eben rief meine Cousine an. Wir haben recht wenig Kontakt (wohnen auch 300 km voneinander entfernt), habe ihr dann erzählt, dass Carina wieder epileptische Anfälle nach 17 Jahren hatte. Nun, sie hat eine gesunde 15jährige Tochter. Da sagte sie, dass sie froh ist, dass sie eine gesunde Tochter hat. Kann ich ja gut nachvollziehen, würde ich auch besser finden, wenn Carina fit wäre, aber so etwas einem auf die Nase zu binden, fand ich irgendwie unsensibel. Wie seht ihr das denn? Ich habe ihr das dann nicht gesagt, wir telefonieren eh wenig miteinander, gesehen habe ich sie das letzte Mal vor 10 Jahren.
Hallo Doris,
gerade eben habe ich in anderem Thread hier geschrieben: "ich weiß, wer mir gut tut und denjenigen sehe ich auch mal eine "Entgleisung" nach" (ist jetzt ein bisschen verkürzt und sinngemäß).
Das ist mittlerweile mein Standpunkt und ich denke, anders geht es auch nicht.
Falls Dich auch meine persönlich Meinung zu der Situation, die Du geschildert hast interessiert: geht gar nicht, Deine Cousine ist nicht gut für Dich.
Aber das war auch nur eine Momentaufnahme.
Falls sie Dir doch sehr wichtig ist, schlucke halt Deinen Ärger herunter und tröste Dich damit, daß ich (und sicherlich viele andere hier) ihn sehr gut nachvollziehen können.
ich bin in solchen Dingen eigentlich auch sehr sensibel, aber diese Aussage finde ich absolut nicht schlimm.
Warum sollte sie über ihre gesunde Tochter nicht froh sein? Auch ich bin sehr froh über meinen zweiten gesunden Sohn. Das ist doch ein ganz natürlicher Gedanke, den man meiner Meinung nach auch aussprechen darf.
Sie hat deinen Kummer und deine Sorgen gehört, und war danach dankbar über ihre gesunde Tochter.
Wo ist das Problem?
LG _________________ Sohn (19), Autismus, Intelligenzminderung, Epilepsie
also ich bin da sehr empfindlich und denke es kommt auch auf die gesammte Situation/Telefonat an...
Hat sie deine Sorgen denn auch erhört und verstanden und sich intressiert?
Oder hat sie gleich gesagt wie froh sie für sich ist?
Finde es schon unsensiebel...
Aber wenn ihr eh nicht viel Kontakt habt....
Ärger dich nicht.... _________________ Jessika (32), Frank (35), Anna Julie 9 Jahre und unser Fynn *01. Mai 2006 Down Syndrom
Hallo Doris,
Deine Cousine kriegt von Eurem Leben mit Euren Besonderheiten nicht wirklich etwas mit. Epilepsie haben viele Leute mal gehört und verbinden damit einfach nur Krampfanfälle. Was da alles mit zu gehört, wissen die wenigsten und dass es für uns Betroffene belastend ist...
Nimm es ihr nicht übel - ich finde, es zeugt von einer gewissen Hilflosigkeit - nicht wissen, was man jetzt passenderweise sagen sollte...
Sich darüber zu ärgern ist vergebliche Liebesmüh - dass es wehtut keine Frage, aber "verschwende" Deine Zeit nicht damit. Ihr werdet Euch dadurch nicht öfter oder weniger sprechen.
fühl Dich mal gedrückt
Nicole _________________ Grüße von Nicole (*72) und Tim (*09), diverse Hirnfehlbildungen und seit Febr. 2010 West-Syndrom (leider seit Mai 2011 nicht mehr anfallsfrei mit auffälligem EEG) - kann nicht sprechen, nicht laufen, nicht sitzen, nicht krabbeln - ABER unser Li-La-Launebär - Wer Schmetterlinge lachen hört, der weiss wie Wolken schmecken -
Hallo, bei meinem Vater erwähne ich kein Wort von meiner großen und auch bei anderen Menschen nur den ich voll vertrauen kann und die mich verstehen. Von vielen anderen haben wir uns entfernt. Ein Sprichwort sagt: " Du mußt dich nicht an Menschen binden, die dir nicht gut tun!" Und so haben wir auch zu bestimmten engsten Familiengliedern den Kontakt abgebrochen. Und ich sag dir, das ist wunderschön, du mußt dich nicht aufreiben....Aber dazu gehört viel und dein Mann muß dies voll und ganz unterstützen. Gott sei Dank hab ich einen wundervollen Mann, auch wenn´s oft fetzt wegen der Kinder, aber eine Behinderung ist halt nicht einfach egal welche. Du bist bestimmt eine wundervolle Mutter!!! Lg Michell _________________ Tochter 05/05 leichte Intelligenzminderung = geistige Behinderung, Störung des Sozialverhaltens und der Emotionen, Mikrozephalie, Asthma, aut. Züge undTochter 06/08 Jahre Asthma und intelligent
ich als etwas unsensiblere Sorte Mensch, finde den Satz jetzt nicht schlimm, sondern nachvollziehbar und ich wäre auch nicht sauer, wenn mir jemand aus meiner Familie sagen würde "Mensch, was bin ich froh, dass meine Kinder gesund sind."....sondern würde dem zustimmen "ja, das kannst du auch sein."
Mein Kind wird auch nicht gesünder, wenn sie mich bemitleiden und ihre eigene Erleichterung für sich behalten.
Ich erwische mich ja selber bei den Gedanken, wenn ich tagsüber mit dem kleinsten unterwegs bin, dass ich denke "Wow, wie nett und einfach das Leben doch mit einem ganz normalen Kind ist...hätte ich nicht gedacht."
Soll ich dann jedes mal sauer auf mich selber sein, dass ich mich in dem Moment freue?
Also ich würd es nicht überbewerten. Sie hat das ja nicht gesagt um dich zu ärgern, sondern das war halt in dem Moment ihr Gedanke, der wohl auch ganz normal ist.
LG Ela _________________ Ela (Bj.74) mit Marvin (09/97, CP, geistige Behinderung, fehlende Sprache, Epilepsie, Neurodermitis) und Felix (10/01 ADS?, Neurodermitis) und Gordian Andrin 10/09 und Aurelian 8/11
Manchmal bin ich in Versuchung, anderen Müttern und Vätern zu sagen, daß sie sich bewußt werden sollen, welch ein großen Geschenk es ist, gesunde Kinder zu haben, denn das ist nicht selbstverständlich und kann so schnell vorbei sein.
Wenn es dann aber jemand ausspricht, der gesunde Kinder hat, ist es auch wieder komisch.
Aber ich denke auch, daß es auf den Zusammenhang ankommt. Wenn es im Sinn von 'Ich muß wirklich dankbar sein, eine gesunde Tochter zu haben' gemeint war, finde ich die Aussage vollig legitim. Wenn es aber als 'Was geht das mich an, meine Tochter ist doch gesund' rüberkam, dann kannst du deine Cousine aus deinem Adressbuch streichen _________________ Liebe Grüße
Sabine
Sabine(68), Christof(63),Thomas und Philipp(96),25.SSW,ADS und wachstumsverzögert, Jonas(*10.3.98,), Hirntumor seit 2003, gestörtes Gleichgewicht, sauerstoffpflichtig, Schluckstörungen, Reflux; Jonas ist am 3.2.2009 gestorben.
vielen Dank für Eure Antworten, ich war jetzt auch nicht direkt sauer auf meine Cousine sondern fand es nur ein wenig unsensibel. Natürlich ist jeder froh, wenn er ein gesundes Kind hat, ich bin auch froh, dass Carina - trotz ihrer Behinderung - einigermaßen fit ist und vieles allein regeln kann (fährt z.B. allein mit dem Bus in die Stadt). Trotzdem würde ich so eine Aussage nie gegenüber denjenigen mitteilen, der ein schwerer behindertes Kind hat.
Anmeldedatum: 24.06.2011 Beiträge: 873
Wohnort: Berlin
Verfasst am: 27.06.2011, 12:42 Titel:
Hm, ich finde es schon gut, dass Deine Cousine es nicht als Selbverständlichkeit ansieht, ein gesundes Kind zu haben. Denn so manche Eltern, sehen es ja doch als was selbstverständliches an. _________________ Michaela (12/68, alleinerziehend; habe aber ne tolle Familie) mit Kevin (9/91): Unklare Genese mit beinbetonter Tetraspastik, Pseudotumor Cerebri (Shunt sei 01/2010), Brachydaktylie der Finger, leichter Lernbehinderung, Bluthochdruck.
Teilzeitrollstuhlfahrer
SBA: 90, B, G
Pflegestufe I
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