Verfasst am: 31.07.2011, 23:34 Titel: Pubertät und Behinderung
Hallo an alle,
bis jetzt war ich nur stille Mitleserin,
doch nun steht bei uns zu Hause alles Kopf und ich möchte darüber schreiben und hoffe auf Tip ,Ratschläge und Gleichgesinnte !
Kurz zu uns ....
mein großer Sohn ist 15 Jahre,motorische Entwicklungsverzögerung,Sehbehinderung,leichte geistige Beeinträchtigung und Epilepsie.
Dazu gehört der neunjährige Bruder,Mama 41 Jahre und der gleichaltrige Papa.
Bis vor 4 Wochen war die Welt noch in Ordnung.Unser Großer war ein zufriedener ,fröhlicher Jugendlicher...von einem Tag auf dem anderen haben wir ein depressives,ängstliches,schlecht gelauntes Kind ,dass zu nichts mehr Lust hat.
Begonnen hat es mit einem 6-stündigen Dauer-Drehschwindel.
Wir kennen solche Situation schon,denn so beginnen eigentlich seine epileptischen Anfälle.
Doch nichts folgte,nur der Schwindel,er wurde panisch,der Blutdruck war erschreckend hoch (160 zu 90 ).
Wir sind sofort zu unserem Krankenhaus ,um dieses neurologisch abklären zu lassen.
Zwei Tage Aufenthalt...EEG,EKG,Blutzucker ,Blutspiegel,ständiges Blutdruck messen,neurologische Untersuchung im Schwindelzustand....alles ohne Befund!!!
Wieder zu Hause geht es aber weiter...er horcht in sich rein...ständig meint er er bekommt Schwindel wird panisch,kaltschweißig,zittert und dann geht der Blutdruck wieder hoch.
Zuvor ist er aber im Keller.Legt er sich hin,ist es schnell wieder gut....aber immer hat er Angst und hat mehrmals am Tag diese ,ich sag jetzt mal Panikatakken!
Er liegt ständig auf der Lauer ist schlecht gelaunt,dann weint er ohne Grund und findet alles SCH.....
Ich erkenne meinen Sohn nicht wieder,er hat den Spaß an allem verloren und das macht mir Angst.
Sein Bruder ist auch schon ganz verschreckt und macht sich furchtbar Sorgen.
Unser ganzes Familienleben ist durcheinander...wir können nicht mehr viel unternehmen,da der Große ständig meint ihm würde jetzt was passieren und er legt sich lieber hin.
Seit gestern haben wir was neues...morgendliche Übelkeit mit Würgen bis zum Erbrechen und keinen Appetit mehr...sonst aß er immer gut und gerne.Damit auch das nächste Problem ...er muß morgens seine Tabletten gegen die Epi einnehmen und es ist super wichtig ,dass die drinnen bleiben.
Besuch beim Hausarzt...kein Magen Darm Infekt sondern nervöser Magen
Kreislaufprobleme auf Grund Wachstum und Pubertät...die Hormone spielen verrückt.
Aber wir spielen langsam auch verrückt....kann das wirklich die Pubertät sein????
Ich hoffe auf ein paar gute Tips und vielleicht beruhigende Worte
Danke für das lange Lesen....
und liebe Grüße Silke _________________ Silke 05.70 mit Domenik 01.96 Entwicklungsverzögerung,Feinmotorikstörung,Sehbehinderung und symphtomatische,fokale Epilepsie,Leon 10.01
Hallo Silke, könnte es seelischer Natur sein? Ist in der Schule oder in der Freizeit irgendwas vorgefallen, was ihm Angst , Sorge oder Kummer macht?
Gruß Kerstin _________________ Kerstin mit Markus(*97), Hydrocephalus mit schwerem Verlauf und Epilepsie und Philipp (*93) 28SSW NEK, jetzt Kurzdarmsyndrom,Nierenproblematik
Ein behindertes Kind ist wie ein krummer Baum - du kannst ihn nicht gerade biegen, aber du kannst ihm helfen, Früchte zu tragen.
Ist in der Schule oder in der Freizeit irgendwas vorgefallen, was ihm Angst , Sorge oder Kummer macht?
fühlt sich für mich auch eher danach an.
Reizbar und Launisch = Pubertät,
aer die "Panikattacken" finde ich eher ungewöhnlich.
Klar kommt da altersgemäß auch ein anderes Bewusstsein und eine andere Sicht auf die Dinge.
Versuche mal reinzuhorchen, ob ihn irgendwas bedrückt.
VG
Anja _________________ Sohn*92 keine Genese, zwischen Gb u. L., ADHS- Symptome, autistische Züge.
ich könnte mir gut vorstellen, dass es an dem 6-stündigen Dauerdrehschwindel liegt.
Dein Sohn wird panische Angst vor dem nächsten Mal haben und durch diese Angst wird einiges
andere ausgelöst (wie die Übelkeit, Panik u. s. w.). Ich denke nicht, dass es etwas mit der Pubertät
zu tun hat.
Fabian war auch kurzzeitig mal nach einem Anfall sehr verändert. Gott sei Dank ging es nach 2 Tagen
vorbei (er war noch nicht in der Pubertät).
Vielleicht solltest Du mal mit Eurem Neurologen sprechen. Vielleicht hat er eine Lösung. Man muß diese
Angst durchbrechen, was natürlich leichter gesagt als getan ist. Auf jeden Fall können schon mal
Gespräche helfen. Versuche Domenik diese Angst zu nehmen, in dem ihr immer wieder darüber
sprecht und er immer wieder versucht seine Ängste zu schildern. Tja, ist nur ein laienhafter,
aber vielleicht hilfs.
Ich drücke Euch ganz doll die Daumen, dass wieder alles gut wird für Euch.
Liebe Grüße
Petra _________________ Sohn geb. 94, Fragiles X, 80 % SBA, Epilepsie
Allerdings kann Drehschwindel auch vom Ohr kommen. Das passiert wohl nch einem Hörsturz. Mir ging es mal so, viele Jahre her. Da konnte ich nicht mal den Kopf anheben, ohne das Gefühl zu haben mich im freien Fall zu befinden.
Das kann allerdings auch seelische Ursachen haben.
Gruß Kerstin _________________ Kerstin mit Markus(*97), Hydrocephalus mit schwerem Verlauf und Epilepsie und Philipp (*93) 28SSW NEK, jetzt Kurzdarmsyndrom,Nierenproblematik
Ein behindertes Kind ist wie ein krummer Baum - du kannst ihn nicht gerade biegen, aber du kannst ihm helfen, Früchte zu tragen.
Ich habe auch den Verdacht ,dass es seelischer Natur ist.
Erstens könnte ich mir vorstellen ,dass es die panische Angst vor der nächsten Schwindelatacke und dem eventuell folgenden Anfall ist.
Aber ,wie soll ich ihm die Angst nehmen????
Ich kann ihm ja nicht versprechen ,dass nichts mehr passiert.
Ich sage immer ...du nimmst Tabletten ,die gut helfen....und wenn es passiert ,dann ist es so.Ich versuche ihm klar zu machen ,dass er die Epilepsie mit dem blöden Schwindel annehmen und akkzeptieren muß...einfacher gesagt als getan....
Schulisch ist auch einiges im Umbruch.
Nach den Ferien wechselt er in die Abschlußklasse.Die jetztige Klasse ist aufgelöst worden...vor den Ferien auch noch leergeräumt worden....das fiel ihm schon sehr schwer!
Er bekommt einen anderen Klassenraum ,neue Lehrer und zum Teil neue Klassenkameraden.
Auch wurde den Schülern schon gesagt,dass in der AST ein anderer Wind weht...alles wird schwerer,die Lehrer wären strenger....na ja Gespräche unter Schülern
Dann steht ein Praktikum in der Werkstatt an.....das will er eigentlich gar nicht.....
Auch weiß er nicht ,ob er seinen Lieblingsbusfahrer behält.
Da ist also einiges ,was ihn beschäftigt und Ängste und psychosomatische Probleme auslösen könnte....
Auch schläft er Nachts schlecht ,weil die Gedanken kreisen
Wir reden viel über alles.
Grüße Silke mit Domenik _________________ Silke 05.70 mit Domenik 01.96 Entwicklungsverzögerung,Feinmotorikstörung,Sehbehinderung und symphtomatische,fokale Epilepsie,Leon 10.01
na dann ist ja schon einiges im Umbruch und as kann Ängste schüren.
Ich drücke die Daumen, dass es in der neuen Klasse recht schnell gut läuft und er sich wieder sicherer fühlt.
Zitat:
Auch schläft er Nachts schlecht ,weil die Gedanken kreisen
Kannst du ihm nicht ein paat tage oder im wechsel (in Absprache mit Arzt) ein Schalfmedi geben, damit er gut zur Ruhe kommen kann und abschalten kann. Ausgeschlafener ist die Welt vlt nicht ganz so grau und er kann wieder mit mehr Freude und Mut in den Tag gehen?
Gruß Kerstin _________________ Kerstin mit Markus(*97), Hydrocephalus mit schwerem Verlauf und Epilepsie und Philipp (*93) 28SSW NEK, jetzt Kurzdarmsyndrom,Nierenproblematik
Ein behindertes Kind ist wie ein krummer Baum - du kannst ihn nicht gerade biegen, aber du kannst ihm helfen, Früchte zu tragen.
habt ihr auch noch einmal die Augen abklären lassen. Vielleicht hat sich an seiner Sehstärke etwas geändert und verträgt die Brille nicht mehr.
Mein Sohn ist auch völlig durch den Wind, wenn Veränderungen anstehen und redet dann wie ein Wasserfall und fragt und fragt...
Wie geht es Dir dabei? Bist Du selbst auch ruhig dabei? Meistens überträgt es sich auch auf das Kind, wenn man sich sorgen macht. Mein Sohn ist jedenfalls sehr feinfühlig was zwischenmenschliche Stimmungen betrifft.
Nehme Deinen Sohn die Angst. Am besten alles positiv sehen und nicht sagen... Du brauchst keine Angst zu haben. Kinder nehmen dann trotzdem nur das Wort Angst auf. _________________ Liebe Grüße,
Mellie
ja an seine Augen hatte ich auch mal kurzzeitig gedacht und es dann erst mal beiseite geschoben.
Aber das werde ich noch in den Ferien in Angriff nehmen!!!
Denn die Brillengläser sind schon sehr mitgenommen....vielleicht deshalb auch dieses komische sehen....?! (....manchmal hat er den Eindruck ,dass alles wackelt und dann bekommt er auch Angst....)
Ich kann damit momentan sehr schwer umgehen....eigentlich fühle ich mich genau so elend ,wie er.Ich laufe rum ,wie ein aufgeschrecktes Huhn....
Mein Mann meint auch ich rede zu viel auf ihn ein...ich sollte ihn einfach auch mal in Ruhe lassen....
Du brauchst keine Angst haben sage ich momentan ziemlich oft zu ihm ....dein Satz dazu hat mir zu Denken gegeben....eigentlich logisch !
Morgen werde ich das nicht mehr sagen...eher so was wie...alles ist gut
Liebe Grüße Silke und Domenik _________________ Silke 05.70 mit Domenik 01.96 Entwicklungsverzögerung,Feinmotorikstörung,Sehbehinderung und symphtomatische,fokale Epilepsie,Leon 10.01
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