Verfasst am: 03.04.2010, 18:53 Titel: Volksschule neu
Hallo,
weiß jemand schon näheres über das Projekt VS neu (oder wie auch immer das heißen wird), das ab kommenden September startet?
Es geht darum, dass die Kinder nun 5 Jahre Zeit haben (dürfen, nicht müssen) um den Unterrichtsstoff von 4 Jahren zu erlernen...
Jetzt meine Fragen:
- gibt es dann nach wie vor feste Klassenverbände?
- bleibt eine Vorschule trotzdem bestehen, oder löst sich diese dadurch auf?
- es war - auf Ansuchen der Eltern - auch schon früher möglich ein Kind auch in der Volksschule eine Klasse wiederholen zu lassen...
- ist das jetzt einfach einfacher und kein Antrag beim Landesschulrat/bzw. Stadtschulrat mehr nötig?? - Wie ist dass dann mit Klassen, die I-Kinder haben? - Bis jetzt musste ja eine gewisse Kinderanzahl in der Klasse sein, die einen Förderbedarf haben, damit eine Stützkraft da ist... - wenn jetzt ein Kind verrutscht ist die Stützkraft weg...
Wird damit die Volksschule unübersichtlicher oder leichter? - oder Beides?
- Weiß da jemand schon irgendetwas? -
Viele liebe Grüße an alle, die sich schon mit diesem Thema auseinandersetzen... (müssen)
ich weiß gar nicht, dass da bei uns in ö etwas neues in hinblick auf die volksschulen geplant ist.
generell gibt es die "neue schuleingangsphase" ja schon lange, in der die kinder die grundstufe 1 (1.+2. klasse) in 3 jahren machen können.
das wird - je nach volksschule - anders geregelt. für eine eigene vorschulkalsse braucht es einfach eine mindestanzahl an vorschülern. wenn es diese nicht gibt, werden die vorschüler in die ersten klassen integriert und starten dann im kommenden jahr die erste klasse in einem neuen klassenverband.
es gibt aber auch modelle, ähnlich dem kindergarten, dass in einer klasse vorschüler, erst- und zweitklässler unterrichtet werden, und eben die, die die 2. klasse angeschlossen haben, diese klasse verlassen und neue schüler - vorschüler und 1.klässler - nachkommen und wiederum 2 oder 3 jahre bleiben.
das freiwillige wiederholen einer klasse ist das recht jedes kindes - das muss eigentlich nur mit dem jeweiligen direktor abgesprochen werden.
bei uns in vorarlberg gibt es auch das modell der übergangsklassen. dies ist für kinder, die in der volksschule mühe hatten und die 4. klasse eher schwach abschließen ein übergangsjahr zur hauptschule, in dem in kleinen klassen (14 kinder) nochmal der volksschulstoff nach- und bereits hauptschulstoff vorgearbeitet wird. diese klassen sind schulversuche und in den SPZ/aso untergebracht.
ob das nun eine vereinfachung oder eine verkomplizierung ist, ist meiner meinung nach schwer zu sagen. momentan wird bei uns soviel reformiert, aber alles über die köpfe von lehrern und schülern hinweg entschieden, wie zum beispiel das neue mittelschulmodell, das zwar einen schönen namen trägt, in der praxis aber nicht so einfach umsetzbar ist, wie das auf dem papier erscheint.
meine persönliche meinung ist, dass das komplette schulsystem, so wie es ist, aufgelöst und neu organisiert gehört und im selben zuge eine einheitliche lehrerausbildung her müsste - aber das wirds wohl kaum geben!
lg
ulli _________________ fürchte dich nicht davor, langsam zu gehen, fürchte dich nur, stehen zu bleiben!
Nur jetzt eine rhetorische Überlegung, wenn jetzt ein Kind mit 6 die Schule beginnt, ist - normalerweise - die Schulpflicht nach 9 Jahren zu Ende, also mit 15 Jahren... - egal wie viele Schulstufen geschafft wurden, oder?? - Falls der Schüler also in den Stoff der ersten 2 Volksschuljahren schafft und dann noch in der Hauptschule ein Jahr wiederholen muss, dann hat er gerade die 3. Klasse Hauptschule hinter sich und ist bereits 15... - war auch 9 Jahre in der Schule...
??? - oder ist jetzt meine Überlegung so abstrakt??
Ich finde es auch heute eigenartig, die Schüler stehen unter großem Druck, die Lehrer auch... - und wenn ein Schüler als Lehrling anfängt, dann ist er häufig nicht fähig einfache Rechnungen nur mit Papier und Bleistift zu erledigen...
... wie geht die Werbung mit dem Hausverstand?
Dabei ist es noch gar nicht so lange her (1960) da saßen 45 Schüler in einer allgemeinbildenden höheren Schule, heute sind es nicht einmal mehr 26? - und die Lehrer kommen nicht damit zurecht?
1980 waren es noch 36 Schüler, 1990 30 Schüler...
Sicher sind Kleingruppen im Unterricht ideal, eine Förderung der Schüler in den Gegenständen, die ihnen sehr liegen wünschenswert...
Als Prämisse finde ich, dass alle Schüler fähig sein müssen der Unterrichtssprache deutsch anstandslos zu folgen! - In Ausnahmefällen darf auch eine andere Unterrichtssprache sein.
Ein anderes Thema: jetzt ist es so, dass wenn du dich als Sachbearbeiter beim AMS bewirbst, türkischkenntnisse Voraussetzung für eine Aufnahme sind (zumindest im Großraum Wien!)
Und auch im TV wird immer wieder gezeigt, dass Personen welche in D oder auch Ö leben, schon lange (ich spreche da von 20 Jahren) bei Amtsterminen oder auch Arztbesuchen einen Dolmetscher brauchen??!!
Auch die Analphabetenrate wächst, trotz Schulpflicht!
Als Prämisse finde ich, dass alle Schüler fähig sein müssen der Unterrichtssprache deutsch anstandslos zu folgen! - In Ausnahmefällen darf auch eine andere Unterrichtssprache sein.
Und was machst du mit den anderen?
Silvia & Iris hat folgendes geschrieben:
Ein anderes Thema: jetzt ist es so, dass wenn du dich als Sachbearbeiter beim AMS bewirbst, türkischkenntnisse Voraussetzung für eine Aufnahme sind (zumindest im Großraum Wien!)
Ich finde, es wird höchstens Zeit, dass in Ö endlich Migranten in offizielle Funktionen kommen - Arbeitsamt, Sozialamt, Polizei. Wenn Einwanderer auch in 20 Jahren nur Klos putzen, die Krone oder an der Ecke Gemüse verkaufen dürfen, dann kommt es irgendwann zum Knall.
Silvia & Iris hat folgendes geschrieben:
Und auch im TV wird immer wieder gezeigt, dass Personen welche in D oder auch Ö leben, schon lange (ich spreche da von 20 Jahren) bei Amtsterminen oder auch Arztbesuchen einen Dolmetscher brauchen??!!
Ich habe einen britischen Kollegen in meinem Büro, der sich seit drei Jahren redlich bemüht, Deutsch zu lernen. Aber die Atmosphäre hier ist von der ständigen Hetze schon so vergiftet, dass sie zB auf dem Postamt (oder neulich in der Apotheke) absichtlich so schnell, so unverständlich oder dialektgefärbt sprechen, dass er Mühe hat es zu verstehen.
Wir sind hier ein Forum, in dem es um Benachteiligte geht. Ressentiments aller Art, finde ich, passen hier nicht besonders gut. _________________ Vater von Lorenz, Jg. 1994, frühkindlicher Autismus mit schwerer bis schwerster geistiger Behinderung. Tochter Jg. 88, Studentin
Wir sind hier ein Forum, in dem es um Benachteiligte geht. Ressentiments aller Art, finde ich, passen hier nicht besonders gut.
Halo Norbert,
das heißt doch nicht, dass man ales gut finden muss, was quer läuft. Es ist auch für meine Begriffe so, dass wenn man nun schon Jahre in Deutschland oder auch in Österreich beheimatet ist, man schon erwarten kann, dass man allmählich die Sprache beherrscht. Es gibt Kurse, Nachbarschaftshilfe ect. Und es gibt auch sehr viele Migraten, die die Sprache erlernen und auch Dialekt sprechen.
So, nun habe ich hoffentlich die Zeit ein wenig zu antworten:
Voksschule: ideal wäre es, wenn man die Schüler einer Schulstufe auf ein Niveau bringen könnte... alle (ich meine hier nicht Kinder mit besonderen Bedürfnissen)... - Dazu ist es natürlich notwendig, dass alle Schüler dem Unterricht folgen können...
Wenn das bis zum Alter von 6 Jahren noch nicht möglich ist, dann müsste in separaten Sprachkursen zuerst die Grundlage der deutschen Sprache erarbeitet werden - bevor - die Kinder im Unterricht teilnehmen. - Denn sonst passiert es, vielleicht noch nicht so stark in der Volks- aber dann in den Hauptschulen, dass diese Schüler gemobbt werden...
Auch im Bereich der Förderschulen ist einiges sehr verbesserungswürdig, angefangen von Therapie während der Unterrichtszeiten bis hin zu einem anderen Betreuungsschlüssel... was natürlich vor allem eine Frage des Geldes ist...
Leute mit Migrationhintergrund am Arbeitsmarkt:
Ich befürworte die Integration von Ausländern, wenn dabei Inländern nicht Chancen genommen werden (es zählt dann die objektiv bessere Qualifikation - und die sieht man nicht nur in Schulnoten, aber auch) - sondern in der Angepasstheit der Bewerber (Religion).
Bsp. Wir hatten einmal eine türk. Frau die sich beworben hatte in einer Augenarztpraxis: Diese wollte dann immer mit ihrem "Kopftuch" kommen, und außerdem musste ihr Mann immer dabei sein, damit keine Berührung von männlichen Personen stattfinden können!! - Beim Eintroppfen der Patienten hingen manches Mal Fransen oder Zipfel von dieser Beweberin ins Gesicht der Patientin, die davon nicht sehr angetan waren...
Oder: Verbot "Grüß Gott" zu sagen und Kreuze in öffentlichen Räumen (Schulen und Krankenhäuser) aufzuhängen... (In OÖ großes Thema!)
Ich möchte nicht wissen, ob wir in einem türkischen Amtshaus alle Formulare auch in deutscher Sprache vorfinden - oder auch in anderen Staaten... (auch GB, F...)
und dann auch einen Dometscher unentgeltlich zur Verfügung gestellt bekommen, der uns dann über alles informiert und aufklärt, unsere Fragen beantwortet...
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Verfasst am: 08.04.2010, 13:54 Titel:
Hallo Iris,
natürlich ist es ein großes Problem, wenn die Deutschkenntnisse von Kindern mit Migrationshintergrund nicht ausreichen, um dem Unterricht folgen zu können. Wenn die Eltern noch zB in der Türkei geboren sind, finde ich es auch zuviel verlangt, dass sie zu Hause mit den Kindern Deutsch sprechen, die Kinder würden erst wieder grammatikalisch falsches Deutsch hören. Auch mit Kursen lassen sich diese Probleme oft nicht ausmerzen. Ich weiß, wovon ich rede, weil ich einem türkischen Kind (5. Schulstufe) regelmäßig Nachhilfe gebe und auch die Mutter anleite, wie sie mit dem Kind üben soll. Mittlerweile haben sich schon recht gute Erfolge eingestellt!
Bei Kindern von Eltern, die schon in Österreich geboren sind, habe ich da kein Verständnis.
Auch das Kopftuchtragen hat häufig weniger dem religiösen Hintergrund zu tun, es wird häufig von (vor allem männlichen) Familienmitgliedern gewünscht. Mein Nachhilfekind trägt kein Kopftuch, obwohl die Eltern sehr gläubig sind. Das finde ich gut so.
Nach meinen Erfahrungen haben Moslems nichts dagegen, dass man Grüß Gott sagt. Sie sagen auf türkisch auch Grüß Gott. Ich glaube, auch die Angelegenheit mit den Kreuzen wurde von den Medien sehr aufgebauscht.
Andererseits bin ich auch deiner Meinung, dass man es den Migranten nicht zu leicht machen sollte, Formulare in allen Sprachen regen nicht unbedingt zum Deutschlernen an, und wer Beihilfen haben will, dem ist auch zuzumuten, diese in der Landessprache zu beantragen.
Andererseits finde ich es positiv, wenn Eltern von Migrantenkindern zb von der Schule, der Bibliothek etc. Informationen in ihrer Landessprache erhalten, weil dann vor allem Mütter besser informiert sind, und sich das positiv auf die Kinder auswirkt.
Das Angebot, dass Mütter deutsch in Kindergärten lernen dürfen, während die Kinder im Kindergarten sind, das fand ich auch gut (weiß aber jetzt nicht, ob das nicht in D war!) - gegen ein sehr geringes Entgelt, damit auch ein gewisser Anreiz da war auch tatsächlich zu kommen...
Ja, wie du sagst, ich verstehe nicht, dass Kinder, deren Eltern schon in Ö/D geboren wurden, nicht deutsch sprechen... Mich hat auch einmal eine Mutter im KH angeschnauzt: "Ich spreche mit meiner Tochter nicht deutsch - dafür ist doch der Kindergarten da!" - wo ich etwas geschluckt hatte. - Vorfall war jener, die Tochter ging einfach zu meiner Tochter und nahm ihr die Lebensmittel weg, die sie vor sich liegen hatte... - Als ich dazwischen ging und meinte, dass man fragen könnte, kam es dann zu der o.g. Feststellung...
Auch ich hatte schon so Beobachtungen: 2 junge Männer, gerade der Schule entwachsen, standen am Bahnhof, rauchend, tätowiert, spuckten ständig auf den Boden und unterhielten sich darüber, dass sie keine Arbeitsstelle erhielten...
- keine jungen Männer mit Migrationshintergrund! - und da stellt sich dann die Frage bei mir: - Ist da das Schulsystem schuld, das Elternhaus, die politische Situation, sind das Einzelfälle, - oder ist das die Form eines allgemeinen jugendlichen Aufbegehrens in dieser heutigen politischen Konstellation...
Wo sind die tatsächlichen Ursachen zu finden von Komasaufen, Rauschgift, Kick suchen in verschiedener Form...
Es sind wahrscheinlich mehrere Ursachen, wo ein Rädchen ins andere greift...
Eltern beide berufstätig, Kinder bereits unter 36 Monaten in öffentlichen Betreuungseinrichtungen, Schlüsselkinder, ...
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Verfasst am: 10.04.2010, 22:08 Titel:
Hallo Silvia,
du hast recht, die gesellschaftlichen Probleme sind oft erschreckend und es scheint auch keine Lösung zu geben. Meine Kinder sind 21 und 17 und als sie klein waren, gingen die meisten Kinder zwei Jahre in den Kindergarten, heute können die meisten nicht einmal warten, bis die Kinder drei sind. Ich war nach der Geburt meines Sohnes sechs Jahre daheim, es hat sicher allen gut getan, und wir sind mit dem Geld ausgekommen, obwohl mein Mann nicht besonders gut verdient hat. Und der Wiedereinstieg in den Beruf hat auch reibungslos funktioniert.
Aber der ganze Stress der heutigen Zeit hat uns auch eingeholt und wir hatten und haben auch allerhand Probleme mit unseren halbwüchsigen Kindern, bei denen man sich fragt, woher das alles kommt. Irgendwann gewinnen halt auch andere Einflüsse als das Elternhaus an Bedeutung, und da kann man nur hoffen, dass nichts in die falsche Richtung geht.
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