Verfasst am: 30.06.2011, 10:58 Titel: Ich bin dann mal weg – täglich auf dem Jakobsweg
nur mal so...
täglich gehe ich den Jakobsweg auf meinem Spazeirgang mit dem Hund. Er verläuft direkt bei uns 'um die Ecke'. Manchmal überlege ich, wie es wäre ihn einfach weiter zu gehen.
Auch wenn ich jeden Tag nur ein kleines Stück gehe, so ist es doch immer wieder ein schöner Gedankenanstoß, wenn ich die Hinweisschilder sehe: wer läuft den Jakobsweg, aus welchem Grund und wie ist es, wenn man angekommen ist ? Und kann man etwas erbitten, wenn man nur ein kurzes Stück geht ? Was würde ich erhoffen ?
Ganz selten sehe ich Wanderer, die sich auf den Weg gemacht haben.
Ich wollte das nur mal mitteilen, weil ich mich jeden Tag darüber freue.
Liebe Grüße
Michaela
_________________ Michaela (1967) mit T.
mit Tom (2003), frühkindlicher Autismus (auf hohem Funktionsniveau), getesteter IQ 61
A. (98), Asthma bronchiale und L. (94)
Hallo!
Ich gehöre hier nicht wirklich hin - ich habe meine Baustellen, aber mir geht es dafür gut und dafür bin ich dankbar.
Nach meiner Myocarditis ist irgendwann der Gedanke aufgekommen nach Santiago zu pilgern - als Dankeschön. Eine kurze Zeit lang hätte ich mir nie gedacht, dass das irgendwann schaffen werde.
Inzwischen bin ich sehr, sehr weit gewandert auf verschiedenen Jakobswegen.
2008 den klassischen Camino Francés , den traditionellen Jakobsweg und
2010 und 2011 die Via de la Plata - den südlichen Jakobsweg von Sevilla über Salamanaca nach Santiago de Compostela und weiter bis nach Muxia am Atlantik.
Mich hat es gepackt und der Jakobsweg läßt mich nicht wieder los. Nun bin ich erst seit 7 Wochen wieder zurück und mache mir Gedanken über meinen nächsten Weg.
Ich habe Santiago erreicht und habe mich bedankt - es war die Reise meines Lebens, wunderbar und sehr bereichernd.
2010 und 2011 habe ich viele liebe Bekannte, Freunde und auch Patienten in meinen Gedanken dabei gehabt und habe für sie eine Kerze angezündet und siein mein Gebet eingeschlossen.
Ich werde diese Reisen nie vergessen - sie tun mir gut. Es ist körperlich sehr, sehr anstrengend, auch wegen meiner Fibromyalgie - aber es ist so bereichernd und gut tuend, dass man die Anstrengungen beinahe vergißt.
Auch ich wohne hier zufällig direkt am Weg und sehe fast nie Pilger, aber das Pilgergefühl, die Verbundenheit ist auf den Strecken in Spanien größer (dabei habe ich auf der Via fast niemanden getroffen -10 Tage mit nur einem Mitpilger in der Herberge).
Gerne nehme ich euch in Gedanken wieder mit, falls ich 2012, aber spätestens 2013 wieder starte. _________________ Zustand nach Pankreatitis, Myocarditis, Meningitis und 13 OP´s (unter anderem Blase, Niere, Harnleiter, Harnröhre, Knie, Schulter), Fibromyalgie und viele Kleinbaustellen
Anmeldedatum: 18.11.2006 Beiträge: 4353
Wohnort: Österreich
Verfasst am: 30.06.2011, 13:32 Titel:
Hallo Michaela,
ich denke es kommt nicht drauf an, wie weit man geht, sondern wie man ihn geht, der Weg ist das Ziel, die Ausrichtung auf sich selbst und in die eigene Wahrnehmung zu gehen. _________________ Liebe Grüße
Elke
Sohnemann (5.03), Hypospadie, chron. Obstipation, Autismus-Spektrum-Störung
mit großem Bruder und großer Schwester
daran werde ich morgen denkne: der Weg ist das Ziel !
Und danken werde ich auch, das finde ich ist auch ein schöner Gedanke !
Liebe Grüße
Michaela _________________ Michaela (1967) mit T.
mit Tom (2003), frühkindlicher Autismus (auf hohem Funktionsniveau), getesteter IQ 61
A. (98), Asthma bronchiale und L. (94)
genau vor drei Tagen haben meine Eltern haben ihren persönlichen Jakobsweg - von ihrer Haustür bis Santiago des Compostela immerhin 2620 km - nach mehr als drei Monaten emsigen Wandern sbeendet.
Gut möglich, dass sie auch bei Euch vorbeigekommen sind
Sie haben natürlich auch ihre Enkelkinder in Gedanken mitgenommen.
Unser Deal war: Ich bete mit den Kinder täglich um ein Nachtlager (hat geklappt, Bettwanzen und nervende Herbergszimmernachbarn gab es natürlich trotzdem ) und sie für die Entwicklung der Kinder.
Naja, seit etwa drei Wochen holt Mila motorisch MÄCHTIG auf: krabbelte plötzlich versiert durch die Gegend und stellte sich von jetzt auf gleich mehrfach hin - und gestern gewährte uns das Amt für Bene ohne jede Rückfrage drei Stunden täglich Autismustherapie in der KITA!
Falls das Amt sich damit nicht vertan haben und tatsächlich drei Stunden täglich ein zusätzliche Fachkraft (!) in die I-KITA (!) schickt, hat sich der Weg nach Santiago doch schon aus diesem Grunde gelohnt, oder
LG
Angie _________________ Benedict / März 2008 - expressive Sprachentwicklungsstörung, FKA, aber unter gfcf-Diät seit 12/2010 macht er Riesenfortschritte: http://www.REHAkids.de/phpBB2/ftopic73493.html
(wird regelmäßig aktualisiert, Diäteffekte ab Seite 3)
mir geht es bei jedem Fernwanderschild so, dass ich denke, wenn ich jetzt doch nur hier einfach weiterlaufen könnte. Sehen könnte, was hinter der nâchsten Kurve ist, hinter dem nâchsten Hügel....Ich habe früher viel gewandert, und was war das für ein Gefühl, wenn man den Berggipfel geschafft hat!!!!Einfach gewaltig! Dazu all die anderene Wanderer, denen man unterwegs begegnet, die man mal überholt, von denen man dann mal selber überholt wird, die man dann am Ziel wieder trifft.....Unterwegs denkt man: ich kann nicht mehr und dann hilft es, wenn man ein fach nur an den nâchsten Schritt denkt, und irgendwann hat man es geschafft und wird belohnt für die Mûhe.. Das ist einfach immer so ein gewaltiges Erlebnis!!!
Renate _________________ Mutter von drei nichtbehinderten Kindern und von Tikvah: schwere Entwicklungsstörung des Gehirns, Epilepsie, frühzeitige Pubertät
Wenn ich die Männer der Wissenschaft sagen höre, dass sie Gott nicht sehen könnten, so staune ich. Für mich ist's unmöglich, ihn nicht zu sehen. C.H.Spurgeon
Komisch, seit einigen Wochen trage ich mich mit dem Gedanken, irgendwann mal den Jakobsweg zumindest in Teilen zu gehen... Den Beweggrund hierfür kann ich gar nicht mal nennen, aber irgendwie ist das Leben seit Tim´s Geburt noch tiefgründiger geworden.
@ Anne-Katharina - gerne darfst Du uns in Gedanken mitnehmen (für uns zum Schnuppern sozusagen)
LG
Nicole _________________ Grüße von Nicole (*72) und Tim (*09), diverse Hirnfehlbildungen und seit Febr. 2010 West-Syndrom (leider seit Mai 2011 nicht mehr anfallsfrei mit auffälligem EEG) - kann nicht sprechen, nicht laufen, nicht sitzen, nicht krabbeln - ABER unser Li-La-Launebär - Wer Schmetterlinge lachen hört, der weiss wie Wolken schmecken -
Hallo Tim´s Mama!
Gerne nehme ich euch in Gedanken und zum Schnuppern mit. Ihr glaubt gar nicht, wieviele Personen in so einen kleinen Rucksack passen.
Es ist nicht wichtig, wie weit man läuft, oder dass man den gesamten Weg in einer Tour läuft. Wichtig ist doch nur, dass man sich aufmacht, dass man sich Gedanken macht.
Und ihr seit hier doch alle täglich am Pilgern: auf der Suche nach dem besten Weg für eure Kinder und euch - ich habe da größten Respekt vor.
Ich mag einen Satz von Friedrich Nietzsche sehr gerne, der mich in schweren gesundheitlichen Zeiten begleitet hat:
Es gibt auf der Welt nur einen Weg auf welchem niemand gehen kann, außer dir: Wohin er führt? Frage nicht, gehe ihn.
Das Leben so nehmen wie es kommt, mit allen Widrigkeiten, sich seinen Weg suchen - das ist es letztendlich was auch den Jakosweg ausmacht. Ihr geht diesen Weg täglich.
Ich möchte auch Menschen Mut machen: sovieles ist möglich. Niemand hätte mir den Weg zugetraut, nach allem was gewesen ist.
Herzliche Einladung, falls jemand mal etwas Richtung Santiago abdriften möchte: www.anne-sternenweg.blogspot.com
Im Nachhinein habe ich meine Erfahrungen, kombiniert mit Fotos und Dia-Shows in einem Blog zusammengefasst.
Ihr seid alle auf dem Weg, die Kilometerzahl ist nicht entscheidend!
Lieben Gruß Anne _________________ Zustand nach Pankreatitis, Myocarditis, Meningitis und 13 OP´s (unter anderem Blase, Niere, Harnleiter, Harnröhre, Knie, Schulter), Fibromyalgie und viele Kleinbaustellen
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