Hallo,
ich glaube das der Nachteilsausgleich in jedem Bundesland anders ist den bei uns igbt es "nur" den zeitzuschlag (gehe in NRW zur Schule). Auch ich habe eine Sehbehinderung und mache derzeit iene kaufmännische Ausbildung in einem Berufsbildungswerk für blinde und sehbehinderte und bekomme auch diesen Zuschlag aufgrund Vergrößerungssoftware und Lesegerät, allerdings fällt dieser unterschiedlich aus.
Ich habe letztes Schuljahr eine Mathearbeit geschrieben die war für 45 Minuten angesetzt und habe genau 7,5 Minuten angehängt bekommen, dann gibt es andere Fächer in denen man 10-15 Minuten mehr bekommt, allerdings versucht man uns zu "trimmen" das wir ohne deisen Zuschlag auskommen wie das in der Prüfung aussieht wird sich dann noch zeigen.
ich würde mit der Lehrerin auf jeden Fal noch mal redne, ich weiß ja nicht auf was für Hilfsmittel dien Sohn angewiesen ist und wie sich die Sehbehinderung auswirkt, aber es ist nun mal fakt das wir sehbehinderte länger brauchen um etwas visuell zu erfassen.
LG _________________ Olivia 12/89
Bardet-Biedl-Syndrom: 12 Zehen, Adipositas, RP
Gesetzlich blind 02/11, stolze Besitzerin einer eigenen Wohnung 05/11
Bruderherz - Louis 07/92
Frühchen im 6. Monat
Rollstuhlkind, Tetraspastik, BNS-Krämpfe, wohnt im Erwachsenenwohnheim, arbeitet in der WfbM
wenn dein Sohn die Zeile verliert, kann ein durchsichtiges Lineal helfen. Es gibt auch Vergrößerungslineale. Die Beratungsstelle der Sehbehindertenschule kann dir sicher helfen. Vielleicht überlegst du dir ja noch, deinen Sohn dorthin zu geben. Auf jeden Fall ist die Förderung besser und häufig auch die Klassen kleiner. Das hilft bei der Konzentration. Und dein Kind hat nicht das Gefühl etwas besonderes zu sein. Wenn Kinder mit anderen zusammen sind, die ein ähnliches Handicap haben hilft das oft, das Anderssein zu akzeptieren.
Alles Gute
Lisa _________________ Botho (1962), Lisa (1965), Freya (2007)
Sie ist stark entwicklungsverzögert und hat Pseudo Lennox. Sonst ist sie ein liebes, fröhliches Kind, das uns viel Freude macht.
Hallo Jeanette,
Eure AÄin gehört zu der Sorte Ärzte, die nicht bereit ist, sich mit selteneren, deshalb eher unbekannten Fällen inhaltlich auseinaderzusetzen. Die durften wir auch schon "genießen". Das tut mir leid für Euch, V.a. weil Du schreibst, Ihr hättet keine Alternativen. Wenn diese nur an den Wartezeiten scheitern, würde ich aber glaube ich es doch mal in Angriff nehmen, vielleicht über das Sehbehindertenzentrum, so sind wir dann auch bei einer kompetenten Ärztin fündig geworden.
Du schreibst von einer Funktionaloptometristin, das klinigt sehr interessant. Ist das nur ein anderer Diagnoseansatz oder ist sie spezialisiert auf die Hilsmittelempfehlung ( einschl. Brille o.ä. ) in einschlägigen Fällen? Ich frage, weil ich immer wieder die Erfahrung mache, dass normale Orthoptisten mit einem Sehtest zB hoffnungslos überfordert sind, wenn der Patient mal nicht in die 08/15-Schublade passt ( mein Sohn ist so ein Kandidat; da wird dann ganz schnell aufgegeben, und ich bleibe zurück mit dem Gefühl, dass nicht alle Möglichkeiten zur optimalen Visusausnutzung ausgeschöpft wurden ). Bis jetzt hatte ich nur einmal eine gute Orthoptistin, die war der Sehbehindertenambulanz in der Uniklinik Heidelberg angeschlossen. Wie hast Du denn die Funktionaloptometristin gefunden?
LG,
Ingrid
unsere Augenärztin hatte bis vor einem Jahr eine wirklich tolle Orthoptistin. Die hat uns gut erklärt, was sie macht, hat sich gekümmert bei Problemen, ist gut auf Justin eingegangen. Mit der neuen haben wir so unsere Probleme, also wir haben das Gefühl, sie zieht ihr Standartprogramm durch und das wars.
Ich bin übers Internet auf die Funktionaloptometrie gestoßen (www.funktionaloptometrie.com). Ich würde mal salopp sagen, "Heilpraktiker des Auges". Es ist eine Spezialisierung auf Sehschwierigkeiten, die bei gesundem Auge auftreten können. Habe deshalb vorher nachgefragt, ob die ganze Sache auch Sinn macht bei Myopie und Amblyopie. Die Antwort war ja, das sind keine Augenerkrankungen, die Funktionaloptometrie ausschließen.
Hilfsmittel, die bei Augenfolgebewegungsstörungen, Störungen in der Akkomodation, Konvergenz sinnvoll sind, werden empfohlen. Das sind aber keine Hilfsmittel im Sinn der Hilfe für Sehbehinderte. Bei Justin bestand die Empfehlung in eine schrägen Schreibpult, das ja eigentlich für jedes Kind sinnvoll wäre und Kontaktlinsen. Kontaktlinsen wollte unsere frühere Ortoptistin schon mal einsetzen. Hätte Justin sie toleriert, hätte er die ganzen Probleme jetzt wahrscheinlich nicht, da sich das ganze Sehen dann anders hätte entwickeln können. Er lehnt die Linsen immer noch komplett ab, daher wurde uns alternativ eine Brille mit Nahunterstützung empfohlen. Die Brille hat Justin jetzt seit letzten Freitag. Sie scheint was zu bringen, aber nicht viel.
Die Funktionsanalyse war für uns erstmal sinnvoll, weil da überhaupt jemand unserem Verdacht nachgegangen ist, dass Justin noch mehr Schwierigkeiten mit dem Sehen haben könnte als das fehlende räumliche Sehen. Und dank dessen wissen wir jetzt mehr. Wir haben auch ein Sehtraining empfohlen bekommen, mit dem die Augenbewegungsstörungen und die Akkomodationsstörung behandelt werden können. Das geht Ende dieser Woche los und wird etwa 5 Monate dauern. Wenn das den gewünschten Erfolg bringt, sollten sich die schulischen Probleme im Lauf des Schuljahres geben. Aber darauf verlasse ich mich (im Moment noch) lieber nicht. Wenn das nicht so gut wie erhofft funktioniert, hätten wir sonst zuviel Zeit verloren.
auch wir haben schon Erfahrungen mit der Funktionaloptometrie gemacht und mit einigen Orthoptistinnen und viiiiielen Augenärzten.
Die Funktionaloptometrie hätte ich auch so beschrieben und auch ich setzte große Hoffnungen hinein. Es hat bei uns nicht geholfen und wirkte auf mich zu sehr wischi-waschi. Es kostet viel Geld und das Kind wird wesentlich ordentlicher untersucht. Auch die Hilfsmittel wurden uns genau wie zuvor beschrieben genannt und vieles davon setzt unsere Tochter heute auch um davon. Jedoch war der angekündigte Erfolg eben einfach nicht da. Das Geld aber futsch, was ich aber auch ok finde, irgendwo von müssen die ja leben - von der Schulmedizin wird das ganze nicht anerkannt. Zu Unrecht, wie ich finde, es müßte Hand-in-Hand gehen und beides könnte sich ergänzen.
Die meisten Orthoptistinnen, die wir kennenlernen duften oder mußten, hatten keine Ahnung, alles nur Standard. So wie kein Prismenglas mehr hilft, sind sie mit dem Latein am Ende.
Habe nur eine sehr gute Orthoptistin erlebt, in der Uniklinik HH Eppendorf. Auch viele Augenärzte sind komplett überfordert und stochern herum in ihren Diagnosen.
Zeitzuschläge bekommt unsere Tochter individuell. Den Nachteilsausgleich haben wir erstmal rausgenommen, es läuft zur Zeit ganz gut so in der Schule - vorausgesetzt, man bleibt mit den eher schwierigen Lehrern im Gespräch, was ja eine gewisse Sensibilität voraussetzt. Gerne mal genommene Vorwürfe à la "Ach, gestern konntest du aber ganz gut gucken" sind super und fördern den Krankheitsverlauf ungemein ...
Mir fällt noch was ein. Im Falle der totalen Hilflosigkeit wären wir auf eigene Kosten in eine private Klinik in Dänemark gefahren, die Funktionaloptometrie auf hohem Niveau praktizieren soll. Adresse kann ich bei Bedarf gerne per PN versenden. Andere Funktionaloptometristen hätte ich nicht wieder konsultiert und von der Lichttherapie halte ich nichts mehr.
LG Kirsten, die darauf hinweist, dass ihre Eindrücke natürlich völlig subjektiv sind, aber ich war auch für jeden Erfahrungsbericht dankbar, daher hier meine Sicht der Dinge.
danke für deinen Bericht. Ich hatte tatsächlich nach Erfahrungsberichten zur Funktionaloptometrie gesucht, da man dazu nicht mehr als die Eigendarstellungen findet. Auch hier im Forum, aber das war mein Posting wohl zum falschen Zeitpunkt gewesen. Naja, ich fand die Aussagen ziemlich klar und konkret, aber das kommt vielleicht auch auf die Person an, an die man gerät. Schade dass bei Tami bisher nichts geholfen hat. Wir sind im Moment auf dem Standpunkt, alles zu versuchen, was wirklich erfolgversprechend scheint. Wenn es dann nichts bringt, können wir auch damit leben, dann ist zwar nichts gewonnen, aber (außer dem Geld) auch nichts verloren. Justins Sehen ist uns das wert.
Von Lichttherapie für die Augen habe ich allerdings noch nichts gehört. Was ist das?
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