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Ist die verbale Dyspraxie eine fortschreitende Erkrankung?
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Dani+Feli
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BeitragVerfasst am: 17.03.2011, 22:36    Titel: Ist die verbale Dyspraxie eine fortschreitende Erkrankung? Antworten mit Zitat

Hallo Zusammen,
ich möchte wissen, ob es Hinweise darauf gibt, ob sich die verbale
Dyspraxie im Verlauf verschlechtern kann auch bei hervorragender
laufender Therapie?

Hängt es davon ab, ob es eine Dyspraxie als Folge von Hirnverletzung ist oder ob es sich um eine Entwicklungs-Dyspraxie handelt?

Ergeben sich Schwankungen der verbalen Dyspraxie durch Epilepsie oder Stoffwechselerkrankungen?

Gibt es Medikamente die als Nebenwirkungen die Sprechmotorik und
Körpermotorik beeinträchtigen können?

LG Dani
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Logopädin Aila
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BeitragVerfasst am: 18.03.2011, 19:24    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Dani,

wie du ja sicher weißt, gibt es kaum gesicherte Forschungsergebnisse zur verbalen ENTWICKLUNGSdyspraxie, allerdings hatt ich noch nie einen Fall, bei dem sich die VED trotz passender Therapieform verschlechtert (und ich kenne auch keine Fälle von anderen Kollegen). Bei einer Dysarthrie (erworbene Sprechstörung) hingegen kann das durchaus passieren - je nach Erkrankung und geschädigter Hirnregion.

Es ist sicherlich auch abhängig ob eine Hirnschädigung vorliegt, oder nicht! Und auch Stoffwechselerkrankungen, Epilepsie oder z.B. kleine Schlaganfälle können die Sprechmotorik beeinträchtigen - allerdings handelt es sich dann nicht um eine verbale Entwicklungsdyspraxie!
Die verbale Entwicklungsdyspraxie wird nämlich sozusagen als "entwicklungsbedingte Variante" zur Sprechapraxie von Erwachsenen gesehen. Die für die sensomotorischen Bewegungsabläufe verantwortlichen Bereiche sind bei der VED eben NICHT durch z.B. Tremor, Lähmungen, Ataxie oder sonstiges gestört.

Manche Medikamente können tatsächlich "Nebenwirkungen" auf die Sensibilität / Motorik haben - hierzu kann man entweder die Packungsbeilagen studieren oder den behandelnden Arzt fragen.

Viele Grüße
Aila
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Dani+Feli
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BeitragVerfasst am: 03.06.2011, 20:37    Titel: Dyspraxie und Epilepsie/Hirnschädigung Antworten mit Zitat

Hallo Aila,
was ist mit entwicklungsbedingt gemeint?
Sind das allgemeine Verzögerungen oder äußere Einflüsse auf die
Sprache?

Wir haben wahrscheinlich eine Hirnschädigung durch Unterzuckerung und
Infektion nach der Geburt? Seit neuesten eine Temporallappenepilepsie
mit veränderten Hippocampus. Sowie Koordinationsstörungen mit Muskel-
Hypotonie und oralfaszialer Dysfunktion.

Was haben wir dann: eine kindl. Sprechapraxie oder eine verbale Dyspraxie? + motorische- u. Handlungsdyspraxien?

Ist die Apraxie eine Form der Aphasie?

Welche Hirnregionen sind dann verletzt worden, bei einer Sprechapraxie?

Feli spricht noch undeutlich, monoton, etwas hochtönig, agrammatisch und in 4 Wort-Sätzen.

Er macht sich ganz toll in der Sprachheilschule!
Danke, LG Dani+Feli
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Logopädin Aila
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BeitragVerfasst am: 08.06.2011, 19:48    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Dani,

das freut mich, das es Feli in der Sprachheilschule so gut geht!

Ich habe ja schon vorhin im thread "Ursachenforschung..." einiges geschrieben - Unterschiede zwischen Sprach-undSprechstörungen usw. Darum hier nur in Kurzform: Apraxie und Aphasie sind zwei verschiedene Störungen, die aber zusammen auftreten können.

Mit "erworben" ist eben eine Störung gemeint, die durch Verletzungen / Erkrankungen entstanden ist.
Mit "entwicklungsbedingt" ist bezogen auf die verbale Dyspraxie die "kindliche Variante" gemeint.
Hier nochmal die Definition:

Nicht („A“) oder mühsam („Dys“) dazu fähig sein, willkürliche und komplexe aufeinanderfolgende Sprechbewegungen motorisch zu planen und sensomotorisch einzustellen. Hierdurch wird die Sprache gestört, obwohl es keine Anzeichen anderer Defekte gibt, die diese Störung erklären könnten.
Auch hierbei wird unterschieden zwischen:
- Entwicklungsdyspraxie/Apraxie des Sprechens
- erworbene Sprechapraxie/Dyspraxie

Eine "erworbene" Sprechapraxie kann durch eine linksseitige Läsion / Verletzung im Gebiet der Arteria cerebri media (mittlere Gehirnschlagader) entstehen. Dabei sind meistens die Nachbargebiete des Broca-Areals betroffen - darum treten Sprechapraxien manchmal auch neben einer Aphasie auf.

Was genau bei Feli vorliegt, kann ich nicht beurteilen. Und auch für die Mediziner ist es nicht immer einfach... besonders wenn es um Kinder geht! Es gibt z.B. durchaus kindliche Aphasien, allerdings ist dieser Bereich längst nicht so gut erforscht, wie der bei Erwachsenen. Und für kindliche Dys-/Apraxien gilt das gleiche.

Das Problem ist auch, dass Erwachsene in der Regel ihre Sprachentwicklung schon hinter sich haben Wink Kinder jedoch befinden sich ja noch mitten in ihrer Entwicklung, darum gibt es zwar Parallelen zwischen den kindlichen und erwachsenen Störungsbildern aber eben auch Unterschiede!

Wichtig ist immer: hauptsache die Therapieform passt zum Kind und es wird seinen Möglichkeiten entsprechend gefördert. Außerdem braucht man eine dicke Portion Geduld! Und man sollte immer daran denken: gerade Kinder haben häufig ein enormes Entwicklungspotential, weil sie eben noch wachsen und reifen und einen dadurch durchaus mit ihren Fortschritten überraschen können Very Happy

Liebe Grüße
Aila
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SimoneK70
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BeitragVerfasst am: 08.06.2011, 20:34    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Dani,

bei unserem Sohn hat sich die verbale Entwicklungsdyspraxie auch in den letzten Monaten noch deutlicher manifestiert, er spricht wesentlich schlechter. Allerdings weiß man nicht, ob dies durch seine Epilepsie oder die Antiepileptika bedingt ist.

LG
Simone

_________________
Simone mit Calvin (*8/2006) Asperger Autist, Sprachentwicklungsstörung, generalisierte u. fokale Epilepsie, und Céline (*5/2009), Entwicklungsverzögerung
Seltsam, dass der Mensch doch glaubt, nur mit Worten kann man sprechen. Hörst Du, was das Meer Dir sagt, wenn am Strand die Wellen brechen.
(Stephan Lentz)
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Dani+Feli
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Beiträge: 495
Wohnort: NRW

BeitragVerfasst am: 08.06.2011, 22:27    Titel: Epilepsie und Dyspraxie Antworten mit Zitat

Liebe Simone und Aila,
danke für deine sehr guten Erklärungen, Aila.
Das hilft mir sehr, alles besser zu verstehen und passender auf Feli
eingehen zu können.

Simone, ist bei deinem Sohn, auch im MRT was an Veränderungen
zu sehen?
Hatte er auch Erkrankungen, die zur Dyspraxie und Epilepsie führen
konnten?

Ja, die Frage stellen wir uns auch, ob Epilepsie-Medikamente oder die
Epilepsie selbst, die Motorik beeinträchtigen kann ???
Wegen der Sprachverschlechterung sind wir von Oxcarbazepin auf
Lamotrigin gewechselt. Die Motorik hat sich wieder gebessert, aber
die Sprache blieb dyspraktisch verwaschen.

Danke,
LG Dani+Feli

_________________
F. global Entwicklungsverzögert, Sprachstörung
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Antjeleni
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BeitragVerfasst am: 09.06.2011, 06:44    Titel: Antworten mit Zitat

Guten Morgen Dani!

Ich hoffe , es geht euch gut!
Leonie hat ja auch die Verbale Entwicklungsdyspraxie und orofaziale Dysfunktion, außerdem auch eine Epilepsie und eine Myelinisierungsstörung.
Sie hat, nachdem die ersten Monate Logopädie so an uns vorbei gerutscht sind, riesige Fortschritte gemacht! Okay, riesig gilt nur für uns, aber sie hat innerhalb von vier Monaten 3 Konsonanten aussprechen und silbenmäßig einbinden gelernt, hat sie auch in ihre Sprache integriert (zu 80%) und Spaß daran entwickelt!

Bei ihr kam es zu dieser Verbesserung, nachdem die Logopädin nicht mehr direkt mit ihr gearbeitet hat, sondern Stellvertreter (Stoffhund und Igel) mit einbezogenhat.

Gut ist ihre Sprache noch immer nicht, und an die gro?en Bausstellen (S-Laute) wagt sich noch keiner ran, aber es gibt Fortschritte. Mal ganz große, mal ganz kleine, aber im Großen und ganzen geht es voran,
Uns hat auch ganz gut die Umstellung von Trileptal auf Apydan extend geholfen, ich bin der festen Überzeugung, das die Epimedis in die Sprachentwicklung feste mit rein spielen!

Alles gute!

_________________
Antje mit L., 2007, ADNFLE (autosomal dominante nächtliche Frontallappenepilepsie), Artikulationsstörung, hypoton
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Dani+Feli
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BeitragVerfasst am: 13.06.2011, 22:24    Titel: Epilepsie und Dyspraxie Antworten mit Zitat

Hallo Antje und Simone,

da sind wir ja schon zu dritt: VED, Muskelhypotonie, Koordinationsstörungen, Epilepsie und MRT-Veränderungen? Was noch? Probleme um der SSW oder der Geburt herum? Oder nach
der Nahrungsumstellung, einer Entzündung, einer Impfung oder einem Unfall?
Ist die Dyspraxie vielleicht, die Folge einer ICP?

Bis bald, meldet euch mal wieder!
LG Dani+F.

_________________
F. global Entwicklungsverzögert, Sprachstörung
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Daniela1974
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BeitragVerfasst am: 11.10.2011, 20:50    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Dani ,
gern lese ich immer Deine Threads . Deine "Themen" sind auch immer hier Brandaktuell und ich erhoffe mir immer mal den ein oder anderen Geheimtipp ( da Du mit Feli schon ein großes Stück weiter seit ,,.)

Nun meine Frage : War es bei F. auch immer so ,das er mal ein Wort konnte , dann aber irgendwann nicht mehr gesagt hat ???
Colin sagt nur Mama und Papa . Konnte aber auch schon mal Ba-ll , A-pa ; Hm-a ; Au-ge . Diese Worte kommen nicht mehr .

Wie war es bei Euch ? ähnlich ?

lg Dani

_________________
Papa , Mama und Sonnenschein Colin 2/08 , Epilepsie seit Geburt ,muskuläre Hypotonie ,glob.Entwicklungsverzögert ,extr.Knick-Senkfüße (trägt jetzt Ringorthesen ), orofaziale Dysfunktion , keine aktive Sprache
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Angela77
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Beiträge: 1869

BeitragVerfasst am: 12.10.2011, 22:09    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Dani,

wollte mich nochmal in Erinnerung bringen, dass nächste Woche unser erster Neuropädiatrie-Termin ansteht.

Da nehme ich unsere Stoffwechselbefunde aus den USA auch mit und frage nach, ob die veränderten Neurotransmitter Einfluss auf die Sprache haben können.

Hat Feli eigentlich ein altersgemäßes Sprachverständnis? Tut er sich schwer beim Buchstaben-Lernen? Auch die Erzieher meinen, dass Bene alles versteht und seine (seltener gewordenen) Stereotypien unterbricht. Verlässlich sagt er nur jjjaa, mama und Papa,a ber am Wochendende kamen erstmals - und dann gleich fünf - neue Worte: piep, miau, ich hab und schade Very Happy

LG
Angie

_________________
Benedict / März 2008 - expressive Sprachentwicklungsstörung, FKA, aber unter gfcf-Diät seit 12/2010 macht er Riesenfortschritte:
http://www.REHAkids.de/phpBB2/ftopic73493.html

(wird regelmäßig aktualisiert, Diäteffekte ab Seite 3)

und Mila *April 2010 - etwas hypoton;
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