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Verfasst am: 12.03.2010, 13:31 Titel: Schmerztherapie bei Spastik
Hallo Ihr Lieben,
habe mal eine Frage anstelle meines Bruders.Er ist 25 Jahre alt, er hat eine immer stärker werdende Spastik,die ihn immer mehr quält.
Seit einem Jahr wird er daraufhin mit Schmerzmiteln und Spasmolytika behandelt ,z.Zt. Lioresal, Dronabinol und
Seit einem Monat sind die Schmerzen wieder so unerträglich, daß das Dronabinol auf die oberste Grenze raufgesetzt wurde, leider bisher ohne wünschenswerten Erfolg.
Nun macht er sich,verständlicherweise, verrückt, daß die Schmerzen irgendwann nicht mehr behandelbar sein könnten.
In einer Woche hat er erst wieder einen Termin bei der Schmerzambulanz in Düsseldorf.
Sein Freund hat eine Schmerzpumpe, allerdings ist er querschnittsgelähmt,sodaß er einen Zugang im Rückenmarkskanal liegen hat.
wEIß jemand von Euch,wie eine Schmerzpumpe sonst angelegt wird? Wahrscheinlich muß ja schon ein zentraler Zugang gelegt werden? Mein Gott,ich müßte es noch wissen, leide ist meine Ausbildung schon sehr lange her...*schäm*
Oder kennt jemand andere Schmerztherapien gegen Spastik,gerne auch alternative...
Es tut mir so im Herzen weh,daß ich ihm nicht so richtig helfen kann.
Liebste Grüße, Ute _________________ Ute(6/76)mit Tom(1/99),Feli(6/06)*VSD,Mitral-und Aortenklappeninsuffizienz,Fehlbildungen im Urogenitalbereich, vesico-ureteraler Reflux II.°beidseitig, auffälliger Anal-und Genitalbereich,V.a. shuddering attacks, starke Bindegewebsschwäche-syndromale Hinweise* und Emma 9/08
Was du meinst, nennt sich Backofenpumpe (Baclofen = Lioresal), grundsätzlich kann diese auch bei der Spastik aufgrund einer ICP eingesetzt werden.
Wenn du Backlofenpumpe oben in die Suche eingibst, wirst du einige Beiträge dazu finden.
Zunächst würde ich aber daran denken, daß die massive Schmerzzunahme eine Ursache haben kann, die herausgefunden werden muß. Es kann z. B. sein, daß eine Verengung des Spinalkanals vorliegt, dies kann die Spastik - die Schmerzen massiv erhöhen.
Wenn keine derartige Ursache vorliegt, kann es sehr helfen, die Kg-Frequenz massiv zu erhöhen, dies kann sehr hilfreich sein.
Was auch alternative Methoden angeht, mit dem Schmerz umzugehen, empfehle ich dir dieses Thema, es kann sich sehr lohnen, es vollständig zu lesen:
Sehr wichtig ist auch ausreichend guter Schlaf. Hierzu zitiere ich einen Beitrag von mir:
Sinale hat folgendes geschrieben:
Hallo Zusammen,
einige hier im Forum schreiben immer wieder, daß der Schlaf so schlecht sei, weil die Spastik so stark sei. Ich denke, umgekehrt ist es richtig. Meiner eigenen Erfahrung nach, kann sich der Körper nur im Tiefschlaf vom veränderten Muskeltonus erholen, denn nur in dieser Phase ist der Körper richtig entspannt. Und ich denke, der Körper braucht diese Erholung. Natürlich sind auch die anderen Schlafphasen wichtig, sonst könnten wir nicht träumen, aber so lange es nicht zum Tiefschlaf kommt, ist die Spastik aktiv. Und dann kommt es am nächsten Tag zu solchen Problemen, aufgrund unerholter Muskelsteuerung. Die Frage ist nun, weshalb schlafen Manche so schlecht oder nicht durch? (träumen sie viel? Ist ihnen kalt? -> Heizdecke, funktioniert die Lungenbelüftung richtig? (diese kann aufgrund vieler Faktoren gestört sein), können sie gedanklich nicht abschalten und wälzen Probleme? Gibt es eine psychische Störung, die am Schlaf hindert und die dann aufgrund von Schlafmangel in der Folge den Tonus erhöht?, usw.)
Hinsichtlich der Einschlafprobleme kann Chamomilla C30, drei Globuli helfen. Diese Art der Einschlafprobleme haben viele Menschen mit Spastik, ich auch, dies hängt damit zusammen, daß das rasche hinübergleiten in die Schlafphase nicht klappt. Durch Chamomilla kommen bei mir diese Probleme nicht mehr vor. Auch wenn tagsüber ungewöhnlich viele plötzlich auftretende Spastiken zu Tage treten, können diese Globuli helfen. Globuli können nicht Schaden, höchstens nicht wirken, wenn es nicht die Richtigen sind.
genau wie Sinale schon schrieb, gibt es die Baclofenpumpe, die auch spasikbedingte Schmerzen lindern kann. Ich habe selber eine solche Pumpe und bin damit zufrieden.
Du schreibst, dass das ein Freund deines Bruders eine Schmerzpumpe hat. Das wäre dann die gleich Pumpe, wie mit Baclofen, nur ist dann ein anderes Medikament in der Pumpe.
Was Deinem Bruder hilft ist nun die Frage. Mann kann eine Testphase durchführen. Dabei wird dann das jeweilige Medikament per Lumbakpunkion in den Spinalkanal gespritzt. Oft wird auch ein Katheter gelegt und dann über eine externe Pumpe über mehrere Tage geschaut, wie die Wirkung ist.
Die Uni Köln hat diesbezgülich sehr viel Erfahrung.
Gruß
Ines _________________ * 76 Spastische Spinalparalyse, Rollifahrerin, Baclofenpumpe, rezid. Schulteramyotrophie bds. Verdacht auf Imunprozeß (Einstellung auf Immurek) Diabetes
ich bin seit 3 1/2 Jahren Trägerin einer implantierten Schmerzpumpe.
Auch ich kann nur die Uni-Klinik in Köln empfehlen, da meine dort auch implantiert wurde.
Wie Ines schon schrieb, wurde das ganze erst mal getestet, hatte erst einen Katheter wo eine externe Pumpe angeschlossen war. Als man merkte das es mir hilft, die Schmerzen erträglicher wurde, habe ich die Pumpe in einer weiteren OP unter die Bauchdecke implantiert bekommen. Die Pumpe wird nun hier vor Ort alle 4 Wochen aufgefüllt.
Gruß Kleine _________________ * 05/80
FOP (Fibrodysplasia Ossificans Progressiva), Lumboischialgie, chronisches Schmerzsyndrom, etc., weil Medikamente in Tablettenform kaum wirkten, Implantation einer intrathekalen Schmerzpumpe im Oktober 2006, seitdem Besserung des chron. Schmerzsyndroms, seit 08/2008 nach langem Kampf endlich wieder am arbeiten
ich muss dir und deinem aus REHAtalk zitiertem Beitrag massiv widersprechen!!! Sorry.
Globulis - egal welche - können, wenn es die für die Erkrankung und den Menschen falschen sind, sehr große Schäden anrichten. Man macht damit jedesmal eine Arzneimittelprüfung, wodurch Krankheiten ausgelöst werden, die man vorher nicht hatte. Dies kann bis zu Amputationen führen.
Das Prinzip der Homöopathie ist, ähnliches mit ähnlichem zu heilen. In dem von dir genannten Homöopatikum Chamomilla ist die Information der Kamille enthalten (ab C 12 ist kein Wirkstoff mehr nachweisbar), was nicht zu jedem Menschen passen muss.
Grundsätzlich ist die alternative Medizin - darunter auch die hier angesprochene Homöopathie - eine sehr gute Möglichkeit, alternativ zu heilen, aber bitte NUR in Absprache mit einem erfahrenen Homöopathen!!! _________________ Liebe Grüße Kerstin
* 1985 ICP einer beinbetonten Tetraspastik
Rollifahrerin und von Beruf Justizfachwirtin
Nebenher Studentin zur Tierheilpraktikerin
Fachübungsleiterin einer Rollisportgruppe
(SBA mit GdB 100 und MZ G, B, aG und H)
Hallo Ute76,
ich bekomme wegen Schmerzen und Zittern der Arme und Beine bei angeborener Spastik seit einem Jahr 2x1 VIVEO (=Tolperison) und seit ca. 4 Wochen abends zusätzlich 50mg Cabarmazepin.
Mir helfen auch zusätzlich Einreibungen mit Arnika-Massageöl.
Homöopathika habe ich auch versucht. Mir hat gegen meine Schlafstörungen zeitweise ein Komplexmittel gut geholfen. Camomilla habe ich einmal ausprobiert, es hat mir nicht geholfen bzw. meine Beschwerden sogar verstärkt. Daher habe ich es bei einem Versuch belassen.
Was mir sehr geholfen hat, war eine stationäre medizinische Reha letztes Jahr. Dort habe ich gelernt, besser mit meinem Körper und mit meinen Einschränkungen umzugehen. Vielleicht währe dies auch etwas für deinen Bruder.
mein Sohn ist für eine Backlofen -Pumpe zu klein und bekommt Botox-Injektionen gegen die Spastik. Das hat keine Nebenwirkungen und wir haben gute Erfolge damit.
Zusätzlich bekommt er zur Entspannung abends 50mg Musaril ( Tetrazepam ).
Vielleicht sollte Dein Bruder das mal mit den Ärzten besprechen. Auf Dauer oral Lioresal zu nehmen , ist sicher auch nicht ohne, wenn man sich mal den Beipackzettel und die Nebenwirkingen durchliest !
Alternativ gäbe es noch Dantamacrin und soweit ich weiss, hat ein Bekannter von mir noch zusätzlich Trileptal bekommen.
Vor allem, jede Aufregung und jeder Stress , auch Schmerzen können die Spastik verstärken, ist leider ein Teufelskreis !
Ich wünsche euch viel Erfolg und dass es Deinem Bruder bald besser geht .
l.G:
Bea _________________ Nando 93, Dario 97 nach Unfall 2001 hypoxische Hirnschädigung mit Tetraspastik, Button seit 2001 und verschiedene kleine Baustellen, Nevio 97 und Leya 2005.... und natürlich Bea , Bj. 63
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