Mein Sohn Marlon wäre 2012 dran mit der Kommunion.
Nun stellen sich mir noch einige Fragen.
Marlon hat high functioning Autismus und geht auf eine Förderschule für körperliche und motorische Entwicklung. Die Schule ist ausserhalb, also nicht hier vor Ort.
Er fährt jeden Morgen mit dem Taxi-Bus dort hin.
Er ist jetzt dort im 2. Schulbesuchsjahr. Das entspricht dem 1. Schuljahr.
Schreibt, liest und rechnet halt noch entsprechend wenig.
Marlon hat u.a. wahnsinnige Probleme mit Geräuschen.
Da stellt sich mir nun die Frage wie er an Messen teilnehmen soll wenn er laufen geht sobald die Orgel angeht.
Desweiteren kann er ja aufgrund seines schulischen Standes noch gar nicht mit lesen oder schreiben. Wie soll das dann also im Kommunionsunterricht ablaufen?
wie sind da Eure Erfahrungen?
Habt Ihr ähnliche Probleme gehabt und gabs dann entsprechende Möglichkeiten?
Viele Grüße
Manu _________________ Marlon *03.02.2003, high functioning Autismus
Viola *25.09.99, Asperger Syndrom
Anna-Lena *22.01.1998
Bei uns wurde das alles in der Schule gemacht, die Kommunionsvorbereitung usw.
N hätte es nicht geschafft, mit "normalen" Kindern zur Kommunion zu gehen.
Bei uns war einmal in der Woche Kommunionunterricht in der Schule, und es waren jedesmal eins oder zwei Mamas dabei.
In dem Ort, in dem N zur Schule ging, wurde dann auch der Gottesdienst abgehalten. Die Kinder hatten einfache Lieder und Gebete eingeübt, es spielte eine Band mit einem Sänger, die Musik war nicht sonderlich laut, es war eine sehr schöne Kommunionsfeier.
LG, Renate _________________ Mutter, 45, nierentransplantiert, Sohn, 16 geistige Behinderung durch Sauerstoffmangel bei der Geburt, cerebrale Krampfanfälle im Neugeborenenalter, kann sprechen, laufen Fahrrad fahren, Tochter, 12, gesund
das hört sich ja toll an.
Leider ist weder der Unterricht noch die Kommunion an unserer Schule möglich.
Das habe ich schon abgeklärt. _________________ Marlon *03.02.2003, high functioning Autismus
Viola *25.09.99, Asperger Syndrom
Anna-Lena *22.01.1998
die gemeinsame Kommunionvorbereitung und die gemeinsame Feier der Erstkommunion sind nach Kirchenrecht nicht Pflicht. Du kannst Dein Kind auch selbst auf die Erstkommunion vorbereiten (in meiner Herkunftsgemeinde hat das der Diakon so gemacht - das Kind war schon früh sehr religiös und hat dann auch nicht erst mit 9 zum ersten Mal an der Eucharistie teilgenommen); ich würde das mit dem Pfarrer absprechen.
Wie handhabt Ihr es denn sonst mit religiöser Erziehung? Wir haben hier auch ein ausgewachsenes Gottesdienstproblem - geht eigentlich mit beiden Kindern nicht. Sobald die Orgel anfängt zu spielen, rennt der Kleine schimpfend raus und der Große wird kreidebleich und will auch nach Hause; ich forsche schon, ob es nicht irgendwo orgelfreie Gottesdienste gibt... wobei die Akustik in Kirchen halt allgemein schwierig ist.
LG Iris _________________ Iris mit Johannes (Herbst 2003), Asperger Syndrom, und Konstantin (Frühling 2006), HFA Vorstellung
Hallo Manu ,
bei uns wird auch alles in der Schule angeboten (wie bei Renate )
Es ist immer eine wunderschöne Feier.
Wir wollten das unsere Tochter in unserer Gemeinde zur Kommunion geht.Sie konnte auch weder lesen und schreiben.Mein Mann hat mit jemandem zusammen eine Kommunionsgruppe übernommen.Das hat auch prima funkioniert.
Bei der Lautstärke in der Kirche weiss ich leider auch keinen Rat.
Hallo!
Matthis wird nächstes Jahr zur Kommunion gehen, d.h. wenn es so klappt wie ich mir das vorstelle, auf alle Fälle wird er die Vorbereitung mitmachen. Morgen früh haben wir die erste Gruppenstunde, ich leite mit einer Bekannten die Gruppe mit acht Kindern, für Matthis kommt ein Mädchen (sie ist so 14 oder 15) die ihm hilft, er kann weder lesen noch schreiben, wie werden sehen wie´s wird. Ich gehe jetzt schon regelmäßig mit ihm zum Gottesdienst.
Viele Grüße Silvia _________________ Silvia(*80), Andreas (*79) mit Lukas (06/00) gesund, Matthis (09/03) entwicklungsverzögerung, M.H., Nystagmus, stark weitsichtig,fokale Epilepsie, Kleinhirnatrophie und (seit 12/07) Aaron, gesund
wie genau sehen die Gruppenstunden für die Vorbereitung für die Erstkommunion aus? Was genau wird dort mit den Kindern erarbeitet?
Müssen sie viel basteln und lesen?
Liebe Grüße
Tina _________________ Der Lohn der Anpassung ist der, dass dich immer noch nicht alle mögen. Und du dich selbst auch nicht mehr!
ich bin schon öfter Katechetin gewesen und habe dabei auch einmal zwei (körperlich und geistig) behinderte Kinder in der Gruppe dabei gehabt. Die hatten zwar andere Baustellen, aber die Grundvoraussetzung waren die gleichen. Auch eine andere Schule, nicht bei uns im Ort.
Es gibt für jedes Bistum einen Behindertenbeauftragten und die haben auch Unterlagen darüber wie man den Kommunionunterricht anders gestalten kann (da gibt es ganze Hefte und Bücher drüber), auch für nicht lesende und schreibende Kinder. Bei uns war es so, der ist extra rausgekommen und hat mit uns die Stunden entsprechend umgestaltet, sodass der Sinn nicht verloren ging, die Kinder aber mitmachen und es verstehen konnten. Auch die Feier ansich wurde etwas umgestaltet.
Das geht aber nur, wenn man entsprechend motivierte Leute dabei hat, da es doch ein ziemlicher Zeitfaktor ist. Aber es hat super geklappt, im übrigen fanden die gesunden Kinder in meiner Gruppe diese Umgestaltung des Unterrichtes wirklich toll... die haben da echt von profitiert. Mir selber hat es auch viel Spaß gemacht, da waren so Sachen dabei, auf die man sonst überhaupt nicht so kommt.
Ich würde in Erfahrung bringen, wer da bei euch zuständig ist und dann mal nachfragen.
lg Lilly _________________ Lilly (diverse Allergien) mit S. (Frühgeburt, Hypospadie), L. (gesund) und K. (Herzfehler, Kiss Syndrom, AVWS, Legasthenie)
Hallo,
frag doch erst mal in eurer Gemeinde nach.
Ich habe als Kommunionkatechetin schon häufiger Kinder mit Autismus dabei gehabt. Auch schon mehrmals Kinder mit geistiger Behinderung, die nicht lesen und schreiben konnten und in einem Fall auch kaum sprechen.
Man kann sich darauf gut einstellen, allerdings muss die Bereitschaft bestehen.
Du kannst auch anbieten gemeinsam mit einer anderen Katechetin den Unterricht zu gestalten.
Bei einem autistischen Kind habe ich ihn auch bei der Kommunionfeier begleitet, bei einem anderen hat dies meine große Tochter "ganz unauffällig" als Messdienerin gemacht und bei einem geistig Behinderten Jungen war der Papa in der Nähe und hat ihn dann auch auf den Schoss genommen als alles ein wenig viel wurde.
Ich wünsche euch eine offene Gemeinde, die im Sinne Jesu alle Kinder annimmt.
Notfalls schaut euch in den Nachbargemeinden um, denn wenn das "Bodenpersonal" eurer Gemeinde nicht mitmacht.
Viele Grüße
Nicole _________________ 5 Kinder, davon 3 mit oculärem Albinismus und davon eine Tochter mit zusätzlicher visueller Wahrnehmungsstörung
vielen Dank für Eure Antworten.
Das es in jedem Bistum einen Behindertenbeauftragten gibt, wußte ich noch gar nicht.
Als erstes werde ich dann das Gespräch mit der Gemeinde suchen und ich hoffe sehr, dass es dort bereits eine gute Lösung geben wird.
Es ist auch gut zu wissen, dass der Unterricht umgestellt werden kann, denn es ist mir wichtig, dass mein Sohn den Unterricht gerne besuchen wird.
Ich bin auch dazu bereit den Unterricht mitzugestalten.
Lieben Dank auch für die guten Wünsche bezüglich der offenen Gemeinde.
Viele Grüße
Tina _________________ Der Lohn der Anpassung ist der, dass dich immer noch nicht alle mögen. Und du dich selbst auch nicht mehr!
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