Verfasst am: 27.08.2010, 18:13 Titel: Artikel im Tagesspiegel: Voller Fürsorge
Zitat:
Voller Fürsorge
Unser Umgang mit behinderten Menschen hat sich stark verändert und geöffnet. Glauben wir. Stimmt das wirklich? Tatsächlich behindern wir diejenigen, die wir für behindert halten und denen wir unsere Fürsorge unter die Nase reiben wie einen gültigen Fahrschein. [...]
Quelle und kompletter Text: Tagesspiegel _________________
Viele Grüße von Inge
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"Ohne uns hätten sie es leichter gehabt." Bert Brecht
mein Eindruck: für die "fitten Behinderten" scheint "Fürsorge" das absolute Reizwort zu sein, und ich sehe den Artikel genau deshalb sehr zwiespältig.
Auf der einen Seite finde ich ihn absolut hervorragend, weil er wirklich die "Normalität der Behinderung" darstellt.
Auf der anderen Seite fehlen mir Menschen wie meine Tochter, die komplett auf fremde Hilfe angewiesen sind. Nennt sich das Fürsorge (= für jemanden sorgen)?
Es gibt einen Artikel von Prof. Klaus Dörner. Er trifft meine Ansichten schon sehr deutlich, und er kann meine Gedanken besser und vor allem feinsinniger formulieren als ich selbst.
Besonders gut gefällt mir:
Zitat:
[...] Denn hier stellt sich schnell heraus, dass die Wirklichkeit nicht nur aus den Extremvarianten der Selbstbestimmungsfähigkeit oder der Fürsorge-Abhängigkeit besteht, und dass vielmehr sowohl der absolut selbstbestimmte Körperbehinderte bei der Katheterpflege oder der Dekubitusprophylaxe zum Objekt meiner Fürsorge wird als auch umgekehrt meine Wachkoma-Enkeltochter mittels dreier Muskelpartien ihren Selbstbestimmungsanspruch durchaus zum Ausdruck bringen konnte. [...]
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