Verfasst am: 22.09.2010, 19:31 Titel: Wie geht es jetzt weiter? V.a. Apraxie
Hallo ihr Lieben! Nach endlosen Arztbesuchen und nicht locker lassen, geht mein kleiner Schatz (3 Jahre) nun mittlerweile in den Kindergarten und besucht dort eine Integrationsgruppe, allerdings ohne Therapie bisher. Die sprachliche Entwicklung hat in den letzten Monaten zwar ein paar neue "Worte" mit sich gebracht aber es geht sehr sehr langsam voran. Wir sind nun auch schon seit ca. einem halben Jahr in logopädischer Behandlung und wurden nun zu einer Kollegin geschickt. Dort waren wir heute. Diese sagte mir am Ende der Stunde, dass mit großer Wahrscheinlichkeit eine Apraxie vorliegen würde. Es würde alles zusammen passen. Erst einmal war ich total froh, endlich eine Diagnose bekommen zu haben, denn 1,5 Jahre nach ettlichen blöden Sprüchen und Ängsten hat man etwas, was greifbar ist. Das, was mich aber im Moment einfach nur noch fertig macht, ist, was ich dann im Internet über die Diagnose lesen musste. Leider hat mir die Dame nicht viel dazu gesagt. Wird er denn überhaupt einmal richtig sprechen können? Müssen wir uns damit anfreunden, dass er eine spezielle Schule besuchen wird?
Im Moment kann ich nur weinen, auch wenn ich weiß, dass viele Eltern weit aus schwerere Schicksale ertragen müssen. Nach den ganzen Kämpfen mit den Ärzten und mit der Umwelt komme ich dennoch so langsam an meine Grenzen. Vielleicht kennt sich jemand aus?
Hallo !
Auch wir haben ein Kind das sehr weni spricht.
Auf Anraten von der Frühförderung haben wir uns an ein sozialpädiatrisches Zentrum gewandt und sind jetzt gerade in der Diagnose - Findung.
Das finde ich wäre ein guter Weg für euch um eine genaue Diagnose zu finden.
Eine Logopädin ist kein Arzt um sich bei der Diagnose sicher zu sein.
Ich hoffe ich konnte dir weiterhelfen.
Gruß Tatjana _________________ Tatjana *1977, Hartmut *1967,
Bastian*2006, Kombinierte Entwicklungsverzögerung mit Sprachentwicklungsstörung und motorischen Koordinationsdefiziten,Verhaltensstörungen Hörschädigung rechts, Neurodermitis, Körperwahrnehmungsstörung,Pflegestufe I und 50% SBA
Glücklich ist, wer das, was er liebt auch beschützt. Wir alle sind Löwenmütter !!
Wir haben schon einige Wege bestritten. HNO, Pädaudiologe, sämtliche Enwicklungstests eben im SPZ. Bisher ohne Diagnosen, eben nur die ersichtliche Sprachstörung. Die Logopädin machte mir einen kompetenten Eindruck und untersuchte ihn auf Verdacht der bisherigen Logopädin eben daraufhin. Ich denke schon, dass sie sich auskennt.
Hallo bennimum, die Geschichte meiner Tochter ist ähnlich, sie ist 3,5 Jahre spricht 5-6 Wörter, ist auch erst mit 20 Monaten gelaufen. Ich habe einen ähnlichen Marathon mit Ärzten hinter mir. Ich kann deine Sorgen gut nachempfinden. Meine Tochter ist ein munteres, ziemlich kleines Mädchen, deshalb fällt das mit der Sprache nicht so auf, die meisten denken sie ist etwas über zwei. Mir ist natürlich auch klar, das dies nicht ewig funktioniert. Ich habe aufgehört nach Diagnosen zu suchen. Was nützt es mir momentan wenn ich erfahre das sie einen Gendefekt oder eine andere Störung mit welchem Namen auch immer hat. Ich investiere meine Zeit lieber darin sie so gut es geht zu fördern. Ich habe auch Ärzte und Therapeuten gewechselt wenn ich mich nicht ernst genommen fühlte. Ich habe viel gelesen wie z. B. das Buch von Jean Ayres "Bausteine der kindlichen Entwicklung". Beim Lesen habe ich erst mal erkannt wie eng der Zusammenhang zwischen motorischer und sprachlicher Entwicklung ist. Im Moment mache ich eine Tomatistherapie und habe vor 2 Wochen mit Logopädie nach Padovan begonnen, Ergo läuft seit einem Jahr. Im November fahre ich zu Fr. Iven nach Baiersbronn zu einer Intensivtherapie Logo/Ergo/Physio. Ich habe mich nun endlich damit abgefunde, das es keinen Plötzlichen Knall und alles ist in Butter. Es gibt natürlich auch Tage an denen ich mir den Kopf zerbreche warum, wieso und wo geht die Reise hin. Aber ich lasse mir die Freude an meiner Tochter nicht mehr durch "vielleicht" Diagnosen kaputtmachen.
Ganz liebe Grüße BiancaH
Liebe Bianca, damit hast du vollkommen Recht. Ich möchte nur das Beste für mein Kind. Und am Schlimmsten sind die mitleidigen Blicke fremder Leute und das Getratsche hinter unserem Rücken. Das tut einfach nur weh. Am liebsten würde ich ihn einfach immer beschützen wollen. Er ist ein so aufgeschlossenes Kind. Geht auf jeden zu und macht sich gottseidank keinen allzu großen Kopf über seine Ausdrucksweise. Aber er weiß auch ganz klar, wo seine Grenzen sind. Und dann kommt die Frustration. Ich will nur nichts verpassen und ihm alle Möglichkeiten bieten, damit er aufholen kann. Und auch wenn oder sogar gerade weil er anders ist, liebe ich meinen Großen so sehr. Er hat jetzt eine mittlerweile 1-jährige Schwester, die für ihr Alters schon sehr weit ist. Ich freue mich so sehr darüber. Ich kannte es ja nicht, wenn ein Kind sich "normal" entwickelt. So gerne hätte ich ihm das auch gewünscht Aber ich nehme ihn so an wie er ist. Denn genauso ist er gut!
Bei mir ist es umgedreht, ich habe zwei große Töchter 9, 12 Jahre beide totale Frühstarter umso eher hab ich auch gemerkt das was anders läuft. Wir wohnen in einem Stadtteil mit vielen Familien und ich habe noch nie das Gefühl gehabt bemitleidet zu werden. Die Leute mit denen ich mich unterhalte finden es gut das wir die Kleine so gut fördern und wenn man genauer hinschaut gibt es so viele Familien wo auch nicht alles nach Schema F läuft. Wir haben im Bekanntenkreis eine Familie deren drittes von vier Kindern ist autistisch, eine andere Familie hat eine Knochenkrankheit usw usw.mal abgesehen von ADS und LRS. Ich glaube wir bilden uns nur ein mitleidige Blicke zu bekommen, ich habe mich auch früher ertappt zu gucken, ob meine Kleine irgenwie komisch ausschaut. Ich gehe jetzt offen mit dem Thema um und das tut mir und meinem EGO gut. Ich habe in dieser Hinsicht viel im letzten Jahr dazugelernt insbesondere was den Umgang mit Ärzten betrifft.
LG BiancaH
Mein Großer, Benjamin, ist gerade 3 geworden und spricht auch nur 6 Wörter und die auch noch undeutlich. Er ist allegmein Entwicklungsverzögert. Und seine Schwester ist auch 1 Jahr alt und in der Entwicklung sehr gut dabei.
Auch wir haben bislang keine Diagnose für die ausbleibende Sprache und die Verzögerung.
Mittlerweile glaube ich nicht mehr, dass wir je eine bekommen werden. Ist mir auch nicht mehr so wichtig. Was hilft mir/ihm schon das Wissen, dass es zb auf Gen Nr 13 auf dem linken Flügel eine Unregelmäßigkeit gibt?!
Inzwischen tut mir Bennis Behinderung nicht mehr so weh. Aber in den vergangenen Monaten gab es viele viele Abende, an denen ich mich vor Kummer und Sorge in den Schlaf geweint habe. Jetzt nicht mehr. Ich habe beschloßen mich an meinem Kind zu erfreuen so wie er ist und mir unsere Zeit nicht mit unnötigem Kummer und Hadern zu vergällen. Nur hin und wieder gibt es einen Stich, wenn ich Gleichaltrige sehe. Aber das ist nicht so oft.
Du bist also nicht allein mit diesem Problem.
Liebe Grüße
Barbara _________________ Barbara (`78) Benjamin (08.2007) entwicklunsgverzögert um ein mehr als 1 Jahr ohne Diagnose, SBA 60% und PS1 und Natalie (08.2009) gesund
Hallo Barbara
Wie hast du die SBA für deinen Sohn bekommen, wo beantragt, welche konkreten Vorteile hat es für euch. Ich habe mich bis jetzt vor dem Schritt gescheut.
LG BiancaH
wir haben auch einen Sohn, der mit 3,5 Jahren, als er in den Kindergarten kam, nur Mama und Papa sagen konnte. Selbst bei diesen beiden Wörtern wußten wir nicht, ob Luca die Bedeutung kannte.
Im Kindergarten hat er dann durch Logo und Ergo bis zur Einschulung letztes Jahr einen Wortschatz von 79 Wörtern bekommen (mal mehr, mal weniger deutlich).
Mittlerweile geht er in die 2. Klasse einer K-Schule (Förderbereich Lernen) und hat seit April diesen Jahres einen Talker. Und was soll ich sagen: Luca spricht seit den Sommerferien ganze Sätze; zwar noch oft undeutlich und sehr langsam, aber immerhin.
Auch wir haben bis heute keine Ursache für sein Nichtsprechen. Und mittlerweile wollen wir auch keine Ursache mehr haben. Denn andere Sachen oder Therapien als bisher gibt es nicht, um Luca zu helfen.
Wenn mir jemand vor einem Jahr gesagt hätte, dass Luca heute so viel spricht, ich hätte diese Person für verrückt erklärt.
Wir haben nie daran geglaubt oder die Hoffnung gehabt, dass Luca mal einen Schulabschluß machen könnte. Aber mittlerweile besteht die Hoffnung wieder.
Was ich damit sagen will: Egal welche Ursache das Nichtsprechen bei den Kindern hat oder welche Diagnose dahintersteht - es zählen nur die Fortschritte, die jedes Kind macht. Und ich glaube, jedes Kind macht Fortschritte, mal größer mal kleiner.
Gruß
Alexa _________________ Alexa mit Luca (* 2003); Sprachentwicklungsstörung; ohne Ursache
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