ist und das man ganz gezielt was machen kann. Wir haben seit fast einem Jahr KG, frühförderung und Logopädie und sie hat sich bis jetzt prima entwickelt.
Hannah spricht übrigens auch noch nicht ein Wort, gerade erst plappert sie wie ein Baby von ca. 9 Monaten Sad und war sehr hypoton, das hat sich schon sehr gut gebessert
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Amrei V.
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Beiträge: 37

BeitragVerfasst am: 28.08.2011, 06:27    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Petra,

ja, ich erinnere mich, dass du mir schon mal geschrieben hast und das war bisher tatsächlich für mich auch der größte Aha-Effekt hinsichtlich dessen, was Emil haben könnte. Damals hatten wir uns ja noch über Autismus ganz viele Gedanken gemacht. Bin zwar immer noch nicht so ganz davon überzeugt, dass das Thema "autistische Züge" komplett vom Tisch ist, aber diverse Ärzte haben sich so entschieden dagegen ausgesprochen, dass wir keine weitere Testung angestrebt haben.

Aber was ich mich frage, ist woher diese Dyspraxie kommt. Und bei Emil ist es ja nicht nur das, er ist auch hypoton und in allen Bereichen verzögert.

Kannst du dich noch erinnern, wie dein Sohn in diesem jungen Alter war?

Wann fiel dir das mangelnde Sprachverständnis zum ersten mal auf? Dass ein Kind nicht spricht, ist ja sehr offensichtlich. Aber wie viel Sprachverständnis da ist, ist nicht immer so leicht festzustellen, finde ich. Das Kind entnimmt ja vieles dem Situations-Kontext, also Gesten usw. Wenn ich z.B. vor seinem Tripp-Trapp stehe und frage, ob er was essen möchte und dabei auf seinen Teller deute, dann wird er auch ohne SPrachverständnis auf seinen Tripp-Trapp klettern.
Weisst du, was ich meine? Mir ist es deshalb lange nicht so aufgefallen. Oft denkt man dann auch, na er hat wohl gerade keinen Bock, wenn er nicht reagiert....
Eine Sache, die mir auch auffällt, ist der Augenkontakt. Er schaut uns durchaus in die Augen, aber genau dann, wenn man sich ihm gegenüber setzt und etwas mit ihm üben möchte, dann schaut er hartnäckig an einem vorbei. Manchmal erhasche ich seinen Blick, indem ich mit den Fingern neben meinen Augen herumschnipse, aber dann guckt er schnell wieder weg. Es ist daher recht schwierig, ihm etwas zu zeigen. Es ist auch häufig so, dass er sich auch nicht auf die eigenen Hände schaut, wenn er etwas spielt. Oft guckt er nach oben, insbesondere, wenn er etwas kleines "fummeliges" ausprobiert. Als ob es für ihn zu anstrengend wäre.

Eine andere Sache, die mir auffällt, ist allgemein das Verwenden von Gegenständen, also auch das Spielverhalten. Z.B. auch beim Essen: Er isst nicht selbst mit dem Löffel. Er kann durchaus den Löffel zum Mund führen und er hat auch mittlerweile Interesse daran, den Löffel zu halten, aber er isst damit nicht, sondern fuhrwerkt wie wild in seinem Schälchen herum, verschmiert alles auf dem Tisch, verreibt es dann mit den Händen und vergisst darüber völlig, dass er Hunger hatte.

Ähnlich ist es im Sandkasten. Er nimmt zwar mittlerweile tatsächlich mal eine Schaufel in die Hand, aber nicht zum Schaufeln, sondern um damit irgendwo draufzuklopfen oder um den Sand wie wild zu bearbeiten. Also nicht zum Schaufeln. Lieber spielt er ohne Schaufel und bewegt den Sand mit den Händen. Das Gefühl des Sand-Spürens ist für ihn angenehm. So, wie es ihm gefällt, sein Essen mit den Händen zu spüren. Naja, ähnliche Übungen machen wir ja in der Ergo mit der sensorischen Integration. Ganz viel "Fühlen" und Sinne ansprechen.

Autos lässt er zwar fahren, aber nur wenn sie einen Mechanismus haben, der ihn interessiert. Also draufdrücken und brummen, zum Beispiel. Ich habe nicht das Gefühl, dass er erkennt, dass es ein ""Auto" ist, also die Relation zum echten Gegenstand herstellen könnte.

Puppen interessieren ihn nicht die Bohne.
Steckpuzzle und Formenwürfel klappt jetzt immer besser, kriegt er ab und zu schon ohne Hilfe hin. Stapelbecher geht ganz gut, aber ich muss den Turm stützen.

Wir sollen ihn jetzt mal einer Humangenetik vorstellen. Habt ihr damals auf bestimmte Syndrome testen lassen? Ich versuche ja immer mal selbst zu suchen, was es sein könnte, aber bei ihm ist äußerlich nichts auffälliges, außer vielleicht einer zunächst recht großen und jetzt noch leicht offenen Fontanelle. Daran zumindest kann man nichts festmachen.
Laut der Ärztin im SPZ schnitt Emil motorisch ja noch am besten ab (erste Schritte mit 21 Monaten und immer noch sehr instabil, er kann aber z.B. Leitern klettern). Sprache und Spielverhalten sah sie kritischer.

Eine genetische Ursache liegt wohl durchaus nahe, da bei Emil keine Startschwierigkeiten vorlagen, also seine Entwicklungsverzögerung nicht an irgendwelchen äußeren Einflüssen, wie Geburts- oder Schwangerschaftsschwierigkeiten festgemacht werden kann und auch keine Krankheiten vorlagen, aufgrund derer man eine Erklärung haben könnte. Die Verzögerung hat sich bei ihm einfach nach und nach deutlicher manifestiert.

Gibt es eventuell hier im Forum noch andere Kinder mit einer Sprachdyspraxie und ähnlichem Erscheinungsbild?

Kerstin, wie alt ist Hannah und wie weit ist sie in den anderen Bereichen entwickelt?

Nochmal eine ganz allgemeine Anmerkung: Ein EQ von 70 geht ja nach dem, was ich gelesen habe über eine bloße Lernschwäche deutlich hinaus. In dem Bereich spricht man doch schon von mittel- bis schwergradiger geistiger Retardierung! Das hat mich dann doch geschockt, aber ich sehe auch, dass das eventuell die Realität ist mit der wir uns anfinden müssen.


Nach so viel Text, erstmal Vielen Dank für eure Antworten und Liebe Grüße,
Amrei

_________________
Emil *10/2009: globale Entwicklungsverzögerung ohne Diagnose, muskuläre Hypotonie, keine Sprache
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Petra Patriarca
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BeitragVerfasst am: 28.08.2011, 09:26    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Amrei,

also mit einem IQ von 70 ist dein Sohn auf keinen Fall mittel bis schwer geistig retadiert .Hier mal die allg. gültige Tabelle :

Intelligenzminderung
(Weitergeleitet von Minderbegabung)
Klassifikation nach ICD-10
F70 Leichte Intelligenzminderung (IQ 50–69)
F71 Mittelgradige Intelligenzminderung (IQ 35–49)
F72 Schwere Intelligenzminderung (IQ 20–34)
F73 Schwerste Intelligenzminderung (IQ < 20)
F78 Andere Intelligenzminderung
F79 Nicht näher bezeichnete Intelligenzminderung
ICD-10 online (WHO-Version 2011)

Intelligenz ist definiert als die mit den kognitiven Möglichkeiten eines Menschen verbundenen geistigen Fähigkeiten in ihrer potentiellen und dynamischen Bedeutung. Der durchschnittliche IQ liegt bei 85–114. Im Bereich von 70–84 spricht man von einer Lernbehinderung oder auch Borderline-Intelligenz. Unter Intelligenzminderung oder Minderbegabung versteht man eine sich in der Entwicklung manifestierende, stehen gebliebene oder unvollständige Entwicklung der geistigen Fähigkeiten, mit besonderer Beeinträchtigung von Fertigkeiten, die zum Intelligenzniveau beitragen, wie zum Beispiel Kognition, Sprache, motorische und soziale Fähigkeiten.

So nun zum Sprachverständnis, mein Sohn konnte mir mit 3 Jahren die Frage : "Wie heißt du?", nicht beantworten, weil er sie nicht verstanden hat. Formulierte man das Ganze anders z.B. bist du Peter, kam sofort die Verbesserung , "nein, Fabian".

Und mein Sohn hat auch viele Auffälligkeiten gezeigt , die ins autistische Spektrum passen, aber er hat immer versucht nachzuahmen und aus Gesten "herausgelesen", was sein Gegenüber möchte und er ist sehr einfühlsam. Alle diese Eigenschaften ermöglichen ihm ein relativ normales Sozialverhalten , auch wenn er best. Eigenarten und Tics hat ( auch heute noch).

Er war als Baby sowohl hypoton , als auch hyperton, die KG meinte einmal im Grund sei er hypoton, um aber überhaupt Muskelspannung aufzubauen, fahre er diese zu stark "hoch" und sei dadurch so steif und ungelenk.
Als Baby fand ich, dass er unheimlich schwer zu tragen war, vom Rumpf und Kopf hing er oft wie ein "Schuck" Wasser an mir und seine Arme und Beine und der "obere" Rücken standen irgendwie steif und sperrig weg.

Augenkontakt konnte er schon halten , andererseits glitt sein Blick auch oft ab ins nirgendwo und er starrte einfach durch einen durch.

Beim stecken , nahm er öfter denn Mund zur Hilfe.
Autos spielen war auch nicht seins, da hat er dann nur an den Rädern gedreht, überhaupt war alles was sich drehte oder kreiselte faszinierend für ihn. Ebenso Feuer und Wasser.
Er suchte sich oft Lichtreize und glitt dann in eine andere Welt, bis zu einem gewissen Grad habe ich das auch zugelassen. Ich habe es aber auch immer wieder unterbrochen und er musste andere Dinge tun, erst danach durfte er wieder weitermachen.
Übrigens waren Puzzle und Formensteckspiele seine Stärke, das konnte er am besten.

So jetzt muss ich leider weg, aber ich melde mich nochmal wenn du willst.

Viele Grüße Petra
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