Verfasst am: 02.06.2011, 21:48 Titel: Verbale Dyspraxie: Können Eure Kinder summen/ bewusst rufen?
Hallo,
Bene (3) spricht nicht, versteht aber alles. Unklar ist, ob dieses Nicht-Sprechen auf einen FKA und/oder eine verbale Dyspraxie zurückzuführen ist.
Nun ist mir aufgefallen, dass viele autistische Kinder, die nicht sprechen, gleichwohl Melodien summen. Bene ist sehr musikalisch, er LIEBT Musik in jeder Form, kommt sofort gerannt, wenn jemand singt und schaut der Person auf den Mund und in die Augen, spielt sehr melodisch und variantenreich auf seinem Keyboard und nörgelt vor sich hin, wenn jemand bewusst oder unbewusst besonders schief singt.
Aber ich habe Bene noch nie summen hören. Auch kann er nicht bei einem Bewegungsspiel bewusst "schreien". Er lacht zwar und öffnet den Mund wie die anderen Kinder, aber es kommt nicht zwingend ein Ton
Wenn Benedict nach einem Snack aufstehen will, trinkt er oft seine Tasse erst völlig leer, wirft sie dann auf den Boden und lacht dabei, weil er weiß, dass wir dann gerannt kommen.
Wirft er die volle Tasse versehentlich um, weint er und schaut uns "betröppelt" an, so nach dem Motto: Das wollte ich nicht!
Wenn er auf dem Töpfchen fertig ist, klappert er bewusst mit einer Schüssel, damit wir ihn abwischen.
Es scheint für uns also wirklich so, dass er seine Stimme nicht bewusst einsetzen kann, obwohl er kommunizieren möchte.
Hat jemand bei seinem Kind mit VED Ähnliches beobachtet?
War den Kindern mit einem Talker geholfen?
Liebe Grüße
Angie _________________ Benedict / März 2008 - expressive Sprachentwicklungsstörung, FKA, aber unter gfcf-Diät seit 12/2010 macht er Riesenfortschritte: http://www.REHAkids.de/phpBB2/ftopic73493.html
(wird regelmäßig aktualisiert, Diäteffekte ab Seite 3)
Das klingt für mich schon so, als könnte hier ein "Talker" weiter helfen. Muss ja nicht gleich was riesig komplexes sein, aber doch wenigstens ein BigMäck, besprochen mit sowas wie "Bitte hilf mir mal jemand" um .. wie soll ich das jetzt nennen ... "unangemessenes" Verhalten wie Tasse werfen und Schüsseln klappern erst gar nicht anzutrainieren. Denn scheinbar würde er es ja gerne anders machen, wenn er denn könnte.
Aber das ist jetzt nur so ein erster Gedanke aus der Ferne.
Schöne Grüße
Martin _________________ Vater eines behinderten Kindes (Kabuki-Syndrom, +04.05.2008), Rehaberater (Kommunikationshilfen), ca. 10 Jahre Erzieher im Behindertenbereich, 3 Jahre Berater Hilfsmittel Sonderbau, FC-Erfahrung (sowohl gestützte Kommunikation als auch FC Köln )
unabhängig von der Talker-Frage: Haben deiner Erfahrung nach Kinder mit VED Probleme mit dem Summen und/oder bewussten Rufen?
LG
Angie _________________ Benedict / März 2008 - expressive Sprachentwicklungsstörung, FKA, aber unter gfcf-Diät seit 12/2010 macht er Riesenfortschritte: http://www.REHAkids.de/phpBB2/ftopic73493.html
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Boah... da kann ich gar nichts zu sagen. Ich bin ja immer nur zur Talker Beratung da. _________________ Vater eines behinderten Kindes (Kabuki-Syndrom, +04.05.2008), Rehaberater (Kommunikationshilfen), ca. 10 Jahre Erzieher im Behindertenbereich, 3 Jahre Berater Hilfsmittel Sonderbau, FC-Erfahrung (sowohl gestützte Kommunikation als auch FC Köln )
Hi Angie
Noah ist bald 7 Jahre und hat auch eine expressive Sprachentwicklungsstörung,
das gehört auch zu den Kardinalsymtomen seines Syndroms.
Noah hat bis zum vollendeten 1. Lebensjahr eine normale Sprachentwickluing
gehabt.
Dann kam es zur plötzlichen Wende,Noah verstummte
kein Ton kam über seine Lippen,nur in Form von Weinen.
Das blieb 2 Jahre so,keiner wusste einen Rat.
Mit dem 4. Lebensjahr reagierte Noah wie dein Sohn.
Selbst Haare Ziehen ,war eine Art der Kommunikation.....
er zeigte damit dass er nicht einverstanden war.
Wenn er nicht mehr essen wollte,flog schon mal eine Tasse oder Teller.
Das ist Sprachaufbau die Kinder erwarten einen Gegenreaktion.
Da sie nicht sprechen können ,sucht man andere Wege.
Im 5. Lebensjahr begann mein Sohn sein Sprachaufbau auszuweiten.
Wenn er was wollte,führte er unsere Hand.
Oder er ging zum Objekt und zeigte drauf.
Wenn Noah böse ist,kneift er sich selbst,manchmal auch uns.....
aber ganz zart
Jetzt im 6.Lebensjahr haben wir alles im Alltäglichen fotografiert
und als Kartenset angefertigt.
Noah muss uns die Karte zeigen was er essen will.
oder womit er spielen möchte.
Das funktioniert inzwischen.
Da sich ein Sprachaufbau und ein Sprachverständnis zeigte,hat Noah
auch zusätzlich ein Humankommunikator.
Noah spricht kein Wort,er summt aber Melodien nach.
Das ist aber nichts Ungewöhnliches,denn das Singen....summen
findet sich im anderen Areal des Hirnszentrum ,als das Sprachzentrum.
Also viele die nicht sprechen können,besitzen die Fähigkeit zu singen
bzw.zu summen.
Liebe Grüsse Carmen
die Frage finde ich interessant. Unsere Tochter im selben Alter spricht ja auch noch nicht. Wir haben noch keine Diagnose.
Summen kann sie - bzw. auf einer Silbe singen, wie z.B. "da da da da", tut es aber eher selten, obwohl sie Musik auch ganz toll findet . Rufen tut sie nicht direkt, jammert aber laut rum und schreit "EEHHH", wenn etwas nicht in Ordnung ist.
Wie macht sich Bene denn bemerkbar, wenn sozusagen Gefahr im Verzug ist?
Einen Talker o.ä. haben wir bis jetzt nicht beantragt, werden wir aber wahrscheinlich früher oder später machen, wenn die Entwicklung so weiter geht.
was hat dein Sohn für eine Diagnose? Bene führt uns NICHT mit der Hand zu einem Gegenstand (sondern bringt uns den Gegenstand), aber wenn er es jemals täte, würde man ganz sicher wieder behaupten, das Hin-Führen sei ein typisch autistisches Symptom .
Wir sehen das z.T. umgekehrt: Benes Unfähigkeit zu sprechen erzeugt/verstärkt autistisches Verhalten. Ich würde irgendwann auch nicht mehr auf Kinder zugehen, wenn meine Annährerungsversuche per Berührung (mangels Sprache) immer wieder schroff zurückgewiesen wierden. Ich würde an seiner Stelle irgenwann auch nicht mehr gerne Menschen in die Augen sehen, denn oft stellen sie ihm dann ja Fragen, die er nicht beantworten kann.
Und Bene hat Störungsbewusstsein, weint mitunter jämmerlich, wenn bei Anamnese die Sprache auf seine Defizite kommt und haut sich mitunter verzweifelt auf den Mund, wenn er sich nicht ausdrücken kann. Wenn man ihm rückmeldet, was man denkt, das er sagen wollte und ess stimmt, hört er sofort mit dem Schlagen auf den Mund auf und umarmt den "Übersetzer"
Wenn Gefahr im Verzug ist und er sich absolut nicht mehr helfen kann, er z.B. irgendwo nicht mehr hervorkrabbeln kann, dann WEINT er laut.
Unsere Geschichte ist insofern besonders, dass Bene bis zum 15. LM sprachlich und motorisch super entwicklelt war. Mit 15 Monaten führte ich normale Milch ein - und Bene entwickelte sich aufgrund einer - wie wir seit fünf Monaten wissen - nachgewiesenen Stoffwechselstörung, bei der aus Milch und Gluten Opiate gebildet werden, sozial, kommunikativ und motorisch ZURÜCK( genaueres siehe Threads in meiner Signatur)
Unter Diät wurden seine motorischen Dyspraxien schon wieder wesentlich besser, auch die autistischen Symptome gingen ein wenig zurück.
Wir hoffen, dass die Sprache auch wieder kommt, da er auch wieder vermehrt Mundbewegungen macht.
Bene hat erst seit kurzem Logopädie. Angedacht sind zunächst Bildkarten und dann ein Talker.
Bene spielt gern Steckfix vom Tandemverlag. Da kann er die richtigen Antworten stecken und ich mach nebenbei bewsusst Sprachförderung mit ihm, in dem ich z.B. bei manchen Karten bewusst "weil" oder "damit"-Sätze bilde.
Es ist nämlich eine Riesenherausforderung für mich, mit ihm normal. d.h. seinem Verständnis enstprechend zu kommunizieren, eben weil er nicht antwortet.
Wie macht löst ihr dieses Problem?
LG
Angie _________________ Benedict / März 2008 - expressive Sprachentwicklungsstörung, FKA, aber unter gfcf-Diät seit 12/2010 macht er Riesenfortschritte: http://www.REHAkids.de/phpBB2/ftopic73493.html
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Hallo,
unser Sohn hat auch VED, aber bei ihm ist seit einigen Wochen wohl der Knoten geplatzt Er lernt jeden Tag viele Wörter hinzu und wendet sie an.
Allerdings hatten wir nie Probleme zu kommunizieren. Als er noch nicht lautiert hat, hat er ganze Geschichten mit Gesten erzählt, dann hatte er seine eigene Sprache und nutzt nun seine Wörter.
Er konnte schon immer rufen (Mama und Papa) und hat dieses auch immer eingesetzt. Er kann summen, summt seit langem ganze Meldodien nach.
Also in den Bereichen finde ich mich gar nicht wieder.
Ich denke, dass viele Kinder mit diesem großen sprachlichen Defizit verhaltensauffällig werden, einfach um mit den anderen in Kontakt zu treten. Zum Glück mussten wir diese Erfahrung bis jetzt noch nicht machen. Von seinem ganzen Umfeld wird er so akzeptiert.
Wir haben seit einiger Zeit den Punkt erreicht, dass er sich seines "Nichtsprechens" bewusst ist, und auch wirklich etwas daran ändern will. In einigen Wochen geht es nach Thalheim und ich hoffe sehr, dass uns diese Therapie noch schneller weiterbringt.
Mit ihm Altersgerecht zu kommunizieren, fällt uns nicht so schwer. Wir merken ja, für welche Sachen er sich gerade interessiert (Feuerwehr, Weltall, Wetter, Wald etc. etc.) und bieten ihm dementsprechen Lesestoff an. Er zeigt uns dann, was er wissen möchte etc. Lük finde ich auch immer ganz gut.
Wir arbeiten bei der Logopädie auch mit Lautkarten, die wir aus Baiersbronn mitgebracht haben. Nach Padovan turnen wir auch noch.
Liebe Grüße
Susanne
Ich drücke Euch die Daumen, dass es auch positiv bei Euch weiter geht
Hallo Susanne,
ich freue mich so für Euch Meine Daumen sind auch für Euch gedrückt, dass es so super weitergeht!
Steckfix ist in etwa mit LÜK vergleichbar, allerdings für stark visuelle Typen etwas komfortabler.
LG
Angie _________________ Benedict / März 2008 - expressive Sprachentwicklungsstörung, FKA, aber unter gfcf-Diät seit 12/2010 macht er Riesenfortschritte: http://www.REHAkids.de/phpBB2/ftopic73493.html
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Ben konnte schon "immer" Mama sagen und mit 2 sogar schon Papa, somit uns rufen ging quasi immer.
Wenn er was will, geht er hin und erwartet, dass wir hinterherkommen. Wörter die er gebärden kann, gebärdet er auch und lautiert dazu, mehr oder weniger verständlich.
Wenn ich ihn auffordere es mit den Händen zu sagen (unser Großer nennt das "Händisch") dann versucht er eine Geste zu machen.
Bisher kommen wir damit gut zurecht. Ich bin gerade dabei Gebärdekarten im Haus zuverteilen, so dass wir sie uns alle noch weiter verinnerlichen können bzw. neue dazu lernen.
Aber auch wir haben fast täglich Tränen, Wut und Frust aufgrund von Verständigungsproblemen.
Zum Thema summen.
Bis vor ca. 8 Wochen, fand Ben Musik eher störend (außer als Säugling), ich durfte ihm auch nie vorsingen, er hat mit den Mund zugehalten.
Summen tut er bis heute noch nicht, auch wenn er versucht "mitzusingen".
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