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Aspiemama
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Beiträge: 596

BeitragVerfasst am: 04.01.2006, 15:32    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Karin,

Karin:
Es dauert also immer eine ganze Weile, manchmal auch solange, daß ich schon glaube, es sei hoffnungslos, bis sie in der Lage ist, das einmal erlernte Verhalten loszulassen und durch Neues zu ersetzen.
Ich, weiß nicht, ob ich dir damit weiterhelfen könnte, zumal die Störungsbilder und ihre Ursachen ja doch unterschiedlich sind, aber die Grundstrukturen des Bedürfnisses nach Sicherheit sind vielleicht doch gar nicht soweit auseinander

Also bei Sebastian ist es so, das er so lange im stillen übt, bis er es beherrscht. Und wenn sich da ein Fehler eingeschlichen hat - keine Chance, er lässt sich nicht mehr davon abbringen.
Aber mit dem Bedürfniss nach Sicherheit bin ich deiner Meinung, es ist ja nicht unbedingt die Diagnose wichtig (ausser für die Ämter), sondern vielmehr: Was braucht mein Kind?
Ich habe mich ein wenig in TEACCH eingelesen und will mal versuchen, das in unseren Tag einzubauen, da weiss das Kind ganz genau, was wann passiert und bekommt dadurch mehr Sicherheit. Wäre das nicht auch was für euch? (Hat ja jetzt eigentlich nichts mehr mit dem Anfangsthema zu tun, aber wenn es sich gerade ergibt ....

Liebe Grüsse
Ulrike
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Ute und A.
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BeitragVerfasst am: 05.01.2006, 13:00    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Karin,

ja, der Moro ist ein frühkindlicher Reflex und sollte in den ersten Lebensmonaten abgebaut werden. Manchmal geschieht dies aus den unterschiedlichsten Gründen nicht, dann bleibt er bestehen und die betroffenen Kinder haben viele sich ähnelnde Auffälligkeiten. Z.B. ist er bei den meisten AD(H)Slern nachweisbar und wird auch mit Autismus in Zusammenhang gebracht.
Der Moro wird durch Schreckreaktionen ausgelöst, das testet auch der Kinderarzt bei den ersten Us in dem er das Kind zurückfallen läßt, dabei muss es die Arme öffnen, aber irgendwann sollte das halt durch andere Verhaltensweisen ersetzt werden. Klappt das nicht, entwickelt das Kind eigene Methoden zur Kompensation. Es ist oft durch die Umwelt überfordert und zieht sich zurück oder dreht richtig auf, um die Überforderung zu überspielen. Da das ganze System durcheinander geraten ist entwickeln sich oft auch die verschiedensten Lernstörungen oder andere Auffälligkeiten, bei denen die herkömmlichen Therapien (Ergo, Logo) oft nicht richtig wirkungsvoll greifen. Uns hat die Reflexausreifungstherapie geholfen, bei der die Reflexe erst zum Höhepunkt gebracht werden, bevor sie von selbst verschwinden, so wie es eigentlich auch sein sollte.
Ich weise nochmal auf meine untenstehenden Links zu INPP und besonders ADHS (viele Links mit weiterführender Literatur) hin.

Grüße
Ute

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Sohn: früher ADHS, auditive und visuelle Wahrnehmungsstörung, motorische Probleme, Lernstörungen. Jetzt gesund!

Mehr zu ADHS, KISS und frühkindlichen Reflexen:
www.adhskissreflex.bboard.de
http://www.reckhaus.info/adhskissreflex/
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eve´s mum
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BeitragVerfasst am: 05.01.2006, 13:33    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Ute,

ja, vielen Dank für Deine Erklärungen. Gibt es eine Möglichkeit selbst herauszufinden, ob das Kind jenen Moro-Reflex abgelegt hat, oder nicht?
Im Grunde genommen kenne ich ja die Ursachen für Eves Verhaltensproblematik - eben einerseits FAS mit daraus resultierendem ADSH und andererseits die Traumatisierung, was beides eine relativ ähnliche Symptomatik produziert und sich gegenseitig noch potenziert.
Aber da herkömmliche Therapien - mit Ausnahme von Logo - da allerdings wirklich relativ wenig ausrichten können bin ich natürlich immer an anderen Ansätzen interessiert, möchte jedoch mein ohnehin schon sehr überdrehtes Kind natürlich auch nicht unnötig irgendwelchen Untersuchungsterminen aussetzen.

Ersteinmal vielen Dank

Karin

@ Ulrike

hast natürlich recht, im Grunde interessiert die Diagnose nicht wirklich. Interessiert sind allenfalls die Symptome und wie man dem Kind helfen kann.
Muss mich sobald Zeit da ist auch mal in Teacch einlesen - alles was zu mehr Sicherheit, Stabilität und Berechenbarkeit führt, ist in Eves Fall hilfreich. Wobei unser Tag und unser Leben schon ohnehin sehr strukturiert sind - da unserer Eve jegliche Fähigkeit zur inneren Strukturierung fehlt, muss man sie ihr zwangsläufig von außen geben, sonst läuft alles völlig aus dem Ruder. Schon Feiertage - so wie Weihnachten - sind eine mittlere Katastrophe....

Alles Liebe Dir

Karin

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Chelly
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BeitragVerfasst am: 05.01.2006, 16:47    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo,
bei meinem Sohn hat damals die Logopädie auch absolut nichts gebracht. Deshalb haben wir sie auch abgesetzt. Wisst Ihr, wann es besser bzw. gut geworden ist? Als die in der Schule angefangen haben mit dem Lesen. Mittlerweile ist Kevin 14 Jahre alt und plaudert wie ein Wasserfall und benötigt auch keine Logopädie mehr.

Gruß von
Chelly Very Happy
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Ute und A.
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Beiträge: 271

BeitragVerfasst am: 05.01.2006, 18:14    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo eve´s mum,

wirklich fundiert kann das natürlich nur ein Fachleut feststellen, in den Büchern von
Beigel ( http://www.pbv.at/webmanager/view.p.....chlagwort=Teilleistungsstörungen&page=1; Achtung, Link geht nach dem ö weiter! ) und hauptsächlich
Goddard ( http://www.deutsches-fachbuch.de/re.....schauen/42/3935767277.htm ) sind Tests zu den verschiedenen Reflexen skizziert.
Kennzeichnend für den Moro ist aber u.a. dass sich die Pupillen, die ja im Dunklen geweitet sind, beim Hineinleuchten mit einer Taschenlampe nicht sofort zusammenziehen, oder man könnte das Kind auf einen Stuhl setzen, diesen zurücklehnen und noch weiter nach hinten fallen lassen (natürlich auffangen). Das Kind sollte die Arme vorher locker vor der Brust haben. Wenn es sie beim Fall öffnet, ist das ein Zeichen für den Moro. Inwieweit jedes Moro-Kind auf jeden Test reagiert, kann ich nicht genau sagen und manchmal versteckt sich der Moro auch hinter einem TLR und kommt erst zum Vorschein, wenn dieser bearbeitet wurde.
Für eine erste Einschätzung helfen aber auch die Eigenschaften von Moro-Kindern, die z.B. in http://www.chucholowski.homepage.t-.....e.de/praxis/downloads.htm gut beschrieben sind.

Grüße
Ute

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Tobias
Kinder-
physiotherapeut
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BeitragVerfasst am: 05.01.2006, 21:47    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo eve's mum / Hallo Karin,


der Moro ist zuerst mal kein Reflex sondern eine Reaktion! (ich weiß nicht, warum da immer wieder falsche Informationen verbreitet werden....)

-->Reflexe sind einfache, neuronale Bewegungsmuster, die über eine Verschaltung im Nervensystem (-> hier speziell im Rückenmark) weitergeleitet werden....man nennt das auch "unimodal" und man kann sich das sehr gut am Beispiel des Knie-Sehnen-Reflexes erklären (=wenn der Patient auf der Liege sitzt mit überhängenden Beinen und dann klopft der Doc auf die Kniescheibe und der Unterschenkel streckt sich blitzschnell...)
-->Reaktionen sind das Gegenteil! Sie werden über "mehrere Etagen verschaltet! Das heisst sie sind poly(=viele)modal. Der Moro gehört zu letzteren, da er viel zu Komplex ist, ein "einfacher Reflex" zu sein!!!


So, der Moro ist auch eine Reaktion die in zwei Phasen stattfindet:
1a-Phase: das Kind "fliegt" förmlich auseinander und zeigt eine Menge an sensomotorischen Reaktionen dabei:
- Zuerst wird Alarm im Nervensystem gegeben, dass bedeutet, dass Hormone die zu einer gesteigerten Abwehr führen ausgeschüttet werden: Arenalin und Kortison....
das "pusht" das Immunsystem und das ist auf lange sicht gesehen nicht positiv sondern eher kontraproduktiv....
- dann geht die sensomotorische Reaktion los:
1. die Augen (Pupillen) werden weit aufgerissen
2. der Brustkorb sammt Rippen und Wirbelsäule wird auf einen starken Einatemzug vorbereitet und druchgeführt um die Atmung zu vertiefen (dabei kommt es immer wieder zu Problemen mit den nicht viel beachteten BlockadenimBrustwirbelsäulenbereich, die - wenn sie nicht gelöst sind den Brustkorb in Einatemstellung "fixieren"....mit Folgen)
3. die Ohren schalten auf "hallo wach"
4. der Tonus der Muskulatur erhöht sich um am besten für die "Abwehr" der Gefahr gefeit zu sein...
5. die Brustwirbelsäule streckt sich
6. der Nacken überstreckt sich (auch als Ursache der zu vertiefenden Einatmung!)
7. der Mund öffnet sich (auch als Ursache der zu vertiefenden Einatmung!)
8. die Arme werden nach hinten geschmissen in nach außen gedrehter und vom Körper weggestreckter Haltung

und und und noch vieles mehr...

dann kommt die 1b-Phase (die wird immer vergessen und findet bei vielen überhaupt keine Beachtung!!!)
-> das Kind bricht zusammen und fällt in eine Beuge-Haltung.
diese Beugehaltung ist die eigentliche Ursache für die Annahme das man auch "autistische" Züge bzw. deren Ursachen dahinter vermutet! (und nicht etwa das Auseinanderfliegen!) Die "inerte" Haltung ist vergleichbar mit der eines in "Todesangst" kauernden Kaninchens...um mal ein mögliches Beispiel zu nennen....


Was ich Euch abschliessend empfehlen kann ist die Überlegung ein betroffenes Kind auf mögliche Defizite der Haltungs- und Stellreaktionen zu untersuchen bzw. untersuchen zu lassen. Die Reaktionen, die hier immer wieder ins Spiel gebracht werden sind nicht die Ursache für viele Probleme. Alle Reaktionen sind sekundär an den Problemen beteiligt!! Die Ursache liegt zumeist woanders! Die Reaktionen werden üblicherweise abgebaut und das nur im Zusammenhang mit einer ausgereiften Sensomotorik!!!
Was heisst das? Das heisst das man nur dann Reaktionen voll entwickeln kann, wenn man die Meilensteine der kindlichen Entwicklung physiologisch (=also normal) durchläuft! (Und nicht umgekehrt erst die Reaktionen!) Und dann kann man auch die Reaktionen abbauen. Viele ignorieren das aber und sagen "es müssen die Reaktionen durchlaufen werden..." (das ist alles nur sekundär!)


Auf der anderen Seite haben wir alle unsere Reaktionen. Ich kann bei fast jedem Menschen den Moro "positiv" testen...man muss nur wissen wie! Um es einfach zu sagen:man muss nur einen ausreichend großen Schreck produzieren!!! Aber der Irrtum an der Theorie mit der Reflexausreifung ist die Tatsache das man die Reaktionen aufbauen muss um sie dann abzubauen und dann ist alles wieder gut....das sehe ich nicht so!


Im Übrigen wird die Moro Reaktion bei Kinderärzten schon längst nicht mehr mit dem "zurückfallen" lassen des Körpers getestet (zumindest bei denen die sich stetig fortbilden). Man lässt das Kind auf der Unterlage liegen und zieht diese ein Stückchen ruckhaft zur Seite...und bums...das reicht! Also nix mit zurückfallen lassen...das bedeutet viel zu viel Stress vor allem für die Kopfgelenke! Ich teste den Moro auch bei älteren Kindern aber ich tue mir das nicht an und lasse sie nach hinten fallen...das ist gar nicht nötig und produziert nur unnötig Stress.....

Ach ja, und noch zu guter letzt:
man muss keine Reaktionen "zum Höhepunkt ausreifen lassen", denn wenn man mal nur die hormonelle Situation bedenkt (siehe weiter oben), dann ist das überhaupt kein Spass für's Kind dies immer wieder durchleiden zu müssen.....Darüber könnte man noch Seiten füllen, aber das lasse ich mal lieber...

Ich gebe Euch den Tipp das Kind komplex untersuchen zu lassen um eine gute Ausgangsposition zu bekommen für eine erfolgreiche Therapie. Wenn ihr Fragen dazu habt, dann wisst ihr wo ihr mich finden könnt....

Gruß, Tobias

_________________
Tobias Bergerhoff / Kinderphysiotherapeut

Physiotherapie bei Hüftreifungsstörungen
http://www.kinderhueftdysplasie.info
Physiotherapie in Indien - ein persönlicher Erfahrungsbericht
http://www.patengemeinschaft.de/sei...../a_pt_09_08_magazin01.pdf
Die Patengemeinschaft
http://www.patengemeinschaft.de/sei...../projekte/orthopaedie.htm
jetzt auch auf Facebook:
https://www.facebook.com/pages/Prax.....r/226091370765780?sk=wall

meine Vorstellung: http://www.REHAkids.de/phpBB2/ftopic452.html

>>>Und du fühlst, dass du lebst
Weil du tanzt und fliegst, du schwebst
Weil du lachst, weil du weinst und liebst
Du bist ein Wunder
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eve´s mum
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BeitragVerfasst am: 05.01.2006, 22:25    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Tobias,

vielen Dank für Deine ausführlichen Erklärungen. Ehrlich gesagt, war meine erste Frage auch, wie ICH denn reagieren würde, wenn man mich abrupt nach hinten fallen ließe....würde ich dann nicht auch die Arme in die Luft reißen?

Fakt ist, daß ich bei einem schwerst traumatisierten Kind wie meiner Pflegetochter sicher nicht absichtlich eine Schrecksituation herbeiführen werde - bei ihr kann das ganz ungeahnte Folgen haben. Immerhin weiß dieses Kind bereits vom Babyalter an, was Todesangst ist. Der zentrale Punkt in der Arbeit mit ihr ist eigentlich immer wieder ihr Vertrauen in sich und ihre Mitmenschen zu geben.

Ihre Entwicklung ist sicher alles andere als regelgerecht verlaufen, hat sie doch die ersten 3,5 Jahre praktisch ausschließlich in ihrem Gitterbett verbracht. Krankengymnastik war mit ihr - mittlerweile ist sie 11 - bisher nicht möglich. Wir haben es immter wieder versucht, aber sie brüllt wie am Spieß, da sie sich von fremden nicht anfassen lassen mag - siehe Mehrfachtraumatisierung. Allerdings hat sie in Kindergarten und Schule Psychomotorik gehabt, was ihr sehr gut getan hat und einmal im Jahr geht es für eine Woche zum heilpädagogischen reiten.

Im großen und ganzen entwickelt sie sich entgegen sämtlicher Prognosen (nie laufen, nie sprechen), sehr gut - wie gesagt, ich bringe ihr gerade das Lesen bei.
Was und bloß immer wieder sehr leid tut - vor allem für sie, ist, daß sie so oft verbirgt, was sie eigentlich kann. Und für dieses Problem hat bisher noch niemand eine Lösung gefunden. Sad

Dir noch einmal vielen Dank - ich werde gerne auf deine Hilfe zurückkommen

Lieben Gruß

Karin

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BeitragVerfasst am: 06.01.2006, 12:12    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo,

Tobias, danke für deine ausführlichen Erklärungen.

Die Diskussion über Reaktion/Reflex brauchen wir, denke ich, nicht zu wiederholen, denn das bringt keinem Kind irgendetwas.

Wir sind uns ja auch einig, dass das normale Entwicklungs-Programm in der richtigen Reihenfolge durchlaufen werden muss. Und ich denke die Entwicklung der Sensomotorik läßt sich nicht von anderen Entwicklungsschritten, wie Halte- und Stellreaktionen sowie Reflexen/Reaktionen und der weiteren neurologischen Entwicklung abkoppeln.
Und sicherlich gibt es mehrere Möglichkeiten die Sache anzugehen, auch wenn ich von unserem Weg überzeugt bin und wir gute Erfolge erzielt haben.
Das Problem vieler Eltern, die ich im letzten Jahr kennengelernt habe war jedoch, dass niemand sie überhaupt auf diese Zusammenhänge aufmerksam gemacht hat, sondern dass die Kinder auch von den gern empfohlenen SPZs häufig in Schubladen wie ADHS gesteckt wurden, mit Medikamenten behandelt wurden, und das war's. Die Differentialdiagnostik läßt häufig sehr zu wünschen übrig und oft finden nicht mal begleitende Therapien statt um die vorhandenen Defizite aufzuholen, denn "jetzt läuft ja alles so toll". Trotzdem werden insbesondere in ADHS-Foren immer wieder die alltäglichen Probleme beschrieben.

Das Nach-Hintenfallenlassen bzgl. des Mororeflexes bezieht sich übrigens um wenige Zentimeter. Das Ausrutschen auf dem Eis mit Fall nach hinten passiert jedem mal und hat soweit ich weiß noch bei niemandem ein Trauma hinterlassen. Auch die INPP-Therapeuten machen das nicht stundenlang, da liegen wohl falsche Vorstellungen von der Therapie vor.
Außerdem ist unbestritten, dass fast bei jedem noch Restreflexe vorhanden sind, aber solange sich das in Grenzen hält läßt es sich gut kompensieren. Das Reflexausreifungsprogramm wird bei schwerwiegenden Auffälligkeiten von mindestens drei Reflexen empfohlen. (Sonst kommt wahrscheinlich auch niemand auf die Idee überhaupt in dieser Richtung zu suchen, sondern verbucht seine Problemchen im Bereich "persönliche Note").

@Karin,

dass deine Tochter 3,5 Jahre im Gitterbettchen verbracht hat spricht deutlich dafür, dass ihr notwendige Reize für eine ordnungsgemäße Entwicklung fehlen.
Die Unterstüzung durch Fachleute ist wichtig, aber informier dich trotzdem selbst weiter in soviele Richtungen wie möglich und hinterfrage auch Aussagen der Fachleute, um im Sinne deiner Tochter die passenste Förderung zu finden.
Du kennst deine Tochter am besten und die richtige Förderung ist ein Puzzle aus vielen einzelnen Schritten.

Grüße
Ute

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