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Welchen PD? Brauch Eure Erfahrungen und Tipps
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JaninaK
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BeitragVerfasst am: 07.06.2010, 20:36    Titel: Welchen PD? Brauch Eure Erfahrungen und Tipps Antworten mit Zitat

Hallo!

Ich habe für Nele täglich 12 Stunden (am Wochenende 8 Std.) Behandlungspflege bewilligt bekommen für die Nacht und bin nun intensiv auf der Suche nach einem geeignetem Pflegedienst.
Allerdings wird die Suche überschattet von dem akuten Pflegepersonalmangel Sad

Bis jetzt hab ich mit 5 Intensivpflegedienste gesprochen- 2 überregionale Kinderpflegedienste, einer der Kinder und Erwachsene betreut, ein regionaler KinderPD und ein überregionaler, der eigentlich nur geriatrische Menschen betreut und ab und an mal ein Kind.
Außer dem Letztgenannten kann kein PD das nötige Personal aufbringen Rolling Eyes

Kurz zur Info:
Nele hat kein Tracheostoma, keine Beatmung, kein Sauerstoff, eine ausgeprägte Epilepsie, braucht permantente Beobachtung, muß regelmäßig abgesaugt werden, muß oft und gut gelagert werden (Atmung, Spastik, Kontrakturen und Luxationen), Pneumonien und geschädigte Lunge durch Aspirationen, usw.

Nun tun sich folgende Probleme/ Fragen auf:

- ist eine Kooperation zweier PD sinnvoll oder artet das in Chaos aus?
- kann ein PD der kaum Erfahrung mit Kindern hat, Nele`s Betreuung überhaupt gewährleisten?
- wie sind Eure Erfahrungen mit Altenpflegepersonal mit Intensiverfahrung als Pflegepersonal für Eure Kinder?
- auf was muß ich noch achten, wenn ich mich für einen PD entscheide?
- hat die Krankenkasse ein Mitspracherecht?

Ansonsten bin ich für hilfreiche Tipps sehr dankbar!


Und liebe Mods, wenn ich die falsche Rubrik erwischt hab, verschiebt den Thread, ja?
Danke!

LG,
Janina

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Nele (`06), massiver Hirnschaden dadurch Schluckstörung mit PEG, Wahrnehmungstörungen, schwerste ICP, gesetzl. blind, Epilepsie, Apnoen, PS 3, nachts 12 Std. Pflegedienst

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Nellie
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BeitragVerfasst am: 10.06.2010, 21:02    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Janina,

irgendwie habe ich Deinen Beitrag gar nicht gesehen.

ist eine Kooperation zweier PD sinnvoll oder artet das in Chaos aus?
Das ist nicht mehr selten in Zeiten des Pflegenotstandes. ICh habe schon von ein paar Familien gehört, bei denen das funktioniert. Wichtig ist, dass einer die Oberhand behält und sie sich nicht anzicken.

kann ein PD der kaum Erfahrung mit Kindern hat, Nele`s Betreuung überhaupt gewährleisten?
Das kommt auf die Leute an, die der PD schickt. Da muss sich schon jemand mit Kindern auskennen. Wenn es ein Intensivkrankenpflegedienst ist, der auch viel Intensivpflege mit Überwachung, Absaugen und Co macht, geht es vermutlich. Aber andere PDs machen ja meist nur diese Verrichtungen, sind für ne Stunde da und gehen dann wieder. Sie kennen oft diese 10h-Schichten oder ähnliches bei einem einzigen Patienten nicht. Das könnte auch mit den Kassen schwierig werden, wenn die das nicht vertreten.

wie sind Eure Erfahrungen mit Altenpflegepersonal mit Intensiverfahrung als Pflegepersonal für Eure Kinder?
Wir haben noch keine Altenpfleger im PD, aber aufgrund des Notstandes sieht es nicht so aus, als könne das wirklich auf immer verhindert werden. Auch hier kommt es wieder auf die Einzelpersonen an. Auch hier habe ich schon Positives von anderen Eltern gehört. Ich würde jemanden, der einen guten Eindruck macht, schon probeweise arbeiten lassen. Aber die meisten im Team sollten (Kinder-)krankenschwestern sein. Anfangs sollten mal alle wirklich Kinderkrankenschwestern sein, aber das ist einfach nicht mehr möglich. Wir haben mehrere Krankenschwestern im Team. Ich vergesse es oft, wer was ist, weil es hier keinen Unterschied macht.
auf was muß ich noch achten, wenn ich mich für einen PD entscheide?
Lass ruhig den Bauch mit entscheiden. Ich finde, die Spitze (PDL) sollte Dir wirklich gefallen und Herz haben. Davon hängt viel ab.

hat die Krankenkasse ein Mitspracherecht?
Ja, hat sie leider, weil es um Geld geht. Sie können den billigsten Anbieter nehmen. Aber Du hast natürlich Widerspruchsrecht, wenn es keine adäquate Versorgung ist.

Zusammengefasst: Ich würde eher eine Kooperation von 2 PDs mit Kindererfahrung nehmen als einen in dem Bereich unerfahrenen.

LG
Nellie

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Linn *2004, Intensivkind mit schwerster Mehrfachbehinderung durch eine Gehirnfehlbildung namens pontocerebelläre Hypoplasie Typ 2a (PCH 2a), Sondenkind mit Button, Epilepsie, Tracheostoma, nachts beatmet, schwere Wahrnehmungsstörung und ein zauberhafter roter Lockenkopf mit festem Willen und Ann *06/09, fröhliche Minimaus
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JohannaB
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BeitragVerfasst am: 10.06.2010, 21:33    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Janina,

ich sehe das ähnlich wie Nellie. Eine Kooperation von zwei Pflegediensten, von denen wenigstens einer Erfahrung mit Intensivkindern hat, würde ich vorziehen. Im übrigen kann es heutzutage durch den Personalmangel auch bei nur einem PD zu Chaos kommen. Man kann sich leider keine Schwestern "backen" und es werden inzwischen viel zu wenig Kinderkrankenschwestern ausgebildet.

Wir selbst hatten noch keine Krankenschwester bei uns, aber mein Mann ist Krankenpfleger und er kann schließlich auch unsere Tochter versorgen Wink . Ich denke, es kommt auf die Einstellung an und ob die Leute ein Feeling für Dein Kind entwickeln können und bereit sind, den Unterschied zum Erwachsenen zu akzeptieren und zu lernen. Ich würde es mit frisch ausgebildeten Kinderkrankenschwestern vergleichen, die auch noch sehr viel dazu lernen müssen, um im häuslichen Bereich wirklich sicher zu sein. Davon hatten wir schon einige und es hat sich immer gelohnt, sich die Zeit zu nehmen, sie einzuarbeiten.

Ich wünsche Dir, dass Du eine gute Lösung für Euch findest und dass die Krankenkasse da mitspielt.

LG Daniela

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Johanna *11/2002 (Hirntumor an Stammhirn und Rückenmark Astrozytom Grad I, Trachealkanüle), † 09.08.2011
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joeysmommy
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BeitragVerfasst am: 10.06.2010, 23:30    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Janina,


wo wohnt Ihr denn?


Liebe Grüße!!!

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Liebe Grüße, Verena (*07/78), mit Joana (*06/06), 35.SSW, tiefgreifende Entw.-störung, V.a. ASS, FI, und Joshua (*11/10), Hypopl. d. re. unt. Extremität + Oligodaktylie, statomot. Ret., und Frank (*02/84), der beste Ehemann der Welt!!!

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JaninaK
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BeitragVerfasst am: 11.06.2010, 10:44    Titel: Antworten mit Zitat

Lieben Dank für Eure Antworten!!

Verena, wir wohnen in der Rhön bei Fulda.

Nellie, angenommen die Krankenkasse möchte auf jeden Fall den PD, der ausschließlich Krankenpflegepersonal im Erwachsenenbereich hat- wenn auch mit Intensiverfahrung- , ist denn die Tatasache daß kein Kinderkrankenpflegepersonal vorhanden ist eine nicht adäquate Versorgung oder ist das zuweit hergeholt?

Oh man, mir qualmt der Kopf..
Da möchte man einfach nur Entlastung und muß sich wochenlang mit der Suche nach einem PD rumschlagen.....

Gibt es eigentlich einen Grund, warum so wenig Kinderkrankenpflegepersonal ausgebildet wird?

LG,
Janina

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Nellie
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BeitragVerfasst am: 11.06.2010, 12:24    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Janina,

ja, das kannst Du als inadäquat bezeichnen, vor allem wenn noch keine Kinder versorgt wurden.

LG
Nellie

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Sabine
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BeitragVerfasst am: 11.06.2010, 15:38    Titel: Antworten mit Zitat

JaninaK hat folgendes geschrieben:

Gibt es eigentlich einen Grund, warum so wenig Kinderkrankenpflegepersonal ausgebildet wird?

LG,
Janina


Hallo Janina,

die Ausbildung ist anspruchsvoll und die Bezahlung hinterher eher schlecht.
Junge Mädchen mit gutem Schulabschluss gehen heute lieber in die Industrie, weil sie dort einfach bessere Aussichten haben.
Der Pflegenotstand hat zum großen Teil damit zu tun, dass für eine anspruchsvolle Arbeit zu wenig Geld bezahlt wird.

LG
Sabine

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BeitragVerfasst am: 11.06.2010, 19:54    Titel: Antworten mit Zitat

JaninaK hat folgendes geschrieben:


Gibt es eigentlich einen Grund, warum so wenig Kinderkrankenpflegepersonal ausgebildet wird?



Hallo Janina!!!


In den letzten Jahren wurden viele Ausbildungsstellen gestrichen, weil einfach in den Kliniken so viele Stellen wegrationalisiert wurden, so dass die ganzen frisch Examinierten dann auf der Strasse standen oder in die Altenpflege mußten.

Heute gibt es zwar Bedarf durch die Pflegedienste, die nun wie Pilze aus dem Boden schießen, aber gerade die jungen Schwestern, die Vollzeit arbeiten wollen, finden das nicht gerade attraktiv. Man wird deutlich schlechter bezahlt als in den Kliniken, die Verantwortung ist dafür groß und die Abwechslung oft gering. Drum bleiben dort trotz arbeitsloser Schwestern viele Stellen unbesetzt.

Welche überregionalen Dienste hast Du denn versucht? Ich kenne noch die GIP und das Team Dr. Riecke, die bundesweit agieren, und in den meisten Bundesländern ist noch die Nestwärme vertreten. Hast Du einmal bei der KK nachgefragt? Oft wissen die ja auch Dienste, mit denen sie bei anderen Patienten schon kooperieren.


Liebe Grüße!!!

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PapaBernhard
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BeitragVerfasst am: 11.06.2010, 20:05    Titel: Antworten mit Zitat

Das Problem von vielen ambulanten Pflegediensten ist das jonglieren mit dem Personal. Manchmal ist zu viel Personal da (wenn Patienten plötzlich wegfallen) und von heute auf morgen brummt es wieder und man kommt fast nicht mehr hinter her. In Grenzen kann man das mit den Arbeitszeitkonten ausgleichen (bei meinem alten AG habe ich es bis auf 250 Überstunden geschafft) aber eben auch nicht alles.
Ich habe selber "nur" die Ausbildung als "normaler" Pfleger, bin aber auch größtenteils im Kinderbereich eingesetzt. Aber bei mir spielt eben auch die Erfahrung durch meinen Sohn eine Rolle (und erst seit dann bin ich ja in diesem Bereich tätig)

Wenn eine gesunde Mischung vorhanden ist, müssen meiner Meinung nach nicht nur Kinderkrankenpflegepersonal die Dienste machen. Es sollte aber ein gewisser Erfahrungsschatz vorhanden sein und der Wille, fehlendes Wissen möglichst schnell aufzuholen.

LG
Bernhard

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BeitragVerfasst am: 11.06.2010, 20:11    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo,

Janina hat explizit nach ALTENpflegern mit Intensiverfahrung als Pflegepersonal für Kinder gefragt. Das ist für mich nicht so einfach wie Krankenschwester/Kinderkrankenschwester.

Was meint Ihr denn dazu? Ich habe ja schon geschrieben, dass ich es mit Probearbeiten schon versuchen würde, aber begeistert wäre ich nicht. Altenpflege ist ja schon was ganz anderes.

LG
NEllie

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