Verfasst am: 01.09.2010, 12:02 Titel: Kleinkind grunzt willkürlich laut - weiß nicht mehr weiter!
Hallihallo,
Sohnemann (knapp 1 1/2), entwicklungsverzögert, schwerhörig - hörgeräteversorgt, untergewichtig und klein, ehemaliges Sondenkind (die ersten 3 Monate lang), Probleme mit fester Nahrung und inzwischen längst ausgewachsene Erweichung des Kehlkopfes, schluckt sehr selten hat die Angewohnheit, mit einer abstrusen Atemtechnik über Stunden hinweg zu grunzen, Luft lautstark pfeifend einzuziehen, zu krächzen, röcheln etc.
Er kann es unterbrechen, wenn er möchte; tendiert aber oftmals dabei zu monotonen Bewegungen in verschiedenen Lagen (auf allen vieren herumschaukeln, in Rückenlage hochdrücken und herabfallen lassen etc.). Es scheint ihm aber offensichtlich einen Mordsspaß zu machen, generell liebt er es, Geräusche zu erzeugen, brabbelt die übrige Zeit vergnügt aber durch das Geröchel leider äußerst heiser.
Aber langsam sind mein Mann und ich am Verzweifeln - kein Arzt fühlt sich wirklich verantwortlich, und es wird lediglich als eine Art Macke abgetan. Wir können und wollen uns damit nicht zufrieden geben. Logo wurde kürzlich begonnen, allerdings auch von der Seite her kein Kommentar.
Dabei merken wir, wie diese absichtliche Atemtechnik ihn völlig verschleimen und heiser werden lässt, sodass er danach nur noch herumkrächzt, hustet. Er klingt dann oft, als würde er eine Bronchitis ausbrüten. Hustet und räuspert er sich, ist's wieder gut für einen Moment - bis er dann wieder so anfängt zu atmen. Er reitet sich auch so regelrecht in die Krankheiten hinein, und wenn er denn mal wirklich einen Schnupfen hat oder erkältet ist, erschwert diese Problematik die Genesung. Es ist auch zu sehen, dass sein Brustkorb sich immer weiter verformt! In der Nähe der Brustwarzen ist dieser schon ein Stück weit nach innen gestülpt, während sich die Rippen darunter ziemlich stark auswölben!
Und ganz ehrlich, es geht uns inzwischen auch selbst ziemlich an die Substanz.
Zum einen das Wissen, ihn bislang überhaupt nicht davon abhalten zu können und quasi beinahe hilflos zusehen zu müssen, wie er sich damit kaputtmacht. Zum anderen ist es auch einfach der permanente Geräuschpegel. Er ist wirklich nicht gerade leise damit.
Hat jemand von euch Erfahrungen mit einer ähnlichen Problematik, und wie seid ihr vorgegangen? Habt ihr vielleicht Tipps für uns?
Auch mein Kurzer macht sich das Leben selber schwer. Er hat eine Fehlbildung hinter der Nase, die sich jetzt im Wachstum und der damit verbundenen Geschichtsveränderung immer mehr ausprägt.
Trotzdem schafft er es sich seine Atmung noch künstlich schwer zu machen. Wenn er sehr konzentriert ist oder tief schläft, atmet er ganz ruhig, obwohl ein Nasenloch fast kpl. verschlossen ist.
Beim Trinken oder Essen, mag man manchmal kaum daneben sitzen oder wenn er unausgelastet ist.
Wir betreiben gerade Ursachenforschung inwieweit die Fehlbildung behoben werden kann/ muß. So geht es im Moment jedenfalls nicht weiter.
Ähnliches treibt er auch gerade mit seinem Husten. Es ist 'nur' ein Reizhusten, aber er gibt jedem Reiz sofort nach und hustet sehr wild und angestrengt. Bis zum Brechreiz...
Vielleicht braucht er diese Reize und muß sich und seinen Körper spüren.
vielen Dank für deine ausführliche Antwort!
Es ist zumindest schon einmal etwas erleichternd, zu hören, dass wir mit der Problematik nicht alleine sind, so unschön sie auch ist.
Bei meinem Sohnemann wurde lediglich festgestellt, dass die Nase innen zwar durchgängig offen aber doch recht eng ist (in der HNO-Klinik wurde er mit einer Kamerasonde durch die Nase bis zum Kehlkopf hin untersucht).
Er kann aber dennoch problemlos durch sie atmen, hat sich aber mit der Zeit angewöhnt, durch den Mund zu atmen. Das fing an mit dem ersten richtig massiven Schnupfen im November.
Aber das Gefühl habe ich auch, dass er diese Reize braucht. Er macht es auch vor allem dann, wenn sich Langeweile breit macht, oder auch während er sich in den Schlaf schaukelt. Im Schlaf ist er dann alsbald ruhig, wie er den angesammelten Speichel dann geschluckt hat (er schluckt äußerst selten - ist ein großes Problem beim Essen), genau kann er auch mal eine Weile ruhig spielen, aber wirklich nur eher kurz. Er mag sich lieber mit sich selbst beschäftigen und am liebsten stundenlang herumschaukeln und dabei grunzen... ich muss ihn stetig im Auge behalten, und versuche ihn jedes Mal dann dabei zu bremsen, aber das gelingt mir dann nur für wenige Sekunden, bis er dann wieder anfängt. Ich kann ihm auch nicht erklären, dass er damit aufhören soll, sondern muss ihn schon aktiv daran hindern.
Und es wird immer schlimmer, je älter und größer er jetzt wird, und eine schier unbändige Energie hat er sowieso Dann geht das wirklich über Stunden hinweg, und das zehrt auch ganz ehrlich an unseren Nerven.
Von den Ärzten her fühlen wir uns ein wenig im Stich gelassen ehrlich gesagt. Es heißt immer, das ist nicht lebensgefährlich, das ist nun mal seine Art der Sprache, ... Nur wir sind diejenigen, die ihn den ganzen Tag über haben, uns sorgen (weil es eben auch seinem gesundheitlichen Zustand echt nicht zuträglich ist), und es auch im Alltag ein schwieriges Unterfangen
Nur wie kann man ihn bloß wirklich davon abbringen, es ihm vielleicht gar abgewöhnen? An wen könnte man sich denn da wirklich wenden, der nicht gleich abwinkt und sagt, es sei halt eine kleine Macke?
du kannst auch probieren, deinem Sohn gleich wenn er wieder damit anfängt etwas zu trinken oder wenn es nicht gerade kurz vorm Einschlafen ist, etwas zu lutschen zu geben. Manchmal hilft das, aus so einer Angewohnheit heraus zu kommen.
Danke Theas, für den Tipp. Ich werde es gleich mal versuchen - und dann berichten
Er hat sich vorhin eine ganze Weile sogar selbst mit seinen Bausteinen beschäftigt (aus einer Kiste ausgeräumt und begutachtet), da war er mucksmäuschenstill ... aber kaum waren die uninteressant und ich hatte den Rücken gedreht, begann das alte Spiel wieder
Annika grunzt auch oft (Langeweile oder Provokation) und schafft es damit, dass ich nervlich mit dem Rücken an der Wand stehe
Das größte Problem dabei ist das Luftschlucken, das zu massivsten Blähungen und Krämpfen führt.
Bei Annika hilft Ablenkung (aufstehen und laufen lassen, etwas zum Trinken anbieten...)
Ich wünsche Euch (und mir ) gute Nerven! _________________
Viele Grüße von Inge
* * * * *
"Ohne uns hätten sie es leichter gehabt." Bert Brecht
Ich habe den Eindruck, mein Sohnemann kann bald im wachen Zustand kaum mehr normal atmen. Er atmet die meiste Zeit nur noch durch den weit geöffneten Mund, und pfeift oder grunzt eben laut beim Einatmen.
Anscheinend geht echt nur Ablenken, eine wirkliche Therapie scheint es nicht zu geben, auch wenn gesundheitliche Probleme mit dazu kommen... an Blähungen leidet er übrigens auch oft
Nur man kann die Kids auch nicht die ganze Zeit über ablenken, nicht wahr?
Er erreicht schon einen ziemlich beachtlichen Geräuschpegel, ich vermute auch gerade, weil er eben schwerhörig ist, ist er auch noch besonders laut.
Was mich auch besorgt, ist, dass sein Gegrunze oft davon begleitet wird, dass er den Kopf dabei nach hinten oder den Rumpf in Bauchlage hoch wirft. Letztens stand er an seiner Kletterwand und war etwas verwirrt, als ich wieder zurückkam und verdrehte die Augen. Ich habe echt Angst, er schüttelt und grunzt sich regelrecht kaputt, und mag das Zimmer kaum mehr verlassen.
Inge, ich wünsche dir von meiner Seite her ebenfalls weiterhin gute Nerven
das können sog. "tics" sein. wenn verschiedene dieser tics auftreten, möglichst noch einige rein motorische (grimassen ziehen, zucken, augenkneifen, kopfrucken/-werfen) und vokale (räuspern, grunzen, fiepen, kreischen, keuchen oder sogar ganze worte schreien) kann es sich um Tourette-Syndrom handeln. einfach mal in erwägung ziehen.
wenn ich sie lasse
Annika ist zwar nicht allzu sehr laut, aber mich stört ganz arg, dass sie sich durchs Luftschlucken selbst das Leben schwer macht. Sie hat dann nämlich fürchterliche Schmerzen und reißt Augen und Mund auf, wenn die Krämpfe kommen.
Gegen die Krämpfe gebe ich ihr spascupreel, das hilft wenigstens ein ganz kleines bisschen... _________________
Viele Grüße von Inge
* * * * *
"Ohne uns hätten sie es leichter gehabt." Bert Brecht
Vea, danke auch dir, dass du mir geantwortet hast. Ich werde gleich lesen, was sich genau alles hinter Tourette verbergen kann.
Er hat einige derartige 'Angewohnheiten' an sich. Augen kneifen / verdrehen, Zucken in den Armen und währenddessen öfters am Kopf kratzen und die Augen jucken und manchmal dabei auch kurzes "Entgleiten" der Mimik. Das kommt wirklich spontan, und vor allem bei Müdigkeit oder wenn er eine erhöhte Temperatur hat (krank ist) oder sehr viel Stress ausgesetzt war.
Das Grunzen und sich Herumwerfen macht er anscheinend primär aus Langeweile, er lässt sich dabei auch problemlos unterbrechen, sei es durch Berührung, lautes Rufen, oder durch optische Reize etc.). Macht er das eine Weile, ist er danach oftmals leicht verwirrt und diese ticartigen Dinge treten gehäuft auf.
Ich dachte erst, er könnte vielleicht gar etwas in Richtung Epilepsie haben, weil auch in einem EEG ein "sharp slow wave focus" vorgefunden sein soll; und zwar als er müde war aber noch nicht schlief. In der Phase treten die Dinge wie Augenverdrehen etc. auch gehäuft auf.
Jedenfalls besorgt mich das alles sehr und ich befürchte, dass damit das nächste große Ding auf uns zukommt. Aber beides - Grunzen wie diese anderen "Macken" treten immer gehäufter auf...
Manchmal glaube ich auch, dass er sich durch dieses massive Herumgeschaukel noch total kaputt macht, um nicht zu sagen, das er sich sein Gehirn kaputtschüttelt. Mit jedem Entwicklungsschub, der ihm weitere Mobilität und auch mehr Kraft bringt, werden diese Dinge schlimmer. Ich mag ihn wirklich nicht mehr aus den Augen lassen und befürchte Schlimmes...
Oh, und ich sehe gerade, Tourette taucht wohl auch häufiger zusammen mit anderen Dingen wie AD(H)S / Autismus auf... das ist auch eine Baustelle, die wir noch abchecken wollen. Zumal auch ADHS in der Familie gehäuft auftritt (ich habe es auch).
Inge, ich musste gerade einmal nachschauen, was Spascupreel ist Mit Homöopathie habe ich bislang noch keine Erfahrungen gemacht; ich gebe Sohnemann immer Sab Simplex, wenn es wieder soweit ist und er mit Bauchweh zu kämpfen hat.
Das schlimmste und wirklich nervenraubende an den Geräuschen ist wirklich das Wissen dahinter, was es mit sich bringt, gell? Die Lautstärke kommt dann wohl halt erst dazu. Ich kann ihn tatsächlich durch zwei geschlossene Türen hören, wobei das Haus nicht einmal schlecht gedämmt ist Es kann sich manch ein Außenstehender auch gar nicht vorstellen, dass das echt an die Substanz geht. Das Wissen der Probleme, die es nach sich zieht, die Ohnmacht nicht viel helfen zu können, und die Geräuschbelastung selbst. Es ist eben auch das eigene Kind, das man wirklich 24 Stunden jeden Tag um sich herum hat, das kann keiner beurteilen, der das Kind nur stundenweise sieht.
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