Verfasst am: 27.07.2011, 12:33 Titel: Sommerferien - wie die Freizeit gestalten?
Hallo,
ich wollte mal wissen was ihr so macht in den Ferien!Ich habe nämlich folgenes Problem meine grosse(Down-syndrom)kann sich in der Öffendlichkeit gar nicht benehmen .Sie fängt an zu schreien,spucken und kratzen.Sie ist 7 jahre alt.Nun hänge ich seid wochen in der Bude und es ist wirklich anstrengend.Ich versuche es immer wieder mal auf einen Spielplatz zu gehen da ich noch eine 3 Jährige Tochter habe.Doch jedesmal schreit sie und spuckt haut ab.Sie provoziert unheimlich gerne in der Öffendlichkeit.Es ist mir sehr unangenehm.Alle gaffen natürlich.Da sie auch ständig die Finger im Mund hat schaut sie mich an und steckt diese in jedes Dreckloch und dann wieder in den Mund.Ich bin alleinerziehend und besitze auch kein Auto.Ich habe mich dadurch völlig Isoliert.Was macht ihr?Wie steht ihr das durch?
also ich muss sagen, daß hört sich ganz schön stressig an. Aber hast Du nicht jemand der mal für ein paar Stunden auf Deine Große aufpasst und dann kannst Du in ruhe mit der Kleinen auf den Spielplatz?
Wir haben ab morgen Sommerferien. Ich bin auch alleinerziehend und ich weis auch noch nicht was ich 6 Wochen lang jeden Tag machen soll......wenn das Wetter so beschissen bleibt.
Ich kann mit meinem Sohn gut unter Menschen er ist auch gerne unter Menschen.
Ich drücke Dir trotzdem die Daumen das Du eine gute Lösung findest. _________________ lg claudi
Die Zukunft sollte man nicht voraussagen wollen,
sondern möglich machen (Antoine de Saint Exepury)
vielleicht sind hier auch schon Tipps dabei: http://www.REHAkids.de/phpBB2/ftopic82050-0.html - geht allerdings eher um die Vereinbarkeit von Berufstätigkeit/Betreuung und den langen Ferien.
Hast du dich mal bei der Lebenshilfe nach Ferienprogrammen erkundigt? Ihr habt doch sicher eine Pflegestufe? Über die Verhinderungspflege könntest du jemanden kommen lassen, der sich um deine Tochter kümmert, während du mal mit der Kleinen alleine etwas machst.
LG
Sabine _________________ Unsere Vorstellung? -> hier klicken
Jan-Paul (10/01), schwer mehrfachbehindert ohne Diagnose, Tim-Henrik (03/05), Lea-Kristin (01/11)
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Liebe Grüße - Isolde _________________ „Nicht der Beginn wird belohnt, sondern einzig und allein das Durchhalten“ - Katharina von Siena "Einen Anfang zu machen ist das Geheimnis von weiterkommen" - chin. Weisheit
Ich weiß, dass es in HH die Möglichkeit einer Ferien-Hortbetreuung gibt. (Ich hätte mich fast als Betreuerin dort beworben). Ich glaube, organisiert von LMBH, aber da bin ich nicht mehr sicher. Diese Ferienhorte nutzen als Örtlichkeit verschiedene Schulen in HH und gehen von vormittags bis nachmittags. Es ist, anders als bei einer Ferienmaßnahme, keine feste Gruppe für 3 Wochen. Einige Kinder sind dort für 1 Woche angemeldet, andere für drei. Die Gruppenzusammensetzungen wechseln also. Je nach Gruppe werden Ausflüge gemacht ins nähere Umfeld oder in den Räumen gemalt, gebastelt, gespielt...
Ich selbst habe es noch nicht erlebt, eine Freundin hat dort mal gearbeitet und hätte mir die Kontaktdaten gegeben, aber ich habe mich entschieden, bei meiner *altbekannten* Organisation 3 Wochen als Betreuerin mit in die Ferien zu fahren.
Frag doch mal nach bei LMBH, ob es das so noch gibt, und wie die Finanzierung aussieht. Das wäre ja, zumindest für nächstes Jahr, evtl eine Möglichkeit, vor allem, wenn man das Kind, das ja noch recht klein ist, nicht gleich ein bis 3 Wochen ganz weg von zu Hause haben will. Gibt einem wenigstens die Möglichkeit, zeitweise rauszukommen ohne *Stress* und dann den rest des Tages besser hinzubekommen.
Ich weiß ja nicht, in welchem Teil von HH du wohnst. In Volksdorf gab es früher einen Spielplatz mit zum Teil behindertengerechten Spielgeräten. Dort waren wir vom Kinderheim (Erlenbusch) damals regelmäßig - und die restlichen Spielplatzbesucher waren "seltsames" Verhalten gewohnt. Wenn es den noch gibt, und er regelmäßig noch von anderen behinderten Kindern aufgesucht wird, ist das evtl ne Möglichkeit, dir auch den Druck zu nehmen, dass sie durch ihr provozierendes Verhalten auffällt, und du die Möglichkeit hast, es gelassen einfach zu ignorieren (oder ihr evtl sogar mal nen Topf mit Erde hinhalten kannst, damit sie mal den Finger reinstecken kann, und dann in den Mund. Mmmmmmh.. lecker... DAS schmeckt gut, was? - Meine Erfahrung: wenns nicht mehr provoziert, ist es uninteressant )
6 Wochen rund um die Uhr in der Bude - puh.. ja, das ist anstrengend. Ich hoffe, du findest etwas!
Gruß
Martina _________________ Martina (*81), Lehramtsanwärterin Sonderschule (Lernen/Gehörlosenpäd.) mit 1. Staatsexamen, Reizdarm, V.a. Asperger - keine eigenen Kinder aber Betreuung behinderter Kinder/Jugendlicher
Hallo Melle,
bei uns veranstaltet die Caritas jedes Jahr eine Tagesfreizeit für behinderte Kinder. Die nehmen Grundschulkinder mit unterschiedlichen Behinderungen. Vielleicht gibt es das bei euch auch ?
Liebe Grüße
Christine _________________ Christine Sp. (02/70) mit Niclas (04/04) ICP Beinbetonte Tetraparese - SDR-OP 02/2011 -einseitig mit Hörgerät versorgt- Schulkind seit 09/2011 an Regelschule mit Integrationskraft
Hallo Melle,
bei uns veranstaltet die Caritas jedes Jahr eine Tagesfreizeit für behinderte Kinder. Die nehmen Grundschulkinder mit unterschiedlichen Behinderungen. Vielleicht gibt es das bei euch auch ?
Danke für die Tipps.Meine Mutter kommt mal für ne Stunde vorbei.Dann nutze ich das allerdings auch dafür Einkaufen zu gehen das ist mit meiner grossen nämlich auch nicht möglich.Das mit der Verhinderungspflege hatte ich auch schon im Kopf doch ich finde niemanden der das übernehmen würde.Ich hatte mit der Lebenshilfe,caritas,asb,Jugendamt und mit den Gesundheitsamt telefoniert.
das ist das Ferienhort angebot von LMBH. Vielleicht ja wirklich was fürs nächste Jahr.
Volksdorf ist vom Kiez aus natürlich bissl arg weit weg. Einen entsprechenden ähnlichen Spielplatz kenn ich in Kieznähe nicht.
Martina _________________ Martina (*81), Lehramtsanwärterin Sonderschule (Lernen/Gehörlosenpäd.) mit 1. Staatsexamen, Reizdarm, V.a. Asperger - keine eigenen Kinder aber Betreuung behinderter Kinder/Jugendlicher
wahrscheinlich möchte deine Tochter einfach nur Grenzen austesten. Bei mir ist das so, dass ich auch mit 2en (frühk. Autismus 4 Jahre und gesundes Kind 2 Jahre) unterwegs bin und da mein Mann oft erst nach 20 Uhr zu Hause ist, bewerkstellige ich auch alles ohne PKW und alleine.
Klar gibt es immer diese Konfrontationen und klar muss man lernen damit umzugehen, doch darf es dir einfach nicht peinlich sein, lass sie doch provozieren, wenn sie anderen Kindern die Zunge rausstreckt, sehe ich das nicht als schlimm an, so etwas sehe ich als etwas an, dass Kinder untereinander regeln und irgendwie bildet sich ein Gleichgewicht.
Vielleicht wäre es wichtig, dass die Umwelt an deine Tochter gewöhnt und deine Tochter an die Umwelt und auch wie sie auf was reagiert?
Und ganz ehrlich, das mit dem Finger in den Mund stecken, dass macht meine 2-jährige auch, selbst im Streichelzoo oder auf dem Spielplatz, ich habe immer Feuchttücher dabei und ab und an, wird bei Gelegenheit mal drüber geputzt.
Die Menschen sehen, dass deine Tochter was hat, damit hast du auch eine Begründung warum sie sich anders verhält, ich würde mich nicht ausgrenzen, sondern beim nächsten Sonnenwetter rausgehen, kaufe dir eine Sonnenbrille, die keinen Blick auf deine Augen zulassen, setz dich hin und bräun dich während die Kinder den Spielplatz unsicher machen.
Ob allein zu Hause oder allein draußen und alles tuschelt, dann doch lieber draußen, oder?
Und erziehen musst du überall, setze feste Grenzen, nicht zu viele, sondern nur die absolut notwendigen und dann stell dir vor, dich interessiert das nicht, was andere denken.
Kommen Mütter auf dich zu und beschweren sich, dann kannst du ja sagen:" das ärgert sie das sie das jetzt darf, oder" und ignorieren.
Oder: " Sie ist auf der Welt, was soll ich machen, sie vielleicht tot schlagen?"
Oder:" Wir können ja einmal tauschen, es ist kein Kunsstück ein normales Kind zu erziehen, nur Fortgeschrittene trauen sich an meine Tochter".
Mache dir einfach eine Liste, zur Not lässt du ihr T-Shirt mit einem frechen Spruch bedrucken, dafür fehlt mir auf die schnelle einfach eine Idee, denn meine zwei nehmen gerade die Spielküche auseinander, muss rennen.
Doch, ich weiß was Blicke bedeuten, ich weiß was es heißt, wenn Kinder ihgitt schreinen und meinen großen nicht anfassen, weil er hüpft und wedelt und ich weiß wie es sich anfühlt wenn die lieben Omis, sich über mich laut tuscheln auslassen, was für eine schlechte Mutter ich bin, wie schlecht erzogen dieser Junge ist, aber heutzutage dürfen die Kinder ja alles.
Ich gehe dann zu den Omis hin und sage, er ist behindert, halten sie ihren Mund und gewöhnen sie sich daran, dass Behinderte nicht mehr weggesperrt werden und in der Gesellschaft leben dürfen.
Mütter meiden mich, meine Familie meidet mich - außer meine Schwiegereltern und mein Vater, von daher, es wird noch lange dauern bis dein Kind selbstständig ist. Ich denke es ist leichter, das Kind zu fördern und zu akzeptieren und dafür zu kämpfen als diese Gesellschaft menschlich zu machen.
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