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Angst vor MRSA, berechtigt oder unnötig?
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Lovis3
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BeitragVerfasst am: 14.09.2010, 20:21    Titel: Angst vor MRSA, berechtigt oder unnötig? Antworten mit Zitat

Hallo!

Keine Ahnung, ob ich hier richtig bin, aber ich dachte hier kennen sich bestimmt einige mit dem MRSA aus und können mir hoffentlich meine Sorgen nehmen.

Wir waren letzte Woche bei meinen Schwiegereltern. Mein Schwiegervater ist seit Jahren schwer Herz- und Lungenkrank und ein Pflegefall.
Jetzt haben wir eben erfahren, dass mein Schwiegervater positiv auf MRSA getestet wurde (im Moment aber wohl ohne Infektion). MRSA sitzt wohl auf jeden Fall in der Nase, ob sonst noch wo, weiß ich nicht.
Anton war letzte Woche immer wieder bei seinem Opa, der hat ihn viel gestreichelt, bestimmt auch z.B. nach dem Naseputzen. Mein Schwiegervater wäscht sich auch nur sehr, sehr selten die HÄnde, da er eben nciht mal schnell aufstehen und zum Waschbecken laufen kann. Und Anton fasst alles an und steckt alles, aber auch wirklich alles in den Mund.

Nun habe ich etwas Panik, dass sich Anton MRSA eingefangen hat und wir in Zukunft auch noch mit dieser Baustelle zu kämpfen haben werden. Morgen werde ich gleich mit dem KiA telefonieren. Aber vielleicht könnt ihr mich schon beruhigen??? Wie schnell wird MRSA übertragen? Wie gefährlich kann es für uns werden? Können wir irgendwelche Vorsichtsmaßnahmen ergreifen? Wohl schon zu spät dafür, denke ich.

Gruß
Katrin

_________________
Katrin mit A. *06, SSW 23+0, 600g, Sauerstoffpflichtige BPD und Lungenschädigung durch RSV-Virus, pulmonale Hypertonie, Rechtsherzinsuffizienz, Hypotonie,entwicklungsverzögert, sehbehindert, ein immer fröhliches Kerlchen
und M. *08 und L. *11
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marion76
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BeitragVerfasst am: 14.09.2010, 20:32    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo, also da würde ich einfach diverse Abstriche machen lassen (Nase, Leiste, Achsel etc, euer KiA weiß das sicher auch), wenn bei Anton die Haut besiedelt sein sollte, kann man mit einer Desinfektionsmittelzubereitung (Octenisept) waschen. Für die Nase gibt es eine Salbe.
So schnell gibt es keine systemische Besiedelung, wenn Anton auffällige Infektzeichen zeigen sollte, würde ich eine Sputumkultur oder einen Rachenabstrich machen lassen....
Ich hoffe euer Kleiner hat keine Keime erwischt und wünsche eine gute Zeit!

Gruß Marion
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Laura Nitsch
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BeitragVerfasst am: 14.09.2010, 20:35    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo,

ich war auch MRSA positiv, ich hatte ihn in der Nase und in der Neoblase. Aus beiden bin ich in GsD losgeworden. Für die Nase hab ich Turixin bekommen. Das ist ne ganz kleine Tube, und die Salbe muss man 2 mal täglich in die Nase geben.
Das blöde ist halt nur, wenn man ins KH geht, wird man isoliert, und die Besucher müssen sich "verkleiden"- aber ansteckend ist er nicht, sofern man sich regelmäßig die Hände wäscht etc.

_________________
Laura (10/88) Kloakenfehlbildung, inkompl. VACTERL-Syndrom, caudales Regressionssyndrom, Sacrumdysplasie, Hysterektomie (12/06), Mitrofanoff-Stoma (08/08), chron. Nierenversagen(Stadium V) seit 3/10 dialysepflichtig, hochgrad. Latexallergie

Ihr lacht über mich, weil ich anders bin- Ich lache über Euch, weil ihr alle gleich seid.(K.Cobain)
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79Nadine
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BeitragVerfasst am: 14.09.2010, 21:09    Titel: Antworten mit Zitat

Laura Nitsch hat folgendes geschrieben:



Das blöde ist halt nur, wenn man ins KH geht, wird man isoliert, und die Besucher müssen sich "verkleiden"- aber ansteckend ist er nicht, sofern man sich regelmäßig die Hände wäscht etc.


Hallo,

Diese Erfahrung kann ich leider nicht teilen, Filip hatte schon 2X einen MRSA Erreger, warscheinlich im Krankenhaus eingefangen, wir wurden nicht isoliert, gut wir hatten zwar ein Einzelzimmer aber sie Schwestern und Ärzte sind ins Zimmer rein und raus ohne sich zu 'vermummen'. Und Filip und ich konnten uns auch frei aufhalten wo wir wollten, damals war ich leider noch sehr unwissend was den MRSA Erreger angeht. Und wir wurden entlassen nach Hause mit MRSA Erreger, sowas darf einfach nicht sein, dieser Erreger ist hoch gefährlich und ansteckend.
Filip mußte beide Male lange Antibiotika nehmen bis er den los wurde.

Katrin ich wünsche Dir von Herzen ganz viel Grück, das Dein Anton verschont geblieben ist.

Lieb Gruß Nadine

_________________
Nadine*79, Daniel*74 mit Erik *12/04 gesund und Filip *03/08 Mukopolysaccharidose (MPS III A)
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vanessas_carry09
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Beiträge: 465
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BeitragVerfasst am: 14.09.2010, 21:59    Titel: Antworten mit Zitat

Ich kann Nadine nur zustimmen. ich habe häufig mit Patienten die MRSA hatten, zu tun gehabt. Sowohl im KH alsauch in der ambulanten Pflege. MRSA ist hochansteckend und zwar egal ob er in einer Wunde oder im N-R-Raum sitzt.

Schutzkleidung mit allem PuiPaPo (sowohl im KH alsauch in der ambulanten Pflege zu Hause) sind Pflicht und bei uns ist es sogar meldepflichtig (weiß nicht, ob das überall so ist). Diese Patienten werden mit Spezialseife die desinfizierend wirkt, gewaschen, haben ein besonderes Mundwasser zum gurgeln etc. und sind isolierpflichtig (egal ob im KH oder daheim) bis der MRSA weg ist. Die Behandlung kann Monate dauern und ist sehr aufwänig.

Ich wünsche dir von Herzen, dass dein kleiner es nicht als neue Baustelle bekommen hat.

LG
Vanessa

_________________
Vanessa (´81) und Ronny (´63) mit
Devin Tyler (´08) gesund,
Carry Lynn (´09) Z.n. BNS Epi, statomot. Entwicklungsret. (nachgewiesen aufgeholt seit 09/11), ausgeprägte HD beidseits (OP war am 29.12.10)
Neo Reece (´11) gesund
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Nicole S
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Beiträge: 752

BeitragVerfasst am: 14.09.2010, 22:04    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Katrin,

mein Vater hat den MRSA jetzt seit fast 10 Monaten und er wird ihn nicht los. Genauso lange hat er seine Enkel nicht mehr gesehen. Er hat sich ihn auch im KH eingefangen, ist mit MRSA entlassen worden. Und jedes Mal, wenn wieder ein Abstrich gemacht wird (Mund, Nase, Leisten) ist er wieder irgendwo vorhanden. Trotz Desinfektion, sei es als Lösung für die Haut, als Salbe für die Nase oder Spülung für den Mund gehen diese fiesen Dinger nicht weg. Ich habe mit meinem Sohn einfach zuviel Angst. Wir haben schon soviel mitgemacht, das möchte ich nicht auch noch haben. Wir führen im Moment ein halbwegs normales Leben. Da muss mein Vater leider durch. Ich drücke dir die Daumen, dass sich dein Sohn ihn nicht eingefangen hat. Geh zur Kinderärztin, erkläre den Grund und lass einen Abstich machen. Das Ergebnis ist in relativ kurzer Zeit da. Ach so, eins muss aber auch gesagt sein: Meine Mutter, die ja natürlich bei meinem Vater lebt, hat sich nun auch testen lassen. Und war negativ, obwohl sie so engen Kontakt zu ihm hat, ihn jeden Tag mit dem Desinfektionszeug eingerieben hat usw.

LG Nicole
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Silvia13
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Wohnort: Rhauderfehn

BeitragVerfasst am: 14.09.2010, 22:13    Titel: MRSA Antworten mit Zitat

Hallo Karin
Wir hatten auch mal den MRSA - ORSA ist das gleiche
Denn hat eigentlich jeder aber bei einem bricht er aus bei dem anderen nicht.
Wir sind auch herzkrank wir haben letztes Jahr eine Herz op gehabt und danach Cefaclor Antibiotika eine gute zeit genommen und Mrsa Gobuli und jetzt ist er garnicht mehr da!!!!!!! Laughing
Man kann sich ja testen lassen
geht recht schnell

_________________
Luca Andre`13.11.2007 HRHS Syndrom, Noonan-Syndrom, Essschwierigkeiten, Einen Button, BPD
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babyluca2002
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BeitragVerfasst am: 14.09.2010, 23:21    Titel: Antworten mit Zitat

Huhu,

ich habe jetzt nicht alles hier durchgelesen, wollte aber schnell antworten.

Luca hatte auch MRSA, wahrscheinlich bei einer OP eingefangen. Er wurde über Jahre mit Turixin behandelt, dann wanderte der MRSA, mal in der Leiste, mal in den Achseln, dann mit Octenisept behandelt, bwz. auch mit Octenisan gebadet.

Bei uns hat alles nicht genutzt.

Luca hatte aufgrund seiner Nierenerkrankung Stomata. Als aus dem einem auch Sekret kam und nach Abstrich klar war, dass auch das MRSA war, wurde angeraten, die betreffende Niere, die bei NTX raus sollte, vorzeitig raus zu nehmen. Auch das brachte nix, dann war er an der Penisspitze - Beschneidung und weiter positiv.

Wir hatten in den ganzen Jahren einmal keimfrei, das ist man ja erst nach 3 negativen Tests. Dann kam der nächsten, weil ja nach den negativen weiter getestet wird, und schon war er wieder da.

Wie ansteckend er ist - naja, Luca hat ihn schnell gehabt. Wir anderen alle nicht, wurden mehrfach getestet, trotz direktem Kontakt bei uns nicht. ABer wir haben auch ein funktionierendes Immunsystem. Dementsprechend kann ich hier NicoleS beipflichten.

MRSA und ORSA sind in der Tat daselbe, MRSA (multi-resistent) und ORSA (dort wird explizit der Wirkstoff des Antibiotikums genannt).

Wir waren nicht meldepflichtig, das KH hat sich damals beim Amt erkundigt. Das Waschen und die Salbe ist A und O. Warum es bei uns nicht half, keine Ahnung. Es gibt auch noch ein oder zwei Tabletten, die werden wohl aber nur gegeben, wenn der MRSA in einer offenen Wunde ist, lt. Robert-Koch-Institut. Kam also bei uns nicht in Frage, da er auch immer nur auf der Haut war.

Schutzkleidung hatten wir überhaupt nicht zu Hause. Im KH war es so, dass wir im Zimmer bei Luca OHNE Schutzkleidung waren, aber sobald wir das Zimmer verliessen, Schutzkleidung und Handschuhe, sowie Desinfizieren, das volle Programme also fuhren. Dieses Andersrum deswegen, weil wir ja mit ihm zu hause genau so in Kontakt waren, Schutzkleidung auf dem Weg nach draussen, um diejenigen, die uns über den Weg liefen, nicht anzustecken. Weil es ja aufgrund des Kontaktes zu hause jederzeit bei uns zu einer Ansteckung hätte kommen können, daher der Schutz raus.....



Jetzt kommt das Unangenehme - ich will dir auch keine Angst einjagen - aber bei uns steht noch nicht fest, ob der MRSA evtl. zu Lucas Tod führte. Weil er ja definitiv auch aus dem Körper durch die Öffnung des Stomas kam und - nach der Obduktion - die inneren Organe zerstört und schon nekrotisiert waren, wurden der Verdacht geäußert.

Daher natürlich meine Meinung - nicht auf die leichte Schulter nehmen. Auch, was ich von anderen zu MRSA gesehen und gehört habe, war nicht schön.

So, jetzt ist es sehr lang geworden, sorry, aber wollte das Dir auf jeden Fall mitteilen.

LG
Anke

_________________
Anke (40), Carsten (38), Kevin * 27.03.98 (Frühchen 23. SSW, ADS) mit Sternenkind Luca * 27.12.2002, † 23.12.2007 (Muskeldystrophie Duchenne, chron. Niereninsuffizienz, Schlaganfall nach erfolgloser Nieren-TX, Gerinnungsstörung Faktor V-Leiden, verstorben nach akuter Peretonitis) und Finn * 05.01.2009 - kerngesund und quietschfidel
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Nellie
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BeitragVerfasst am: 15.09.2010, 08:41    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo,

ich denke, es ist durchaus berechtigt, dass Du Angst hast. Nicht nur er sondern Ihr alle könnt besiedelt sein. Wer allerdings gesund ist, wird ihn schnell wieder los. Sie bleiben zum Teil nur Stunden bei gesunden. Nun ist aber Anton gerade mit der Lunge nicht gesund, sodass er ihm schaden könnte und vor allem auch die Gefahr, dass er ihn auf Dauer behält.

Linn hatte ihn auch mal, ist ihn aber ohne jegliche Therapie sofort wieder losgeworden. Zum Glück! Denn sie wäre ja auch eine Kandidatin für Dauerbesiedelung. Sie hatte im Übrigen überhaupt keine Probleme damit.

Hier gibt es viele Informationen: http://www.mrsa-net.org/

Übrigens heißt MRSA eigentlich nicht multiresistenter, sondern Methicillin-resistenter Staphylococcus aureus.

LG
Nellie

_________________
Linn *2004, Intensivkind mit schwerster Mehrfachbehinderung durch eine Gehirnfehlbildung namens pontocerebelläre Hypoplasie Typ 2a (PCH 2a), Sondenkind mit Button, Epilepsie, Tracheostoma, nachts beatmet, schwere Wahrnehmungsstörung und ein zauberhafter roter Lockenkopf mit festem Willen und Ann *06/09, fröhliche Minimaus
--> unsere Vorstellung und --> Bilder von uns
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Lovis3
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BeitragVerfasst am: 15.09.2010, 09:06    Titel: Antworten mit Zitat

Guten Morgen!

Ich hatte eine unruhige Nacht und bin auch jetzt noch nciht unbedingt beruhigter. Vor allem nach Ankes Bericht nicht. Anke, danke dass du es so offen und ehrlich schreibst, auch wenn es meine Sorgen gerade noch vergrößert. Aber so ist sicher, dass ich es nicht auf die leichte Schulter nehmen werde.
Mein Mann war gestern erst noch sehr locker, so nach dem Motto, ich höre schon wieder die Flöhe husten. ABer inzwischen habe ich ihn mit der Sorge angesteckt.
Ich habe schon beim KiA angerufen und warte jetzt auf den Rückruf, er war natürlich gerade bei einem Patienten. Mal sehen, was er mir sagt.

Danke!
Katrin

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Katrin mit A. *06, SSW 23+0, 600g, Sauerstoffpflichtige BPD und Lungenschädigung durch RSV-Virus, pulmonale Hypertonie, Rechtsherzinsuffizienz, Hypotonie,entwicklungsverzögert, sehbehindert, ein immer fröhliches Kerlchen
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