ich war mit Marvin schon mehrfach beim Zahnarzt und er hat leider wirklich keine guten Zähne. Zähneputzen ist so ein Problem, denn freiwillig bleibt der Mund nicht lang auf. Erst vor Kurzem hat er mir während dem Putzen die Zahnbürste durchgebissen.
Als wir zum ersten mal beim Zahnarzt waren, war er glaube ich 3 Jahre alt. Da waren wir bei einem Zahnarzt, den uns Bekannte empfohlen hatten, da er wohl öfter mit behinderten Kindern zu tun hatte. Er hat sich dann auch wirklich viel Zeit für uns genommen, versucht Marvin mit dem verschiedensten Spielzeug abzulenken und lieb auf ihn eingeredet. Zwischendurch ist es ihm dann auch gelungen einen kurzen Blick in den Mund zu werfen und da waren auch schon Milchzähne kariös. Behandelt, ganz klar hätte er ihn nur unter Narkose. Er meinte dann aber auch zu uns, als Zahnarzt müsse er zwar sagen, daß muß behandelt werden, als Vater würde er sagen, wartet mal noch was ab, vielleicht fallen sie aus bevor es Zahnweh gibt. Das haben wir dann auch mal erst getan, weil er zu der Zeit doch in einem nicht allzu gutem Allgemeinzustand war. Wir haben dort ca. eine Std. im Behandlungszimmer verbracht.
Der nächste Zahnarzt ist ihm dann im Kindergarten begegnet und bei der Ärztin hat er wirklich erstaunlich gut mitgemacht. Auch dort wieder, eigentlich müßte etwas gemacht werden, aber zumindest regelmäßig einen Zahnarzt reinschauen lassen, sind ja noch die Milchzähne.
Etwas später dachten wir, wir testen es mal bei einem Zahnarzt hier im Ort, der zumindest ganz gut mit kleinen Kindern kann. Da ging allerdings garnichts. Er hat es auch auf die sanfte Tour versucht und kam damit überhaupt nicht weit. Der Mund ging nicht einen Milimeter auf. ER aht uns dann wieder gehen lassen, mit den Worten: jetzt kennt er mich ja dann schon, vielleicht macht er beim nächsten mal den Mund auf" mich kennt er auch schon was länger und macht den Mund nicht freiwillig auf.
Schließlcih bin ich im Internet auf die Suche gegangen, als Marvin die ersten bleibenden Zähne hatte und bin dort auf eine Proxis gestoßen, die in der Kölner Kinderklinik, die behinderten Patienten behandelt. Das schien mir dann im Blick auf die Narkose doch am vertrauenswürdigsten.
Der Zahnarzt hat dann kein langes drum herum gerede gemacht und Marvin ganz kurz einen Moment den Mund aufgeschoben, wohl bedacht darauf ihm dabei nicht weh zu tun, damit das Zähneputzen zukünftig nicht noch schwieriger wird. Als er gesehen hat, daß da auch schon ein bleibender Zahn mit Karies war, war klar, er muß eh behandeln, alles weitere konnte er sich dann schließlich auch genau anschauen, wenn er eh in Narkose war. Wir hatten dann noch versucht ihn röntgen zu lassen, das ging allerdings überhaupt nicht.
@Claudia: ich habe höchstens beim Zähneputzen gemerkt, daß ein Zahn wackelt. Als sie ausgefallen sind, habe weder ich, noch der Kindergarten etwas davon mitbekommen, sondern sie waren einfach weg. Ich glaub einen einzigen haben wir nachher noch gefunden, der hatte sich in der Kleidung verfangen.
Gruß
Ela _________________ Ela (Bj.74) mit Marvin (09/97, CP, geistige Behinderung, fehlende Sprache, Epilepsie, Neurodermitis) und Felix (10/01 ADS?, Neurodermitis) und Gordian Andrin 10/09 und Aurelian 8/11
Heute waren wir mit Linn zum ersten Mal beim Zahnarzt. Wir hatten uns im SPZ erkundigt, wer gut Erfahrung mit behinderten Kindern hat und so sind wir bei einer Oberärztin in der Zahnklinik gelandet. Wir hatten ja schon erwartet, dass sie das dort ganz gut können, aber unsere Erwartungen wurden übertroffen!
Die Ärztin war sehr nett und kompetent, man merkte die Erfahrung! Schon allein die Lagerung war besonders. Ich musste mich auf den Zahnarztstuhl setzen, allerdings nicht wie gewöhnlich, sondern so, dass ich mit den Knien an den Knien der Oberärztin saß. Sie hatte ein Gelkissen auf ihrem Schoß, auf den Linns Kopf gelegt wurde, die Beine zu mir. Dann richtete sie das Licht auf den Mäusemund, was Linn ganz toll fand, da sie helles Licht ja gerne mag und schaute sich in aller Ruhe alle Zähne an. Nur kurz immer mal musste ich Linn davon abhalten zu husten/erbrechen. Dann war es schon vorbei.
Wie wir schon wissen hat Linn eher eine ungewöhnliche Reihenfolge der Zähne (ihr fehlen noch ein Schneidezahn und ein Eckzahn, die Backenzähne sind allerdings alle da.) Momentan sehen die Zähne sehr gut aus. Durch die Sondenernährung hat sie auch nicht die arge Belastung wie andere, aber der viele Speichelfluss und das Erbrechen schädigen ja auch. Sie meinte, es wird in Zukunft sicher mal nötig sein, Zahnstein zu entfernen. Wir sollen nun vierteljährlich vorbeikommen.
Dann hat sie vorgeschlagen, eine sogenannte Gaumenplatte nach Castillo-Morales (richtig verstehen kann ich das Bild auch nicht) anzufertigen. Linn hat einen sehr hohen Gaumen (gotischer Gaumen), und ihre Zunge sollte eigentlich an den Gaumen, damit das Schlucken und der Mundschluss besser werden. Dann wäre das Sabbern auch nicht so dolle. Diese Platte füllt dann den Gaumen aus und daran ist eine "Kuller", die Linn anregen soll, mit der Zunge dran zu spielen und das soll den Mundschluss und das Schlucken bringen. Dann könnte Linn vielleicht auch ein bisschen was essen! Denn so wehrt sie sich nur, und wenn sie es zulässt, schiebt sie es wieder raus.
Die Ärztin würde das gerne mit unseren Therapeuten und Ärzten und ihrer Kieferorthopädin absprechen. Ich finde, es hört sich sehr interessant an! Ich erinner mich auch an Beiträge hier im Forum dazu.. das werde ich mir heute mal durchlesen...
Wir waren echt erstaunt, wie gut sie mit Linn umgehen konnte, wie sie deutlich Interesse zeigte, ihr und uns das Leben zu erleichtern und Linns Lebensqualität zu verbessern, indem wir in Richtung bessere Wahrnehmung im Mund hinarbeiten. Einfach klasse!
LG
Nellie _________________ Linn *2004, Intensivkind mit schwerster Mehrfachbehinderung durch eine Gehirnfehlbildung namens pontocerebelläre Hypoplasie Typ 2a (PCH 2a), Sondenkind mit Button, Epilepsie, Tracheostoma, nachts beatmet, schwere Wahrnehmungsstörung und ein zauberhafter roter Lockenkopf mit festem Willen und Ann *06/09, fröhliche Minimaus --> unsere Vorstellung und --> Bilder von uns
mit Sina gehen wir 1 x im Jahr zum Zahnarzt. Sie lässt sich ja auch den Mund öffnen und anschauen, aber jetzt zum Beispiel bohren würde nur unter Vollnarkose gehen. Wir haben hier in Seligenstadt einen Zahnarzt, der dann eine solche Behandlung unter Vollnarkose macht. Sinas Zahnstatus ist weit zurück (wen wunderts). Sie ist jetzt 10 Jahre und hat erst 1 Milchzahn von alleine verloren, 1 war ein Wackelzahn, den hat dann ihre große Schwester gezogen (letztes Jahr). Jetzt kamen unten schon neue Zähne und die alten wollten nicht weichen und waren auch noch ganz fest. Da mussten wir jetzt 2 Zähne ziehen lassen und das ging ohne Vollnarkose, nur mit örtlicher Betäubung. Wir waren ganz stolz auf Sina. Wenn mal ihre 2. Backenzähne da sind, dann werden wir die natürlich auch versiegeln lassen, bohren wird durch ihre abrupten Bewegungen wohl nur unter Vollnarkose gehen, sonst schlägt sie dem Zahnarzt noch den Bohrer weg. Zähneputzen mit der elektrischen Zahnbürste liebt Sina sehr.
Liebe Grüße
Christine _________________ Christine mit Laura 04/90 und Sina "Sonnenscheinchen" 10/95, Frühgeburt 28. Woche, schwerstmehrfachbehindert, ICP, Mikrocephalie, Epilepsie, hochgradig sehbehindert
das ist ja Klasse- ward ihr in Jena in der Uniklinik?
Bei Joost ist der Zahnwechsel auch etwas durcheinander. Wir werden auch nächste Woche eine Platte nach Castillo Morales anfertigen, um Joost ein wenig zu helfen seine Zunge an den Gaumen zu bekommen. Nach einer Eingewöhnunhgsphase ist es ganz gut die Schiene mit Haftcreme im Mund zu befestigen, da dann die Schiene natürlich noch einen festeren Sitz hat.
Beim gotischen Gaumen ist die Verankerung über den Zähnen nicht ganz so einfach. Habt ihr denn einen Castillo Therapeuten in euerer Nähe, der dann mit Linn und der Platte noch Übungen machen kann? Dadurch kann man dann natürlich eine optimale Stimulation erreichen, wenn die Platte bei den Therapieeinheiten getragen wird.
Wurden die Zähne von Linn auch flouridiert?
Viele liebe zahngesunde Grüße
Anke _________________ Anke mit Joost (*16.03.04), massiver HC, massive Hirnfehlbidung mit Nichtanlagen, ICP, blind und seinen großen Schwestern Anna (*95), Clara (*02) und Lucas (*08) und natürlich Papa Dirk
hoffentlich finden wir auch mal so einen guten Zahnarzt, wenn bei Jan-Paul mal was gemacht werden muss...
Wir waren das erste Mal mit ihm hier bei der Dorf-Zahnärztin; da war er zwei Jahre alt. Das hat auch ganz gut geklappt und die Ärztin hat nichts gefunden. Letztes Jahr war dann der Zahnarzt im Kindergarten - auch alles o.k. Ob er in diesem Jahr wieder in den Kiga kommt, weiß ich nicht - sonst muss ich mich selbst kümmern.
Wir haben JPs Milchzähne nicht versiegeln lassen, wollen dies aber bei den bleibenden Zähnen machen lassen. Meine Freundin (hat auch einen behinderten Sohn) war dazu in Düsseldorf in der Zahnklinik; aber vielleicht gibt es hier ja was im Umkreis? Wenn jemand etwas weiß, für Infos bin ich dankbar...
Zähneputzen klappt bei JP auch sehr gut - wir können gründlich putzen und es scheint ihm auch zu schmecken und zu gefallen. Ich habe ein bestimmtes "System", sodass auch wirklich alle Zähne drankommen.
Dem Timmi putze ich auch schon die Zähne; er hat ja auch schon fast alle!
Auch schon mit Zahncreme. Er mag das zwar nicht und plärrt, aber da gibt es bei mir kein Erbarmen, da muss er halt durch...
Lieben Gruß
Sabine _________________ Unsere Vorstellung? -> hier klicken
Jan-Paul (10/01), schwer mehrfachbehindert ohne Diagnose, Tim-Henrik (03/05), Lea-Kristin (01/11)
REHAkids - Das Forum für besondere Kinder
@Anke: Was bedeutet denn flouridieren? Sollten wir das bei den bleibenden Zähnen auch machen lassen?
Und wie sieht das beim Timmi aus? Braucht der das auch?
Lieben Gruß
Sabine _________________ Unsere Vorstellung? -> hier klicken
Jan-Paul (10/01), schwer mehrfachbehindert ohne Diagnose, Tim-Henrik (03/05), Lea-Kristin (01/11)
REHAkids - Das Forum für besondere Kinder
ich lese die Beiträge, die mit Zähnen und Zahnarztbesuchen zu tun haben immer sehr interessiert, denn bei uns das Zähneputzen ein sehr leidige Sache. Léna braucht für alles ziemlich lange bis sie sich daren gewöhnt, aber wenn sie sich an etwas gewöhnt hat ist es OK, dann verlangt sie sogar immer danach.
Nur an das Zähneputzen will/kann sie sich einfach nicht gewöhnen, ich habe ihre Zähne von Anfang geputzt, sie fand es immer schlimm und hat sich gewährt.
Jetzt gibt es auch jeden Tag grosses Theater wegen Zähneputzen, sie das Zähneputze tut weh. Selber will sie es ja machen, aber das ist ja kein Zähneputzen, sie kaut an der Zahnbürste herum, das würde sie allerdings ewig lange machen wollen, nur das Putzen selbst kann sie nicht ertragen.
Und obwohl sie es sehr nötig hat, denn sie hat von Natur schlechte Zähne. Sie hat auch ein Kreuzbiss.
Auf jeden Fall bräuchte sie eine Zahnbehandlung, sie hat aber eine richtige Ärztephobie. Ich war sehr stolz auf sie, als sie vor 6 MOnaten ohne Schreien (normalerweise schreit sie schon im Wartezimmer, egal was für ein Arzt) den Mund geöffnet hat, und die Zähne angucken liess, aber mehr war nicht drin. Ans Bohren können wir gar nicht denken, wir wollten diese Ozonbehandlung machen lassen, aber das ging auch nicht.
Hier in Ungarn ist es sehr umständlich mit Zahnbehandlungen unter Narkose, schon bei Erwachsenen, bei Kindern machen sie es wirklich nur in Ausnahmefällen, und dann auch eher bei den bleibenden Zähnen.
Und man muss unzählige Vorsuntersuchungen absolvieren, eigentlich verstehe ich es nicht, denn z.B. beim MRT unter Narkose, mussten keine Vorsuntersuchungen gemacht werden. Ist es nicht egal wofür man/Kind narkotisiert wird?
Auf jeden Fall weiss ich keinen Rat, ich habe schon daran gedacht nach Österreich zu fahren und es dort machen lassen, auch wenn es bestimmt irre teuer sein würde für uns.
Wie lange putzt ihr denn die Zähne der KInder ?
@Sabine: Mich würde deine spezielle Technik beim Putzen sehr interessieren.
LIebe GRüsse
Andrea _________________ Andrea mit Lena (12.09.01) aus Ungarn. muskul. Hypotonie, Entwicklungs- und Sprachverzögerung, Wahrnehmungsstörung
Beim flouridieren wir ein spezieller Lack auf die Zähne aufgetragen, der Flour enthält. Dies dient der Stärkung der Zahnhartsubstanz. Bei Kindern, die anfälliger sind, z.B. aufgrund der Ernährung oder des häufigen Erbrechens ist dies eine gute Kariesprophylaxe. Zudem kann man noch ein keimhemmendes Präparat auftragen- nennt sich CHX LAck. Dies ist zusätzlich und nur in besonderen Fällen auch indiziert.
Bei "gesunden" Kindern mit normaler Ernährung usw. werden die Milchzähne nur bei hoher Kariesanfälligkeit "extra" vom Zahnarzt flouridiert.
Ich flouridiere die Zähne von Joost regelmäßig, da er ja nur Breikost und Milch zu sich nimmt und das die Zähne aufgrund der klebrigen Konsistenz stärker angreift als eine Möhre oder ein Apfel.
Das Zähneputzen sollte immer nach System laufen- jeder macht sich am besten sein eigenes- ich putze Joost immer erst die rechte Seite oben, dann unten- bis zu Mitte und dann die linke Seite oben und unten. ICh versuche zuerst die KAuflächen, dann die außen und dann die Innenflächen zu putzen. Im Normalfall nennt sich das dann KAI Methode.
Lieben Gruß ANke
P.S. Du kannst auf der Internetseite der DGZMK nachschauen, ob ein Kinder- und Jugendzahnarzt in Deiner Nähe ist. Dort stehen alle drin, die über diese Gesellschaft eine Zusatzqualifikation erreicht haben. _________________ Anke mit Joost (*16.03.04), massiver HC, massive Hirnfehlbidung mit Nichtanlagen, ICP, blind und seinen großen Schwestern Anna (*95), Clara (*02) und Lucas (*08) und natürlich Papa Dirk
nein, es wurde nicht flouridiert, es sei momentan nicht notwendig, aber demnächst ja. Wir gehen ja jetzt regelmäßig hin. Nur hoffentlich haben sie beim nächsten Mal nicht mehr nen Notfalljungen mit abgebrochenen Zähnen, wir mussten knapp ne Stunde warten!
Auch bei Linn wäre jede Behandlung unter Narkose, anders wird sie da nicht mitmachen, oder zumindest dunkelblau dabei werden...
Ja, wir waren in der Uniklinik in Jena.
Unsere KG hat die Castillo-Ausbildung, ich hoffe, sie macht dann mit. ich muss mal ganz doof fragen... wozu muss denn die Zunge an den Gaumen?
@Andrea: Wir putzen 2x tgl. (naja, manchmal auch nur einmal) mit einer Mini-Zahnbürste, das ist die kleinste, die man so im Handel findet, glaube ich. Und dann hält Linn es nicht länger als ne Minute aus. Dann kommt noch das Spülen, wobei Linn das meiste bestimmt dann doch schluckt.. Dann hat sie Flour von außen und von innen
Die Ärztin meinte, das sei erstmal ok, mehr wäre gut, aber wenn es nicht geht...
Mein System ist: rechts oben, links oben, rechts unten, links unten und das jeweils nach der KAI-Methode.
LG
Nellie _________________ Linn *2004, Intensivkind mit schwerster Mehrfachbehinderung durch eine Gehirnfehlbildung namens pontocerebelläre Hypoplasie Typ 2a (PCH 2a), Sondenkind mit Button, Epilepsie, Tracheostoma, nachts beatmet, schwere Wahrnehmungsstörung und ein zauberhafter roter Lockenkopf mit festem Willen und Ann *06/09, fröhliche Minimaus --> unsere Vorstellung und --> Bilder von uns
Du kannst keine Beiträge in dieser Rubrik schreiben. Du kannst auf Beiträge in dieser Rubrik nicht antworten. Du kannst deine Beiträge in dieser Rubrik nicht bearbeiten. Du kannst deine Beiträge in dieser Rubrik nicht löschen. Du kannst an Umfragen in dieser Rubrik nicht mitmachen. Du kannst Dateien in diesem Forum nicht posten Du kannst Dateien in diesem Forum herunterladen