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Wird mein Kind sprechen lernen?
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Judith R.
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Anmeldedatum: 17.06.2009
Beiträge: 302
Wohnort: Norddeutschland

BeitragVerfasst am: 31.12.2010, 10:37    Titel: Antworten mit Zitat

Ich Danke euch sehr für eure Antworten.

Ich finde es ganz oft faszinierend wie ich sofort erkenne was Sinja gerade will, nur indem ich in ihre Augen schaue, ins Gesicht. Man hat so eine sensible Art an sich erlernt, das ich durch ihre Augen anderen sagen kann was Sinja möchte. Very Happy

Uns sagen die Therapeuten das Sinja noch nicht Interesse hat an Sprache, da sie ein sehr Ergeiziger kleiner Mensch ist der noch zu sehr mit ihrem Körper beschäftigt ist. Sie will z.B. stehen, laufen, Lego bauen, Essen und das klappt alles nicht so wie sie will, sie wird durch die Spastik gebremst.
Die Ärzte sagen das Sinja auch in der Mundpartie eien Spastik hat, sie kaut und ißt aber alles.

Sie zeigt auf alles was sie haben will und schaut sich auch alles ab und ich merke ganz oft das sie uns beobachtet beim sprechen und es gern Nachahmen möchte, aber nicht weiß wie.

Wir haben schon versucht per GUK mit ihr einige Begriffe zu üben, aber durch die Spastik fällt ihr vieles schwer.

Ich denke das wir im nächsten Jahr uns weitere Gedanken machen werden über UK.

Vielen Dank

_________________
Manchmal ist das kleinste das Größte !
Judith mit Sinja, 26.11.07, 31.SSW,mit einem Loch im Darm geboren, Tetraparese beinbetont, kleine Rollifahrerin, hochgradig Schwerhörig an Taubh. grenz. mit einem HG und dem 1. CI seit 01/12 versorgt
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Sabine
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Beiträge: 16065
Wohnort: Menden-Lendringsen

BeitragVerfasst am: 31.12.2010, 11:28    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Judith,

da seid ihr doch auf einem guten Weg! Wir kommen inzwischen ganz gut mit der "Sprachlosigkeit" zurecht. Es ist halt so und wir können das nun mal nicht ändern. Wir haben uns auch laufen gewünscht oder freies Sitzen. Auch das ist alles nicht gekommen. Entwicklungswünsche haben wir nun eigentlich nicht mehr, sondern richten unser Augenmerk eher auf eine gut funktionierende Betreuung und Versorgung durch Dritte, weil wir das alleine nicht mehr schaffen.

LG
Sabine

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Jan-Paul (10/01), schwer mehrfachbehindert ohne Diagnose, Tim-Henrik (03/05), Lea-Kristin (01/11)
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Jakob05
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BeitragVerfasst am: 31.12.2010, 12:01    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Judith,
wenn die Gebärden nicht machbar sind, gestalte ihr doch ein einfaches Fotobuch mit den nötigsten Begriffen. Es gibt ganz billige Einsteckalben aus Plastikunter 2 € in das so 20 Bilder oder Zeichnungen reinpasse. Das ist handlich und kann von Sinja benutzt werden.
Ausserdem ist es oft gar nicht sooo gut, wenn Mütter Ihren Kindern alles von den Augen ablesen Wink ! Warum sollte Sinja dann aufwändig kommunizieren üben ? Die Versuchung ist hoch, gerade unseren Kindern immer zu helfen, aber weniger ist oft mehr. Gerade wenn Sinja so ehrgeizig ist, wird sie schnell Spass daran bekommen EIGENE Kommunikationserfolge zu verzeichnen und nicht immer über Mama zu kommunizieren.
Geht sie denn schon in den Kindergarten ? Dort haben meine Jungs einen Riesenschub in Kommunikation gemacht, einfach, weil sie mussten.
Vorgestern hat Konrad in der Klinik den ganzen Nachmittag mit einem kleinen Mädchen Lego, Fangen, Familie und anderes gespielt, das ausschließlich flämisch sprach. Dabei plapperten beide ununterbrochen miteinander und verständigten sich prächtig. Worte sind nicht alles !!

_________________
Cordula (65) + Stephan (68) mit Ira (86), Marvin (88 mehrfachbehindert, HF-Autist), Jakob (†28.07.05,*02.08.05,37.SSW) + Konrad 10/07 (GS, OSAS, Laryngomalazie,Tracheostoma)
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Anan
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BeitragVerfasst am: 03.01.2011, 18:27    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Judith,

der Jugendliche, den ich begleite, hat auch eine schwere ICP (spastisch-athetotisch) - und er hat mit über zehn Jahren noch sprechen gelernt (allerdings kann er nicht alle Buchstaben sprechen, spricht sehr langsam und undeutlich und wird von Fremden nie und von Bekannten nicht immer verstanden; er braucht auch heute noch viel Geduld, um seine Ansichten, Wünsche und Einwürfe auch richtig verstanden zu wissen).

Bei ihm liegt es allerdings so, dass ihn vor allem die körperlichen Schwierigkeiten am Sprechen gehindert haben; geistig hat er nur sehr leichte Einschränkungen. Er hatte aber lange kaum Erfolgserlebnisse, konnte kaum eigeninitiativ kommunizieren. Erst nachdem er über verschiedene Elemente der Unterstützten Kommunikation gelernt hat, wie viel er mitbestimmen kann, wie viel mehr als "ja" und "nein" Kommunikation bringt, bekam er mehr und mehr Mut, probierte sich aus und machte die Erfahrung, verstanden zu werden.

Er hat viele Interessen und ist sehr geduldig, so dass die Kommunikation heute über die Lautsprache einfacher (aber immer noch sehr schwer) ist als über elektronische oder nicht-elektronische Hilfen. Nur manchmal und bei komplizierteren Sachverhalten nutzt er noch Symbole oder Buchstabiertafeln (für die Anlaute). Oft spricht er aber nur in Schlagworten. Seine Sprache zu verstehen braucht außerdem viel Übung.

Bis zur vierten oder fünften Klasse galt der Jugendliche übrigens als geistig schwerst behindert.

Mit dieser Erfahrung würde ich immer sagen: Nicht die Hoffnung aufgeben. Und: Jegliche Kommunikationsansätze (vor allem auch die nicht-lautsprachlichen (Mimik, Gestik, Lautieren)) als Kommunikation betrachten, auf die eingegangen werden kann. Mit der Lust und den Erfolgserlebnissen kommt dann sicherlich mehr und mehr.

Einen Gruß
Anan.

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Anan, seit vielen Jahren als FED-Kraft in immer derselben Familie tätig...
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Michaela.Sandro
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Beiträge: 254
Wohnort: Köln

BeitragVerfasst am: 03.01.2011, 19:46    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Judith, Sandro wird jetzt 4 Jahre alt und ich frage mich auch, ob er jemals sprechen wird. Er hat jetzt gerade laufen gelernt und eine Therapeutin sagte mir mal, dass er - wenn er die Fähigkeit zum sprechen besitzt - erst nach dem Laufen anfangen würde, keinesfalls vorher. Ich weiß nicht, ob das immer stimmt, aber die Hoffnung habe ich dennoch. Sandro lautiert kaum, zeigt aber Sprachverständnis und fängt auch an, mir Dinge zu zeigen. Sollte er es nicht lernen, so werde ich sicher auch mit noverbaler Kommunikation etwas erreichen, auch wenn es natürlich ein wenig traurig ist, wenn das eigene Kind nicht "Mama" sagen kann. L.G. M. + S.
_________________
Michaela alleinerziehend (Bj. 12/67) und Sohn Sandro (19.01.07.) Herz-OP nach Geburt, schwere globale Entwicklungsverzögerung (hat gerade Laufen gelernt, spricht ein wenig)ohne Diagnose, evtl. ein unbekanntes Syndrom, 100% SB aber ein Schatz!
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kati543
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Wohnort: Bad Soden

BeitragVerfasst am: 03.01.2011, 19:50    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo,
meine beiden Söhne sind im Verein "ohne Worte" hier in Frankfurt angemeldet. bei euch in der Umgebung wird es sicherlich auch so etwas geben. Die schauen sich dann die Kinder an und machen Vorschläge welche Arten der uK am hilfreichsten wäre. Wenn durch die Spastik die GuK nicht klappt, dann vielleicht das Fotobuch (hat mein Großer) oder eben technische Hilfsmittel.
Mein Jüngster ist jetzt auch 3 und spricht absolut nichts. Er war jetzt bei einem Logopäden (ein anderer, als der, der die Therapien macht) und wurde dort getestet. Wegen der Eßstörung und eben der Sprachentwicklung. Ergebnis war, dass noch nicht einmal die Voraussetzungen gegeben sind, dass er Sprechen lernt. Vorher kommen noch verschiedene Entwicklungsschritte, die er nicht durchlaufen hat. Also entweder er wird es nie lernen, oder aber doch sehr, sehr spät und sehr eingeschränkt. Er ist auch geistig behindert.

_________________
Katrin (Epilepsie)
O. (Frühkindlicher Autismus (HFA), gl. Entwicklungsst., Ptosis, Hypotonie, Vd. auditive Wahrnehmungsst., Vd. Valproatembryopathie)
D. (geistige Behinderung, Frühkindlicher Autismus, Esstörung, Hypospadie, Trigonoceph., Hypotonie, Opticushypoplasie, Amblyopie, Vd. Valproatembryopathie)
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