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Wie erklärt man dem betroffenen Kind die Behinderung?
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StephanieH
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Anmeldedatum: 09.03.2007
Beiträge: 46
Wohnort: Alzenau

BeitragVerfasst am: 07.04.2011, 21:20    Titel: Wie erklärt man dem betroffenen Kind die Behinderung? Antworten mit Zitat

Hallo,

mein Sohn hat eine halbseitige Lähmung und ist entwicklungsverzögert (ist jetzt fast 6 Jahre) und hat Epilepsie. Er wird also durchaus mal merken, dass etwas bei ihm "anders" ist wie bei anderen. Mir wurde jetzt geraten, ihn langsam darauf vorzubereiten und zwar noch bevor er von selbst nachfragt. Allerdings habe ich davor schon etwas Angst, sehe aber schon ein, dass es mal Zeit dazu wird. Habt Ihr damit Erfahrung? Wie habt Ihr das gemacht und wie reagieren die Kinder darauf? Möchte ihn damit nicht beunruhigen bzw. soll er sich dadurch nicht als Außenseiter fühlen.
Über Eure Tipps freue ich mich.

_________________
Stephanie (32) mit Tobias (06/2005, SSW 30+5, Hemiparese links, Epilepsie und Entwicklungsverzögerung nach Hirninfarkt) und Sebastian (05/2008)
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Holgerc
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Anmeldedatum: 07.04.2011
Beiträge: 15

BeitragVerfasst am: 07.04.2011, 23:13    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo,

ich habe auch eie Halbseitenspastik. Meine eltern habenmir die fragen so nach und nach beantwochtet wie ich sie gestllt habe. Hat dein Sohn nichtbehinderte Freunde? ich war imDorf voll integriert, hatte ein Dreirad und war damit der Star Wink Ich habeüberall mitgespielt wo ich konnte und meine Freunde haben mir immer geholfen.

Tunst du mit ihm nach Vojta? Ich musste als Kind und auch noch im Jugendalter drei mal pro tag turnen. aber es hat geholfen Kostete halt Zeit neben Messdienergruppe,Schützen usw.

Ichkann dir nur sagen: Normalität und Integration ist die beste Thrapie.

Würdemich freuen von dir zu lesen.


Alles Liebe Holger Wink
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Luke-FéliansMama
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Anmeldedatum: 28.03.2007
Beiträge: 81
Wohnort: Petershagen

BeitragVerfasst am: 08.04.2011, 08:04    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Stephanie...

ich denke das liegt auch ein bisschen mit an dem Kind selbst.

Luke - Félian wurde auch super integriert im KIGA und hier im Dorf. Als der Wechsel zur Schule anstand wollte ich auch mit ihm darüber reden. Er ist an einer Schule für Körperbehinderte Kinder. Deshalb hielt ich es für doppelt wichtig vor dem Schulbeginn mit ihm zu reden.

Ich erklärte ihm also alles so dass ich glaubte es wäre für ein Kind angemessen. Dann fragte er warum bin ich eigentlich behindert? ,, Das ist bei einem Verkehrsunfall passiert,, Ohne weiter zu zögern schoss aus ihm raus: Mama, dann bin ich ja mit Papa zusammen behindert. (Mein Mann sass ja mit in dem Auto)

Smile Die Denkensweise war irgendwie süss. Habe dann versucht ihm zu erklären das es auch Menschen gibt die von Geburt an ein Handicap haben, aber das war für ihn unverständlich. Als er dann aber eingeschult wurde und jeden in der Klasse gefragt hat warum sie die Behinderung haben, war es für ihn verständlicher.

Und es war auch gut für ihn zu erfahren das er nicht alleine ist mit seiner Behinderung, sondern dass es viele Menschen gibt. Sein bester Freund in der Schule hat eine Hemi links.

Übrigens nicht böse sein das ich von Behinderung schreibe, viele sehen das leider als Schimpfwort. Ich finde es nicht als Schimpfwort oder etwas negatives.

Liebe Grüße Sarah

_________________
Sarah+Andreas ,Luke-Félian 6/Tracheosthoma,Stridor,Stenose,Hemi rechts nach VU 2006 Soehy-Sophie 5,Levi-Milian 1, Egal welchen Weg unsere Kids im Leben gehen werden,wir werden nie vergessen wer ihnen half dorthin zu kommen. Link zu meiner Galerie
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Ramona mit Lilli
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Anmeldedatum: 13.10.2007
Beiträge: 310

BeitragVerfasst am: 08.04.2011, 08:12    Titel: Antworten mit Zitat

hallo,
diese Frage stellen wir uns auch gerade und ich bin auf viele Antworten gespannt.
Bisher fragt unsere Tochter nur ab und zu, warum sie nicht richtig sprechen kann.

LG

_________________
LG Ramona mit Lilli
--------------------------------------------
Nach einer schwierigen SS kam unser Klitzekleines Mäuschen ( 41.SSW 2270g, ) nach dramatischer Geburt am 16.12. 2004 auf unsere Erde.
April 2009 Triple-X-Syndrom
01/2011 PS 1 + erhöhte Betreuungsleistungen
11/2011 PS 2 + erhöhte Betreuungsleistungen
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Jacki92
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Anmeldedatum: 23.05.2011
Beiträge: 13

BeitragVerfasst am: 08.06.2011, 19:01    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo!
Ich habe diese Frage gerade mal meiner Tochter (18 Jahre, Diplegie) gestellt.
Sie sagte, im Kindergarten wäre ihr schon aufgefallen, das sie langsamer und ungeschickter war.
Sie war dann 2 Jahre auf einer SB Schule.
Aber erst als sie mit 9 Jahren auf die KB kam, dachte sie, wo bin ich denn hier gelandet. Aber eher weil die Kinder so schwer behindert waren.
Das es auch welche mit ihrer Behinderung gab, fand sie gut.
Endlich eine Möglichkeit beim Laufen zu gewinnen.

Sie hatte ein kleines Mädchen (Diplegie) im Bus. Die hat am ersten Schultag gefragt, warum denn hier soviele Kinder im Rolli sitzen.

"Wir sind hier auf einer KB Schule, hier laufen viele wie wir. Wir sind alle behindert."
Die Kleine hat wohl ziemlich verdutzt geschaut.

Ich denke die Kinder merken früh, das sie anders sind. Auch wenn ihn der Begriff "behindert" in ihrem Zusammenhang nicht klar ist.

Mir wurde heute erst bewusst, dass ich immer alles erklärt habe.
Aber auch bei den Geschwistern nie so genau gesagt habe, eure Schwester ist behindert, sondern sie kann halt nicht so gut laufen oder denken.
Der Rest hat sich ergeben.

LG
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Britta70
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Anmeldedatum: 11.01.2006
Beiträge: 237
Wohnort: Ditzingen

BeitragVerfasst am: 08.06.2011, 19:31    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Sarah,

schaust du bitte einmal in deinen Posteingang...
Dort befindet sich seit längerem eine Nachricht für dich.

LG
Britta

_________________
Amelie (*05), hypoxischer Hirnschaden durch near-missed SIDS, Z. n. BNS-Epilepsie, Button, Tetraspastik, cerebral blind, Hüftluxation
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Lovis3
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Beiträge: 978
Wohnort: Kreis HN

BeitragVerfasst am: 09.06.2011, 08:55    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo!

Bei uns ist das Thema "Behinderung" im Moment immer wieder Thema, auch wenn Anton gar nicht danach fragt, es auch noch nicht formulieren kann. Aber seine Schwester (fast 3) bemerkt immer mehr Unterschiede und fragt nach. Dabei ist das Wort Behinderung zwar noch nicht im Vordergrund, aber das wird auch noch kommen. Sie fragt eher danach, warum sie alleine in den Kiga geht, aber bei Anton immer jemand dabei ist. Oder warum Anton nicht so gut kauen kann, oder, oder, oder.
Wir versuchen ihr die Wahrheit so kindgerecht wie möglich zu erklären und es damit gleichzeitig auch Anton zu erklären. So weiß sie jetzt schon, dass Anton ein Frühchen ist, kennt seine Babybilder im Gegensatz zu ihren Babybildern usw. Sie weiß, dass er Sauerstoff braucht und dass er deswegen vieles nicht so kann wie andere Kinder. So ist es bei uns immer wieder ein offenes Thema und ich glaube, dass Anton so auch ganz normal damit aufwächst. Ihm fallen die Unterschiede auch auf und ich muss ihn auch manchmal trösten, wenn er etwas nicht so kann wie seine Schwester.

Liebe Grüße
Katrin

_________________
Katrin mit A. *06, SSW 23+0, 600g, Sauerstoffpflichtige BPD und Lungenschädigung durch RSV-Virus, pulmonale Hypertonie, Rechtsherzinsuffizienz, Hypotonie,entwicklungsverzögert, sehbehindert, ein immer fröhliches Kerlchen
und M. *08 und L. *11
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michaela78
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Beiträge: 231
Wohnort: koblenz

BeitragVerfasst am: 09.06.2011, 21:23    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Stephanie,

unser Sohn fing so mit 4 oder 5 Jahren an zu fragen, warum er denn nicht so gut laufen kann. Ich hab ihm dann ganz ehrlich erklärt, dass er 8 Wochen zu früh auf die Welt kam und sogar fast gestorben wäre. Ich hab ihm gesagt, dass wir riesiges Glück haben, dass er nur eine Körperbehinderung hat und bei uns ist.

Seine Behinderung ist für ihn halt eine Folge der Frühgeburt. Ich hab ihm auch erklärt, dass sein Gehirn zu wenig Sauerstoff bekommen hat (habe es damals mit einer Fernbedienung für seinen Körper verglichen) und er deswegen eine Spastik hat, und sein Körper nicht ganz wie ein gesunder Körper reagiert.

Diese "Einzelheiten" sind ihm aber gar nicht wichtig.

Jeder, der bei uns das erste Mal zu Besuch kommt, hat nach spätestens 30 Minuten einen strahlenden Miguel vor sich stehen, der ihm erzäht "Ich bin behindert!" Embarassed Very Happy Naja, das ist für den ein oder anderen erstmal etwas "befremdlich oder seltsam", aber mir ist es 1000x lieber , dass Miguel sich wegen seiner Behinderung und/ oder seiner spannenden Geschichte über seine Geburt für etwas besonderes hält, als dass er irgendwelche Komplexe hat. Und ich hoffe sehr, dass er dieses Selbstbewußtsein ein Leben lang behält!!!

In seiner Schule (1. Klasse KB- Schule im Grundschulbereich) arbeitet die Lehrerin viel mit solchen Geschichten, wo ein Tier besonders, also anders als die anderen ist, und am Ende aber doch glücklich wird und Freunde findet o.ä.

Der Junge mit Epilepsie in der Klasse hat halt hin und wieder "Gewitter im Kopf".

Und Literatur darüber gibt es ja auch ein bißchen (besonders über die Epilepsie) , aber mir fällt grade nichts empfehlendswertes ein...

Bevor dein Kleiner aber nicht fragt, würde ich ihm aber glaube ich gar nichts erklären.

Miguel hat auch noch nie, wenn wir einen einen besonders riesigen, einen kleinwüchsigen, einen besonder dicken oder besonders anders aussehenden Menschen gesehen haben, danach gefragt, Obwohl er wirklich aufgeweckt ist und mir über Stunden Löcher in den Bauch fragen kann! Für ihn scheint es also vollkommen normal zu sein, dass alle Menschen anders sind.
Würde mich mal interessieren, ob das bei anderen Kindern grade an KB-Schule auch so ist?!

Naja, lange Rede, kurzer Sinn Smile Ich hab halt immer versucht, alles ins Positive umzudrehen. Es hätte uns ja wirklich viel schlimmer erwischen können und wir sind dankbar für und superstolz auf unseren Sohnemann und das weiß er auch!

Dass er aber sauer wird, weil seine 2,5 Jahre alte Schwester schneller läuft als er und ihm Sachen wegnimmt, hab ich leider noch nicht so ganz unter Kontrolle und da wird er teilweise auch ganz schön aggresiv und es ärgert ihn wahnsinnig.

Viel Erfolg mit deinen Erklärungen, aber du machst das schon Smile

Liebe Grüße

Michaela

_________________
Miguel (11/2003), Porenzephalie, rechtsbetonte Tetraspastik, sehr fit und frech, Isabel (12/08) gesund + Mateo (01/12) "großes Frühchen" und gesund
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Mette
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Anmeldedatum: 11.02.2005
Beiträge: 131
Wohnort: Bergheim

BeitragVerfasst am: 09.06.2011, 21:52    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Stephanie
Unsere Maja hat mit 4-5 Jahren angefangen sich mit ihre "anders" sein zu beschäftigen. Ich erzähle ihre Freunden bei Fragen das gleiche wie Maja.....wir haben ein Paar Fotos von der erste Zeit wo Maja süß auszieht, aber es gibt Schläuche und Kabel überall und für sogar ein kleines Kind ist es erkennbar das das Kind sehr krank ist - die schauen wir an und sagen das Maja Tod-krank war. Später ging es ihr besserr, aber die Behinderung ist ein Rest das davon geblieben ist.
Maja geht sehr offen mit ihre Behinderung um: Erklärrt die anderen Kindern warum sie eine Orthese trägt: "Mein linker Fuß ist behindert". Das ist ihre Art damit umzugehen.

Neulich hatten wir eine süße Situation....Maja hat ein großes Plüschpferd bekommen. Es sollte eigentlich wiehern können, aber das kann es nicht. Ich habe dann gesagt das es eben eine Behinderung hat. Der Papa hat gefragt ob sie das Pferd umtauschen möchte, aber Maja sagt: "Das Pferd passt zu mir, weil ich habe ja auch eine Behinderung. Ich spreche dann für mein Pferd".
Ich fand das eine gute Strategie.

Viele Grüße
Mette
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StephanieH
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Beiträge: 46
Wohnort: Alzenau

BeitragVerfasst am: 13.06.2011, 21:14    Titel: Antworten mit Zitat

Vielen Dank für die zahlreichen Antworten. Habe mir nun auch ein paar Bücher bestellt, die ich mir mit Tobias anschauen möchte und ein bisschen habe ich ihm auch schon erklärt. Er hat z. B. seit einiger Zeit Sturzanfälle und da habe ich ihm erklärt, dass das Gehirn allen Körperteilen Anweisungen gibt, was zu tun bzw. sich zu bewegen. Und dass das Gehirn dazu Strom braucht (wie eine Glühbirne), aber bei ihm ist der Strom nicht immer richtig da, deshalb gibt das Gehirn dann falsche Anweisungen z. B. an seinen Arm, sodass er zucken muss (und die Glühbirne flackert halt). Ich denke auch, dass man das Thema so nach und nach angehen muss - vor allem ob das Kind dazu gerade aufnahmefähig ist. Zur Zeit ist es eigentlich kein Thema.
Aber ich finde es beachtlich, dass fast alle Eltern hier für einen offenen Umgang mit Behinderung plädieren. Ich hatte ehrlich gesagt etwas Angst davor, dass es für Tobias schwer sein würde.
Viele Grüße,
Stephanie

_________________
Stephanie (32) mit Tobias (06/2005, SSW 30+5, Hemiparese links, Epilepsie und Entwicklungsverzögerung nach Hirninfarkt) und Sebastian (05/2008)
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