ich hatte mich vor einiger Zeit mal hier angemeldet, aber hatte nie so wirklich die Zeit mich mal vorzustellen. Auch ich "leide" von Geburt an an einer Cerebral Parese (Tetraspastik), Das Laufen gelingt mir nur mit einer Gehhilfe.
Ich möchte Eltern betroffene usw. nur Mut machen. Das ist auch der Grund weshalb ich hier schreibe.
Als ich in der 30 SSW zur Welt kam, wurde meinen Eltern gesagt, dass ich es nicht überstehen werde. Sie sollten sich darauf Einstellen, dass ich sterbe. Und wenn ich überleben würde wäre ich schwerstbehindert. Nicht sprechen nicht laufen und bewegen kam schon garnicht in Frage. Meine Eltern konnten es nicht glauben, ich war zwar klein, aber trotzdem ein "normales" Baby. Meine Eltern haben jahrelang für mich gekäpft. Regelmäßig wurden verschiedene Therapien wie Ergo Phsyio usw. gemacht. Ich habe wie alle anderen Kinder ganz normal sprechen gelernt. Das einzige was überhaupt nicht funktionierte war tatsächlich das Laufen. Mit 3 Jahren kam ich aber trotzdem auf ein ganz normales Kindergarten zu Anfang war ich die einzige dort mit Behinderung. Dort kam eine Betreuerin regelmäßig von der Frühförderstelle. Ich kann mich noch ganz genau erinnern wie sie meiner Mutter sagte: "Aus Ihrer Tochter kann nichts werden. Sie muss auf eine Schule für mehrfach behinderte Kinder." Aber meine Eltern waren absulut dagegen, ich habe immer alles verstanden konnte alles was all diese gesunden Kinder im Kindergarten schon gelernt haben. Ich habe halt nur langsamer gelernt als "nichtbehinderte".
Keiner wollte mich auf eine "normale" Grundschule aufnehmen, obwohl ich trotz meiner Behinderung sogar treppen laufen konnte. Meine Eltern sind letzlich vor Gericht gegangen. Nach einer Untersuchung wurde dann endlich akzeptiert das ich zwar behindert bin aber nicht im Kopf!! Bis das ganze geklärt wurde verging ein Jahr. Ich wurde dann auf eine ´private Schule angemeldet weíl meine Eltern einfach nur enttäuscht darüber waren, das keine einzige Schule mich nehmen wollte. Erst nachdem ich den Test bestanden hatte, wollten mich plötzlich alle Schulen haben.
Ich kam nach der Grundschule wieder auf eine Private Hauptschule. Dort habe ich meinen Realabschluss gemacht. Obwohl es ja hieß aus mir kann nichts werden Heute bin ich ausgebildete Bürokauffrau und habe momentan auch eine Beschäftigung. Auch den Führerschein habe ich in der Tasche, obwohl ich selbst nie daran geglaubt habe. Ich habs aber geschafft!!
All das was ich im Leben erreichen wollte habe ich durch ganz viel Unterstützung meiner Eltern geschafft. Ohne die, wäre aus mir wahrscheinlich nichts geworden. Ich habe sehr viel Freude am Leben. Sebsständig seien zu können zumindest soweit es geht macht mich Happy. Und ich weiß das ich auch alleine sein kann wenn meine Eltern nicht mehr da sind!!
Ich kann nur sagen, kämpft um eure Kinder, Ärtze können viel sagen aber kein Arzt kennt euer Kind so gut wie ihr selber. Behinderte Menschen leben das leben oft mit viel stärkerer Freude und zum Teil auch viel selbstbewusster als gesunde Menschen.
schön, dass du so stolz bist auf deine Eltern, da steigen einem die Tränen in die Augen, wenn man es liest.
Toll, dass du beweisen konntest und durftest, dass nicht immer andere Recht haben und man mit entsprechender Förderung viel erreichen kann. Das macht vielen anderen Mut auch als Eltern den Kopf fürs Kind durchzusetzen.
Ich finde, dass du für viele andere Kinder (aus Sicht der Eltern bleibt es immer das Kind-du verstehst wie ich es meine) aussprichst, was manches nicht mit Worten ausdrücken kann. Ich sehe meinem Sohn die Zufriedenheit und das Glück an, er wird es mir nie erzählen können, von daher finde ich deine Zeilen sehr, sehr schön.
Ich hoffe und wünsche, dass mein Sohn dieses genauso formulieren würde, wenn er es denn könnte.
Erzähle deinen Weg noch vielen Menschen, du kannst damit viel Kraft und Hoffnung geben und gehe vorallem deinen Weg so erfolgreich wie bisher weiter, denn nicht nur deine Eltern haben Großes geleistet, sondern du hast Gigantisches geleistet. Viel Glück, Gesundheit und Kraft für dich.
Herzlich Kerstin _________________ Kerstin (*63) mit Markus(*97), Hydrocephalus mit schwerem Verlauf und Epilepsie und Philipp (*93) 28SSW NEK, jetzt Kurzdarmsyndrom,Nierenproblematik
Ein behindertes Kind ist wie ein krummer Baum - du kannst ihn nicht gerade biegen, aber du kannst ihm helfen, Früchte zu tragen.
Deine Vorstellung finde ich total schön und ermutigend ! Ich finde es klasse, wie Deine Eltern für Dich gekämpft haben und Du jetzt Dein Leben meisterst! Berufsausbildung, eine Beschäftigung und den Führerschein - stark, dass das alles so geklappt hat!
Ich bin auch selbst betroffen, habe seit Geburt eine spastische Hemiparese links. So viel Unterstützung von meiner Mutter hatte ich leider nicht, aber ich mache das beste aus allem .
Ich wünsche Dir weiterhin viel Freude am Leben !
LG Sandra _________________ ICP, Hemiparese, Spastik links
Liebe Sandra,
manchmal ist es leider auch so das Eltern garnicht die Kraft haben die Kinder so zu unterstützen. Aber ich denke wenn es sein muss schafft man es auch alleine. Hauptsache der Wille ist da, und man glaubt an sich selbst
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