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Mein Sohn und die Arbeit wird mir zuviel
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birgit H
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Wohnort: Geseke,OWL

BeitragVerfasst am: 07.03.2010, 13:34    Titel: Mein Sohn und die Arbeit wird mir zuviel Antworten mit Zitat

Hallo ihr,

ich weiß nicht mehr wie ich den Spagat zwischen Familie und Arbeit schaffen soll,ohne das die seelische und körperliche Gesundheit darunter leidet.

Ich bin allein erziehend und arbeite zur Zeit 15 Stunden die Woche in einem Familienzentrum,obwohl vom Gefühl her arbeite ich dort 30 Stunden.
Mein Sohn ist 10 Jahre und hat einen sehr starken Willen und schon morgens ist es ein Machtkampf,bis er aufsteht.Das geht dann weiter über jedes einzelne Kleidungsstück,Waschen,Frühstücken bis zum Anziehen der Schuhe,bis ich ihn zum Bus bringe.

Nach der Ganztagsschule dann die Therapien,Arztbesuche und was sonst noch so ansteht.Die Zeit nach der Schule ist immer gut verplant,kann auch nichts kürzen,und nebenher immer die Machtkämpfe mit ihm.
Wenn mein Sohn nicht in der Schule und bei mir ist,bin ich ständig angespannt,da er Energie und Kraft kostet.Das hört erst auf,wenn er abends in seinem Bett liegt und schläft.

Die Nacht,wenn er am WE bei seinem Vater ist,habe ich bisher immer mit den Sachen ausgefüllt,die ich mit ihm nicht schaffe.
Seit Herbst schaffe ich nicht mehr das,sondern habe dann das Gefühl,wie ein Luftballon in mich zusammen zu fallen.Ich kann nicht mehr.Erst wenn er dann wieder bei mir ist,richtet sich mein Körper auf und ich funktioniere wieder.Habe sowieso nur noch das Gefühl zu funktionieren und nicht mehr wirklich zu leben.

Die Arbeit fordert mich auch 100% und ich fühle mich dort überfordert und sehr belastet.Seit einiger Zeit bin ich krank und würde am liebsten auch nur noch zu Hause und für meinen Sohn dasein,weil mir das alles etwas viel wird.Nur schaffe ich das finanziell?Bekomme jetzt zu meinem Gehalt ALG 2,wird der Betrag dann gleich bleiben,wenn ich nur noch zu Hause bin?

Nur auf der anderen Seite will ich ja gerne arbeiten,würde auch gerne mehr machen,was wiederum durch meinen Sohn nicht geht.Denn ich sage mir immer,mein Sohn hat nur eine Kindheit,und da möchte ich ihm soviel wie möglich geben.

Ich bin da in einem ständigen Zwiespalt,der Druck der bei der Arbeit herrscht und meinem Sohn,der mich braucht.
Und als Familienzentrum werden auch Angebote für berufstätige Eltern angeboten,die aber dann am Abend,am Nachmittag und am Wochenende laufen.Und das schaffe ich nicht,wie soll das denn gehen,anderen Eltern helfe ich und mein Kind lasse ich allein oder schiebe es von A nach B?

Manchesmal kann ich nicht mehr und mein Körper sagt mir genau dies,zur Zeit habe ich große Probleme mit Verspannungen am Nackenbereich und typische Burn out Symptome.
Warum geht nicht beides,ich will doch arbeiten....aber mein Sohn braucht mich doch auch!!!Gerade mit seiner Behinderung.

Momentan weiß ich echt nicht mehr weiter,der Gedanke an die Arbeit belastet mich doch sehr.Nur der Druck und die Belastung auf der Arbeit wird auch nicht weniger,sondern nur mehr.

Bin nun echt am Überlegen,wie es weiter gehen soll,denn beides zerreißt mich auf Dauer.Und ich fühle mich häufig zerrissen zwischen Arbeit und meinem Sohn.

Danke fürs Lesen.
Birgit

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Bea F.
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BeitragVerfasst am: 07.03.2010, 14:01    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Birgit,

wie wäre es denn, wenn Du Dir jemanden suchst, der mal ab und an etwas mit Deinem Sohn unternimmt und Du somit etwas Freizeit hast ? Es gibt die Möglichkeit , über die Wiedereingliederungshilfe bis zum 14. Lebensjahr 10 Stunden im Monat bezahlt zu bekommen. Vielleicht wäre das eine Alternative?

l.G:
Bea

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Nando 93, Dario 97 nach Unfall 2001 hypoxische Hirnschädigung mit Tetraspastik, Button seit 2001 und verschiedene kleine Baustellen, Nevio 97 und Leya 2005.... und natürlich Bea , Bj. 63 Smile
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corinna26
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BeitragVerfasst am: 07.03.2010, 14:41    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Birgit,

erst mal liebe Grüße aus der Nachbarschaft Wink .


Ich bin auch alleinerziehend und kann mir ungefähr vorstellen wie Du ich fühlst.
Gehe 2Tage die Woche arbeiten und manchmal auch am Wochenenende.

Gehe gerne arbeiten, weil mich das ein bischen von meinen restlichen Verpflichtungen ablenkt.

Wenn die Kinder an jeden 2tem Wochenende bei ihrem Vater sind, nutze ich das voll für mich aus Razz .
Gehe Sport machen oder auch mal in die Sauna.
Das brauch ich dann einfach, manchmal wünsch ich mir, das das Wochenende nur ein Tag länger wäre.
Aber dann holt ein ganz schnell der Alltag wieder ein Crying or Very sad .

Ich freu mich immer auf meine Kinder, doch es gibt auch solche Tage, wo ich mich
einfach auf eine einsame Insel wünsche um dort einfach nur ein bischen ruhe
für mich zu haben.

So wie ich das hier manchmal lese, sind noch einige alleinerziehende mit Arbeit hier, denen es manchmal genauso geht.

PS.hast du schonmal an eine Kur gedacht Question

LG Corinna und ganz viiiieeel Kraft

_________________
Alleinerziehend Bj.1980/ Sohn Nico Bj.2000 ADHS v.s Autistische Züge und Wahrnehmungsstörungen wird aber alles gerade Getestet, dazu Spitzfuß /
Tochter Sarah Bj. 2004 mehrfach Körperlich Schwerstbehindert geboren mit einer Omphalozele (offener Bauch), und bis Oktober 08 eine Peg und Tracheostomaträgerin mit Beatmung Nachts und Sauerstoffgabe,
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Bea F.
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BeitragVerfasst am: 07.03.2010, 14:54    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Corinna,

wie schaffst Du das denn mit Deiner schwerstbehinderten Tochter noch arbeiten zu gehen ? Ich bin auch allein erziehend und habe 4 Kinder.... kann mir echt nicht vorstellen, wie ich da noch arbeiten gehen könnte, vor allem , wenn mein Sohn krank ist, dann geht es ja gar nicht. Und so viel Urlaub, wie es Ferien gibt, gibt es ja auch nicht . Bei uns gibt es leider keine 14tägigen freien Wochenenden, da der Vater die Verantwortung nicht übernehmen will. Er hat seit 2 Jahren keinen Kontakt zu diesem Sohn Sad Ansonsten muss ich wirklich langfristig den Pflegedienst einplanen, damit ich mal Zeit für mich habe..... na ja, besser als gar nicht Smile

Grins, wir sollten mal ein Treffen der allein erziehenden Mütter aus dem näheren Umkreis organisieren Laughing

glG
Bea

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anjajura
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BeitragVerfasst am: 07.03.2010, 14:56    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Birgit,
eine Kur war auch das erste an was ich gedacht habe als ich Deinen Beitrag gelesen habe. Hast Du einen Vater zum Kind, wo Du ihn regelmässig hinbringen könntest?
Ich habe meine Arbeit erst im letzten Jahr auf 18 Stunden reduziert, weil es teilweise ein Phase gab in der der Sohn besser "funktionierte", aber jetzt mit fast 18, ist er auf dem Höhepunkt (hoffe ich) seiner Pubertät und es ist auch bei uns wieder mehr Betreuungsbedarf und Disskussionsfreude da.
Auch mir geht es so, dass wenn er morgens aus dem Haus geht, ich mich gerade wieder hinlegen und den Vormittag verschlafen könnte. Ich schäme mich dann immer, wenn ich sehe was andere hier noch nebenher leisten, aber auch die Dauer und die Aussicht auf wenig Besserung ist schon schwer zu ertragen...
Tröstlich war mein Beitrag hier jetzt wohl kaum, aber vielleicht siehst Du, dass Du nicht allein damit bist.
Für Fragen ums finanzielle, würde ich mich an Deiner Stelle mal an das Forum Tacheles wenden.
Ich denke es ist von daher Problematisch, dass Du bisher funktioniert hast und sich dass Arbeitsamt nicht besonders kooperativ verhalten wird, wenn Du es damit begründest dass Dein Sohn so anstrengend ist. Hat er denn eine Pflegestufe?
Das wäre auf jeden Fall von Vorteil.

LG

Anja

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Sohn*92 keine Genese, zwischen Gb u. L., ADHS- Symptome, autistische Züge.
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anner
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BeitragVerfasst am: 07.03.2010, 16:04    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo, Birgit,

nutzt Du denn die Verhinderungspflege und evtl. die zusätzlichen Betreuungsleistungen durch den FED o. ä. ?

Anne

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DUM SPIRO SPERO
(solange ich atme, habe ich Hoffnung) CICERO

Benedict 06/99, Osteopathia striata, Z. n. Analatresie,neurogene Blasenentleerungsstörung, tracheotomiert, re. blind., Syndakt. beider Hände, Fibulaapplasie beidseits,Makrocephalie, Gaumenspalt u. e. mehr
Tochter A. 01/96, in der Grundschulzeit Absencen
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birgit H
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BeitragVerfasst am: 07.03.2010, 18:30    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo ihr,
danke für eure Antworten.

Da Tim in Pflegestufe 1 ist,habe ich die Verhinderungspflege, die ich auch nutze und die zusätzlichen Betreuungsleistungen für Tim.Diese habe ich letztes Jahr genutzt,hatte aber leider das Pech,das die 1 Person schon nach 3 Monaten einen anderen Job hatte und die 2 Person das auch nur ein halbes Jahr bei sich zu Hause gemacht hat.Die 2 Person hätte ich auch nicht in meiner Wohnung haben wollen,bei der 1 War es kein Problem.
Da Tim schon den ganzen Tag in der Schule ist,MO-MI 8.30-16.00,DO bis 14.30 und FR bis 13.15 und drei Therapie Termine in der Woche hat,Lgo,KG und abwechseln Reiten und Musiktherapie möchte ich da nicht noch jemand anderen dazwischen schieben.
Er ist ja auch jedes WE eine Nacht bei seinem Vater und ein Besuch bei meinen Eltern möchte ich auch noch haben.Ich denke mal,er muß schon viel mitmachen und dann da noch jemand zwischen haben....ich weiß nicht.Irgendwo braucht er auch noch Zeit für sich,denn zum Zahnarzt wegen der Spange und die Kontrolle wegen seinem Hörgerät gibt es ja auch noch. :?Er hat auf jeden Fall volles Programm und da wird dann eine Tagesmutter oder jemand anderes schon wieder zu einer Belastung für mich,da ich dies ja wieder organisieren muß.Außerdem muß auch Zeit für mich und ihn und die Erziehung bleiben.

Da ich letztes Jahr einen Delphintherapie Spendenaufruf für Tim gestartet habe,welche wir im Mai planen,habe ich erst einmal Abstand von einer Kur genommen.Das würde mir dann zuviel werden,möchte erstmal das in Ruhe über die Bühne bringen. Very Happy

Es ist auch nicht das Arbeiten selber,sondern eher die Arbeit vor Ort.Da ich dort eine Beratung für Eltern aufbauen wollte und die Leitung zur Zeit ganz viel auf einmal machen will,wurde es mir vom Kopf zuviel.Außerdem sind auch viele Termine außerhalb meiner Arbeitszeit,die ich immer wieder organisieren muß und mich daher belasten,auch wenn ich nicht an allen teilnehme.

Danke für den Tip mit Tacheles,werde mich dort mal informieren,muß ich mich da extra anmelden?

Das schlimme ist,das ich 2005 schon eine ähnliche Situation erleben mußte,allerdings in einer anderen Einrichtung,bin dann aber körperlich richtig zusammen gebrochen.

Birgit

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Belle80
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BeitragVerfasst am: 07.03.2010, 18:58    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Birgit,

ich kann dich total verstehen. Auch ich hatte schon Phasen, in denen mir alles zuviel wurde oder ich dachte, dass ich es nicht mehr schaffe.

Mein Sohn ist recht anstrengend und hat zu Hause diverse Laune.

Ich arbeite Vollzeit, also 40 Stunden in der Woche. Am WE oder auch sonst kümmert sich der Vater gar nicht.

Versuch dir kleine Auszeiten zu schaffen. Such dir einen ordentlichen Babysitter und rechne den dann über den FeD/FuD ab.

Abends mal mit ein paar Freundinnen was Trinken gehen oder ab und zu ein kleiner Einkaufsbummel hebt meine Laune ungemein und dann hab ich auch wieder genug Kraft für die nächsten Tage.

Ich habe gelernt oder mußte lernen andere Prioritäten zu setzen..... dann ist es hier halt mal nicht aufgeräumt oder Wäscheberg türmt sich auf dem Bügelbrett. Na und? Und wenn ich mal keine Lust habe nach einem anstrengenden Tag zu kochen, gibt's auch mal was aus der Pommesbude.

Nutz die Zeit, wenn dein Kind im Bett ist einfach mal dafür in der Badewanne ein gutes Buch zu lesen und dir auf der Couch mal nen netten Film im TV anzuschauen.

Wir haben auch mal eine Zeit lang alle Therapien ruhen lassen, das tat uns allen gut.

LG,
Belle

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Belle mit N. (08/00) geist. Behinderung, Wahrnehmungsstörung, ADHS, Störung d. Feinmotorik, vielfältige Sprachstörung - und er ist das Beste was mir je passiert ist.

"Wenn das Leben dir Zitronen schenkt, dann frag nach Salz und Tequila."
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birgit H
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BeitragVerfasst am: 07.03.2010, 19:15    Titel: Antworten mit Zitat

hallo Belle,
danke für deine Antwort.
Ich bewundere dich,das du noch Vollzeit arbeiten gehen kannst.das habe ich 3 Jahre gemacht und nebenher die Therapien und Tim war da noch anstrengender,aber jetzt würde ich das nicht mehr schaffen.Ich ziehe den Hut vor denen,die noch mehr arbeiten gehen ,noch mehr Kinder haben und ganz andere Probleme haben wie ich.
Ich habe schon gar keine Lust mehr,noch etwas anderes zu machen,schaffe es auch nicht mehr.Auch heute ,ohne Tim, lag ich nur auf dem Sofa und konnte mich zu nichts aufraffen Sad und das geht mir seit dem Herbst nun jedesmal,wenn Tim nicht bei mir ist.Als wenn mich Tim wie ein Gerüst aufrecht erhält,so kommt es mir manchesmal vor.
Ich habe einfach keine Energie mehr,wenn ich Zeit für mich habe.

Und ein Babysitter brauche ich dann wieder zu selten,da meine Mutter auch zwischendurch mal aufpasst,und bei den Therapien bin ich auch immer dabei.

Birgit

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Sabine
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BeitragVerfasst am: 07.03.2010, 19:30    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Birgit,

spontan habe ich bei dir an das Burn-out-Syndrom gedacht. Daher würde ich mir dringend ärztlichen Rat suchen, denn ein Burn out muss so schnell wie möglich behandelt werden!

LG
Sabine

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