Verfasst am: 30.01.2011, 13:39 Titel: gb-Kind und Skifahren
Hallo,
unser Winterurlaub rückt wieder näher und ich bin mir unschlüssig wie ich reagieren soll.
Meine PT ist 13 und ist leicht gb. Die letzten 2 male hatte sie den Skikurs für die Kleinen gemacht. Mehr gezwungen als freiwillig. Ansonsten wäre sie nur den ganzen Tag gesessen.Jeder Versuch von den Skilehrern sie zu den älteren Anfängern zu tun, scheiterte kläglich.
Sie steht da auf dem Minihügel bei den 4-6 Jährigen und strahlt wenn sie ohne Umfallen runterkommt ansonsten weint sie.
Mein Mutterherz blutet und ich denke einerseits, dass nicht jeder skifahren muss, anderseits was ist die Alternative?
Ihre Vorstellung vom Urlaub ist: im Warmen sitzen und essen...
Nach dem Urlaub hatte sie aber jedesmal viel in der Schule zu erzählen, sie ist schon stolz, dass sie Ski gefahren ist. Diese Herausforderung ist gut für ihr Selbstbewußtsein von den anderen Vorteilen der frischen Luft und Bewegung abgesehen.
Ich fühle mich aber so mies, sie wieder dazu zu nötigen. Es ist wirklich bescheuert so viel Geld für den Skikurs, Ausrüstung usw. zu bezahlen und mich dann so schlecht zu fühlen.
Was würdet ihr tun?
LG Dana _________________ Dana mit 3 LK (19,17,14) und 4 PK(17,14,8,2)
Hallo Dana, wenn es nicht zu teuer für euch ist, würde ich einen Skilehrer oder Skilehrerin für eure Tochter alleine nehmen, die das Ganze mal in Ruhe angeht und auch austestet 1:1. Vielleicht braucht eure Tochter eine Weile nur den Kinderhügel, bis sie Mut fasst. Und wenn sie so ist wie unser Janosch, dann lässt sie sich von einem Skilehrer mehr beibringen als von den Eltern.
Janosch hat früh Skifahren gelernt, aber er hat uns dann irgendwann eingestanden, dass er bitte nicht mehr lange hohe Pisten fahren möchte und darum auch nicht mehr mit in den Fortgeschrittenen-Skikurs, weil er Angst hat. Janosch schielt und kann nicht räumlich sehen, ich denke, das macht ihm auch einfach Angst. So fährt er einfach die niedrigeren Pisten, wobei ihm das Spielen an den Liften und das Gucken dort und das Liftfahren teilweise auch wichtiger ist als das Skifahren, dazu muss auch Zeit sein. Dann fährt mein Mann in der Zeit einfach seine längere Piste nebenan.
Und Janosch braucht auch viel schneller eine Cafe´pause als manch anderer, friert schneller und mag nicht mehr. Er will dann auch im Warmen sitzen und essen und heißen Kakao trinken. Das, denke ich, ist bei der Behinderung auch so. (Wobei ich auch nicht anders wäre, aber ich fahre kein Abfahrtsski, das macht mein Mann mit Janosch.)
Und erst will er auch nicht hin, aber wenn er da ist, mag er das Skifahren.
Langlauf wäre dann auch noch eine Alternative evtl. für eure Tochter oder für den Anfang?
wo wohnt ihr denn? Und wann startet ihr in den Skiurlaub?
In Neuss gibt es einmal im Monat (meist der zweite Samstag im Monat) einen Skikurs vom Behindertensportverband NRW in der Skihalle für behinderte Kinder und Jugendliche. Vielleicht kannst du ja im Februar dorthin kommen und deine Tochter "üben" lassen. Wenn sie da ein Erfolgserlebnis hat, traut sie sich dann im Skiurlaub eher in eine Gruppe mit gleichaltrigen Anfängern.
danke für eure Antwort.
Wir wohnen im Saarland, ich versuche hier schon vergeblich eine Fußballgruppe zu finden...völlig aussichtslos.
Das Problem ist auch nicht die mangelnde Übung...J. hat schon 2 mal eine Woche einen Kurs gemacht aber Skifahren ist wie Fahrrad fahren. Sie kann
fahrradfahren...d.h. sie kann treten und lenken aber sobald etwas Unvorhergesehenes eintritt, lässt sie das Fahrrad fallen und stürzt. Ein Ausflug ist unmöglich. Sogar im Wald geht es nicht, weil wenn eine kleine Neigung kommt, steigt sie ab.
Privatlehrer wäre vielleicht wirklich ein Versuch Wert, wobei ich vorhin versucht habe darüber mit ihr zu sprechen, da gibt sie mir keine Antwort.
Sie blockt völlig ab.
LG Dana _________________ Dana mit 3 LK (19,17,14) und 4 PK(17,14,8,2)
Hallo Dana, seit wann fährt deine Tochter denn Rad? Das war bei Janosch erst auch so, er fuhr noch lange Dreirad, nahm das Fahrrad erst gar nicht an, dann hatte er auch genau so ein Verhalten mit dem Rad wie deine Tochter und schmiss dauernd das Rad hin und heute fährt er total sicher.
Beim Skifahren war es genauso und erst im Schulskikurs blieb er auf den Skiern, da konnte mein Mann auch nichts ausrichten.
Ich war als Kind auch ein extremer Angsthase in allem, wo ich nicht fest auf dem Boden stand und würde wirklich Einzelunterricht empfehlen, wenn es so gar nicht weitergeht. Aber dass es erst dauert, kennen wir wie gesagt auch von Janosch.
LG und Erfolg! Marianne . _________________ Janosch (06/00), leichte geistige Behinderung, Autismus-Spektrum-Störung (AS), Aufmerksamkeitsstörung, Adoptivkind
There´s a crack in everything but that´s how the light gets in (Leonard Cohen)
Janoschs Fortschritte machen Mut, deshalb denke ich auch, dass man nie aufgeben darf, weil solche Erfolgserlebnisse wichtig sind. J. kam mit knapp 4 Jahren, völlig depriviert zu uns. Sie hat mit ca. 5 Jahren gelernt Fahrrad zu fahren und dreht oft ihre Runden ums Haus aber sie kommt seit Jahren nicht über den Level. Unsere 7-Jährige PT lernte erst mit 2,5 Jahren an zu Laufen, lernte mit 4,5 Fahrrad zu fahren und hat sie mittlerweile überholt. Sie hat gar kein Ehrgeiz.
Vielleicht würde ein Privatlehrer wirklich etwas helfen, ein Versuch ist es Wert.
LG Dana _________________ Dana mit 3 LK (19,17,14) und 4 PK(17,14,8,2)
wenn deine PT bisher ganze 2 Skikurse hat, dann würde ich ihr einfach mehr Zeit gönnen. Solange sie stolz ist, den kleinen Hügel runtergefahren zu sein, dann ist das jetzt das richtige für sie. Wenn es ihr langweilig wird, wird sie auch einwilligen auf andere Pisten zu gehen.
Waren die 2 Skikurse in einem Jahr oder einer pro Jahr? Wenn unser Sohn nur eine Woche pro Jahr Ski fahren würde, würde es kaum Verbesserungen geben. Mit 20 bis 26 Skifahrtage pro Winter fährt er jedes Jahr etwas besser. Er hat am Anfang auch 6 Skikurse (plus etliche Tage die wir mit ihm gefahren sind) am Anfängerhang zugebracht, weil er nicht bremsen konnte. Er konnte zwar im Pflug Kurvern fahren und lenken aber nicht bremsen. Irgendwann hat es dann geklappt und es ging weiter. Inzwischen fährt er alle blaue Pisten und abundzu mal eine leichtere Rote ist auch kein Problem mehr.
Eine Frage: blieben bei euch die Kurse für die Kleinen die ganze Zeit am Anfängerhügel? Normalerweise gehen die doch auch nach ein paar Tagen auf andere Pisten.
Wenn ihr überlegt, es mal mit einem Privatlehrer zu versuchen kann ich euch in Schladming eine Spezialskischule empfehlen. Hier die Internetseite: http://www.freizeit-pso.com/Schikurse_deutsch.html
Dort gibt es zudem einen Sessllift dessen Abfahrt fast so flach ist, wie am Anfängerhügel.
Liebe Grüße
Rita _________________ Rita mit Sohn *Dezember 1995, ohne Diagnose,
cerebrale Koordinations- und Tonusregulationsstörung mit Zehenspitzengang, kognitive und sprachliche Entwicklungsstörung, süßer Bengel
es war in jedem Jahr ein Skikurs für ca. eine Woche.
Der Kleinkinder-Anfängerhügel ist eigentlich kein Hügel sondern eine minimal ansteigende Stelle mit Beförderungsband. Die Kinder lernen im Pflug runterzufahren. Wenn die Kinder sicher sind dürfen sie zu den Anfängern auf den kleinen Hügel und später lernen sie Lift zu fahren. J. ist einmal dann zu den Anfängern gekommen und musste wieder zurück gebracht werden, weil es nicht ging. Aber bei den Kleinkindern ist sie wirklich fehl am Platz. Die Kleinen sind alle ca. 4 Jahre alt.
LG Dana _________________ Dana mit 3 LK (19,17,14) und 4 PK(17,14,8,2)
es könnte meine Tochter sein, von der du schreibst, allerdings waren wir noch nicht Skifahren, da wir beide nicht bzw. nicht mehr fahren.
Aber mir dem Fahrrad - ein Kartoffelsack war leichter - doch seit sie es kann ist sie voller Konzentration dabei.
Wir haben das große Glück, daß ihr Lehrer Skifreizeiten anbietet zu der sie nächstes Jahr dann auch mit darf.
Zuerst wollte sie nicht, doch inzwischen meinte sie von selbst, da würde sie doch gerne mitgehen - sie braucht einfach mehr Zeit, um sich an den Gedanken zu gewöhnen, etwas Neues auszuprobieren- also werden wir sie für nächstes Jahr anmelden.
Ich könnte mir allerdings nie vorstellen, sie in eine Gruppe nichtbehinderter Kinder mitzugeben, denn sie blockte schon immer schnell ab, wenn sie das Gefühl hatte, nicht mithalten zu können.
Auch sie hat überhaupt keinen Ehrgeiz, das muss schon alles in Ruhe gehen und in der Geschwindigkeit, die sie vorgibt.
Ich weiss nicht, wo ihr wohnt, bei uns (Ba-Wü) gibt es z.B. über die Lebenshilfe eine integrative Skifreizeit über Silvester. Im Bayrischen Raum gibt es solche Angebote sicher noch vermehrt.
Etwas in der Art könnte ich mir für unsere Kids eher vorstellen.
liebe Grüße
Petra _________________ Petra(´65) und Arno(´55) mit Mario(´89):ADS, 2 kleinen Sternenjungs (19. und 20.SSW) und unseren Vollzeitpflegekindern Sissi(´98): Sprachbehinderung, emotionale Störung mit Ängsten,Wahrnehmungsstörung, Lernbehinderung; Zwilling Diana(´98): Sternenkind seit Juli 05 und Stefan(´00): Epilepsie, Entwicklungsverz.,Wahrnehmungsstörung
mich würde die integrative Skifreizeit über Silvester interessieren. Kannst du mir dazu näheres sagen, oder einen Link dafür angeben.
Besten Dank
Rita _________________ Rita mit Sohn *Dezember 1995, ohne Diagnose,
cerebrale Koordinations- und Tonusregulationsstörung mit Zehenspitzengang, kognitive und sprachliche Entwicklungsstörung, süßer Bengel
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