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Verbale Dyspraxie: Neurotransmitter
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Angela77
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BeitragVerfasst am: 13.04.2011, 22:12    Titel: Verbale Dyspraxie: Neurotransmitter Antworten mit Zitat

Hallo,

hat jemand eine Ahnung, ob eine verbale Dyspraxie mit Unregelmäßigkeiten bei der Neurotransmitter-Ausschüttung einhergeht?

Bene verliert über den Urin sehr viel Tryptophan (eine Vorstufe von Serotonin).

Außerdem verliert er sehr Vitamin B6, Zink und Magnesium über den Urin und hat zuviele Katecholamine bzw. deren Abbauprodukte im Urin.

Bin für jeden Hinweis dankbar!

LG
Angie

_________________
Benedict / März 2008 - expressive Sprachentwicklungsstörung, FKA, aber unter gfcf-Diät seit 12/2010 macht er Riesenfortschritte:
http://www.REHAkids.de/phpBB2/ftopic73493.html

(wird regelmäßig aktualisiert, Diäteffekte ab Seite 3)

und Mila *April 2010 - etwas hypoton;
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katrin-fish
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BeitragVerfasst am: 14.04.2011, 08:24    Titel: Re: Verbale Dyspraxie: Neurotransmitter Antworten mit Zitat

Hallo Angela,
Angela77 hat folgendes geschrieben:
Hallo,

hat jemand eine Ahnung, ob eine verbale Dyspraxie mit Unregelmäßigkeiten bei der Neurotransmitter-Ausschüttung einhergeht?

Bene verliert über den Urin sehr viel Tryptophan (eine Vorstufe von Serotonin).

Habe bei Wikipedia folgendes gefunden:
"Beim Menschen und bei Tieren wird Serotonin aus der Aminosäure L-Tryptophan in einer Zwei-Schritt-Reaktion unter Beteiligung der Enzyme Tryptophanhydroxylase und Aromatische-L-Aminosäure-Decarboxylase aufgebaut. Im ersten Schritt entsteht als Zwischenprodukt die nicht-proteinogene Aminosäure 5-Hydroxytryptophan. Im zweiten Schritt erfolgt eine Decarboxylierung zum Endprodukt Serotonin. Der wichtigste Produktionsort sind die enterochromaffinen Zellen der Darmschleimhaut. Von hier aus wird das produzierte Serotonin über die Blutplättchen transportiert. Eine Passage der Blut-Hirn-Schranke ist jedoch nicht möglich, sodass Serotonin auch im Zentralnervensystem produziert werden muss. Den Stellenwert der neuronalen Serotoninproduktion zeigt die Anwesenheit einer zweiten paralogen Tryptophanhydroxylase im Gehirn, die bereits vor der Entwicklung der Wirbeltiere durch Genverdopplung aus der ersten Isoform hervorging."

Daraus würde ich folgern, daß das Tryptophan, welches dein Sohn so stark verliert, nichts mit dem zu tun hat, was im Hirn passiert. Denn die Blut-Hirn-Schranke kann nicht überwunden werden. Der Serotoninspiegel im Gehirn hat dann wohl damit nichts zu tun. Also auch nicht die Dyspraxie. Allerdings sind das jetzt nur Gedanken eines Laien. Rolling Eyes Wink
Ich gehe jetzt mal davon aus, daß du vermutest, daß durch einen Serotonin-Mangel im Gehirn die Dyspraxie beeinflußt werden könnte?

_________________
LG
Katrin


Katrin ('71), Mika (12/03), expressive SEV, AVWS, Wirbelwind
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biene63
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Beiträge: 37

BeitragVerfasst am: 14.04.2011, 16:00    Titel: Re: Verbale Dyspraxie: Neurotransmitter Antworten mit Zitat

Liebe Angela,

Angela77 hat folgendes geschrieben:
hat jemand eine Ahnung, ob eine verbale Dyspraxie mit Unregelmäßigkeiten bei der Neurotransmitter-Ausschüttung einhergeht?

Bene verliert über den Urin sehr viel Tryptophan (eine Vorstufe von Serotonin).

Außerdem verliert er sehr Vitamin B6, Zink und Magnesium über den Urin und hat zuviele Katecholamine bzw. deren Abbauprodukte im Urin.


Ob ich eine Ahnung habe...ja. Ob ich dazu was weiss? - wenig!

Mir ist bekannt, aber ich kann es Dir derzeit nicht durch klare Quellenangaben belegen: Ziemlich viele Leute aus dem Autistischen Spektrum haben mit Dopamin-Verschiebungen zu tun. Dopamin ist im Körper ein Neurotransmitter für ziemlich viele Bereiche. Steuert Bereiche im Limbischen System, steuert Motorik (also auch Sprache), steuert Konzentration.

Serotonin ist bei der Regulation des Dopaminspiegels beteiligt....daher ist Tryptohan für den Dopaminspiegel wichtig.

Vitamin B6 und Zink sind beide ungeheuer relevant im Zellstoffwechsel, auch bei der Gewebeerhaltung des ZNS. Magnesium spielt ne grosse Rolle bei der allgemeinen Reizleitung. Magnesium und Calcium sind Antagonisten. Wenn Du mir soviel von Benes Nahrungsmittelüberempfindlichkeiten erzählst, schrillt in mir ne Glocke wegen allergischer Reaktionen: Denn Calcium ist wichtig beim Ausscheiden der Histamine.

Für meine Angaben zieh ich weitgehend meine HWL-Ausbildung heran. Ich hatte Ernährungslehre bei Ulrike Arens-Azevedo. Sie war nach ihrer Zeit beim Lette-Verein lange Prof. an der Uni Hamburg. Inzwischen hat sie nen paar Lehrbücher verfasst, zum Teil zusammen mit meiner Kochlehrerin Elisabeth Peschke.

Meine Frage zum Thema: Welche Faktoren in Bene lassen ihn jene Stoffe in so grossen Mengen ausscheiden, die er doch so sehr braucht? Wurde zB mal geprüft, ob und in welcher Weise seine Resorption im Darm klappt? Sind seine Darmzotten gesund?

Weitherhin weiss ich derzeit nicht: Welche Faktoren bestimmen im Körper ganz allgemein, ob ein bestimmter Elektrolytspiegel ausreichend gesättigt ist? Kann es sein, dass diese "Skalengeräte" in Ben neu justiert werden müssten?...sorry, blöde Bezeichnung. Ich weiss einfach nicht, ob dies Drüsengewebe ist, oder wo sonst die Elektrolytspiegel innerhalb des Körpers bewertet werden. Mir ist nur bekannt, dass jede einzelne Zelle für sich nach aussen Marker setzt, wenn sie wegen irgendwas Bedarf hat....aber wer diese Marker sammelt und auswertet, weiss ich nicht.

Meines Wissens ist das Stammhirn für die ganz basale Aufrechterhaltung der Vitalfunktionen zuständig. Ich vermute also, dass vom Stammhirn aus Signale in den Körper gesendet werden, damit zB Elektrolytspiegel bewertet werden. Meines Wissens hat das Herz neben dem Gehirn einen eigenen Signal-Kreislauf. Bedeutet: Sollte das Gehirn zB wegen tiefen Komas ne Weile funktionsunfähig sein, kann sich das Herz für gewisse Zeit allein behelfen. Im Sinusknoten ist dieser Sicherungskasten. Meines Wissens (ist aber nur grobe, unklare Erinnerung) ist etwas Vergleichbares im Darm. Auch dort sind Sicherungsfaktoren eingebaut, sofern das Gehirn für einige Zeit keine brauchbaren Signale sendet, kann der Darm sich eigenständig weiter behelfen.....meine Angaben sind pure Erinnerung und müssen geprüft werden!....Danke.

Ich hoffe, meine Angaben sind Dir nützlich.

lg biene63
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Angela77
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BeitragVerfasst am: 14.04.2011, 21:34    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo ihr Zwei,

ganz herzlichen Dank für eure Tipps.

Ja, mein Gedanke ging (und geht) tatsächlich in die Richtung, dass die Neurotransmitterprobleme die verbale Dyspraxie begünstigen könnten.

Im Befund stand, dass Tryptophanmangel zu Depressionen und Schlafstörungen führen kann. Da schwere Depressionen auch heftige Sprach- und Wortfindungsstörungen machen können bis hin zur Pseudo-Demenz Shocked , schien mir der Gedanke nicht so abwegig.

Naja, Bene wird demnächst mit Supplementen eingestellt, um den Hirnstoffwechsel wieder ins Lot zu kriegen.

Bin gespannt , ob und was sich sprachlich tut - und fände es spannend, ob die Logopäden hier im Forum zum Thema Neurotransmitter vielleicht etwas in ihren Lehrbücher gelesen haben.

LG
Angie

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Logopädin Aila
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BeitragVerfasst am: 15.04.2011, 12:45    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Angela,

wirklich klar beantworten kann ich dir deine Frage nicht und ich würde an deiner Stelle vor allem die behandelnden Ärzte "löchern" Wink (die müssten sich da ja auskennen).

Was ich aber weiß ist, dass Erkrankungen / Verletzungen (Beschädigung des zentralen Nervensystems) und auch Störungen in der Produktion oder Übermittlung von Neurotransmittern zu Sprechstörungen führen (SPRACHstörungen sind etwas anderes!). Diese nennt man Dysarthrie. Auch eine Sprechapraxie kann hinzukommen.

Neurotransmitter die für die Motorik besonders wichtig sind, sind Dopamin und Acetylcholine. Ein bekanntes Beisspiel wäre Prakinson: durch den Dopaminmangel (im Bereich der Stammganglien) kommt es z.B. zur Hypertonie, Akinesie (Bewegungsstarre) und Tremor (Zittern).

Allerdings kann man bei solchen Erkrankungen genau feststellen, welche Hirnregionen betroffen sind bzw. welche Funktionen dann gestört werden. Daher müsste auch der Arzt die Diagnose der betreffenden Sprechstörung stellen können - sollte es bei deinem Kind einen Zusammenhang zu den Neurotransmittern geben.

Viele Grüße
Aila
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Angela77
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BeitragVerfasst am: 15.04.2011, 13:55    Titel: Antworten mit Zitat

Liebe Aila,

ich danke dir sehr. Wenn ich Genaueres weiß, sag ich Bescheid.
Benedict wirkt auf mich tatsächlich wie ein Schlaganfallpatient mit Sprechapraxie

Seine aktive Sprache entwicklte sich jedoch sehr langsam zurück, wenn sein Sprachverständnis und die die allgemeine Kognition top sind!

Es scheint primär etwas mit der Biuldung von Kasiomorphin und Glaidomorphin zu tun zu haben, die das Sprachzentrum beeinträchtigen.

Für unsere Geschichte und viele Links zu dikesem speziellen, in D. kaum bekannten Thema kannst du, wenn es dich interessiert, ja mal in die Threads in unserer Vorstellung klicken. Die Stoffwechselstörung ist bei uns jetzt auch im Urin nachgewiesen und wird seit vier Monaten diätisch behandelt.

LG
Angie

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Angela77
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BeitragVerfasst am: 15.04.2011, 13:56    Titel: Antworten mit Zitat

Liebe Aila,

ich danke dir sehr. Wenn ich Genaueres weiß, sag ich Bescheid.
Benedict wirkt auf mich tatsächlich wie ein Schlaganfallpatient mit Sprechapraxie.

Seine aktive Sprache entwicklte sich jedoch sehr langsam zurück, während sein Sprachverständnis und die die allgemeine Kognition top sind!

Es scheint primär etwas mit der Billdung von Kasiomorphin und Gliadomorphin zu tun zu haben, die das Sprachzentrum beeinträchtigen können

Für unsere Geschichte und viele Links zu diesem speziellen, in D. kaum bekannten Thema kannst du, wenn es dich interessiert, ja mal in die Threads in unserer Vorstellung klicken. Die Stoffwechselstörung ist bei uns jetzt auch im Urin nachgewiesen und wird seit vier Monaten diätisch behandelt.

LG
Angie

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Elvira Immerwir
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BeitragVerfasst am: 12.05.2011, 19:38    Titel: Antworten mit Zitat

guten tag,
sehr intressante diskussion.
wie kann man dopaminmangel,serontoninspiegel im gehirn oder die vielen abbauprodukte im urin nachweisen auch stoffwechselerkrankungen, wo macht man dies? beim normalen kinderarzt?

_________________
Sohn 2002 geboren. Wahrnehmungsstörungen, entwicklungsverzögert.
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Angela77
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BeitragVerfasst am: 12.05.2011, 21:03    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Elvira,

wir haben den Test auf Nahrungsmittelopiate (Kasiomorphin, Gliadorphin) sowie einen OAT und einen AminoA -Test in den USA machen lassen.

Neuerdings gibt den Test auf Nahrungsmittelopiate auch in Deutschland (und zwar bei www.biovis.de), ist aber keine Kassenleistung (ca. 60 Euro).

Der OAt und der AminoA umfassen eine Vielzahl von Stoffwechselparameter, die man sicher auch in Deutschland und - bei entsprechender Indikation - auch auf Kassenkosten machen kann.

Man muss die Werte aber auch Interpretieren können. Wenn du magst kann ich dir per PN zwei Adressen nennen: eine KiÄ mit Kassenzulassung in der Nähe von Aachen und einen Privatarzt in Wetzlar.

Welche Probleme haben deine Kinder? ADHS-Autismus dabei? Hierauf sind die o.g. nämlich besonders spezialisiert.

LG
Angie

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UrsulaK
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Beiträge: 183

BeitragVerfasst am: 15.05.2011, 09:33    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Angie,

ich habe von den Tests gelesen, die Du bei Deinem Sohn hast durchführen lassen.
Mein Sohn hat eine verbale Dyspraxie und noch andere Baustellen. Wir sind ohne Diagnose. Ich habe mir überlegt, daß es vlt. nicht schaden könnte, wenn ich solche Tests bei meinem Sohn auch mal durchführen lassen würde. Wir wohnen in Karlsruhe. Darum wäre für uns Aachen oder Wetzlar etwas zu weit weg.
Vlt. kannst Du mir näheres über die Tests noch erzählen, damit ich weiß, was ich beim Arzt verlangen muß?
Das wäre sehr nett.

Vielen Dank,
Gruß, Ursula

_________________
Eric, (März 2005), stark hypoton, verbale Dyspraxie, global entwicklungsverzögert, ohne Diagnose. Laufen, seit Juni 09, spricht 78 Wörter, kann seit Karfreitag 12 mit einer Schere umgehen.
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