Verfasst am: 10.03.2011, 10:44 Titel: Midazolam als Notfallmedikament
Hallo Zusammen,
habe vorhin den Anruf unserer Neurologin bekommen, dass wir nun statt Diazepam (5mg) auf Midazolam (Nasenspray) als Notfallmedi umsteigen.
Lenas Anfälle hören trotz Diazepam erst nach 10-15 Minuten auf, was mir einfach zu lange ist. Außerdem durften wir ihr es kein 2. Mal geben wegen einer möglichen Atemdepression.
Das Midazolam lassen wir uns jetzt in der Apotheke aus der Injektionslösung anmischen (1ml = 5mg).
1 Schub hat somit 0,75mg. Bei einem Anfall sollen wir ihr 2 Schübe geben (1,5mg). Wenn sie nach 3-4 Minuten immer noch krampfen sollte können wir ihr nochmal 2 Schübe geben, also insgesamt 3mg.
Hat jemand Erfahrung damit? Nasenspray an sich ist ja nicht gerade angenehm, ich hoffe nicht dass brennt o.ä.
Tavor Expidet hat unsere Neurologin abgelehnt weil es anscheinend nicht so schnell wirken soll wie das Midazolam. _________________ LG
Julia
Julia (*84), Lena (*02.02.2010) - Komplexe Hirnfehlbildung (HC (Shunt-versorgt), Balkenmangel, Aquäduktstenose, Gyrierungsstörung, Myeliniesierungsstörung), präaxiale Hexadaktylie (links) operiert seit 15.11.11, Symptomatische fokale Epilepsie
Kimberly bekam es vor ein paar Tagen das erste Mal....wir brauchte ja seit dem sommer kein Notfallmedi mehr, also hatten wir das Midazolam zwar hier, aber habens nie eingesetzt.
Naja, vor ein paar Tagen dann war es soweit......in jedes Nasenloch ein Sprühstoss.......und 5 Sekunden später war der anfall vorbei. Aber ich denke sie hätte auch ohne das Spray aufgehört, weil soo schnell wirkt es ja sicher nicht.
Sie hatte nach dem Anfall keine Nachschlafphase, aber schrie wie am Spiess.......hatte sie schon 2 mal in letzter Zeit das sie heulte.
Aber sie beklagte sich nicht wegen "Aua"........
Habt ihr die gleiche Zusammensetzung wie wir? _________________ Sylke (*3/70) mit Kimberly (*5/05), Dravet-Syndrom ( und Mercy - ihr Anfallsmeldehund )
Hallo julia,
Wir haben Jana vor der OP öfter Midazolam gegeben. Wir hatten allerdings eine Lösung (5 mg pro 1 ml) die wir ihr in die Wangentasche gegeben haben. Hat gut und schnell gewirkt. Da Jana es häufig gebraucht hat, hat sich ihr Körper immer mehr daran gewöhnt und sie hat mehr gebraucht. Da muß man dann auch aufpassen wegen einer Atemdepression. Nasenspray haben wir noch nicht benutzt, deshalb kann ich Dir dazu nichts sagen.
Viele Grüße
Marion _________________ Fabian 04/02, ehem. Frühchen 410g 25 cm, blind, Epilepsie, starke Entwicklungsverzögerung, Essstörung, PEG seit 6/11.
Aber ein sehr fröhliche Persönlichkeit!
Jana 08/09, Anophthalmus li., Mikrophthalmus re. mit Kolobom, mass. Hirnfehlbildung li., Abtrennung der li. Hirnhälfte 05/10 in Bethel.
Unsere strahlende Schildkröte!
@Sylke: Die genaue Zusammensetzung kann ich dir sagen, wenn ich es habe Ich war zwar gestern in der Apotheke, aber die Dame wollte vorsichtshalber nochmal mit unserer Ärztin im SPZ telefonieren wegen der genauen Zusammensetzung. Heute Mittag kann ich vorbeikommen und es abholen.
Eine Nachschlafphase bleibt wohl bei Midazolam aus weil es nicht so schläfrig macht wie Diazepam
@Marion: Danke für deine Info. Unsere Ärztin sagte zwar, dass Midazolam nicht so atemdepressiv sei wie Diazepam und wir Lena deshalb auch 2 Mal etwas geben könnten. Aber es ist glaube ich wie bei allem, wenn sich der Körper daran gewöhnt hat brauch er immer mehr. Mehr als 2 Mal würde ich Lena aber auch nicht geben während einem Anfall.
Wir sind heute den 6. Tag anfallsfrei...hoffen wir, dass es dabei bleibt _________________ LG
Julia
Julia (*84), Lena (*02.02.2010) - Komplexe Hirnfehlbildung (HC (Shunt-versorgt), Balkenmangel, Aquäduktstenose, Gyrierungsstörung, Myeliniesierungsstörung), präaxiale Hexadaktylie (links) operiert seit 15.11.11, Symptomatische fokale Epilepsie
ihr benutzt ja auch Midazolam, ich hätte noch eine Frage.
Gibts du Kimberly das Nasenspray auch wenn sie erkältet ist? Lena läuft zur Zeit ordentlich die Nase und ich habe mich gefragt, ob das Nasenspray dann trotzdem noch so wirksam ist _________________ LG
Julia
Julia (*84), Lena (*02.02.2010) - Komplexe Hirnfehlbildung (HC (Shunt-versorgt), Balkenmangel, Aquäduktstenose, Gyrierungsstörung, Myeliniesierungsstörung), präaxiale Hexadaktylie (links) operiert seit 15.11.11, Symptomatische fokale Epilepsie
das kann ich Dir auch nicht sagen.....die Überlegung stellten die Erzieherinnen auch vor Kurzem auf.
Hab schon überlegt.....wenn sie so verrotzt ist, ob ich das Spray dann nicht einfach in den Mund sprühen kann.....also in die Wangentasche. _________________ Sylke (*3/70) mit Kimberly (*5/05), Dravet-Syndrom ( und Mercy - ihr Anfallsmeldehund )
Mache gerade eine Palliativ Care Fortbildung und habe da aktuelle Infos zum Midazolam-Nasenspray bekommen
Es spricht sehr für Eure Docs, dass sie es Euch empfehlen..., ist wirklich nach momentanem Wissensstand die schnellste "Hilfe" und dazu noch gut zu verabreichen (vorallem im Gegensatz zu Dia oder Chloral...)
Tavor wirkte tatsächlich bei vielen Kids/ Epiformen nicht ausreichend, weshalb es nur in bestimmten Fällen Sinn macht und eben auch nicht so schnell wirkt
Die Nasenschleimhäute nehmen etwa 5x schneller Substanzen auf als die Mundschleimhaut und etwa 50x schneller als der Darm und etwa 300x schneller als die Magenschleimhaut
Bei Jessy würde ich im Krampfanfall bei verlegter Nase wohl erst kurz mit dem Fingerdip absaugen und dann das Midazolam geben, wobei dann Anfälle die von alleine aufhören wohl schon vorbei wären, die anderen aber binnen (höchstens) 3 Minuten zu beeinflussen wären - uns reicht das Allerdings hat Jessy unter Dia auch schon 2 Stunden gekrampft - wir sind also etwas resistenter und froh, dass sie momentan mit Chloral "schon" nach 12-15 Min. aufhört und somit nicht mehr in den Status (=länger als 30 Min.) rutscht
Wenn man nicht absaugt, ist die Idee in den Mund zu sprühen - sofern man das hinbekommt - sicher eine gute Wahl
Grüßle
Ursula, die Euch wenig Gelegenheit zum Testen wünscht _________________ Ursula(71 - Kinderkrankenschw.), Gerhard(73), 3 Pflegekinder Tim(2001) und Kevin(2003) leibliche Brüder und mit hohem Bedarf an Aufmerksamkeit, Jessy(11/2002)- ICP, Tetraspastik, muskuläre Dystonie, kaum Kopf-/Rumpf-Kontrolle, sehbeh., PEG-versorgt, bds. luxierte Hüften, starke Skoliose -> Liegekind und unser Goldschatz!!!
So, hab unsere Ärztin gleich am Telefon erwischt
Sie sagt man kann den Kindern trotz Erkältung das Midazolam in die Nase sprühen. Manche Eltern sprühen es auch in die Wangetasche aber sie sagte dass schmeckt anscheinen so furchtbar, dass man es wirklich nur als Ausnahme machen sollte.
Wir dürfen Lena insgesamt 4 Hübe geben, ich denke dass da trotz verrotzter Nase einiges über die Schleimhäute aufgenommen wird. Mal schauen, wie sie beim nächsten Anfall drauf reagiert _________________ LG
Julia
Julia (*84), Lena (*02.02.2010) - Komplexe Hirnfehlbildung (HC (Shunt-versorgt), Balkenmangel, Aquäduktstenose, Gyrierungsstörung, Myeliniesierungsstörung), präaxiale Hexadaktylie (links) operiert seit 15.11.11, Symptomatische fokale Epilepsie
Stimmt......es schmeckt wirklich total abscheulich.....habs grad mal probiert *g*
Andererseits soll es ja auch ziemlich brennen in der Nase........hm....könnte das bitte mal wer ausprobieren??? Ich trau mich selber nicht _________________ Sylke (*3/70) mit Kimberly (*5/05), Dravet-Syndrom ( und Mercy - ihr Anfallsmeldehund )
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