mein Mini trägt eine Handorthese (falls er sie nicht im Garten verschludert hat, wie zur Zeit ) und wird oft gefragt, wieso.
Seine Standartantwort immer: "dann kann ich besser greifen, ich bin doch ein Spasti" .
Das entspricht etwa ( als sehr kurze Kurzfassung) unseren Erklärungen, wenn andere Erwachsene in seiner Gegenwart uns danach fragen. Er empfindet das Wort "behindert" "Spasti" o.ä. nur als wertfreie Zustandsbeschreibung, was ich wichtig finde, denn früher oder später werden ihn auch andere mal so nennen.
Um den Brei reden kann man meist bei Kindern ja sowieso nicht, die wollen ja immer alles ganz genau wissen. Unaufgeregt und sachlich antworten finde ich am besten...
Gruß Cattie _________________ Kerstin mit Nicolas * 11.2003 kerngesund, und Benedikt *11.2007 mit 4.gradiger Hirnblutung und rechtshirnigen Apoplex durch Asphyxie während der Geburt (läuft, rennt, spricht, Hinkebein links)
ich weiß, dass das Thema hier auch schon diskutiert wurde, aber ich schreibe es trotzdem kurz: Ich finde es ziemlich krass, dass dein Sohn sich selbst als Spasti bezeichnet und wenn jemand meinen Kleinen so nennen würde, würde ich es als Schimpfwort emfinden. Mit dem Wort "behindert" habe ich keinerlei Probleme.
Schon interessant, wie unterschiedlich wir das alles so sehen und mit den Behinderungen unserer Kinder umgehen.
Nichts für ungut, liebe Grüße
Michaela _________________ Miguel (11/2003), Porenzephalie, rechtsbetonte Tetraspastik, sehr fit und frech, Isabel (12/08) gesund + Mateo (01/12) "großes Frühchen" und gesund
hast schon recht, aber irgendwie hat sich schon beim Vojta früher immer mal ein "hey, mein kleiner Spasti" eingeschlichen, durchaus als Kosewort und ohne große Reflektion - und so ist es geblieben.
Das Wort ist bei uns weiterhin eher zärtlich im Gebrauch - und paßt bei vorhandener Spastik ja auch
Neee, gar nichts für ungut, Gruß Cattie _________________ Kerstin mit Nicolas * 11.2003 kerngesund, und Benedikt *11.2007 mit 4.gradiger Hirnblutung und rechtshirnigen Apoplex durch Asphyxie während der Geburt (läuft, rennt, spricht, Hinkebein links)
Mich würde interessieren wie ihr damit umgegangen seid, wenn euer Kind eine verminderte Lebenserwartung hat, aber geistig "normal" ist.
Wann und wie habt ihr den Kindern das erklärt?
Das wird bei mir ja noch einige Jahre dauern, aber dennoch denkt man darüber viel nach.
Verschweigen kann man das ja nicht, heutzutage können 8 jährige mit Google umgehen. _________________ Ruth *1986 mit Linus 10/08 Muskeldystrophie (zu 98% Duchenne)
Verfasst am: 07.08.2011, 20:28 Titel: Störungsbewusstsein bei Behinderungen?
Hallo Zusammen,
wie erkläre ich meinem Sohn, die Sprachstörung, ohne ein Störungs-
bewusstsein auszulösen?
Ich möchte, egal wie schlecht seine Aussprache ist, die Sprechfreude
dabei erhalten! Nur so können wir die anstrengenden Therapien weiterführen. Es ist eine Sprech-Dyspraxie.
Er merkt natürlich, dass er anders spricht und auch im allgemeinen anders ist. Selbst fragt er noch nicht nach sich.
Vielen Dank!
LG Dani _________________ F. global Entwicklungsverzögert, Sprachstörung
auch Joshua (wird im Okt. 5) stellt seit einiger Zeit fest, dass er "anders" als die anderen im Kiga ist und ihm immer "solche Sachen passieren".
Joshua ist sehr hochgradig sehbehindert und kann z.B. keine Gesicher erkennen, er kann nicht rennen oder auch nur schnell laufen, nicht klettern. MIt "sochen Sachen" meint der z.B., dass ihm ein Spielzeug herunterfällt, er es aber nicht wiederfinden kann.
Ich habe immer mal wieder eingetreut, dass manche Dinge sich daraus erklären, dass er "anders sieht" , als die meisten Menschen, dass er dafür aber andere Sachen besser kann, als andere. (Z.B. Hören !)
Joshua nimmt einfach hin, dass das so ist, ohne darüber zu erschrecken oder traurig zu sein. Er sagt heute oft zu anderen oder auch zu sich selbst : Ich bin sehbehindert ! Wenn wir zum Beispiel im Straßenverkehr nach den Autos hören, und nicht gucken. Wenn er z.B. den Regen riechen kann, nicht aber die dunklen Wolken sieht.
Ein weiteres Thema bei uns ist die ständige Einnahme von Medikamenten und die Spritze Wachstumshormon am Abend. Joshua verband immer "Medizin" mit "Kranksein" und "Kranksein" mit "zuhause bleiben und sich schonen müssen". Das ist bei chronisch kranken Kindern natürlich nicht (immer)so. Ich habe ihm erklärt, dass bei ihm die "Wohnung" seiner "Körperhelferlein" (seine Hypophyse) zu klein ist, und nicht alle Helfer darin wohnen können. Darum bekommt er jeden Tag seine Helferlein per Tropfen, Tablette und Spritze von aussen dazu. Die Helferlein helfen seinen Organen, gesund zu bleiben.
Für Joshua scheinen diese Erklärungen aus zu reichen. Er kann sie soweit verstehen, dass er anderen gegenüber so seine Krankheit erklärt. Er gebraucht sie auch - und das haben wir garnicht erwartet- um bei anderen Menschen um Hilfe zu bitten. Z.B. hörte ich neulich , wie er eine Frau ansprach "Kannst Du mich bitte zu meiner Mama führn - ich bin sehbehindert"
Da war ich doch sehr überrascht - für ihn ist es natürlich sehr wichtig zu lernen, um Hilfe zu bitten, wo es nötig ist.
Viel Glück und alles Gute weiterhin
Doris _________________ "Mit dem Leben ist es wie mit der Musik: Beides muß, statt nach starren Regeln, mit Fantasie, Liebe und Instinkt komponiert werden!"
Wir sind Doris, Stefan, Miriam und Joshua (*2006, entwicklungsverzögert, hochgradig sehbehindert, septo-optische Dysplasie mit Mangel an WH, SDH und Cortison)
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