Verfasst am: 17.04.2010, 21:31 Titel: Suche Erfahrungen über DynaVox M³
Hallo, wir sind neu in diesem Forum. Wir stehen vor der Entscheidung einen DynaVox M³ für unsere Christina einzusetzten und suchen Erfahrungen um unser Bild abzurunden.
Wenn jemand uns unterstützen könnte, wären wir erleichtert.
Was möchtest Du denn wissen? Mein Sohn hatte einen MightyMo (den Vorläufer des M3), zum anderen arbeite ich bei Rehavista.
Meine Erfahrungen (als Vater) mit dem MightyMo waren positiv (ich war zu dem Zeitpunkt auch noch nicht bei Rehavista), aber das sagt erstmal nicht viel, da es nicht DAS Gerät gibt, lediglich das passende Gerät für den Nutzer. Da ich Deine Tochter nicht kenne, kann ich dazu nicht viel sagen.
Schöne Grüße
Martin _________________ Vater eines behinderten Kindes (Kabuki-Syndrom, +04.05.2008), Rehaberater (Kommunikationshilfen), ca. 10 Jahre Erzieher im Behindertenbereich, 3 Jahre Berater Hilfsmittel Sonderbau, FC-Erfahrung (sowohl gestützte Kommunikation als auch FC Köln )
16 Jahre, Wahrnehmungsstörungen, motorische Störungen, einen Hang zum Authismus und keine Sprache.
Eine medizinische ursächliche Diagnose haben wir nicht.
Christina hat trotzallem ein "gutes" Verständnis, ihre Kommunikation fehlt. Ihr Umfeld hat gelernt, ihre Gestik und/oder Augen zu deuten.
In der Schule haben wir als unterstützte Kommunikation, Tafeln und jeglicher Form. Sie kann damit ihre Bedürfnisse und ihren Tagesablauf vermitteln.
Unsere Fragen:
Wir haben keine Vorstellung, wie Christina im Alltag mit einem solchen Gerät umgehen soll?
Inwieweit kann Sie aktiv kommunizieren, also nicht nur antworten sondern Fragen.
Benötigen wir den "Board Maker" zum Erstellen von Symbolen, gehen auch Realbilder (wg Wiedererkennung)?
In welcher Struktur bilde ich Lenebssituationen für Christina ab? Soll heißen welche Struktur muß aufbauen.
Wie kann ich eine Testphase für Christina gestalten?
Mit einer Woche Ausleihe, werde ich wohl nur die Bedienung und Programmierung verstehen können. Damit kann ich nicht einschätzen, ob Christina das Gerät annimmt oder die Struktur für Sie versteändlich ist.
Erstmal zum Gerät:
Nein, Du brauchst kein Boardmaker, die Symbolsammlung befindet sich auf dem Gerät und ja, Du kannst eigene Bilder (seien es Phots oder sonstiger Scans und Bilder im *.jpg Format (ich meine, das Gerät kann auch *.bmp, aber die sind einfach zu groß, macht keinen Sinn und Digitalkameras liefern eh *.jpg)) auf das Gerät bringen. Du musst die Photos allerdings erst in der Pixelauflösung anpassen. Wenn ich das richtig im Kopf habe, dürfen die Bilder nicht mehr als 600x640 Pixel haben. Ich hab mich da immer für 300x300 entschieden. Zum einen weil die Bilder dann kleiner sind und nicht so viel Platz und nicht so lange zum laden brauchen, zum anderen, weil Linux mir das standardmäßig anbietet und ich die Änderung per Rechtsklick vornehmen konnte und kein extra Programm starten musste.
Unter Windows leistet da Irfanview http://www.irfanview.de/ - ein kostenlose Programm - gute Dienste.
Eine Woche Erprobung finde ich absolut sinnlos. Wie Du schon sagst, lernst Du in der Zeit bestenfalls, wie Du Deiner Tochter die richtigen Inhalte aufbereiten kannst, die Zeit für Deine Tochter, diese auch anzuwenden, dürfte aber doch recht knapp werden.
Ich kenne Deine Tochter nicht und es gibt immer Ausnahmen, aber weniger als 3 Monate Erprobung macht meist keinen Sinn und die kann dann nur über die KK laufen.
Tja, und Deine eigentliche Frage, wie ihr das im Alltag umsetzt, ist von hier sehr schwer zu beantworten, ohne Kind und Situation/Umfeld zu kennen.
Das bereitgestellte Vokabular sollte aber in jedem Fall über die Bennenung der Umwelt hinaus gehen. Beim Essen z.B. ist es nett, "Spinat", "Brot", "Fleisch", was auch immer zu haben, aber darauf kann sie zur Not auch zeigen. Wichtiger wären Sachen wie "Wrgh, das schmeckt nicht!", "Hm, lecker", "Ich hab noch Hunger", "Ich bin satt" etc. Das lässt sich auf andere Situationen übertragen.
Tja, und wie man das Ganze strukturiert, kann ich aus der Ferne gar nicht beantworten. Generell ist genau dieser Punkt das Schwierigste am M3. Du kannst natürlich InterACCT nutzen, oder Dich zumindest an dessen Struktur orientieren, aber ob das für Christina passt, kann ich so gar nicht beurteilen.
Fragen oder sagen kann Christina mit diesem Gerät nur das, was ihr vorher aufgesprochen habt.
Ansonsten: Frag weiter! Mit den Fragen fallen mir ja vielleicht auch noch Antworten ein.
Schöne Grüße
Martin _________________ Vater eines behinderten Kindes (Kabuki-Syndrom, +04.05.2008), Rehaberater (Kommunikationshilfen), ca. 10 Jahre Erzieher im Behindertenbereich, 3 Jahre Berater Hilfsmittel Sonderbau, FC-Erfahrung (sowohl gestützte Kommunikation als auch FC Köln )
Wieviel oder wenig Kampf das ist, hängt immer ein bischen von der Kasse ab, in der Regel werden die Kosten aber übernommen.
Schöne Grüße
Martin _________________ Vater eines behinderten Kindes (Kabuki-Syndrom, +04.05.2008), Rehaberater (Kommunikationshilfen), ca. 10 Jahre Erzieher im Behindertenbereich, 3 Jahre Berater Hilfsmittel Sonderbau, FC-Erfahrung (sowohl gestützte Kommunikation als auch FC Köln )
Aber @Thom: Da Du ja in Frankfurt wohnst hast Du bestimmt einen anderen AD wie wir und somit die Chance das Du besser beraten und betreut wirst.Ich denke wenn wir einen AD wie @Martin gehabt hätten wäre vielleicht auch vieles anderst gelaufen.
Uns wurde ja nur ein einziger Talker vorgestellt und somit hatten wir keinen Vergleich und auch wurde uns nicht die Mgölichkeit einer Probezeit angeboten......
lg claudi _________________ lg claudi
Die Zukunft sollte man nicht voraussagen wollen,
sondern möglich machen (Antoine de Saint Exepury)
Marla nutzt momentan die MightyMo, also den Vorgänger vom M3, den ich aber auch schon kenne und bei einem anderen Kind im Einsatz habe. An sich finde ich das Gerät nicht schlecht, finde aber gleichzeitig dass es Geräte gibt, die mehr können, aber das ist immer so. Marlas Talker ist nun an seine Grenze gestoßen und kommt mit der Menge des Inhaltes nicht mehr weiter. Größtes Manko an beiden, also MightyMo und M3 ist das System. Es ist zwar leicht ein zu stellen, aber einfach lahm. Es dauert, bis man seiten eingerichtet hat. Dazu kommt, das keine syntetische Sprache dabei ist, also jedes Symbol einzeln besprochen werden muss. In Marlas Fall muss dann immer die Mutti herhalten, hat die keine Zeit, bleibt das Symbol ohne Sprache.
Da wir jetz eh nen neuen Talker beantragen, stört uns das nicht mehr lange! Also direkt meine Empfehlung: Tobii C8 (bzw C12 mit größerem Display).
Die Gründe sind einfach:
-Syntetische Sprache (oder optional auch Aufnahme)
-einfaches System (Windows-basierend, also ist es auch möglich, die Seiten auf einem anderen Rechner zu machen und dann auf den Talker zu laden)
-Hot-Swap Akkus (2 Akkus im Gerät, 4 mitgeliefert - ist einer der 2 leer, wird er einfach während des Betriebes ausgetauscht! Gesamte Laufzeit so bis zu 12 Stunden)
-Umfeldsteuerung per Bluetooth, WLAN oder IrdA (Optional)
-Email, SMS - Client! (in dem Alter...)
und der allergrößte Vorteil: optionale Augensteuerung vom Marktführer!
Wir haben Marlas Talker auf der Tobii Communicator Demo (die Software des C8/C12) nachgebaut, weil wir die Daten zwar sichern können, aber nur auf einem MightyMo nutzen können, was nichts bringt wenn die Kiste abschmirt!
Wir haben für den gesamten Talker (36 Seiten) nicht ganz einen Tag gebraucht (13 - 4 Uhr)! Auf dem MightyMo hätte das gut ne Woche gedauert!
Da die Oberfläche schlussendlich ziemlich ähnlich ist, die bedienbarkeit, die Ausstattung und die stabilität des Systems beim Tobii meines erachtens besser ist, würde ich eher diesen Empfehlen.
Ciao Chris _________________ Kommunikationsassistent von Marla (Bj. 01 - Rett-Syndrom) an einer Kooperativen Grundschule. AKUK-Mitglied. http://www.akuk-online.de , Freiberuflicher Betreuer behinderter Kinder von 2 - 12 Jahren (verschiedene Krankheitsbilder), Tobii-Produkt-Trainer, angehender Kommunikations-Pädagoge
Naja, ein M3 mit einem C12 zu vergleichen ist ungefähr so sinnvoll, wie einen Panda mit einem VW-Bus. Auch vom Preis her.
Ob das M3 für den jeweiligen Nutzer das richtige Gerät ist, lässt sich hier via Forum nicht beantworten.
Und was den Aufstieg vom M3 zum nächsten Gerät angeht: hättest Du ein Dynavox V genommen, hättest Du die Seiten vom MightyMo einfach per USB-Stick auf das V übertragen können.
Bei der Wahl eines Weiterführenden Gerätes sollte immer die Strategie im Vordergrund stehen.
Schöne Grüße
Martin _________________ Vater eines behinderten Kindes (Kabuki-Syndrom, +04.05.2008), Rehaberater (Kommunikationshilfen), ca. 10 Jahre Erzieher im Behindertenbereich, 3 Jahre Berater Hilfsmittel Sonderbau, FC-Erfahrung (sowohl gestützte Kommunikation als auch FC Köln )
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