meine Tochter ist jetzt 7 Jahre alt und wurde bisher in einer normalen Schule beschult, erhielt jedoch zusätzliche Förderung (3 Stunden/Wo.) durch eine Sonderpädagogin.
Jetzt teilte uns die Schule mit, dass unsere Tochter dort nicht mehr ausreichend gefördert werden kann (phonetische Störung).
Wir sollen deshalb nach den Ferien in eine Sprachheilschule wechseln.
Generell haben wir gegen den Wechsel nichts einzuwenden - man möchte ja nur das Beste für sein Kind.
Die derzeitige Sprachheilschule für unseren Kreis ist jedoch 1 1/2 Fahrstunden (eine Strecke) von unserem Wohnort entfernt.
Ab dem Sommer kommt eine zweite, näher gelegene Schule hinzu. In dieser Schule werden zurzeit nur lernbehinderte Kinder beschult. Ab Sommer kommen wie gesagt auch Sprachbehinderte und so genannte E-Kinder (Kinder mit emotionalen und sozialen Problemen) dazu.
Ich lehne es ab, mein Kind in diese Schule zu schicken, da ich nicht möchte, das sie mit Ihren Sprachproblemen auch noch den E-Kindern ausgesetzt wird (sie ist sehr schüchtern und traut sich oftmals nicht, etwas zu sagen).
Eine andere, nahgelegene Sprachheilschule (anderer Kreis) würde unsere Tochter aufnehmen, jedoch ist deren Schulträger aus Kostengründen nicht bereit Schüler aus anderen Bezirken (von anderen Schulträgern) aufzunehmen.
Im Web habe ich unter anderem den § 84 SchulG gefunden, in welchem es unter anderem heißt, "(1) Für Förderschulen kann der Schulträger durch Rechtsverordnung ein räumlich abgegrenztes Gebiet als Schuleinzugsbereich bilden. Eine Schule kann die Aufnahme einer Schülerin oder eines Schülers ablehnen, wenn sie oder er nicht im Schuleinzugsbereich wohnt und keinen wichtigen Grund für den Besuch der Schule darlegt.
Gibt es eine Möglichkeit unser Kind trotz dem in die von uns gewünschte Schule zu bringen?
Die Schule wäre ja generell einverstanden.
Ich bitte dringend um eure Hilfe.
Das Schulamt möchte uns unbedingt auf die oben genannte Schule schicken, da für die Sprachkinder nach Schulangaben bisher erst 3 Anmeldungen vorliegen.
Hallo!
Ich lehne es ab, mein Kind in diese Schule zu schicken, da ich nicht möchte, das sie mit Ihren Sprachproblemen auch noch den E-Kindern ausgesetzt wird (sie ist sehr schüchtern und traut sich oftmals nicht, etwas zu sagen).
Kinder mit emotionalen Problemen ( was früher E- Schule hieß) sind nicht per se schwererziebare Kinder denen man seine eigenen nicht aussetzen kann
Solche verallgemeinerungen ärgern mich besonders, von Eltern die selber besondere Kinder haben.
LG Susanne _________________ Susanne *67 , Laura *90 Dyskalkulie, Felix *95 ADS, Marlene *99 und Thorben *02 , ADHS, V.a. Asperger, Sprachentwicklungsverzögerung, oppositionelles Verhalten
Hallo Jacqueline,
die Kostengründe sind meist die Kosten, die für den Schülertransport entstehen. Ich denke, dass es einfacher sein würde, deine Tochter in die näher gelegene Sprachheilschule zu schicken, wenn du selbst für den Transport / Schulweg sorgen würdest.
Grüße, Henrike
Hallo, also ich kann Jacqueline verstehen zumal die Schule, die jetzt für sie zuständig ist, kaum Erfahrungen mit Sprachheilkindern hat. Es ist ja eine Schule, die hauptsächlich Kinder besuchen, die im Lernhilfebereich Förderungsbedarf haben.
Normalerweise hätte ich Dir empfohlen, im Forum Focus Schule nachzufragen, dort sind aber zur Zeit Wartungsarbeiten...
Ansonsten lohnt sich eine Auseinandersetzung mit dem Schulamt, besonders da der Fahrweg zur Sprachheilschule drei Stunden betragen würde (ist aus meiner Sicht nicht zuzumuten)
und die andere Schule eben hauptsächlich Schüler für Lernhilfe betreut, da stimmt dann das Anforderungspotential nicht. Wenn das kein wichtiger Grund ist, weiß ich auch nicht. LG Ilse
Leider scheint es in diesem Fall nicht an den Transportkosten zu liegen.
Zu Ihrer aktuellen Schule muß ich meine Tochter auch jeden Tag selber bringen, da die Gemeinde keinen direkten Schulbuss stellt. Sie müßte also auf halber Strecke in einen anderen Buss umsteigen.
Die Entfernung beträgt 12 km (eine Strecke).
Für meine tägliche Fahrerei erhalte ich vom Amt einen monatlichen Fahrtkostenzuschuß von 27,80 € (Preis für ein Schülerticket mit öffentlichen Verkehrsmitteln).
Das ich für die Fahrtkosten selber aufkomme, habe ich bereits an ensprechender Stelle mitgeteilt.
Hat mich aber leider noch nicht weiter gebracht.
Ach ja, die Entfernung zur neuen Schule würde 22 km betragen.
ich habe inzwischen in Erfahrung gebracht, das die freie Schulwahl bei Förderschulen in NRW stark eingeschränkt werden kann.
Die Kreise können eine räumliche Begrenzung für die Förderschulen festlegen. Diese dürfen dann nur Kinder aufnehmen, deren Lebensmittelpunkt sich innerhalb dieses Gebietes befindet.
Sprich möchte man sein Kind dort einschulen, muß man auch in diesem Gebiet leben.
Selbst wenn diese Schule näher liegt als die Förderschule des eigenen Kreises.
Als Begründung wurde mir gesagt, das der Schulplatz einer Förderschule teurer ist als der in der Regelschule (durchaus verständlich) und die Schulträger auf diese weise Gelder einsparen.
Unverständlich ist für mich, das dadurch freie Plätze in den Schulen einfach offen bleiben. Die Lehrer und Sonderpädagogen werden schließlich nicht reduziert, wenn nicht alle Plätze vergeben werden.
Ein Umzug kommt für uns zum jetzigen Zeitpunkt jedoch nicht in Frage.
Hallo Jacqueline,
erstmal gibt es in NRW freie SChulwahl!!!! Der Weg sollte für euch über die von euch gewünschte Schule / Schulamt gehen. Wenn die bereit sind, deine Tochter aufzunehmen sehe ich keinen Grund, weshalb man euch zwingen könnte die andere Schule zu nehmen. In meiner beruflichen Praxis (Förderschule NRW) ist es durchaus nicht so ungewöhnlich auch Kinder aus anderen Städten / Kreisen aufzunehmen. Wenn all das nicht hilft wäre ein ärztliches Gutachten vielleicht hilfreich ( Argument FAhrtzeit, spezifische Behinderung o.Ä.).
Trotzdem würde ich mir die empfohlene Schule auch mal ansehen.
Gruß, Henrike
Die sprechen nur eine Empfehlung für die Schule aus, auf die wir nicht möchten - die wollen natürlich ihren neuen Schulzweig propagieren.
Die andere Schule hat wie in meinem Bericht geschrieben den Kreis eingeschränkt und nimmt keine Kinder aus anderen Regionen auf - trotz freier Plätze.
Auf die andere 1 1/2 Stunden entfernte Schule kann ich wegen der Empfehlung für die oben Genannte auch nicht, da ich für die Fahrtkosten dahin selber aufkommen müsste. Ich kann aber nicht jeden Tag 6 Stunden (Strecke X4) im Auto verbringen um meine Tochter in die Schule zu bringen.
Dreh- und Angelpunkt dieser Regelungen scheint der besagte §84 SchulG zu sein.
Es ist genau so wie dort beschrieben. Die eigentliche "freie Schulwahl" kann und wird für Förderschulen eingeschränkt.
Die Infos über die Kreisbeschränkung habe ich übrigens vom RP-Köln.
Hallo Jacqueline,
ich bin nicht sicher, ob dir das weiter hilft, aber bei mir in der Stadt, hat es einen ähnlichen Fall gegeben, der auch durch die lokalen Medien gegangen ist:
Ich wohne in einer Stadt an der Kreisgrenze. Einen Ort weiter (anderer Kreis) gibt es eine Förderschule für GB und KB. Nun wohnen in meiner Stadt zwei Jungen, für die aufgrund ihrer Behinderung, die Schule im Nachbarort ideal wäre. Allerdings sollten sie, da es ja ein anderer Kreis ist, auf eine Schule ca 1 1/2 Std entfernt gehen. Ein Politiker hat sich dann mit dafür eingesetzt, dass die beiden im Nachbarort zur Schule gehen können. Viellecht findest du etwas im online-Archiv unserer Zeitung (Ruhr Nachrichten) darüber, denn wie das alles erreicht wurde, weiß ich leider nicht mehr.
LG Elin _________________ Erzieherin für Jugend-und Heimerziehung, tätig in einem Kinderheim, Nebenjob in einem Wohnheim für geistig-/ mehrfachbehinderte Kinder und Jugendliche
Ich kann aber nicht jeden Tag 6 Stunden (Strecke X4) im Auto verbringen um meine Tochter in die Schule zu bringen
...das mutest Du Deiner Tochter aber zu! Finde das schon eine sehr lange zeit für ein Kind.
Ich kann Deine Vorbehalte aufgrund der Zusammenstellung der Kinder in der neuen Schule nachvollziehen, aber einen Versuch wärs vielleicht doch wert, denn Dein Kind könnte aus diesen Erfahrungen auf profitieren und an Selbstbewußtsein und Offenheit im positiven Sinne gestärkt aus der Schule kommen!
Meine Tochter geht ab Sommer auch auf eine Sprachheilschule, kann Deine Gedankengänge dahingehend schon nachvollziehen. Aber die Strecke würde für mich klar dagegen sprechen.
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