Verfasst am: 02.01.2011, 18:32 Titel: englischsprachige Schulen in Deutschland
Hallo,
ich bin neu hier im Forum und suche nach Leuten, die mir weiterhelfen können. Es geht um meinen Neffen, der mit 6,5 Jahren kaum verständlich sprechen kann.
Diagnostiziert wurden eine orale Apraxie und Dysgrammtismus. Zur Zeit lebt er in Kanada und besucht dort eine Regelschule, in der er mit Hilfe eines Computers mit einem für ihn entwickelten Programm am Unterricht teilnimmt.
Außerdem hat er motorische Angewohnheiten, er ruderte immer schon viel mit seinen Armen, was in ein Hüpfen übergegangen ist, vor allem, wenn er sich freut. Niesen kann er nicht.
Wenn ich ihn reden höre, kann ich ihn kaum verstehen, so ergeht es allen, die mit ihm Kontakt haben. Ich höre nur ein Lautgestammel. Seine Mutter versteht ihn aber. Er kann einige auswendiggelernte Sätze nachsprechen, allerdings extrem undeutlich und für Fremde unverständlich. Ansonsten spricht er nur einzelne Wörter.
Obwohl er Deutscher ist und 4 Jahre in Deutschland gelebt hat, wird in Kanada nur mit ihm Englisch gesprochen, was zur Therapie gehört, da es ihm wegen seines Dysgrammtismus leichter falle, die Englische Sprache zu erlernen, ist zumindest der Therapeutenansatz und Meinung meiner Schwester. Er wird logopädisch therapiert und bekommt Therapie nach der Prompt-Methode.
Meine erste Frage nun:
Schadet es einem sprachentwicklungsverzögerten Kind, wenn es sich mit 2 Sprachen auseinandersetzen muss?Denn mit ihren anderen Kindern wird Deutsch gesprochen, was Constantin auch hört und wohl versteht.
Meine Schwester würde mit ihrer Familie gerne wieder nach Deutschland zurückkehren, scheut sich aber davor, weil die schulische Situation ihres Kindes ungewiss ist. Wenn er nach Deutschland kommt, soll er eine englischsprachige Schule besuchen, da sie beschlossen hat, dass er nur Englisch lernen soll. Wo gibt es englischsprachige Schulen für sprachentwicklungsverzögerte Kinder ? Sprachförderschulen zu besuchen ist wohl eher schwierig, weil Constantin sich kaum verständlich artikulieren kann, außerdem wird der Unterricht wohl nicht in Englisch erteilt.
Wer weiß hier Rat? Welche Therapiemöglichkeiten gibt es für ihn in Deutschland?
soviel ich weiss gibt es in Bielefeld und in Hannover englischspracjige Schulen. Ob es woanders welche gibt.....keine Ahnung. Aber ich denke doch. Hast du schon gegoogelt?
In welche Gegend wollen die denn so ungefähr hinziehen?
LG
Sandy _________________ Mama (72) schwerhörig,depr. Anpassungsstörung
T. (98) hochgradig schwerhörig u. Gleichgewichtstörungen
K. (01) ICP, Epilepsie, geist. Beh., Microcephalus, Behinderung entstanden durch Geburtsfehler,
Aber sooooooo happy und nicht unterzukriegen....
Unsere Vorstellung: http://www.REHAkids.de/phpBB2/ftopic50737.html
wenn der Junge nur Englisch lernen soll (ja, die Grammatik ist wirklich um einiges einfacher gestrickt wie die deutsche Grammatik), ist es in meinen Augen nicht sinnvoll in ein Land zu ziehen, in dem Englisch eine Fremdsprache ist. Wie soll er sich sonst im Alltag verständigen? Man sollte schon die Sprache seines Wohnortes sprechen können und das gilt nicht nur für Leute mit Migrationshintergrund. Internationale Schulen mit Unterrichtssprache Englisch werden auch kaum ein sprachbehindertes Kind aufnehmen.
im Moment ist noch nichts Konkretes geplant, mein Schwager müsste sich erst mal in Deutschland eine Stelle suchen, was aber sicher nicht das Problem ist. Konkret würde er sich in Deutschland erst bewerben, wenn es eine Schulperspektive für seinen Sohn gibt.
Ich denke, dass die Familie den Wohnort nach der Schule richten würde.
Gegoogelt habe ich schon, ich konnte jedoch nirgends finden, ob diese Schule auch sprachentwicklungsverzögerte Kinder aufnehmen würden, das ist ja das Problem.
wie wäre es in der Nähe der Schweizer Grenze; die internationale Schule in Schaffhausen ist sehr offen für Kinder die Schwierigkeiten haben (evtl. ist eine Integrationskraft sinnvoll); wir haben dort zwei Kinder mit Autismus betreut; von denen der eine Junge noch sehr wenig sprach; sie haben kleine Klassen und gute Lehrkräfte.
Viele Grüße,
Silke _________________ „Ich habe gewußt, daß Du und ich niemals gleich waren. Ich habe oft die Sterne betrachtet und mich gewundert, von welchem ich wohl herstamme. Du scheinst ein Teil einer anderen Welt zu sein, und ich werde nie erfahren, wie diese aussieht. Es sei denn, Du baust mir eine Brücke. Bau mir eine Brücke, bau mir eine Brücke aus Liebe.“ (nach McKean, 1994)
LG
Erica _________________ Mama von Lena (11 Jahre), Frühchen, benigne occipitale Partialepilepsie/ Panayiotopoulos-Syndrom, nächtl. Bradykardien, Z.n. Schädelbasisfraktur/ SHT/subduralem Hämatom/ Hämatotympanon im April 2006, Herzrhytmusstörungen, räuml.-konstruktive Wahrnehmungsstörung, etc.
ich finde die These SEHR gewagt, dass Englisch leichter zu lernen sei als Deutsch. Dass die kanadischen Therapeut/innen und Lehrer/innen es bequemer finden, wenn das Kind mit ihnen ausschließlich Englisch spricht, ist eine andere Geschichte. Und dass erwachsene Kanadier Deutsch schwieriger finden als Englisch, glaube ich auch sofort. Aber für ein Kind - auch für ein entwicklungsverzögertes - ist jede Sprache genau gleich leicht oder gleich schwer zu lernen. (Das kannst du, wenn du magst, bei Steven Pinker nachlesen.)
Wir sind in einer ähnlichen Situation. Und ich habe auch schon mit einer Therapeutin zu tun gehabt, die sich sehr daran gestört hat, dass sie die wenigen Worte nicht verstanden hat, die mein Kind von sich gegeben hat. Das Problem ließ sich aber durch einen Wechsel der Therapeutin lösen.
Ich habe auch schon oft gehört, dass zwei Sprachen schlecht seien für ein entwicklungsverzögertes Kind. Aber noch nie von Fachleuten (wie es z.B. Speech/Language-Pathologist wäre), immer nur von anderen Eltern oder Erzieherinnen oder ähnlichen Halbwissenden.
Wie lange reicht eigentlich der Plan deiner Schwester, mit dem Kind nur zu Englisch sprechen? Das Leben endet ja im Normalfall nicht mit dem Ende der Schulzeit. Und je jünger eine Sprache gelernt wird, desto einfacher.
Grüße,
Barbara. _________________ Barbara mit Tochter1(*Herbst 2004) und Tochter2(*Herbst 2007) und zwei FraX-Diagnosen(Anfang 2009)
wie wäre es in der Nähe der Schweizer Grenze; die internationale Schule in Schaffhausen ist sehr offen für Kinder die Schwierigkeiten haben (evtl. ist eine Integrationskraft sinnvoll); wir haben dort zwei Kinder mit Autismus betreut; von denen der eine Junge noch sehr wenig sprach; sie haben kleine Klassen und gute Lehrkräfte.
.....ist ein Internatsunterbringung dort möglich????? Hast Du die www -Adresse??? Bekannte von mir suchen nach einer Internationalen Schule im Süden BW oder Bayern!
Liebe Grüße
Michaela _________________ -erwachsene Tochter: Asperger Autistin,
-Tochter: NT ....bald volljährig
Viele Grüße,
Silke _________________ „Ich habe gewußt, daß Du und ich niemals gleich waren. Ich habe oft die Sterne betrachtet und mich gewundert, von welchem ich wohl herstamme. Du scheinst ein Teil einer anderen Welt zu sein, und ich werde nie erfahren, wie diese aussieht. Es sei denn, Du baust mir eine Brücke. Bau mir eine Brücke, bau mir eine Brücke aus Liebe.“ (nach McKean, 1994)
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