Verfasst am: 16.11.2010, 15:19 Titel: sprachentwicklungsverzögert, kaum Fortschritte, wie weiter?
Hallo,
ich bin neu hier, habe ich unter Vorstellung schon ein wenig mit meinem Sohn vorgestellt und möchte mich nun mit meinem konkreten Anliegen an euch wenden.
Mein Sohn, geb. Aug/2006 geht seit nicht ganz einem Jahr zur Logopädin und seit Februar d. Jahres zur Ergotherapie - Ende letzten Jahres, also zeitgleich mit Beginn der Logo haben wir festgestellt, dass Luca extrem Weitsichtig ist und zwar mit +5,5 Dptr. auf beiden Augen und dies ist wohl auch der Grund für seine Schwiergkeiten.
Ich muss dazusagen, dass er seit er in den Therpien ist, sehr sehr gute Fortschritte gemacht hat und ich in letzter Zeit wirklich sehr zufrieden mit ihm bin - auch die Therpeuten.
Nun hat die Logopädin einen Sprachverständnistest gemacht, bei dem er extrem schlecht abgeschnitten hat - nun kam sie heute zu mir und meinte wir müsste uns mehr überlegen... Er müsse evtl. doch in einen Förderkiga (dies stand schon einmal kurzweilig zum Thema) oder mehr Förderung bekommen - die ganze Zeit hieß es er kommt in Fahrt und es läuft so gut...
Ich fühle mich bei der Logopädin wirklich gut aufgehoben und sie hat auch wirklich einen sehr guten Ruf, aber das hat mich völlig umgehauen.
Luca hat Anfang des Jahres im Kiga Schwierigkeiten mit Veränderungen gehabt und fing schnell an zu weinen - er fühlte sich im Kiga extrem unwohl - das hat sich aber schlagartig geändert und er geht nun wirklich sehr gerne in den Kiga - er ist in der Gruppe gut intigriert und fühlt sich sehr wohl. Für mich wäre es eine Horrorvorstellung ihn da jetzt raus reißen zu müssen - und in einen Förderkiga zu stecken mit vielen Kinder mit erheblich mehr Behinderung.. Klar er wäre dort wohl einer der "Besseren" (nicht falsch verstehen) und es wäre für sein Selbstbewusstsein vielleicht nicht schlecht - aber ich kann mir es absolut nicht vorstellen.
Zudem wäre der Kiga etwa 20 km von unserem Wohnort weg. Noch dazu kommt das Problem, dass er bei uns in RLP ein Muss-Kind für die Schule ist, das heißt er käme 2012 in die Schule, was ich aber mit Hilfe von verschiedenen Stellen verhindern will....
Ich meine letztendlich liegt die Entscheidung bei uns, ich meine ich will ja auch das beste für mein Kind, aber kein Mensch der Welt kann mir sagen ob dies gut ist oder nicht, ob er z. b. mit 2 Jahren Förderkiga dann eine normale Grundschule besuchen kann oder ob er dann doch in die Sprachheilschule muss..
Ich bin echt total verzweifelt...
Vielleicht kennt ihr Ähnliches und könnt mir ein bisschen Infos geben...
was sagen denn die Erzieherinnen der aktuellen Kita? Haben sie das Gefühl, ihn ausreichend fördern zu können und sehen sie eine stetige positive Entwicklung?
Ich finde es übrigens (trotz der "umhauenden Aussage") sehr verantwortungsbewusst, dass die Logopädin dieses ehrliche Gespräch (und mittelfristig auch den Austausch) mit dir gesucht hat. Gibt es denn aus ihrer Sicht noch andere Fördermöglichkeiten außer eines Förder-Kigas? Vielleicht auch welche, die schneller greifen? Förder- und I-Plätze liegen ja leider nicht auf der Straße und warten auf euch...
Also, ich hab zwar jetzt nicht aktuell mit dem Kiga gesprochen, aber Mitte September hatten wir Entwicklungsgespräch und da wurde er auch sehr gelobt - natürlich wäre dem Kiga eine I-Kraft recht - wenn ich jetzt gezielt auf die Schwierigkeiten ansprechen würde, würde man mir im Kiga vermutlich sagen, dass sie sich dazu nicht "kompetent" genug fühlen...
Ich hab ja nächste Woche ein Elterngespräch mit der Logopädin, in der wir alle Möglichkeiten besprechen wollen - eigentlich vertraue ich der Logopädin auch sehr, aber es hat mich halt total umgehauen, da sie ihn vor zwei Wochen noch super gelobt hat...
Wir waren ja auch schon beim SPZ und da meinten Sie auch, dass er mit der Förderung gut fährt, in dem Kiga richtig aufgehoben wäre und auf jeden Fall ein Jahr später eingeschult werden sollte. Evtl., das meinte die Logopädin auch, müssten wir nocheinmal das SPZ zu Rate ziehen und um Hilfe bitten.
Ich werde mal sehen, was die Logopädin nächste Woche meint - ich muss halt diese Gedanken jetzt völlig ausblenden bis nächste Woche, sonst schlaf ich nicht...
erst habe ich mal eine Verständnisfrage. Unter deinem Namen steht, dass du in Mannheim wohnst. Allerdings schreibst du, dass dein Sohn bei Euch in RLP (=Rheinland-Pfalz) ein Muss-Kind für die Schule ist. Also, Mannheim liegt in Baden-Württemberg und nicht in RLP. Ich bin gerade etwas verwirrt.
Ein Förderkindergarten an sich ist definitiv nichts schlechtes. Auch sind in den Gruppen nicht unbedingt mehr Kinder. Mein Sohn ging fast 3 Jahre in einen Förderkindergarten (=Integrativkindergarten) der Lebenshilfe. Hier ging er in eine Integrativgruppe. In dieser Gruppe waren 8 Kinder mit Behinderungen aller Art und 7 "gesunde" Kinder; außerdem 3 Erzieherinnen. In dem Kindergarten gab es zwei Integrativgruppen. Dann gab es aber reine HP-Gruppen mit jeweils nur 8 besonderen Kindern und 2 Erziehern.
Mein Sohn ist sprachentwicklungsgestört. Ihm hat aber die Integrativgruppe sehr geholfen. Er konnte zu Beginn der Kindergartenzeit 2 Wörter sprechen. Zum Ende der Kindergartenzeit waren es 79 Wörter. Mittlerweile geht Luca in eine Förderschule für motorische Defizite und dort in den Förderbereich Lernen. Seit April diesen Jahres haben wir einen Talker und seit den Sommerferien spricht Luca auf einmal ganze Sätze. Luca hat in diesem Kindergarten jeweils einmal in der Woche Logo und Ergo. Seine grobmotorischen Defizite hat er im Kindergarten aufgeholt. Jetzt arbeiten wir an der Feinmotorik und der Mundmotorik. Aus diesem Grund ist Luca auch auf dieser Schule.
Gruß
Alexa _________________ Alexa mit Luca (* 2003); Sprachentwicklungsstörung; ohne Ursache
@alexa, sorry das mit Mannheim war ein Fehler - ich weiß dass Mannheim in Ba-Wü liegt, wir wohnen aber in RLP... Werds ändern sorry.
Ich sage ja nicht das ein Förderkiga etwas Schlechtes ist - aber ich bezweifle halt dass es für meinen Sohn das Richtige ist - zumal es sich bei diesem Kiga, den mir unsere Logop. gesagt hat um einen reinen Förderkiga handelt - sprich nur Kinder mit Behinderung oder von Behinderung bedroht. In unserer Nähe gibt es auch einen integrativen Kindergarten, mit 10 "gesunden" Kindern und 5 "Problem"-Kids.
Bei meinem Sohn ist es wohl die Ursache, dass er so extrem Weitsichtig ist und seit er seine Brille hat, holt er Vieles nach - z. B. ist er im Mai beim Rennen noch total tollpatschig und holprig gerannt, aber seit ca. Juni kann er richtig gut rennen und wird immer schneller - gerade heute waren wir beim Fußball und ich habs mal beobachtet - es ist kaum mehr ein Unterschied zu erkennen - auch nicht zu den 5 und 6 Jährigen. Das zeigt mir, dass wir auf einem guten Weg sind und sein Weg geht seit dem er die Brille hat Steil nach oben und wenn es weiter so "Steil" geht, dann bin ich echt Zuversichtlich...
schau dir doch mal die homepage von der Rehaklinik WErscherberg an (www.klinil-werscherberg.de, glaube ich zumindest, ansonsten googlen.
Vielleicht ist das eine Maßnahme für euch, bevor ihr gleich radikalere Schritte unternehmt. Die haben allerdings eine ca. 6monatige Wartezeit und mit der Beantragung seitens der KK und RV Trägern kann es auch schon mal Probleme geben. Ein Versuch ist es aber sicherlich wert.
habe auch gleich an eine Sprachheilreha gedacht. Wir waren 2x mit großem Erfolg in der Eubios-Klinik Thalheim im Erzgebirge.
Vor zwei Jahren hat meinen Sohn auch noch niemand auf einer Regelschule gesehen. Hier hieß es immer entweder Rückstellung um ihm mehr Zeit zu geben oder Sprachheilschule. Dann sind wir Ende 2008 das erste Mal zu der Reha gefahren. Diese hat enorme Entwicklungssprünge ausgelöst. Ein Jahr später haben wir nochmal wiederholt. Mein Sohn war stark sprachentwicklungsverzögert, hatte große Schwierigkeiten im feinmotorischen Bereich und der taktilen Wahrnehmung und konnte sich gar nicht konzentrieren. Das war vor zwei Jahren. In diesem Jahr ist er zur Schule gekommen, eine Regelschule, und er zählt zu den Besten in seiner Klasse!!!
Er war übrigens in einem normalen Kiga und war dort auch kein I-Kind.
Also in zwei Jahren kann sich auch bei euch noch eine Menge tun. _________________ LG
Katrin
Katrin ('71), Mika (12/03), expressive SEV, AVWS, Wirbelwind
ich glaube nicht, dass es an der Brille liegt, dass dein Sohn sprachentwicklungsverzögert ist. Das steht bestimmt in keinem Zusammenhang. Bei meinem Sohn war es so, dass durch die Ergotherapie, die er wegen seiner motorischen Schwächen bekam, auch langsam seine Sprache kam. Hier wurde mir erklärt, dass Motorik wohl eng mit der Sprache zusammenhängt.
Mein Sohn hatte auch mal für ein Jahr eine Brille. Er war auch weitsichtig. Ist aber alles wieder im grünen Bereich. Wenn also die Weitsichtigkeit Schuld wäre an einer Sprachentwicklungsverzögerung, dann müßte mein Sohn ja jetzt wie ein Buch sprechen.
Gruß
Alexa _________________ Alexa mit Luca (* 2003); Sprachentwicklungsstörung; ohne Ursache
ich glaube nicht, dass es an der Brille liegt, dass dein Sohn sprachentwicklungsverzögert ist. Das steht bestimmt in keinem Zusammenhang. Bei meinem Sohn war es so, dass durch die Ergotherapie, die er wegen seiner motorischen Schwächen bekam, auch langsam seine Sprache kam. Hier wurde mir erklärt, dass Motorik wohl eng mit der Sprache zusammenhängt.
Mein Sohn hatte auch mal für ein Jahr eine Brille. Er war auch weitsichtig. Ist aber alles wieder im grünen Bereich. Wenn also die Weitsichtigkeit Schuld wäre an einer Sprachentwicklungsverzögerung, dann müßte mein Sohn ja jetzt wie ein Buch sprechen.
Gruß
Alexa
Eine Sprachentwicklungsstörung KANN mit einer Fehlsichtigkeit zusammenhängen, MUSS aber nicht.
mamalula,
bei uns ist es ähnlich, wie bei Euch. Logo + Ergo und +4 Dioptrien auf beiden Augen + eingeschränktes räumliches Sehen durch Schielen (ohne Brille)! Seit er die "richtige" Brille hat, ist es bei ihm auch deutlich besser geworden in allen Bereich...
Wir haben uns auch bewusst gegen einen integrativen Kindergarten entschieden, weil unser Sohn dort von 8.30 bis 15:30 hätte hingehen MÜSSEN. Wir wollten ihn aber nur vormittags im Kindergarten unterbringen (er geht i.d.R von 8:30 - 12) und ich fand das bis nachmittags VIEL zu lang. Für uns war es die richtige Entscheidung - er geht aber auch als I-Kind in den Regelkiga.
Wenn er älter ist und wir logopädisch nicht weiterkommen, werden wir aber auch nochmal evtl. über einen Wechsel nachdenken.
Sprachheilschule ist im Hinterkopf...
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