vermutlich hinken wir in NRW noch sehr hinterher. Das liegt daran, dass die I-Kindergärten hier nicht mal ansatzweise in der Mehrzahl auf mehrfach behinderte Kinder eingestellt sind. Eine Freundin von mir wohnt im Kreis ME. Ihr Sohn ist geistig und körperlich behindert, aber im Gegensatz zu Jan-Paul doppelt so fit. Selbst bei ihm war es fast unmöglich, ihn in dem einzigen Heilpäd. Kiga in der Gegend zu fördern. JP hätte man dort überhaupt nicht aufnehmen können. Tatsächlich wurde ein mehrfach behindertes Kind auch gar nicht erst aufgenommen, sondern konnte dann halt nicht in den Kiga gehen - weil es ungünstig wohnte und die Anfahrten zu den anderen Kigas zu weit gewesen wären. Das Kind ist dann also zu Hause geblieben. Soweit zu den Zuständen in NRW.
Wenn dann die Schule losgeht, sieht es nicht besser aus, eher schlimmer. Du hast ja beschrieben, wie es hier läuft - das kann ich alles genau so abnicken für unsere Region.
In JPs KB-Schule war es zum Schluss nicht mehr so gut möglich, ihn integrativ zu beschulen - was soll er machen, wenn die anderen lesen, schreiben, rechnen lernen, still am Tisch sitzen und schreiben oder rechnen? Im Prinzip muss dann eh was anderes mit ihm gemacht werden, vermutlich auch in einem anderen Raum.
@Nellie: In dieser Hinsicht habe ich auch noch nicht ganz verstanden, wie die integrative Beschulung im Detail bei euch funktionieren soll/wird. Was wird Linn genau tun, wenn die anderen Stillarbeit machen? Wird es nicht am Ende doch so sein, dass sie mehr woanders als in ihrer eigentlichen Klasse ist, wo die normal entwickelten Kinder am Tisch sitzen, zuhören müssen, schreiben, Gruppenarbeit machen?
Ich könnte mir für JP ein normales "Klassenleben" nicht vorstellen. Er würde nur dabei stehen bzw. im Rahmen einer 1:1-Betreuung allein und für sich gefördert werden.
Ab der 2./3. Klasse wird zudem der Druck größer, an einer weiterführenden Schule bzw. an einem weiterführenden Schulzweig angenommen zu werden. Da wird dann irgendwann nur noch aufs Lerntempo gedrückt, was ich gerade bei meiner Nichte erlebe.
Hier gilt allgemein, dass mit neun, zehn Jahren die Kindheit vorbei ist, weil dann der Leistungsdruck (Stichwort G8) derart zunimmt - insbesondere an den Gymnasien. Da werden die behinderten Kinder ihre normal entwickelten Altersgenossen dann eh nur noch auf dem Pausenhof erleben, während in den Schulstunden versucht wird, so viel Lehrstoff wie möglich in die Kinder hinein zu bekommen. An der Schule meiner Nichte gilt "Wer nicht mitkommt, der ist hier halt falsch!" Und das ist nicht in NRW, sondern in Niedersachsen.
LG
Sabine _________________ Unsere Vorstellung? -> hier klicken
Jan-Paul (10/01), schwer mehrfachbehindert ohne Diagnose, Tim-Henrik (03/05), Lea-Kristin (01/11)
REHAkids - Das Forum für besondere Kinder
ja - unser ganzes Schulsystem nimmt eine ganz traurige Entwicklung. Ich habe ja nun drei Töchter im Grundschulalter. Zwei Kinder in der Regelschule und ein Kind in der Förderschule (Schule für blinde und sehrbehinderte Kinder im PB-Bereich).
Das Ergebnis: Eine gesunde Tochter würde lieber heute als morgen in die Förderschule zu ihrer beinderten Schwester wechseln. Und warum?
In der Regelschule drängen die Eltern die Kinder und Lehrer dazu immer mehr Stoff möglichst schnell und damit auch recht trocken und abstrakt zu vermitteln. Das geht schon an vielen gesunden Kindern total vorbei. Und dabei sind die Bedingungen an unserer Dorfschule noch recht gut.
In der PB-Klasse der Schwester wird gekocht, der Tisch wird schön gedeckt und hinterher wird abgeräumt und geputzt. Die Kinder rechnen mit Äpfeln, sie teilen sie und essen sie im Anschluss. Jeder macht mit - ganz nach seinen Fähigkeiten und Möglichkeiten. Auch die schwer mehrfachbehinderten Kinder schieben den nassen Lappen über den Tisch. Die fitten Kinder versuchen ein Kochrezept zu lesen und die passenden Mengen abzumessen. Alle bemühen sich um gute Tischmanieren und ein gutes Sozialverhalten. So stelle ich mir einen guten Unterricht an einer Grundschule vor. Wahrscheinlich würden dann aber die Eltern gesunder Kinder Amok laufen, weil sie denken ihr Kind lernt nicht genug, dabei haben auch fitte Schüler an so einem Tag viel gelernt.
Ich arbeite beruflich viel mit jungen Erwachsenen und es ist schockierend zu erleben, dass selbst Abiturienten nicht in der Lage sind ein Kochrezept umzurechnen und nachzukochen. Das wird dann mal die Elite unseres Landes. Vielen Dank.
hast Du die anderen Artikel in Das Band gelesen? Da sind konkrete Beispiele drin und auch Anna L hat sie ja hier genannt. Da gibt es durchaus Möglichkeiten, sie zu integrieren. Dass sie nicht ganztags dabei ist oder das selbe macht, ist klar und muss auch wegen ihr selbst so sein. Sie wird, wenn möglich, jeden Tag KG oder Ergo haben, braucht Ruhephasen und Einzelförderung für bestimmte Sachen. Aber den Rest kann sie mit den anderen Kindern verbringen. Das muss man dann sehen, wie es sich organisieren lässt. Das ist aber hier in der Förderschule auch nicht anders. Da gibt es mehrfachbeh. Kinder, die fast nur Ruhe brauchen und andere, die viel Abwechslung und andere aktive Kinder brauchen. Das muss man alles anpassen.
Im Film "Klassenleben" sieht man übrigens ganz gut, wie Lernen auch ohne Stillarbeit funktioniert und Kinder in verschiedenen Ecken unterschiedlich unterrichtet werden.
LG
Nellie _________________ Linn *2004, Intensivkind mit schwerster Mehrfachbehinderung durch eine Gehirnfehlbildung namens pontocerebelläre Hypoplasie Typ 2a (PCH 2a), Sondenkind mit Button, Epilepsie, Tracheostoma, nachts beatmet, schwere Wahrnehmungsstörung und ein zauberhafter roter Lockenkopf mit festem Willen und Ann *06/09, fröhliche Minimaus --> unsere Vorstellung und --> Bilder von uns
ja, es ist echt heftig - ich sehe das genauso wie du. Daher bin ich skeptisch.
Wie gesagt, in den ersten beiden Grundschuljahren mag es noch gehen, aber dann weht ein anderer Wind. Die Zeugnisse in Klasse 3 und 4 entscheiden darüber, welchen weiterführenden Schulzweig ein Kind besuchen wird - egal ob nun 5 km weiter an einer anderen Schule oder im selben Schulgebäude.
Dass Zehnjährige mit völlig unterschiedlichen Leistungsprofilen noch im selben Klassenzimmer unterrichtet werden können, gehört wohl ins Reich der Utopien. Es sei denn, man hat für jede "Leistungsgruppe" einen separaten Lehrer, der mit der jeweiligen Gruppe etwas anderes macht. Und dann macht es doch eh keinen Sinn mehr, die Kinder in einem Raum zu unterrichten.
Die Dinge, die auch ältere Schulkinder unabhängig von Leistungsstärken noch gemeinsam machen könnten wie singen, kochen, Ausflüge, musizieren, werken und malen werden mit jeder höheren Klasse an die Seite gedrängt. Es fehlt schlicht an Zeit, selbst an den Nachmittagen wird heute zumindest an Gymnasien Mathe und Deutsch unterrichtet, um den Anforderungen des G8 zu genügen. Und wie ich gehört habe, soll G8 ja auf keinen Fall zurückgenommen werden.
Selbst an JPs KB-Schule geht es nun ab Klasse 3 darum, die fitten Schüler auf ihre jeweiligen Abschlüsse vorzubereiten. Viele Eltern hoffen noch auf den Wechsel zur Regelschule nach Klasse 4 oder wünschen sich, dass ihr Kind an KB-Schule zumindest den Hauptschulabschluss erreicht. Da wird Integration zunehmend schwerer, denn auch ein mehrfach behindertes Kind kann man nicht einfach nur "dazu stellen", sondern muss es irgendwie ansprechen und fördern.
Wenn ich sehe, was die Schwebi-Klasse von JP alles auf die Beine stellt, denke ich immer, dass das integrativ nicht zu schaffen/zu meistern wäre.
JP hat letztens ein Papierbad genommen. Toll! Aber auch so ein Bad will ja vorbereitet werden, dafür muss Personal da sein und Räumlichkeiten.
Der Klassenraum ist eher ein Werkraum mit Materialien, die speziell für mehrfach behinderte Schüler sind. Es gibt Matten, Hängematten, Lagerungskissen usw. Die Kinder haben vor den Ferien eine Muschelschale als Deko gebastelt. Das gelang mit Handführung, befühlen der Materialien usw. Ob so etwas integrativ möglich wäre?
Vielleicht bin ich da auch einfach zu phantasielos, keine Ahnung.
Allerdings habe ich von Anna, auf meine Frage, was denn ihr Sohn macht, wenn die anderen lesen, schreiben und rechnen, keine Antwort bekommen.
Jan-Paul macht jetzt noch in der alten Klasse zwei Unterrichtseinheiten mit - das bezieht sich auf musizieren und werken. Also Dinge, die für ihn auch Sinn machen, denn Musik hört und "macht" er wie die anderen Kinder sehr gerne und da kommen dann auch alle auf einen Nenner.
LG
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Jan-Paul (10/01), schwer mehrfachbehindert ohne Diagnose, Tim-Henrik (03/05), Lea-Kristin (01/11)
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ich habe leider noch keine Belegexemplare. Habe auch schon nachgehakt, da ich hoffe, dort einfach mehr zu erfahren.
LG
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Jan-Paul (10/01), schwer mehrfachbehindert ohne Diagnose, Tim-Henrik (03/05), Lea-Kristin (01/11)
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Wenn ich sehe, was die Schwebi-Klasse von JP alles auf die Beine stellt, denke ich immer, dass das integrativ nicht zu schaffen/zu meistern wäre.
JP hat letztens ein Papierbad genommen. Toll! Aber auch so ein Bad will ja vorbereitet werden, dafür muss Personal da sein und Räumlichkeiten.
Der Klassenraum ist eher ein Werkraum mit Materialien, die speziell für mehrfach behinderte Schüler sind. Es gibt Matten, Hängematten, Lagerungskissen usw. Die Kinder haben vor den Ferien eine Muschelschale als Deko gebastelt. Das gelang mit Handführung, befühlen der Materialien usw. Ob so etwas integrativ möglich wäre?
Vielleicht bin ich da auch einfach zu phantasielos, keine Ahnung.
Aber genau das könnten doch die anderen Kinder herstellen. Je nach Klassenstufe könnten sie im kombinierten Mathe-/Werkenunterricht ausrechnen, wie groß eine Kiste sein müsste und sie vorher geometrisch aufzeichnen, dann bauen, rechnen, wieviel Papier sie brauchen, wieviel das wiegt, usw.. Das Papier könnten auch Kinder reißen, knüllen oder was auch immer, die geistig behindert sind. Linn würde sich schon über die Geräusche dabei sehr freuen und kann ja auch immer fühlen, wie es entsteht.
LG
Nellie _________________ Linn *2004, Intensivkind mit schwerster Mehrfachbehinderung durch eine Gehirnfehlbildung namens pontocerebelläre Hypoplasie Typ 2a (PCH 2a), Sondenkind mit Button, Epilepsie, Tracheostoma, nachts beatmet, schwere Wahrnehmungsstörung und ein zauberhafter roter Lockenkopf mit festem Willen und Ann *06/09, fröhliche Minimaus --> unsere Vorstellung und --> Bilder von uns
Aber genau das könnten doch die anderen Kinder herstellen. Je nach Klassenstufe könnten sie im kombinierten Mathe-/Werkenunterricht ausrechnen, wie groß eine Kiste sein müsste und sie vorher geometrisch aufzeichnen, dann bauen, rechnen, wieviel Papier sie brauchen, wieviel das wiegt, usw.. Das Papier könnten auch Kinder reißen, knüllen oder was auch immer, die geistig behindert sind. Linn würde sich schon über die Geräusche dabei sehr freuen und kann ja auch immer fühlen, wie es entsteht.
LG
Nellie
Hallo Nellie,
das hört sich gut an - das wäre für mich auch gelebte Integration. Ich sehe aber den Aufwand - und den Zeitmangel und ich habe einfach vor Augen, was meine zehnjährige Nichte in Klasse 3 schon alles machen musste. Wenn ich mir ihre Klassenhefte angeschaut habe, ist mir oft ein "Puh" rausgerutscht. Einmal zeigte sie mir stolz eine Mathearbeit, in der sie eine 1 hatte. Ganz ehrlich - ich hätte die Arbeit nicht gekonnt! 3. Klasse! Das, was du oben beschrieben hast, mag noch in den ersten beiden Schuljahren gehen, aber dann...
Nun geht meine Nichte aufs Gymnasium. Auf das einzelne Kind wird da gar nicht mehr groß geachtet. Wer nicht mitkommt, muss von der Schule runter. Auf Lernschwächen wird da gar nicht mehr groß eingegangen. Die Kinder müssen mitziehen. Das ist auch heute ganz anders, als wir es noch zu Schulzeiten erlebt haben. Ich wollte das erst nicht glauben, aber nachdem mir nun auch meine Freundin kürzlich erzählt hat, dass ihr 14jähriger Sohn in Klasse 9 am Gymnasium binnen einer Woche 14 (!) Seiten Englischvokabeln pauken muss und an zwei Schultagen bis 16 Uhr Schule hat - und in den anderen Fächern auch immense Anforderungen gestellt werden -, musste ich es wohl.
Ich begrüße diese Entwicklung nicht - sie führt zu dem, was Kerstin bereits geschrieben hat. Nur wenn sich auf dieser Ebene langfristig etwas ändert, wird man auch in höheren Klassen integrativ arbeiten können.
LG
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ich werde da einfach optimistischer und positiver dran gehen Alternative Konzepte führen so oft auch zum Ziel und gerade Lernen an einem Projekt führt oft zu mehr Wissen und fördert, dass die Kinder ingesamt selbst Probleme angehen und lösen.
Es wird eine Menge Kreativität und Einfühlungsvermögen nötig sein, aber ich sehe das nicht gleich als unmöglich an. Aber das muss ja auch jede selbst vor Ort sehen.
LG
Nellie _________________ Linn *2004, Intensivkind mit schwerster Mehrfachbehinderung durch eine Gehirnfehlbildung namens pontocerebelläre Hypoplasie Typ 2a (PCH 2a), Sondenkind mit Button, Epilepsie, Tracheostoma, nachts beatmet, schwere Wahrnehmungsstörung und ein zauberhafter roter Lockenkopf mit festem Willen und Ann *06/09, fröhliche Minimaus --> unsere Vorstellung und --> Bilder von uns
ich bin ja grundsätzlich der Meinung, dass es so wie im Moment auch nicht weitergehen kann. Daher finde ich es gut, wenn Schulen Wege finden, um aus diesem Dilemma herauszufinden. Ich bin gespannt, was du uns dann berichten wirst. Das wäre dann sicher auch einen Beitrag im "Band" wert.
LG
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Jan-Paul (10/01), schwer mehrfachbehindert ohne Diagnose, Tim-Henrik (03/05), Lea-Kristin (01/11)
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vermutlich hinken wir in NRW noch sehr hinterher. Das liegt daran, dass die I-Kindergärten hier nicht mal ansatzweise in der Mehrzahl auf mehrfach behinderte Kinder eingestellt sind. Eine Freundin von mir wohnt im Kreis ME. Ihr Sohn ist geistig und körperlich behindert, aber im Gegensatz zu Jan-Paul doppelt so fit. Selbst bei ihm war es fast unmöglich, ihn in dem einzigen Heilpäd. Kiga in der Gegend zu fördern. JP hätte man dort überhaupt nicht aufnehmen können. Tatsächlich wurde ein mehrfach behindertes Kind auch gar nicht erst aufgenommen, sondern konnte dann halt nicht in den Kiga gehen - weil es ungünstig wohnte und die Anfahrten zu den anderen Kigas zu weit gewesen wären. Das Kind ist dann also zu Hause geblieben. Soweit zu den Zuständen in NRW.
Wenn dann die Schule losgeht, sieht es nicht besser aus, eher schlimmer. Du hast ja beschrieben, wie es hier läuft - das kann ich alles genau so abnicken für unsere Region.
In JPs KB-Schule war es zum Schluss nicht mehr so gut möglich, ihn integrativ zu beschulen - was soll er machen, wenn die anderen lesen, schreiben, rechnen lernen, still am Tisch sitzen und schreiben oder rechnen? Im Prinzip muss dann eh was anderes mit ihm gemacht werden, vermutlich auch in einem anderen Raum.
@Nellie: In dieser Hinsicht habe ich auch noch nicht ganz verstanden, wie die integrative Beschulung im Detail bei euch funktionieren soll/wird. Was wird Linn genau tun, wenn die anderen Stillarbeit machen? Wird es nicht am Ende doch so sein, dass sie mehr woanders als in ihrer eigentlichen Klasse ist, wo die normal entwickelten Kinder am Tisch sitzen, zuhören müssen, schreiben, Gruppenarbeit machen?
Ich könnte mir für JP ein normales "Klassenleben" nicht vorstellen. Er würde nur dabei stehen bzw. im Rahmen einer 1:1-Betreuung allein und für sich gefördert werden.
Ab der 2./3. Klasse wird zudem der Druck größer, an einer weiterführenden Schule bzw. an einem weiterführenden Schulzweig angenommen zu werden. Da wird dann irgendwann nur noch aufs Lerntempo gedrückt, was ich gerade bei meiner Nichte erlebe.
Hier gilt allgemein, dass mit neun, zehn Jahren die Kindheit vorbei ist, weil dann der Leistungsdruck (Stichwort G8) derart zunimmt - insbesondere an den Gymnasien. Da werden die behinderten Kinder ihre normal entwickelten Altersgenossen dann eh nur noch auf dem Pausenhof erleben, während in den Schulstunden versucht wird, so viel Lehrstoff wie möglich in die Kinder hinein zu bekommen. An der Schule meiner Nichte gilt "Wer nicht mitkommt, der ist hier halt falsch!" Und das ist nicht in NRW, sondern in Niedersachsen.
LG
Sabine
Hallo Sabine,
was den Hp Kindergarten im Kreis ME angeht da kann ich mir das gut vorstellen.
Da geht es nach dem Prinzip je leichter Behindert desto besser.
Und was den GU Unterricht angeht da habe ich wörtlich gesagt gekriegt, die Kinder die schwerer Behindert sind bringen mehr Zusatzstunden und sind leichter zufrieden zu stellen.
Eine andere Mutter und ich haben versucht unsere Sprachverzögerten Kinder im GU unterzubringen. Da hat meine keine Chance.
Dafür gibt es ja die Förderschule Sprache vor Ort.
Natürlich kann man auf GU bestehen aber was bringt das wenn die Schule nicht will.
Jetzt geht Sarah auf die Sprachförderschule und ich habe das Gefühl die Entscheidung war richtig auch wenn sie langsamer lernen.
Gruß Sandra _________________ Sarah geb. im Dezember 2003; AVWS; Sprachbehindert; Besucht die Förderschule Sprache
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