Verfasst am: 15.07.2010, 21:02 Titel: Rezept f. GoTalk 20+ aber ohne Software (Boardmaker/Metacom)
Hallo Zusammen,
wer hat einen GoTalk 20+? Habt Ihr hierzu auch die Software verschrieben bekommen? Unser Arzt ist der Ansicht, dass die
KK die Software nicht bezahlt und schreibt uns deshalb die
Programme nicht auf.
Wir haben das Gerät über einen langen Zeitraum ausprobiert und unser Flo arbeitet zu Hause mit einem Kommunikationsbuch - kennt also schon
viele Symbole. Was sollen wir mit dem Gerät ohne die Möglichkeit uns die Symbole zusammenstellen zu können?
Wir haben damals Thommys Gebärdenwelt 1-3 plus Arbeitsbuch bekommen und auch die Metacom.
Was wollt ihr denn mit dem GoTalk ohne die Software dazu?Da verstehe ich Euren Arzt nicht so ganz.
Wir haben gerade den LightTalker genehmigt bekommen. Auf dem Rezept sollte lt. Firmenvertreter nur zusätzlich draufstehen, dass die Tasche und ein Gitter dazu sollen.
Die Programme laden wir uns aus dem Internet runter. Nach der Genehmigung hat uns die Fa. Prentke Romich das freigeschaltet.
Wir haben es aber noch nicht probiert.
LG
Bianca _________________ Bianca mit Jannes (02/00) Rubinstein-Taybi-Syn., geistig + körperlich (schwer-)behindert;
frag doch mal bei der Herstellerfirma nach, die haben doch da Mitarbeiter die sich da auskennen und euch Hilfestellung geben können was auf einem Rezept drauf stehen muss.
Den Arzt verstehe ich nicht, denn aufschreiben kann er es doch, dann kann die Kasse doch selbst entscheiden was sie übernimmt und was nicht.
LG SABINE _________________ Jonas mit Phelan Mcdermid Syndrom geb. 03/06
stark hypoton, kein krabbeln, laufen ,keine Sprache.... kann seit 02.04. 2011 frei sitzen
WARTE NICHT AUF GROSSE WUNDER -
SONST VERPASST DU VIELE KLEINE
Also erstmal ist Boardmaker zum befüllen des Gotalk sicher sehr sinnvoll, aber nicht zwingend notwendig.
Da Flo ja aber schon Symbole kennt und nutzt, wäre es tatsächlich sehr sinnvoll - auch mit Blick auf die Zukunft - wenn ihr von vorne herein mit den PCS Symbolen arbeiten könntet. Warum euer Arzt da in vorauseilendem Gehorsam das Programm nicht rezeptieren will, ist mir allerdings wirklich ein Rätsel, zumal es ja nicht mal in sein Budget fällt (Hilfsmittel!). Vielleicht weiß er aber auch genau das einfach nicht.
Wenn ich das bei der letzten Fortbildung richtig verstanden habe, sind Rezepte bei Hilfsmitteln aber - zumindest wenn man vom reinen Gesetzestext ausgeht - gar nicht notwendig, vereinfachen das Ganze nur um einiges und werden von den Kassen und deren Mitarbeitern - da diese es selbst nicht besser wissen - als notwendig angesehen.
Kurzum: ich würde das Rezept nehmen und Gotalk + Boardmaker beantragen. Wahrscheinlich fällt`s gar nicht auf.
Ich muss hier auch mal eine Lanze für unsere (Gesetzlichen) Krankenkassen und deren Mitarbeiter brechen: wenn man mit denen spricht und die Sachlage erklärt, sind die meist recht offen.
Also zusammengefasst: nimm das Rezept nebst der Stellungnahme der Therapeutin (in der dann die notwendigkeit des Boardmaker erwähnt wird) und reich alles zusammen mit dem KV für Gotalk + Boardmaker ein und warte ab, was passiert.
Schöne Grüße
Martin _________________ Vater eines behinderten Kindes (Kabuki-Syndrom, +04.05.2008), Rehaberater (Kommunikationshilfen), ca. 10 Jahre Erzieher im Behindertenbereich, 3 Jahre Berater Hilfsmittel Sonderbau, FC-Erfahrung (sowohl gestützte Kommunikation als auch FC Köln )
Nachtrag:
Ich lese gerade die Überschrift: "Boardmaker/Metacom".
Beides? Oder nur eins davon? Und wenn welches? Und warum?
Wird wohl in einer Grundsatzdiskussion enden, aber es interessiert mich (genau deshalb)
Schöne Grüße
Martin _________________ Vater eines behinderten Kindes (Kabuki-Syndrom, +04.05.2008), Rehaberater (Kommunikationshilfen), ca. 10 Jahre Erzieher im Behindertenbereich, 3 Jahre Berater Hilfsmittel Sonderbau, FC-Erfahrung (sowohl gestützte Kommunikation als auch FC Köln )
die Empfehlung Boardmaker + Metacom wurde von der Hilfsmittelberaterin empfohlen, weil sich die Systeme ergänzen. Unser Flo ist frühkindlicher Autist und hat ein gutes Verständnis für Symbole.
Ich werde Deiner Empfehlung folgen und mein Glück mit der zusätzlichen Empfehlung der Therapeutin versuchen. Meine Zwillinge sind beide frühkindliche Autisten, wobei unser Chris eher die Verständigung mit Gebärden und Karten nutzt. Ich gehe davon aus, das aus diesem Aspekt beides - also Metacom und Boardmaker - empfohlen wurde.
OK. Da haben wir gleich diverse Baustellen... wo fange ich an....
Boardmaker bringt Vorlagen für verschiedene Kommunikationshilfen mit (u.a. die Gotalk Geräte). Du musst also nur noch die Deinem Gerät entsprechende Vorlage auswählen, diese mit Symbolen füllen, ausdrucken und fertig. Ab damit in den Gotalk, besprechen, das war`s. Mit dem Boardmaker Programm kommt ausserdem natürlich die entsprechende Symbolsammlung (PCS).
Metacom hingegen ist eine reine Symbolsammlung, die sich leider nicht so ohne weitreres in Boardmaker einbinden lässt. Es lassen sich zwar die einzelnen Symbole in besagte BM-Vorlagen importieren. Es gibt aber in BM eine Suchfunktion, in die Du einen Begriff eingibst und die Dir dann die entsprechenden Symbole zeigt. Metacom-Symbole werden aber hier nicht angezeigt. Du musst schon vorher wissen, daß es da ein Metacom Symbol gibt, das Dir besser gefällt.
Grundsätzlich würde ich auch nicht zwei Symbolsammlungen durchmischen - im Einzelfall mag es Gründe dafür geben, im allgemeinen würde ich das aber nicht tun.
Die PCS Sammlung ist die größte und die am weitesten verbreitete. Das gilt auch für komplexere Talker, die später eine Rolle spielen könnten. Warum also Dein Kind mit verschiedenen Symbolsammlungen zusätzlich verwirren?
Schau Dir auch mal die entsprechenden Seiten im REHAkids-Wiki an:
Martin _________________ Vater eines behinderten Kindes (Kabuki-Syndrom, +04.05.2008), Rehaberater (Kommunikationshilfen), ca. 10 Jahre Erzieher im Behindertenbereich, 3 Jahre Berater Hilfsmittel Sonderbau, FC-Erfahrung (sowohl gestützte Kommunikation als auch FC Köln )
MartinR hat ja schon gut beschrieben wie das Boardmaker Programm am PC zu nutzen ist im Vergleich zu den Metacom-Symbolen.
Ebenfalls ist der Go Talk als Komm-Gerät auch bekannt.
Zu den Verordnungen: ich habe noch NIE einen Go Talk mit Software verordnet!!!
Der Go Talk ist ein einfaches Kommunikationsgerät. Die Bilder lassen sich wunderbar über Google Bilder aus dem Internet downloaden und auf die mitgelieferte Vorlage kleben. Sollten für das Kind mehr als 10 Folien nötig sein (weil das Kind einen großen Wortschatz benötigt), dann würde ich mir die Frage stellen ob das Gerät wirklich geeignet ist oder ob nicht sogar ein Gerät mit dynamischen Display besser geeignet ist.
Da muss ich jetzt mal wirtschaftlich denken.
Sorry wenn ich das so direkt schreibe. Selbstverständlich ist das vorbereiten eines Go Talk Gerätes mit Boardmaker - Unterstützung schöner und einfacher, aber ist es unbedingt notwendig???
Wenn ich jetzt die Diskussion von einfachere Bedienung des Kindes durch immer wiederkehrenden und immer gleichen Symbolen (Elternhaus, Kiga etc.) lostrete, dann kann ich dazu sagen: Kinder die mit einem Go Talk anfangen in die Kommunikation zu gehen kommen zunächst mit Fotos (genaue Darstellung des realen Gegenstandes) als Symbol besser zurecht. Diese lassen sich z.B. prima aus dem Internet ziehen.
LG
S. Dödtmann _________________ Fr. Dödtmann, Logopädin in stationärer Intensivreha für besondere Kids, UK- Fachberaterin
Naja, aber wie fotographiere ich nochmal, auch, haben etc., also das berühmt berüchtigte Kernvokabular? Und eben diesem Ansatz folgend sind genau das die Wörter, die ich brauche.
Ich stehe da der reinen Lehre etwas skeptisch gegenüber, da in meinen Augen auch diese Wörter ohne einen Konkreten Bezug nur bedingt hilfreich sind, aber auf Gegenstände kann ich zur Not (so ich körperlich dazu in der Lage bin) auch zeigen.
Da hilft auch kein googlen, da brauche ich eine Symbolsammlung, die Symbole für solche Wörter beinhaltet.
Auch die Google Bildersuche für Adjektive ist doch eher ... nun ja ... enttäuschend.
Also IMHO gibt`s schon gute Gründe, den Gotalk mit Boardmaker zu beantragen.
Schöne Grüße
Martin _________________ Vater eines behinderten Kindes (Kabuki-Syndrom, +04.05.2008), Rehaberater (Kommunikationshilfen), ca. 10 Jahre Erzieher im Behindertenbereich, 3 Jahre Berater Hilfsmittel Sonderbau, FC-Erfahrung (sowohl gestützte Kommunikation als auch FC Köln )
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