Anmeldedatum: 02.10.2006 Beiträge: 33
Wohnort: Schleswig-Holstein
Verfasst am: 10.03.2010, 08:00 Titel: Nächtliches Beruhigen = Aufwand im Sinne Pflegestufe?
Guten morgen,
kann mir jemand kurz helfen? ich schreibe gerade das Pflegetagebuch. Der MD kommt amDienstag:
Unsere FAS Maus kommt nachts bis zu 6 mal, schreit läßt sich kaum wieder beruhigen. Ich bin dann bei ihr,versuche mit etwas basaler Stimmulation und Druck auf sie einzuwirken.Rede natürlich auch mit ihr und so.
Reicht das als nächtlicher Aufwand oder ist es nur ein Mehraufwand wenn ich sie zur Toilette bringe oder ihr etas zu trinken gebe?
Danke
Ein Hilfebedarf wird nicht berücksichtigt, wenn der Antragsteller im Bett liegt, aber wach ist und die Pflegeperson auf Rufen, Weinen oder Jammern ans Bett tritt, um den Antragsteller zu beruhigen, und sie so lange bei ihm bleibt, bis er wieder eingeschlafen ist.
Anmerkung:
Insbesondere bei pflegebedürftigen Kindern aber auch bei Erwachsenen mit psychischen Krankheiten/ Behinderungen darf auch das "Beruhigen" im Zusammenhang mit der Verrichtung "selbst. Aufstehen / zu Bett gehen" nicht unbeachtet bleiben. Manche Krankheiten erfordern ein
erweitertes Einschlafzeremoniell, beispielsweise bei chronischen Schmerzen oder chronischem allgemeinen Krankheitsgefühl oder aber bei psychischen Veränderungen.
In den Richtlinien ist ein Zeitaufwand für das "Beruhigen" explizit nicht vorgesehn. Es gibt weder eine eigenständige Verrichtung in diesem Sinne, noch einen Hinweis darauf, dass irgendwo bei den Verrichtungen dafür ein zeitlicher Aufwand berücksichtigt ist.
Demzufolge müssen wir mindestens im Falle des erweiterten krankheitsbedingten Einschlafzeremoniells beim Aufstehn/ZuBettgehen hierfür einen zeitlichen Aufschlag ansetzen und auch darauf bestehen, dass dieser bei der Pflegezeitbemessung berücksichtigt wird. Mein Vorschlag wäre, dafür generell 10 Minuten vorzusehen, so dass sich der Zeitkorridor auf 11 bis 12 Minuten erweitert.
Also alles eine Sache der Brgündung und der Einsicht der MDK-Gutachter.
LG Corinna _________________ Sohn *11/04 sprachl., motorische, soziale Entwicklungsverzögerung, frühkindl. Autismus auf hohem Niveau (nah zu Asperger)
Tochter *04/07 motorische Entwickl.verz., Athyreose
*** Wenn du sie nicht überzeugen kannst, verwirr sie!***
Hallo Frauke,
bei uns wurde es leider nicht anerkannt. Der Gutachter war sehr nett und konnte die Belastung durch die nächtlichen Unruhezeiten glaube ich gut nachvollziehen, meinte aber, dass er das leider nicht mit einrechnen darf.
LG Jule _________________ J. *1/08 nach 30 SSW, schwere Alloimmunthrombozytopenie --> ausgedehnte Gehirnblutungen (pränatal)
Z.n. BNS-Epi mit weiterhin pathologischem EEG, globale Entwicklungsstörung, blind, keine Sprache
aber: hüpft flott auf den Knien, macht erste Schrittchen, liebt den KiGa, Rollifahren und Schwimmen und ist glücklich in seiner eigenen kleinen Welt
wenn ich Nachts zu meiner unruhigen Tochter (7 Jahre) musss, dann hat sie meistens schon das komplette Bett zerwühlt und sich im Schlafsack verknotet - außerdem muss dann die Windeln neu gerichtet werden. Das heißt dann "Lagern und Bett richten" und ist wieder ein Begriff, der in der Pflegefibel vorkommt
du machst doch was (basale Stimulation). Zudem würde ich mit angeben, dass du im Bedarfsfall auch etwas zu trinken reichen musst. Trägt deine Tochter Windeln? Wir haben zur Beruhigung bei Unruhezuständen in der Nacht auch immer die Windel gewechselt. Das half dann auch oft. Und der Wechsel der Windel zählt auf jeden Fall zum nächtlichen Hilfebedarf.
LG
Sabine _________________ Unsere Vorstellung? -> hier klicken
Jan-Paul (10/01), schwer mehrfachbehindert ohne Diagnose, Tim-Henrik (03/05), Lea-Kristin (01/11)
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LG Michael _________________ Michael für den Liebling der Familie: Lars, geb 04/03 Lumbale Spina bifida mit HC (v-p-Ableitung), Arnold-Chiari-Malformation Typ 2
"Wir neigen dazu, Erfolg eher nach der Höhe unserer Gehälter oder nach der Größe unserer Autos zu bestimmen als nach dem Grad unserer Hilfsbereitschaft und dem Maß unserer Menschlichkeit."
(Martin Luther King)
Michael, vielen Dank für die Links.
Das klingt so, als müssten uns beim nächsten Mal die Zeiten anerkannt werden, denn Julian kann sich selber hinsetzen, kommt aber nicht mehr zurück in die Liegeposition. Bei der Einstufung vor einem guten Jahr war er noch komplett immobil.
Sehr interessant jedenfalls - danke!
Frauke, vielleicht könnt ihr die nächtliche Situationen ja doch anerkannt bekommen...
LG Jule _________________ J. *1/08 nach 30 SSW, schwere Alloimmunthrombozytopenie --> ausgedehnte Gehirnblutungen (pränatal)
Z.n. BNS-Epi mit weiterhin pathologischem EEG, globale Entwicklungsstörung, blind, keine Sprache
aber: hüpft flott auf den Knien, macht erste Schrittchen, liebt den KiGa, Rollifahren und Schwimmen und ist glücklich in seiner eigenen kleinen Welt
es kommt im Zweifel oft auf eine genaue und zielführende Beschreibung der Hilfeleistung an. Deshalb ist es auch so wichtig, dass wir genau wissen, wie die Beurteilung aus Sicht der Gutachter aussieht. Lasst euch also in so einem Fall niemals auf Formulierungen ein, die euch die Gutachter in den Mund legen wollen, damit sie dann anschließend nichts anerkennen müssen. Die wissen ganz genau, wie das geht. Die sind darauf geschult.
Wir aber auch
LG Michael _________________ Michael für den Liebling der Familie: Lars, geb 04/03 Lumbale Spina bifida mit HC (v-p-Ableitung), Arnold-Chiari-Malformation Typ 2
"Wir neigen dazu, Erfolg eher nach der Höhe unserer Gehälter oder nach der Größe unserer Autos zu bestimmen als nach dem Grad unserer Hilfsbereitschaft und dem Maß unserer Menschlichkeit."
(Martin Luther King)
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Verfasst am: 11.03.2010, 08:56 Titel:
Danke, ich werde das alles durcharbeiten.
Nun habe ich aber noch eine Frage: tut mir leid-hoffe ich nerv nicht
Ich habe die Pflegefiebel gelesen und werde danach vorgehen. Ich bin mir aber unsicher ob ich eine Woche auf ein Blatt schreibe oder jeden Tag ein neues Blatt ausfülle. Begründung es ist ja jeden Tag und jede Nacht anders.
Was sagt ihr? Soll ich wirklich alles über den Daumen als Richtwert ausfüllen, eine Woche ein Zettel und im Anhang begründen oder soll ich täglich einen neuen Zettel mit Werten ausfüllen und auch begünden? Was ist besser?Wie habt ihr dasw gemacht?
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