Verfasst am: 28.04.2010, 13:10 Titel: Wir finden keinen PD mehr
Ihr Lieben,
vielleicht kann mir einer von euch weiterhelfen - denn ich weiss wirklich nicht mehr weiter...
Wir haben vor 1 Jahr den Pflegedienst gewechselt, da der alte (hatte 8 Jahre lang versorgt-was ja schon ne Zeit ist) keine Kapazitäten mehr hatte und auch so sehr "privat" war, sprich zu enge Bindung entstanden war.
Nicht das der Wechsel so einfach war, es hatte sich erst ein Krankenkassenpartner gemeldet, der sich natürlich mit Intensivkindern auskennt, nur mit kinderkrankenschwestern arbeitet, und auch Kapazitäten hat - kurz vor der Übernahme hat er dann alles hingeschmissen, nachdem 3 Altenpflegerinnen da waren zur Vorstellung und ich gesagt habe NEIN, da diese angeblich so "fit" wären, dass sie ohne jegliche Einarbeitung arbeiten könnten (nebenher sahen sie aus wie asi, stanken nach Rauch...)
Dann mussten wir einen Kinderkrankenpflegedienst nehmen, da es kurzfristig war, der sich zwar nicht mit Beatmung auskannte, aber uns blieb ja nichts anderes übrig: heisst, wir saßen nur daneben...
3 Monate später hat uns dann die Mobile übernommen um mal Namen zu nennen - ja und nun ein Jahr später stehen wir da.
Eigentlich liegt es am Personalmangel, aber auf der anderen Seite wurden auch viele andere Kinder aufgenommen, also eng kalkuliert - wie auch immer.
Wir haben genau 4 Wochen um uns einen neuen PD zu suchen, ich weiss nicht wohin, da keiner Kapazitäten hat - will nicht nochmal den Fehler machen und einem NO NAME PD zu vertrauen und dann wieder da zu stehen - also weiss ich nicht mehr weiter!!!
Ich habe mir schon überlegt ob ich mir und meinem Intensivkind Schlaftabletten unterrühre, denn es scheint echt aussichtslos!
Haben wir nicht schon genug Sorgen?
Dazu kommt dass mittlerweile auch noch ein Säugling von 6 Monaten dabei ist.
Wenn ich könnte, würde ich es selber machen, aber mal ernsthaft, ist es reell, ein 24 Stunden beatmetes, Sondenernährtes, dabei auch noch aktives Intensivkind 24 Stunden über einen unübersehbaren Zeitraum ohne Hilfe zu versorgen?
Das schaffe ich nicht.
Ein Krankenhaus oder Heim ist erst Recht keine Alternative.
Dabei sind wir eine so nette Familie, die viel unternimmt, schwimmen geht, grillt, Celine macht wirklich Freude!
Bitte helft mir!!!! Ich weiss keinen Ausweg mehr
Ist hier nicht eine Kinderkrankenschwester oder ein Pflegedienst?Kennt ihr wen?
Hi Jane
Erstmal herzlich Willkommen
Ich denke ,wenn man Personen,die Dir zur Hilfe ereilen....
als "Assi " bezeichnet,stellst Du Dich auf ein Niveau,wo ich meine
Schwierigkeiten habe.
Es scheint Dir ja keiner es recht zu machen,der andere hatte keine
Ahnung ,nachja was erwartest Du denn.
Weiss Du ,was für ein Stundenlohn die beziehen.
Ich kann bei 7 Euro Netto,keine ausgebildetet Fachkraft erwarten.
Das Du erwähnst .....Dir und dem Kind Schlaftabletten einzuvernehmen
da enthalte ich mich jeglichen Kommentars.Ich finde es entzetzlich,
sowas überhaupt zu denken,geschweige auszusprechen
Ich denke auch du hast nicht das Recht,jemanden das Leben zu nehmen.
Du kannst über Deines verfügen,aber nicht vergessen,du hast die Verantwortung für 2 Kinder,die du in die Welt gesetzt hast.
Keiner kann was Dafür ,dass du auch noch ein Säugling zu betreuen hast...
um so mehr müsstest Du dankbar für jede Hilfe sein.
Ich denke ,du sollstest deine Wortwahl überdenken.
Hier gibt es Familien mit noch sehr viel mehr Problemen,dass Du überlastet bist,kann ich nachvollziehen.
Übliche Nachrede mag keiner,du ja wohl auch nicht
Die Personen können sich nicht mal zu Wort melden.
Du wirkst auf mich nicht verzweifelt,sondern frustiert und möchtest
jetzt deinen Groll auf andere abladen.
Mag sein,dass ich Dich falsch einschätze,dann Entschuldigung...aber ich kann nicht anders auf deinen Beitrag reagieren.
LG Beate
Hallo zusammen,
interessant, wie unterschiedlich eine Nachricht bei verschiedenen Leuten ankommen kann
Ich hatte Janes Nachricht einfach als die einer verzweifelten, überlasteten Mutter angesehen, die sich keinen Rat weiss. Und dann schreibt man im eifer des Gefechts auch mal Dinge, die man sonst nie sagen würde:
"Ich habe mir schon überlegt ob ich mir und meinem Intensivkind Schlaftabletten unterrühre, denn es scheint echt aussichtslos!" - Beate, du glaubst doch nicht ernsthaft, das jemand, der in der Öffentlichkeit um Hilfe bittet, so was in Erwägung zieht?
Ich weiss nicht, welche Behinderung dein Kind hat, aber die Aussicht auf 24 Stunden Dauerpflege bei einem schwerstbehinderten, dauerbeatmeten, sondierten Kind würde mich auch verzweifeln und ja, auch frustrieren lassen.
Ok, den "Asi" hätte man sich sparen können, aber auch ich hätte mein Kind von keiner nach Rauch riechenden Pflegekraft pflegen lassen. Und auch nicht von einer Altenpflegerin, die sicherlich in ihrem Beruf wertvolle Arbeit leistet, aber eben nicht über die Ausbildung einer examinierten (kInder) Krankenschwester verfügt. Es ist eben z.B. nicht das selbe, ob ich einen älteren Menschen mit Dekubitus Gefahr lagern muss oder ein spastisches, krampfendes Kleinkind.
Es ist sicherlich richtig, dass Fachpersonal massiv unterbezahlt ist, aber das kann doch im Umkehrschluss nicht heissen, dass ich einfach (ich sags mal überspitzt) JEDEN an mein Kind heranlassen muss.
Es geht im Übrigen - und da habe ich meine eigenen Erfahrungen gemacht - auch anders.
Um auf das Ausgangsposting zurück zu kommen: Jane, ich habe dir eine PN mit ein, zwei Empfehlungen geschickt, muss aber vorausschicken, dass die wohl auch nicht allzuviele Kapazitäten mehr haben werden. Aber einen Versuch ist es wert.
Habt ihr denn den Vertrag mit dem letzten PD gekündigt oder konnte man euch nicht mehr versorgen?
Gruss
Maria _________________ Unser kleiner Mann (*02/2009 - † 09/2009): Z.n. Schwerer Asphyxie, kein Schluckreflex, BNS-Epilepsie, PEG, apallisches Syndrom und ganz viel, was dazugehört...
jaja, über Pflegedienste könnte man Bücher schreiben
@Beate, dein Beitrag ist wohl etwas "hart"...die Userin hat erst einen Beitrag geschrieben und du hast wohl schon voll den "Plan im Sack",
das ist kein wirklich nützlicher Beitrag.
das mit den Schlaftabletten ist natürlich nicht in Ordnung....
ruf doch mal bei der Krankenkasse an und frag nach deren Pflegediensten mit denen die zusammen arbeiten, die konnten uns auch welche nennen.
Gruß
Nina, die dir starke Nerven und Kraft wünscht _________________ Mama Nina (´83), Tochter Chantalle (´99) und Sonnenschein Evelin, geb. 11/06, SSW 33, extreme Muskelhypotonie, Tracheostoma-beatmet, Gastrotube, V.a. CCM + versch. Baustellen
"Wir wissen nicht was das Leben dir bringt, aber wir werden dir helfen das vieles gelingt!" http://evelinsiska.oyla22.de
ich wollte dir nur schnell sagen, dass dein Beitrag bei mir auch so angekommen ist wie bei Maria. Deine Verzweiflung kann ich gut nachvollziehen, auch wenn unsere Tochter kein Intensivkind ist, aber auch wir haben schon Zeiten gehabt mit vielen nächtlichen Anfallsserien ohne Aussicht auf Schlaf...
Auch der Pflegedienst, der hier bei uns die vierteljährliche Begutachtung macht, hat Kinderkrankenschwestern, die ich täglich in meiner engsten Umgebung keinesfalls ertragen könnte, weil sie ungepflegt aussehen und nach Rauch riechen - insofern verstehe ich schon, was du mit "Assi" meinst
Leider kann ich dir in Sachen Pflegedienst aber nicht weiterhelfen.
Viel Glück beim Suchen! _________________ Viele Grüße,
Ulla mit A. (*09/2004) Unbekannte Grunderkrankung mit therapierefraktärer Epilepsie (früher BNS, seit 12/07 Lennox-Gastaut-Syndrom) und schwerster Entwicklungsverzögerung
Also: Hast Du Dich schon an Eure KK gewendet? Hast Du schon mal die Känguruhs angerufen, ob die Euch weitervermitteln können?
Vielleicht fällt mir noch was ein.
@ all: Euren Schrecken und Euren Unmut kann ich nachvollziehen.
Leider fehlt im Internet die Betonung, so dass viele Äußerungen anders ankommen, weil der ironische Unterton fehlt.
Ich glaube dass die Userin eher Hilfe als Veruteilung gebrauchen kann....
Du hast auch von mir eine PN bekommen. Kopf hoch, das wird schon.
Und die unqualifizierten Antworten nimm Dir bitte nicht zu Herzen. Allein schon die Aussage , man könne für 7 Euro netto keine Fachkraft erwarten , ist völlig daneben.
Der Stundenlohn für die Pflege eines Intensivkindes wird mit weitaus mehr angerechnet, es geht hier ja nicht um eine Putzstelle
Würde mich freuen, wenn Du Dich meldest , wir werden sicher eine Lösung finden.
glG
Bea _________________ Nando 93, Dario 97 nach Unfall 2001 hypoxische Hirnschädigung mit Tetraspastik, Button seit 2001 und verschiedene kleine Baustellen, Nevio 97 und Leya 2005.... und natürlich Bea , Bj. 63
ich drücke dir auch die Daumen, daß du einen qualifizierten PD findest.
Verlier nicht den Mut, es kommen auch wieder bessere Zeiten.
Liebe Grüße
Obirg _________________ Enkeltochter Shirin *06.07. LTX 08,Epilepsie, Kurzdarmsyndrom,PEG, Tracheostoma 09 mit Teilbeatmung, mehrfach reanimiert, TS-Verschluss 07.11. Kein Laufen, kein Krabbeln, aber ein fröhliches Kind. † 10.04.2012 - für immer in meinem Herzen.
Wobei ich da selbst mal gearbeitet habe und es nicht so prickelnd fand. Fachlich sind sie sehr gut, menschlich fehlt es zumindest in den leitenden Bereichen leider an fast allem.
Dort hat mal eine Familie hin gewechselt, in der ich auch mal tätig gewesen war. Wie bei praktisch allen Pflegediensten haperte es hier und da, aber im großen ganzen waren sie zufrieden.
Hallo Bea,
Bea F. hat folgendes geschrieben:
Allein schon die Aussage , man könne für 7 Euro netto keine Fachkraft erwarten , ist völlig daneben.
Der Stundenlohn für die Pflege eines Intensivkindes wird mit weitaus mehr angerechnet, es geht hier ja nicht um eine Putzstelle
Das kann ich so leider nicht unterschreiben. Die Pflege eines Intensivkindes wird von den Pflegediensten nicht annähernd so gut bezahlt, wie die Tätigkeit in der Klinik auf einer Normalstation. Die einen bezahlen etwas besser, die anderen etwas schlechter, aber ich habe auch schon für 10 Euro brutto ein beatmetes und völlig instabiles Kind gepflegt, und ich gehörte noch zu den besser bezahlten Pflegekräften. Gerade habe ich wieder eine Kollegin getroffen, die bis vor kurzem bei dem besagten Pflegedienst gearbeitet hat für 9,25 Euro brutto. Ich denke, da sind wir dann bei den 7 Euro netto, und das ist sicher eher die Regel als die Ausnahme.
Dennoch muss man als Eltern von einem Intensivpflegedienst natürlich Fachpersonal erwarten können. Die Bezahlung ist ja nicht die Sache der Patienten bzw. Angehörigen, sondern des PD, der eben schauen muss, dass er die notwendige Qualität aufbringen kann, ansonsten dürfte ein Patient eigentlich nicht angenommen werden.
Liebe Grüße!!! _________________ Liebe Grüße, Verena (*07/78), mit Joana (*06/06), 35.SSW, tiefgreifende Entw.-störung, V.a. ASS, FI, und Joshua (*11/10), Hypopl. d. re. unt. Extremität + Oligodaktylie, statomot. Ret., und Frank (*02/84), der beste Ehemann der Welt!!!
Kinderkrankenschwester in der amb. Intensiv-Kinderkrankenpflege
erst einmal: bei mir kam Dein posting auch als Hilfeschrei an. Und ich glaube, wenn man schonmal solche Gedanken hatte, sollte man versuchen, sich auch noch Hilfe zu holen- was Du natürlich erst kannst, wenn Du einen Pflegedienst hast...
Ich weiß nicht, ob Du das schon versucht hast, aber ich würde an Deiner Stelle jeden PD in Dorsten antelefonieren, und nicht nur nach Kinderpflege fragen, sondern ob sie Palliativerfahrung haben. Diese sind meist in punkto Beatmung sehr fit, vllcht findest Du aif diesem Wege ja noch einen PD, der Dir nicht nur nach Rauch stinkende Altenpflegerinnen bieten kann- Raucherinnen finde ich gehen als Dauerpflegepersonen bei Beatmungspatienten gar nicht...
Ich wünsch Dir alles Gute!!!! _________________ 3 Kinder; Sohn von 08/09 mit DS
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