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Werner I
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Anmeldedatum: 14.11.2005
Beiträge: 417
Wohnort: Bayern

BeitragVerfasst am: 10.05.2011, 22:13    Titel: Antworten mit Zitat

Svenja-L hat folgendes geschrieben:
Ansonsten könnte ich das über Krankengymnastik machen als Einzelanwendung.


Hallo Svenja,
unsere Krankengymnastin hat auch immer mal wieder Mini-Grüppchen von 2-5 Kindern.
Vielleicht wäre das ein erster Ansatzpunkt für deine Tochter?

LG
Franziska
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DagmarJ
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Anmeldedatum: 05.11.2009
Beiträge: 102

BeitragVerfasst am: 11.05.2011, 21:43    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Svenja,

habe mal in deinen alten Postings gestöbert. Der Verdacht auf Autismus wurde bereits im Februar 2010 von einer Ärztin geäußert. Etliche User haben geschrieben, dass nach deinen Beschreibungen des Verhaltens deiner Tochter der Verdacht sehr begründet ist. Du hast auch schon etliche Hinweise bezüglich der Diagnostik bekommen und immer noch nichts unternommen. Ich verstehe es nicht. Worauf wartest du? Du kannst besser Hilfe für deine Tochter organisieren, wenn du eine Diagnose hast.

Verwirrte Grüße
Dagmar J
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Svenja-L
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Anmeldedatum: 20.05.2008
Beiträge: 110

BeitragVerfasst am: 13.05.2011, 08:59    Titel: Antworten mit Zitat

DagmarJ hat folgendes geschrieben:
Hallo Svenja,

habe mal in deinen alten Postings gestöbert. Der Verdacht auf Autismus wurde bereits im Februar 2010 von einer Ärztin geäußert. Etliche User haben geschrieben, dass nach deinen Beschreibungen des Verhaltens deiner Tochter der Verdacht sehr begründet ist. Du hast auch schon etliche Hinweise bezüglich der Diagnostik bekommen und immer noch nichts unternommen. Ich verstehe es nicht. Worauf wartest du? Du kannst besser Hilfe für deine Tochter organisieren, wenn du eine Diagnose hast.

Verwirrte Grüße
Dagmar J


Weil die Probleme komischerweise nur in der Nachbarschaft auftauschen. Wie hier schon jemand schrieb, dürfen Kinder auch mal laut, auch mal "anders" sein und nicht nur lieb in der Ecke sitzen und Puppen spielen.
Wenn es zu Hause Stress gab, dann meist zu Zeiten, wo ich aufgeregt war, und Leonie spürte das.

Meine Tochter ist sicherlich nicht normal entwickelt, sie hinkt in einigen Bereichen hinterher (vorallem emotional und sozila), dazu sieht sie grösser und reifer aus, als sie alt ist. Eine schlechte Kombi. Ich denke, die Umwelt , auch ich, hat Erwartungen an sie, die sie nicht erfüllen kann. Weil sie innerlich eben nicht 6 1/2 Jahre alt ist, sondern erst 4. Einem 4-jährigem Kind würde man zugestehen, dass es trotzt, laut ist und Probleme hat, sich beim Turnen mit 7- und 8- Jährigen zurecht zu finden. So sehe ich das inzwischen.
Ich selbst bin auch empfindsam, komme mit Veränderungen nicht so gut zurecht und bin empfindlich und schmerzempfindlich. Nein, ich habe keine autistischen Züge, ich bin einfach kein Gruppentyp. Leonie ist entweder erblich mir ähnlich, oder ich lebe es ihr eben so vor. Mein Mann ist genauso.

Mein Bauch glaubt nicht an Autismus. Besagte Ärztin hat Leonie nie zu Gesicht bekommen. Ich bleibe aufmerksam, lese ja auch hier viel mit. Wenn es in die Richtung extremer wird, werde ich mir Hilfe bei der Autismuszentrale holen. Ich will nichts bagatellisieren, und dass mit ihr nicht alles richtig ist und sie auffällt, will ich nicht bestreiten. Für manche ist das ein Problem (Nachbarn und grössere Kinder), für manche ist es okay, und die sehen es gar nicht oder übersehen es.

Eine Diagnose ändert ja erst mal nichts, ausser, dass es mir Sicherheit geben würde. Die Schule wird sie in jedem Fall aufsuchen, und ich hoffe, dass es auch klappt, da es eine kleine und engagierte Schule ist und es Leonies gewohntes Umfeld ist.
Wenn es da wirklich zum Eklat kommt, werde ich tätig werden. bis dahin versuche ich an MIR zu arbeiten, damit ich die feste Mauer bin, die sie verdient hat!
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Svenja-L
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Beiträge: 110

BeitragVerfasst am: 13.05.2011, 09:33    Titel: Antworten mit Zitat

Ich habe nochmal was rausgesucht:

Die einen Autismus kennzeichnenden Symptome führen zur Störung der zwischenmenschlichen Beziehungen: Autisten neigen dazu, sich von ihrer Umwelt abzukapseln. Manche wirken auf unbestimmte Art seltsam und unnahbar. Es fällt ihnen schwer, sich in die Gefühle anderer Menschen hineinzuversetzen und deren Gedanken zu verstehen. Zudem sind Autisten nur eingeschränkt in der Lage, dauerhafte und vertrauensvolle Beziehungen zu anderen Menschen aufzubauen. Auf Kontaktversuche reagieren sie meist abweisend: Sie weichen Blickkontakten aus und lehnen Körperkontakt, wie Umarmungen oder Berührungen, sehr stark ab. In schweren Fällen suchen sie Kontakt über Riechen, Tasten oder andere Sinne – oft sind diese Versuche mit bestimmten Ritualen verbunden. Beim Spielen bezieht das autistische Kind andere Menschen nicht mit ein und bleibt lieber für sich.

Im Vergleich zu gesunden Kindern zeigen Kinder mit Autismus kaum Nachahmungsverhalten. So erwidern sie zum Beispiel beim Verabschieden kein Winken. Vielen Autisten fällt es schwer, ihre eigenen Gefühle wahrzunehmen und zu äußern. Sind autistische Kinder traurig, suchen sie meist nicht nach Trost oder können ihren Wunsch nach Trost nicht angemessen ausdrücken.


Das trifft alles nicht zu. Leonie ist eher in allem übertrieben, Z.B. bei Schmerz übertrieben laut. Sie winkt und kann Stimmungen übergenau deuten. Ich empfinde sie sozial hypersensibel (nimmt z.B. meine Stimmungen wahr, bevor ich es tue), sie ist halt nur etwas stoffelig und ungeschickt bei der Kontaktaufnahme. Ungestüm und zu sehr darum bemüht, dass man sie mag. Sie dreht auf 180, wenn sie die Nachbarskids beeindrucken will. Sie will eben nicht alleine sein und versinkt auch nicht in einer eigenen Welt. Sie will dazugehören und wird nicht akzeptiert (in der Nachbarschaft von den Kindern Smile ).
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Arifina
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BeitragVerfasst am: 13.05.2011, 09:55    Titel: Antworten mit Zitat

Ich habe mal ein Buch eines Autisten (Asperger) gelesen, indem er über seine Kindheit schriebt. Das Schlimmste war immer, dass es so schwer war Freunde zu finden. Also ihm war es schon wichtig Freunde zu haben. Das Problem war eben nicht das Desinteresse an Freundschaften, sondern das Ausleben der Freundschaften, da er durch sein Anderssein ausgegrenzt war. Er hat niemanden gefunden der genauso "tickte" wie er und fühlte sich unverstanden.

Außerdem fiel ihm es schwer Situationen richtig einzuschätzen und hat dadurch anders reagiert als viele von ihm erwartet haben. Und auch dadurch sind seine Freundschaften oft nicht von Bestand gewesen, da viele ihm nach einer gewissen Zeit doch lieber aus dem Wege gegangen sind, weil sie mit seinem Anderssein nicht umgehen konnten. Er war sehr traurig darüber. Das hat seine ganze Kindheit und Jugendzeit belastet. Er war immer auf der Suche.

Das Verhalten deiner Tochter wird sicherlich im zunehmenden Alter nicht unbedingt einfacher. Sie wird selbständer sein müssen. In der Schule sitzt keine Mutter schlichtend und beruhigend daneben. Es wird dort oft laut sein und damit muss sie umgehen können. Außerdem muss sie auch mit anderen Kindern umgehen können ohne das Erwachsene das Handeln lenken. Sie kann sich nicht immer aus der Situation rausnehmen oder in der Ecke sitzen und weinen. Sie muss ihrem Alter entsprechend angemessen reagieren.

Also ich kann nur dringend empfehlen einen Spezialisten zu suchen. Und wenn es kein Autismus ist, dann wäre zu klären, wie dem Kind geholfen werden kann. Denn so kann es nicht bleiben. Die Schule kann so zur Katastrophe werden.
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Svenja-L
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Beiträge: 110

BeitragVerfasst am: 13.05.2011, 10:07    Titel: Antworten mit Zitat

Arifina hat folgendes geschrieben:

Also ich kann nur dringend empfehlen einen Spezialisten zu suchen. Und wenn es kein Autismus ist, dann wäre zu klären, wie dem Kind geholfen werden kann. Denn so kann es nicht bleiben. Die Schule kann so zur Katastrophe werden.


Ich werde mit der Autismuszentrale Kontakt aufnehmen und das alles schildern. Dort wird man mir eine Einschätzung geben können, ob es in die Richtung geht oder nicht.

Bisher habe ich mich auch immer abhalten lassen, da man mich als hysterisch abgetan hat. Hier sieht man es ja offenbar anders ?!

Ich tue meiner Tochter ja nicht damit weh, wenn ich das ohne sie anspreche.
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Arifina
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Beiträge: 318

BeitragVerfasst am: 13.05.2011, 10:31    Titel: Antworten mit Zitat

Mich hat man auch jahrelang für bekloppt gehalten. Auch wenn wir keine Ärzte sind, können wir unsere Kinder genau beobachten und einschätzen. Man merkt genau, ob etwas nicht stimmt auch wenn man die Ursache dafür nicht kennt. Für die Diagnosen sind dann ja auch die Ärzte und Psychologen zuständig. Leider kann man sich auf diese manchmal nicht verlassen. Und dann hat man verloren.

Mein Kind hat viele Jahre keine Hilfe bekommen, weil mir keiner glauben wollte. Es wurde immer abgewunken, gelegentlich wurde mal ein bisschen Ergo verschieben. Mein Kind kann nicht richtig sehen (was ich auch immer vermutet hatte und auch gesagt hatte) und hat den Stempel ADS bekommen.

Sie hat massive Gesichtfeldeinschränkungen, aber weil ihr Visus vollkommen in Ordnung ist, hat man einfach gesagt, dass kann nicht sein, soetwas gibt es nicht.

Nun wo die Dianose endlich feststeht tun alles so, als hätten sie es ja schon immer gewusst.
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DunjamitMatisse
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BeitragVerfasst am: 22.06.2011, 19:18    Titel: Antworten mit Zitat

Ich hab mir das alles durchgelesen und frage mich was aus der Geschichte wohl geworden ist. Gibt es schon Neuigkeiten?

Ich wollte ja lange auch keine Diagnosen, weil solange alles in der Schwebe ist, kann es einfach irgendwann vorbei gehen,denkt man. Hat man eine klare Aussage, z.B. Autismus dann hat das so etwas bleibendes, endgültiges, mit dem man sich richtig auseinandersetzen muss. Es kommt einem vor wie ein Fallstrick.
Mitlerweile habe ich begriffen, dass eine Diagnose auch eine Ortsbestimmung ist, von der aus man agieren kann. Und was sehr wichtig ist: Die Umwelt kommt wesentlich besser mit Dingen zurecht die sie benennen kann.

Es ist ein Unterschied ob ich ein Mädel vor mir sehe, von dem ich denke es ist ein verzogenes, zickiges Gör oder ein Mädchen mit Autismus oder anderem.
Letzteres wird auf jeden Fall geduldiger wahrgenommen.
Die Haltung nicht voreilig Schlüsse zu ziehen, wenn ich "komische" Menschen sehe, habe ich auch nicht schon immer und was es alles an Besonderheiten gibt, erschließt sich mir erst jetzt, da ich selbst betroffen bin. Die meisten, denke ich, sehen, was sie sehen wollen, wenn man ihnen keine Dokumente unter die Nase hält.
In diesem Sinne stimme ich nach vielen Monaten des Grübelns mit der Meinung meines Neuropäd. überein, dass es besser ist, wenn man für eine bestehende Erkrankung eine Diagnose hat. Das gilt natürlich auch für den Umgang mit Ämtern und Institutionen. Ich möchte nicht wissen, was man mir schon alles erzählt und verweigert hätte, wenn ich nicht bereits zwei relativ große, wundervolle Kinder hätte. Eine wirkliche Erklärung für die Entwicklungsverzögerung meines Jüngsten gibt es auch nicht, aber ich habe immerhin ein paar Briefe wo einiges anderes bescheinigt wird, so daß man nicht auf Erziehungsdefizite in der Begründung zurüchgreifen muß.

Das sind nur ein paar Gedanken, die mir beim lesen von Svenjas Beiträgen in den Sinn kamen.
Ich hoffe, dass sich die Dinge für Svenja entspannen und der Alltag einfacher wird und die Menschen um sie herum verständiger....

Grüße Dunja

_________________
Matisse*31.03.2009 balancierte Translokation 2;22, Iriskolobom, West Syndrom, stark Entwicklungsverzögert
Arthur*4/07 schwere perinatale Asphyxie, Stammhirnödem,zunehmende Cerebralparese,etc. verstorben 07/07
Zwillinge 03/08 verstorben 25 SSW, (monochorial-monoamnial) zwei Jungs, Todesursache unbekannt
Tochter *01/00 gesund
Sohn *02/97 gesund
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