Verfasst am: 27.07.2011, 12:05 Titel: Talker mit Touchscreen?
Hallo
Ich habe eine Frage zum Thema "Talker". Wir waren gestern bei unserem Doc. Er konnte unsere Tochter nicht verstehen und hat gefragt ob wir einen Talker für sie haben. Es gibt da wohl welche die mit Touchscreen sind?
Wir kennen nur diese mit den festen Tasten (Go Talk), die man eben mit einigen Begriffen selbst besprechen kann. Gibt es denn Geräte die man als "Sprachersatz" nehmen kann? Also z.B. erste Ebene die Überbegriffe (Z. B Nahrung) dann unterpunkte wie "ich habe Hunger" oder "ich habe Durst" usw..
Ich habe eben im internet so etwas in der Richtung gefunden: Touch Speak XXL oder den DynaVox M3max. Vielleicht hat jemand von euch so ein Gerät. gibt es was Andere evtl. bessere?
Hi, auf gar keinen Fall "irgendwas" selbst besorgen! Mach einen Beratungstermin in einer Beratungsstelle für Unterstützte Kommunikation oder lass dir von mindestens zwei Firmen verschiedene Geräte zeigen. "Bessere" oder "schlechtere" Talker gibt es eigentlich nicht, es ist sehr individuell, welcher geeignet ist.
Auf jeden Fall würde ich darauf achten, dass die Talker schon ein umfangreiches Vokabular vorab abgespeichert haben und eine Struktur vorgegeben haben- "leere" Talker selbst mit Vokabular zu belegen, ist sehr zeitaufwendig und nicht einfach, da man schon zu Beginn eine genaue Struktur finden muss, wie man was abspeichert.
Leider sind die Geräte alle eher "nicht ganz so leicht"- aber sie bieten dafür viel mehr Möglichkeiten als ein GoTalk. Schon mal super von dem Doc, dass er das weiß und empfiehlt!
Kannst mich gerne Löcher in den Bauch fragen- aber such dir wirklich bitte auch eine adäquate Beratung vor Ort!
Viele Grüße Caroline _________________ HEP ,Heilpädagogin und angehende Kommunikationspädagogin (Fachmensch für UK)
Natürlich werden wir uns umsehen und nicht das "erstbeste" nehmen oder uns "irgendwas" selbst besorgen. Wir wollen uns auch beraten lassen.
Ich dachte halt, vielleicht hat jemand Erfahrung mit dem einen oder anderen Gerät und kann uns etwas besonders empfehlen oder evtl auch direkt von einem Gerät abraten.
Also ich würd wie gesagt von "komplett leeren" Talkern, die komplett ohne Vokabular ausgeliefert werden, abraten, ansonsten gibt es wirklich kein "Supergerät" oder "total schlechtes Gerät" , sondern der eine Talker ist für Nutzer A total klasse und Nuter B kommt gar nicht damit zurecht, beim anderen umgekehrt... Generell sollte der Talker immer mehr Möglichkeiten bieten, als das kind gerade kann- damit es nicht zu schnell an die Grenzen des Möglichen stößt, wenn es sich weiterentwickelt. Also ein Kind, das auf Anhieb mit einem GoTalk 9 klar kommt, kann auch sofort mit einem GoTalk 20 oder noch "höherem Niveau" versorgt werden. Vom GoTalk 9 und GoTalk 4 würde ich auch eher abraten, beide bieten einfach zu wenig Entwicklungsmöglichkeiten.
Bei den komplexeren Geräten gibt es zwei große Unterscheidungsmerkmale: MinSpeak und Baumstruktur...
Bei Minspeak (Geräte von PrentkeRomich) muss man die Wörter aufgrund von Bildkombinationen suchen... Also Apfel und verb= Essen, Apfel und Brot= Brot...
Bei der Baumstruktur gibt es Oberbegriffe, die, wenn man sie anklickt, zu Unterbegriffen führen. Auch hier gilt, dass beide Strukturen Vor-und Nachteile haben und man nicht generell zu einer Struktur raten oder von einer abraten kann... Dies mal so als grober Überblick
Wie schon Chiara sagte: wenn du uns zumindest die Region/die nächst größere Stadt verrätst, können wir auch konkrete Ansprechpartner und unabhängige Beratungsstellen nennen
Liebe Grüße Caroline _________________ HEP ,Heilpädagogin und angehende Kommunikationspädagogin (Fachmensch für UK)
LG Suse _________________ Suse mit M. und L., * Juni 08 bei 27+5SSW, M. mit PVL, Tetraspastik, Mikrozephalie, BNS, anfallsfrei, entwicklungsverzögert, L. geht es inzwischen super, aber alle Beide sind Rabauken mit viel Humor und einer sehr ansteckenden guten Laune!
Hallo, vielen Dank für die Infos. Danke auch für die Umkreis-Suche. Da wir aus Untrefranken kommen, wird die ELECOK in Würzburg für uns die richtige Stelle sein?
Wir waren früher schon in der Dr. Karl-Kroiß-Schule, Pädagogisch-Audiologische Beratungsstelle (PAB) in Wü-Heuchelhof wegen den Hörgeräten. Von den Hausnummern her muss das direkt zusammen liegen. 10 <-> 14
Heute ist irgendwie UK-Tag , habe schon mehrers dazu heute geschrieben.
Anton hat seit Februar den DynaVoxM3max und er kommt damit super klar. Das Gerät ist groß und schwer, aber da er es am Rolli hat oder auf einem Rollbrett am Boden, ist es kein Problem für uns. Aber z.B. gerade diesen Talker gibt es auch ohne max, d.h. er ist einfach nur kleiner. Dafür sind natürlich die Felder auch kleiner, was für uns nicht ging, da Anton aufgrund seiner Seh- und Körperbehinderung keine zu kleinen Felder haben darf.
Aber wie vorher schon geschrieben wurde: es gibt nicht DEN guten Talker für alle!
Ich versuche euch mal unseren Weg zum geeigneten Talker kurz zu beschreiben:
- im heilpädagogischen Kiga haben wir den Supertalker (ähnlich dem GoTalk) ausgeliehen und ausprobiert. Anton hat nach kürzester Zeit die max. Tastenbelegung beherrscht und wir hatten keine Erweiterungsmöglichkeiten.
- dann haben wir uns nach dynamischen Talker erkundigt und schon mal einen Termin in einer UK-Beratungsstelle gemacht (fast 6 Monate Wartezeit). Die Beratungsstelle hat uns aber gleich ermöglicht, letztes Jahr über die 6 Wochen Sommerferien einen dynamischen Talker auszuprobieren (MinSpeak von Rehavista).
- Wir haben 6 Wochen den MinSpeak ausprobiert und schnell gemerkt, dass Anton mit einem dynamischen Talker klarkommen kann, aber der Talker auch noch ausreichende Möglichkeiten bietet, dass er sich auch noch deutlich weiterentwickeln kann ohne an die Grenzen des Talkers zu kommen. Gleichzeitig haben wir gemerkt, dass wir alle (ich zum Einstellen und auch Anton bei der Benutzung) mit dem System nicht so super warm wurden. Irgendwie fand ich dieses Konzept seltsam und auch Anton hatte seine Probleme (die ich ihm hoffentlich nicht eingeredet habe )
- Dann habe ich mich mit den beiden großen Firmen Rehavista und Prentke-Romich in Verbindung gesetzt und jeweils einen Beratungstermin vereinbart. Die Termine lagen zufällig noch in einer Woche, so dass wir den direkten Vergleich hatten. Anton war begeistert, dass er bei beiden Terminen die Talker ausprobieren konnte und war dabei sehr motiviert. Die Beraterin von Rehavista war mir sympatischer, aber Anton war bei dem DynavoxM3max von Prentke-Romich deutlich motivierter und auch erfolgreicher, obwohl er davor ja schon 6 Wochen mit dem System von Rehavista "geübt" hat.
- Dann war Anfang Nov. letzten Jahres endlich unser Beratungstermin in der Uk-Beratungsstelle. Wir mussten vorher Fragebögen ausfüllen und dort durfte Anton wieder einige verschiedene Geräte ausprobieren. Dort habe ich nichts von unserer bisherigen Tendenz zum Dynovox erzählt, trotzdem zeigte Anton dort auch wieder, dass er diesen Talker bevorzugt und hat sogar am Ende, als seine Konzentration schon fast weg war, mit diesem Talker noch Erfolge erzielt.
- Danach haben wir den Talker beantragt und dann bestellt und haben ihn jetzt seit gut 5 Monaten.
In unserem Blog www.wir-schroeders.blogspot.com kannst du dir bei den älteren Posts Bilder anschauen. Es sind aber keine ganz aktuellen Fotos, Anton arbeitet inzwischen schon mit 20 Feldern und vielen, vielen Unterebenen. Sein aktiver Wortschatz am Talker liegt inzwischen bei ca. 400 Worten.
Wenn du noch Fragen hast, nur her damit! Ich finde es sehr wichtig, dass Kinder rechtzeitig und vor allem RICHTIG mit einem Talker versorgt werden.
Liebe Grüße
Katrin _________________ Katrin mit A. *06, SSW 23+0, 600g, Sauerstoffpflichtige BPD und Lungenschädigung durch RSV-Virus, pulmonale Hypertonie, Rechtsherzinsuffizienz, Hypotonie,entwicklungsverzögert, sehbehindert, ein immer fröhliches Kerlchen
und M. *08 und L. *11
Ich versuche euch mal unseren Weg zum geeigneten Talker kurz zu beschreiben:
- dann haben wir uns nach dynamischen Talker erkundigt und schon mal einen Termin in einer UK-Beratungsstelle gemacht (fast 6 Monate Wartezeit). Die Beratungsstelle hat uns aber gleich ermöglicht, letztes Jahr über die 6 Wochen Sommerferien einen dynamischen Talker auszuprobieren (MinSpeak von Rehavista-
Sorry, da muss ich dich verbessern MinSpeak ist erstens kein Talker, sondern quasi das "innenleben" eines Talkers und zweitens nicht von Rehavista Und der Dynavok ist von Rehavista und nicht von Prentke Hast einfach nur die Firmen durcheinander geworfen, aber ich denke, um "Neulinge" nicht auf "eine falsche Fährte" zu locken, sollte man das korrigieren
Also nochmal für alle:
- Minspeak ist das System, mit dem die Talker von Prenkte Romich arbeiten (es gibt verschiedene Talkermodelle bei Prentke, fast alle haben dieses System)
- Die Dynavox-Geräte sind von irgendeiner Firma und werden von Rehavista in Deuschland vertrieben...
Nix für ungut Caroline _________________ HEP ,Heilpädagogin und angehende Kommunikationspädagogin (Fachmensch für UK)
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