nachdem ich mich privat schon vorgestellt habe , auch an dieser Stelle kurz ein paar Zeilen: Ich heiße Daniela, bin 32 Jahre alt und arbeite seit 5 Jahren als Sonderschullehrerin an einer Schule mit dem Förderschwerpunkt "Geistige Entwicklung" - wie die aktuelle Bezeichnung in NRW lautet.
Studiert habe ich von 1994-1998 in Köln mit den Schwerpunkten "Körper-/Lernbehindertenpädagogik und Sachunterricht", danach folgte das Referendariat an einer Schule für Lernbehinderte im Ruhrgebiet.
Seit 2001 arbeite ich nun an einer Förderschule für "Geistige Entwicklung". Wie in unserem Schultyp üblich, unterrichte ich alle Fächer. Schwerpunkte meiner Tätigkeit sind die Bereiche "PC-gestütztes Lernen" und "Heilpädagogisches Reiten". Besondere Freude bereitet mir auch die Aufbereitung von Sachthemen.
Zur Zeit befinde ich mich in Elternzeit und bin daher bis 2007 lediglich mit 8 Stunden pro Woche an der Schule. Momentan unterrichte ich ausschließlich Schüler der Mittelstufe, ich habe aber auch Erfahrungen in der Vorstufenarbeit sammeln können.
Hier im Forum erhoffe ich mir einen lebendigen Austausch mit anderen Menschen, die mit besonderen Kindern leben und arbeiten. Ich selbst stelle mich gern als Ansprechpartnerin in Fragen schulischer Förderung zur Verfügung. _________________ Liebe Grüße!
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Daniela (*1973, LKGS) mit Sohn (*2004, Neurodermitis, KISS und diverse
Nahrungsmittelallergien), Tochter (*2009) und unseren Zwillingssternchen (*2008/+ 2008) ganz tief im Herzen
nochmals Dir ein herzliches Willkommen hier und ganz viel Spass in diesem Forum.
Gruß,
Beate _________________ ..es gibt nichts,was uns die Abwesenheit eines geliebten Menschen ersetzen kann;und man soll das auch gar nicht versuchen,man muss es einfach aushalten und durchhalten;das klingt zunächst sehr hart,aber es ist doch zugleich ein großer Trost,denn indem eine Lücke wirklich unausgefüllt bleibt,bleibt man durch sie miteinander verbunden.D. Bonhoefffer
Hallo Danie! Herzlich Willkommen hier im Forum und ich wünsche dir einen guten Austausch und viele Informationen hier!
Und ich habe gleich einige fachliche Fragen an dich, weiss aber gar nicht, ob die so komplex sind, dass du sie gar nicht mal kurz beantworten kannst. Vielleicht gibt es dann gute Literaturtips, die du mir nennen kannst?
Also: Wie definiert sich Schulreife in der Schule für geistige Behinderung und in der Schule für Lernbehinderung?
Unser Sohn Janosch wird nämlich 2006 schulreif und ist ein Grenzkind zwischen Lernbehinderung und geistiger Behinderung und außerdem noch ein Grenzkind zwischen der Frage Rückstellung oder Einschulung. Also interessiert mich wirklich, was Schulreife in den beiden Schulformen bedeutet und unterscheidet.
Janosch wird im Januar zwar in seiner SVE/HPT von der Sonderschullehrerin und dem Psychologen wegen dieser Fragen getestet werden und auch im SPZ im Februar, aber ich würde auch gerne die Kriterien vorher wissen und verstehen. Kann ja nicht nur IQ sein, oder?
Hallo,
auch von mir ein herzliches Willkommen in dieser Liste.
Mein Name ist Inci (36J) und mein Sohn Dennis (6,5 J) hat einen komplexen Herzfehler und Autismus.
Einen regen Autausch hier im Forum.
LG Inci _________________ (Mama von Dennis, geboren 28.01.1999;
komplexer Herzfehler (Shone-Komplex) mit Lungenhochdruck, Autismus mit Zwangsstörung, Thorakal-lumbal-Skoliose, Epilepsie mit fokalen Anfällen; unser "kleiner" Sonnenschein )
Du hast recht, deine Frage ist in der Tat komplex und ohne deinen Janosch zu kennen, pauschal schwierig zu beantworten.
Aber ich möchte dir ein paar Kriterien und Gedanken nennen, die mir spontan zu eurer Situation einfallen.
Vorab gesagt, mir ist die Situation von "Grenzgängern" zwischen LB und GB aus der Zeit meiner Vorstufenarbeit vertraut. Im letzten Durchgang hatten wir gleich zwei solcher Schüler in einer Klasse. Beide konnten wir nach 6 bzw. 12 Monaten erfolgreich in die LB Schule vermitteln. Dies ist aber immer eine individuelle Entscheidung und ist nicht für jeden Schüler der beste Weg.
Einen formalen Kriterienkatalog, der den Begriff "Schulreife" im Bereich LB/ GB definiert, gibt es meines Wissens nicht. Ein wesentliches Abgrenzungskriterium, das du schon selbst erwähnt hast, ist die kognitive Leistungsfähigkeit (= IQ). Dies ist aber nur eine Komponente. Ein weiteres wichtiges Kriterium, das ein Schüler für die LB-Schule benötigt, ist neben einer relativ hohen Selbstständigkeit im alltäglichen Bereich auch eine gewisse sozial-emotionale Stabilität, da das Sozialklima an einer LB-Schule in der Regel um einiges "rauher" ist, als es an GB-Schulen der Fall ist.
Wichtig für eure Entscheidungssituation ist damit konkret natürlich die intellektuelle Leistungsfähigkeit, aber eben auch die Frage, inwieweit Janosch in der Lage ist, alltägliche Verrichtungen ohne Hilfestellung zu verrichten (z.B. An-/ Aus-/ Umziehen, Essen, Toilettengänge etc.). Im Bereich "Lern-/ Arbeitsverhalten" sollte er in der LB-Schule in der Lage sein, in großen Klassenverbänden auch ohne kontinuierliche Einzelbetreuung lernen zu können.
Insgesamt liegt der Schwerpunkt der Schule für Lernbehinderte primär auf der Vermittlung kognitiver Lerninhalte mit dem Ziel, möglichst viele Schüler zum Abschluss zu führen.
Dagegen bietet die Schule für Geistigbehinderte oder Schule für Förderschwerpunkt "Geistige Entwicklung" wie sie jetzt in NRW heißt, die Möglichkeit, neben kognitivem Lernen auch andere Lernbereiche in die Förderung mit einzubeziehen und das in einem viel intensiverem und differenzierterem Maße als dies in der LB-Schule aufgrund der anderen Konzeption und personellen Voraussetzungen möglich ist. So sind z.B. LB-Klassen mit 17 Schülern auf einen Lehrer keine Seltenheit, in der GB-Schule sind es im Durchschnitt 10 Schüler, die zudem von einem Lehrerteam unterrichtet werden.
Ich möchte an dieser Stelle keine Werbung für die eine oder andere Schulform machen. Beide Schulformen sind mir aus mehrjähriger Arbeit vertraut. Die Entscheidung muss wirklich in jedem Fall individuell von der Situation des Kindes abhängig gemacht werden. Der gleiche Zusammenhang gilt für die Frage "Rückstellung contra Einschulung". Ich würde zunächst einmal die Entscheidungsvorschläge der Personen abwarten, die Janosch für die Einschulung überprüfen - also die Erzieherinnen und der Sonderpädagoge der potenziell aufnehmenden Schule. Danach ergibt sich vielleicht die Möglichkeit, einen "Schnuppertag" an beiden Schulformen zu vereinbaren, um ein genaueres Bild von den Unterschieden beider Schulformen zu erwerben.
Ich wünsche euch, dass ihr für Janosch die richtige Entscheidung trefft und hoffe, euch im Vorfeld ein paar hilfreiche Impulse gegeben zu haben. _________________ Liebe Grüße!
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Daniela (*1973, LKGS) mit Sohn (*2004, Neurodermitis, KISS und diverse
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Hallo Danie, danke für deine detaillierte Antwort, die mir schon viele entscheidende Stichworte gegeben hat. Danach denke ich als Mutter, dass, obwohl Janosch kognitiv wohl näher an LB als an GB liegt, er aber noch einige Zeit zur sozial-emotionalen Stabilisierung und zum Erlernen der Selbständigkeit braucht, weshalb das SPZ auch im Sommer noch aus damaliger Sicht für eine Rückstellung plädierte.
Natürlich sind wir ganz gespannt auf die Empfehlung der Fachleute in der SVE/HPT sowie des SPZs, denn wir finden es selber nicht einfach und wissen aber Janosch in besten kompetenten Händen, auch , was die Sonderschullehrerin angeht, die den Vorschulunterricht macht. Das war zuvor in seiner I-Gruppe in einem Regelkiga nicht so der Fall.
Ach ja, und das allerentscheidendste habe ich noch vergessen: Janosch dreht in großen Gruppen durch! 17 Schüler wären z.Zt. undenkbar. In seiner I-Gruppe mit 15 Kindern hielt er es nicht lange aus. _________________ Janosch (06/00), leichte geistige Behinderung, Autismus-Spektrum-Störung (AS), Aufmerksamkeitsstörung, Adoptivkind
There´s a crack in everything but that´s how the light gets in (Leonard Cohen)
freut mich, dass ich dir helfen konnte, dieses komplexe Wort "Schulreife" bezogen auf die beiden doch recht unterschiedlichen Schulformen ein wenig zu veranschaulichen.
Wenn ich mir deine beiden Antworten durchlese, denke ich, dass du die Situation ganz richtig einschätztst. Ich habe ebenso ein wenig in deinen alten Postings recherchiert, um noch ein paar Infos über Janosch zu erfahren. Auch auf diesem Hintergrund halte ich eine Rückstellung für sehr sinnvoll. Er wird in der ihm vetrauten Einrichtung bestimmt noch viel lernen können. Fähigkeiten, die ihm helfen werden, die doch recht komplexe Situation der Umstellung auf den Schulbetrieb zu meistern.
Grundsätzlich kann der Ort der Beschulung auch nach der Einschulung gewechselt werden. Wir haben immer wieder Kinder gehabt, die nach einiger Zeit bei uns den Wechsel zur LB-Schule erfolgreich gemeistert haben. Das nur so am Rande....
Ich finde es toll, was euer kleiner Kerl alles schon gelernt hat und ich bin sicher, ihr werdet gemeinsam mit seinen Erzieherinnen und zukünftigen Lehrern die Weichen für seine schulische Zukunft zu gegebener Zeit richtig stellen.
Wenn du noch Fragen hast, kannst du mich gern kontaktieren - auch via PN.
Ein schönes Weihnachtsfest für dich und deine Familie! _________________ Liebe Grüße!
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Daniela (*1973, LKGS) mit Sohn (*2004, Neurodermitis, KISS und diverse
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