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Wer hat Erfahrung mit Horchtherapie nach Tomatis?
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BiancaH
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BeitragVerfasst am: 14.02.2010, 13:23    Titel: Wer hat Erfahrung mit Horchtherapie nach Tomatis? Antworten mit Zitat

Hallo, unsere Tochter wird im Mai 3 Jahre alt, ist entwichlungsverzögert in fast allen Bereichen. Sie hat momentan einen aktiven Wortschatz von 5 Wörtern und zeigt auch keine Ansätze den zu vergrößern. Wir machen Ergo und Musiktherapie. Ich habe sie auch auf KISS behandeln lassen. Ich bin nun auf die Horchtherapie gestoßen und finde den Ansatz dieser Therapie sehr interessant. Ich weiß auch das diese mit erheblichen Aufwand verbunden ist. Nun zu meiner Frage. Hat jemand von Euch diese Therapie gemacht, wo, und mit welchem Erfolg. Ich wäre über Antworten sehr froh.
LG BiancaH
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Dietmar G.
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BeitragVerfasst am: 14.02.2010, 15:13    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Bianca,

mein Sohn (11 Jahre) hatte bestimmten Verhaltensauffälligkeiten. Hauptsächlich in der Schule. Konzentrationsschwierigkeiten, verwechselte b + p, s + z, Klassenkasper usw. Seine Leistungen in der Schule und sein Verhalten zu Hause gingen rauf und runter

Ich hatte seinerzeit das Glück eine Vortrag von Jozef Vervoort von Atlantis, Belgien über die Audio-Psycho-Phonologie zu hören.

Auf Grund meiner medizinischen Vorbildung war mir die Wirkungsweise der APP von Anfang an sehr schlüssig.

Also diskutiere ich im Anschluss an den Vortrag mit Herrn Vervoort über meine besondere Problematik. Kurzum machte ich einen Untersuchungstermin in Belgien aus, um gegeben falls auch eine Therapie mit ihm durchzuführen.

Der erste Block sollte 12 Tage dauern. Bereits in den ersten 3 Tagen traten bei meinem Sohn bemerkenswerte Veränderungen ein, genauso, wie es die Therapeuten vor Ort, bzw., Jozef es mir bereits in Erfurt vorausgesagt haben.

Da ich als begleitender Elternteil die Therapie selbst kostenfrei mitmachen durfte, konnte ich mir ein eigenes Bild von dem machen, was in einem vorgeht, während der Therapie. Nach den 12 Tagen fühlte ich mich, als hätte ich 8 Wochen Urlaub auf einer Wellnessfarm genossen. Ich war sowas von entspannt, ausgeglichen, gelassen.

Ich konnte erholsam schlafen, ich hatte kein Sodbrennen mehr, keine Rückenschmerzen, was bei mir alles eigentlich schon ein Dauerzustand war,
ich fühlte mich extrem gut drauf…

Während der zwei Wochen hatte ich dort in Belgien oft die Gelegenheit mit Eltern stark behinderter Kinder zu reden.
Deshalb hab ich denen sozusagen auf den Zahn gefühlt.

Jedenfalls war es die einhellige Meinung, dass es das erste Mal ist, das eine Therapie wirklich etwas gebracht hat. Diese Eltern hatten bereits alles Mögliche unternommen um ihrem behinderten Kind zu helfen.
Ein Elternpaar war sogar in Amerika zur Delfintherapie.
Aber jedesmal wenn diese Eltern von der Tomatis-Therapie kamen merkten sie,
dass ihr Kind einen richtigen Sprung in seiner Entwicklung gemacht hatte.

Nachdem mein Sohn weiter Fortschritte machte und ich mich stundenlang, tagelang, wochenlang mit Tomatis beschäftigte (print+net), (meine Frau fragte immer: seh´ ich Dich heute Abend noch…?) habe ich mich entschlossen eine Ausbildung zum Tomatis-Therapeuten oder Audio-Psycho-Phonologen in Belgien zu machen. Dort wird nicht nur behandelt. Bei Mozart-Brain-Lab wird Forschung und Ausbildung von Therapeuten (international) betrieben. Man hat dort in mehr als 33 Jahren über 15.000 Patienten erfolgreich behandelt.

Zutiefst bin ich überzeugt, dass die Audio-Psycho-Phonologie die Ultima Ratio ist, für eine Vielzahl von Leiden, die heutzutage leider immer häufiger auftreten. Schulmediziener finden oft keine Ursache und auch der Griff zur Pille lockt.

Ich kenne leider keinen Therapeuten in Dresden. Die nächste mir persönlich bekannte APP-lerin ist in Luckenwalde. Viele weiter Infos unter www.Atlantis-vzw.com und www.auris-vita.de.
Leider behaupten manche Zeitgenossen das sei alles nicht bewiesen; dazu finden Sie sachliche und fundierte Stellungnahmen, die auch der interessierte Laie nachvollziehen kann sowie die Wirksamkeitsstudie, erschienen im "Journal of Neurotherapie", allerdings in englischer Sprache. Aber auch die ist mit guten Englischkenntnissen (vielleicht bis auf die Fachausdrücke) gut zu lesen. Hilfreich ist auch das Übersetzungsprogramm "LEO" unter www.leo.de.
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PatriciaS
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BeitragVerfasst am: 14.02.2010, 18:52    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Bianca,

wir sammeln gerade Erfahrungen mit der Tomatis-Therapie, und zwar sehr gute. Im August letzten Jahres haben wir begonnen, und fahren nun im Mai zum 5. Mal nach Belgien.

Wir sind nicht mit der Erwartung in die Therapie gegangen, dass Colin sprechen lernen wird, aber wir hatten die Hoffnung, dass sich im Bereich Wahrnehmung was tut.

Und genau das ist passiert. Seit Therapiebeginn hat sich Colins Wahrnehmung total verändert, und zwar durchweg positiv. Er nimmt mehr und schneller wahr, er nimmt räumlich ganz anders wahr, hat plötzlich Höhe und Tiefe entdeckt, reagierte insgesamt auf alles sehr schnell (worauf er vorher teilweise gar nicht reagiert hat), ausserdem hat sich seine motorische Unruhe fast ganz "verflüchtigt" (und das schon nach den ersten paar Tagen in Belgien) Seit Therapiebeginn konzentrierte Colin sich sehr stark auf unsere Mundbewegung beim sprechen, und nach dem 2. Block ahmte er plötzlich meine Mundbewegung nach, als ich "A" sagte.....so etwas hat er vorher noch nie !!! gemacht.....es dauerte einige Minuten, und plötzlich kam auch der Laut: "A" Shocked Er selbst und wir waren so überrascht, und dieser ganz klare Laut ist bis heute geblieben, er wiederholt ihn immer wieder....mittlerweile auch "MA" und "BUM".... Dazu muss man sagen, dass er nach dem 2. Block so was von unzufrieden, schlecht gelaunt, weinerlich, bockig war, wie er vorher noch nie war. Er ist eigentlich ein total zufriedener, lieber Junge. Das ging 4 Tage so, und an dem Abend, als das mit dem "A" geklappt hat, veränderte sich alles wieder zum Alten. Er schlief wieder gut, lachte viel, weinte nicht mehr, bockte nicht mehr.....es war wirklich so, dass unter der Therapie was in ihm ausgelöst wurde, und die Unzufriedenheit kam dann, weil er es nicht "raus" bekam...... und als es geklappt hat, war alle Anspannung bei ihm weg und "alles war wieder gut".
Was man auch noch sagen kann ist z.B., dass er seit Therapiebeginn plötzlich Körperkontakt sucht. Von sich aus, das gab es vorher so gut wie war nicht. Er schmust plötzlich ganz viel, von sich aus.

Also all das hat sich bei uns seit dem letzten August getan, und all diese Veränderungen kamen nach dem ersten 12 Tagen in Belgien. Und für die, die nun sagen: "Ja klar, wäre wahrscheinlich auch alles so gekommen": Wäre es vielleicht auch, aber vielleicht erst in einem Jahr, oder in zwei. Und warum sollen wir ihm nicht eher "auf die Sprünge helfen", wenn es doch geht?

Schön ist auch, dass wir als Eltern uns dieses alles nicht ein- oder schönreden, sondern dass alle Therapeuten und auch das Kiga-Team es genau so sieht wie wir.

Ich kann Dir einen Aufenthalt in Belgien wirklich empfehlen, Jozef ist toll so wie das gesamte Team. Klar, es ist mit Aufwand verbunden, aber dafür ist die Therapie "am Stück" sehr stressfrei, während ich mir eine "ambulante Therapie" unter der Woche, so im Alltag, als sehr stressig und nicht so effektiv vorstelle.

Haben übrigens in Belgien viele Eltern und Kinder kennengelernt und viele tolle Geschichten gehört.

Wäre doch toll, wenn dieses auch die richtige Therapie für Deine Tochter wäre ! Für Colin ist sie es.

LG - Patricia

_________________
Patricia mit Colin *04/2005, ehem. Frühchen 26.SSW, ICP mit beinbetonter Spastik, bisher nicht-shuntpflichtiger Hydrocephalus nach Hirnblutung II.°, Kleinhirnhypoplasie nach Hirninfarkt, Schwerhörigkeit, Strabismus, schwere Sprachentwicklungsbehinderung. Seit 12/10 noch Hüftdysplasie Sad Ein richtig toller Kämpfer !
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BiancaH
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BeitragVerfasst am: 14.02.2010, 21:28    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo, vielen Dank für den Erfahrungsbericht. Aus meinem Bauchgefühl heraus kann ich mir vorstellen, daß diese Therapie uns etwas weiter bringen kann. Es ist so schwer aus der Fülle der Informationen über Therapiemöglichkeiten brauchbares von unnützen zu trennen. Von Seiten der Schulmedizin wird man so im Stich gelassen. Meine Kinderärztin versucht mir immer einzureden ich soll mich damit abfinden ein besonderes Kind zu haben. Doch für mich ist das nicht der Punkt. Ich liebe meine Tochter so wie sie ist. Ich sehe sie aber nicht als behindert an, ich denke sie wird durch irgendwas in ihrer Entwicklung behindert. Wenn sich hier eine Chance ergibt sie in ihrer Entwicklung zu unterstützen möchte ich das auch tun egal welchen Aufwand es bedeutet. Ich mache seit 8 Monaten Ergotherapie ohne nennenswerten Erfolg. Die Therapeutin ist sehr nett aber am Ende ist es nur eine Bespielung, die für mich auch mit Zeitaufwand verbunden ist.
Also nochmals vielen Dank für Deinen Bericht der mir Mut gemacht hat.
LG Bianca
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mesut
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BeitragVerfasst am: 14.02.2010, 22:33    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Bianca

wir haben einen 4 Jäfrigen Sohn , der auch in allen Bereichen stark Entwicklungsverzögert ist.
Wir suchen seit 1,5 Jahren auch nach geeigneten therapien und haben bisher so einiges hinter uns:
- ergo (ca 1 Jahr lang)
- Atlas (KISS) 3 mal
- Hippo (3-4 Monate)
- Lögo (geht weiter 1x Woche)
- Motopedie (geht weiter 1x Woche)
- Physio nach Bobath kombiniert mit SI und Galileo (seit 3 Wochen)
- Tomatis (bisher 2 mal in Belgien)

Manchmal sehen wir Entwicklungsschübe und manchmal gehts es wieder rückwärts Sad
Wir waren Zwei mal in Belgien, in Oktober (12 Tage) und Dezember (5 Tage) 2009.

Nach dem ersten mal haben wir unseren Sohn unruhiger erlebt und manche Dinge die Er schon weggelassen hatte , sind teilweise zurückgekommen (z.B. ständig die Türen auf/zu machen). Auch ist Er danach lauter geworden und hat angefangen laut zu schreien.
Das habe Ich Jozef beim Zweiten Besuch gesagt und Er hat das Programm für unseren Sohn etwas "runtergedreht" bzw "sanfter" gemacht.
Also, Er schreit immer noch Sad was manchmal wirklich an den Nerven reiben kann.

So in etwa Zeitgleich hat sein Beissen abgenommen. Früher hat Er uns, aber auch Gegenstände, ständig gebissen. In seine eigenen Hände hat Er auch gebissen , bis die geschwollen und kanllrot wurden.

Etwas anderes , was uns auffiel , beim ersten Besuch in Belgien am 3. oder 4. Tag sind wir zum Spielplatz gegangen und da ist er zum ersten mal auf der Brettschaukel geschaukelt. Davor hatte er tierisch angst davor. Entweder musst es eine Vogelnestschaukel sein, oder eine Gondel wo er sichere sitzen konnte. Diesmal hielt er sich mit beiden Händen and der Kette fest und hatte sehr viel Spaß.
Das gleiche Phänomen haben gute bekannte von uns , über Ihre Tochter auch berichtet. Die waren in Hamburg für Tomatis, und auch das Mädchen hat nach der Therapie angefangen auf der Brettschaukel zu schaukeln.
Auch sie haben über eine erhöhte Unruhe nach der Therapie berichtet, und auch über Dinge die das Mädchen schon längst weggelassen hatte, die wieder zurückgekommen sind.
Also , unsere Erfahrungen waren fast parallel.
Allerdings konnte man bei dem Mädchen die jedesmal Hörtests machen und über den Fortschritt etwas sagen. Bei uns war dies nicht möglich da unser Sohn auch sprachlich (rezeptiv und expressiv) sehr viel hinterher hängt. Der Test würde gar nicht klappen.
Wir haben am vorletzten Tag auch ein Brainmapping machen lassen.
Haben dann die Ausdrucke bekommen, Jozef hat auch etwas dazu erläutert aber so richtig hat es für mich kein Sinn ergeben.
Bisher haben wir keine grossen Sprünge gesehen aber wir werden ein drittes mal hinfahren. Was uns auch gesagt wird, man muss das noch weitermachen und Besserungen werden eintreten. Da wir es uns finanziell "noch" leisten können, werden wir 1 bis 2 mal noch dahin fahren und danach nochmal überlegen ob wir weitermachen.
Wahrscheinlich ist das schon eine wirksame Methode aber schlägt leider nicht bei jedem mit gleichem Erfolg.
Auch Ich habe dort Eltern getroffen, die sehr positif über die Entwicklung Ihrer Kinder gesprochen haben. Es gab welche die schon seit Jahren dahinkamen, und welche die schon 6 mal in 10 Monaten da waren.

Ich bin der Meinung, wenn man es sich irgendwie leisten kann, dann ist es ein Versuch Wert. Was gibt es denn wertvolleres in unserem Leben als unsere Kinder ??

LG, Mesut
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BiancaH
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BeitragVerfasst am: 15.02.2010, 13:43    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo mesut, vielen Dank für den informativen Bericht. Habt ihr eine Ursache für die Probleme eures Sohnes gefunden. Das ist auch so ein Punkt, der mich verzweifeln läßt. Ich habe schon zwei Mädchen 9 und 11 Jahre alt, die sich völlig problemlos entwickelt haben. Ich bin so gestrickt das es für jedes Problem eine Ursache geben muß. Alle diagnostischen Verfahren sind bisher ins Leere gelaufen. Die Atlasbehandlung hatte ich vor drei Wochen ohne erkennbaren Erfolg. Ich hatte wenigstens gehofft in der Grobmotorik würde sich etwas bessern. Ich habe da schon von kleinen Wundern gehört und der Therapeut gab sich auch ganz selbstsicher das sich einiges bessern wird. Im Mai müssen wir wieder hin. Ich werde im Frühjahr mit einer Reittherapie beginnen. Ich weiß nur manchmal nicht wie ich das alles mit mit meiner Arbeit verbinden soll. Aber ich bin da ganz deiner Meinung, wenn das ganze meiner Tochter weiterhilft nehme ich es gern in Kauf. Ich werde mich in Belgien zu einem Beratungsgespräch anmelden. Vorher will ich hier aber noch einen audiophonetischen Test machen um organische Ursachen noch weiter ausschließen zu können
LG. Bianca
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PatriciaS
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BeitragVerfasst am: 15.02.2010, 17:13    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Bianca,

ruf doch mal in Belgien an oder schick denen eine mail, ob es nicht in Nähe Deines Wohnortes einen Vortrag nebst Horchtest gibt. Wenn nicht, wirst Du wohl nach Belgien fahren. Wenn Deine Tochter den Horchtest machen kann, wird man Dir anschliessend sagen, ob und wo Probleme auftreten, was die Stärken, was die Schwächen Deines Kindes sind. Und diese Horchtests werden dann unter der Therapie regelmässig gemacht, und Du kannst bei jeder Auswertung sehen, wie die Kurven sich in welchen Bereichen verändert haben.
Habe auch schon mehrfach erlebt, dass manch Vater oder Mutter den Horchtest rein interessehalber selbst gemacht hat, und anschliessend berichteten, dass es ja schon fast unheimlich ist, wie gut der Therapeut anschliessend den Charakter, die Stärken und die Schwächen eines Menschen ablesen kann ... ich werd das auch mal selbst machen, bin da auch neugierig. Wink

Wie bei Mesut's Sohn kann auch Colin den Horchtest leider nicht machen. Wir haben in den ersten 12 Tagen ein Brainmapping machen lassen, was auch anschliessend von Jozef ausgewertet und besprochen wurde. Es stimmt, es ist sehr umfangreich und kompliziert, man kann sich einfach nicht alles merken. Aber die Aussagen trafen auf Colin zu, und wir werden im Sommer, also nach einem Jahr, erneut eins machen lassen. Und ich bin gespannt, wie die Auswertungen dann aussehen.

Es wurde im ersten Gespräch ganz deutlich gesagt, dass diese Therapieform nicht bei allen Kindern fruchtet, man verspricht einem dort nichts. Es wurde auch gesagt, dass wenn unter der Therapie ein Entwicklungsschritt in einer Sache, z.B. aktive Sprache passiert, es zu einem Stillstand in einem anderen Bereich, z.B. Motorik kommen kann. Das pendelt sich dann aber wieder ein, wenn der Schritt in der Sprache geschafft ist. Rückentwicklung konnte ich bei Colin bisher Gott-sei-Dank nicht feststellen.

Weisst Du, mit welchem Gefühl ich mich auf die Therapie eingelassen habe? Ich hatte Vorbehalte gegen alles! Gegen 12 Tage weg von zuhause, gegen das Land, wie ist es dort, wie sind die Leute, wie sind überhaupt die Gegebenheiten vor Ort, lässt Colin überhaupt die Kopfhörer auf (gar kein Problem, hab erst ein Kind (Autist) erlebt, was die Dinger nicht aufgelassen hat) wie ist das Essen, werd' ich mich dort zu Tode langweilen.....etc.pp.
Aber nach dem Gespräch mit Jozef, was mir sehr logisch in vielen Punkten erschien, musste ich es einfach ausprobieren. Für mich, denn ich will mir nicht in 10 Jahren mal vorwerfen: Hättest Du damals vielleicht doch Tomatis ausprobieren sollen??? Ich hab mir dann gedacht: Wir machen es. Wir werden merken, ob es Colin was bringt oder nicht......im schlimmsten Fall investieren wir eine Menge Geld und Zeit für nichts. Aber die ersten 12 Tage haben alle Bedenken weggewischt und wir sind froh, dass wir die Therapie angegangen sind.

Kleiner Tip: Wenn Du Dich zur Therapie in Belgien entschliesst, dann fahre ausserhalb der Ferien dort hin, wenn Du die Möglichkeit hast. In den Ferien ist es nämlich wahnsinnig voll, hektisch und laut.

Solltest Du noch mehr Fragen haben, nur raus damit Wink

LG - Patricia

_________________
Patricia mit Colin *04/2005, ehem. Frühchen 26.SSW, ICP mit beinbetonter Spastik, bisher nicht-shuntpflichtiger Hydrocephalus nach Hirnblutung II.°, Kleinhirnhypoplasie nach Hirninfarkt, Schwerhörigkeit, Strabismus, schwere Sprachentwicklungsbehinderung. Seit 12/10 noch Hüftdysplasie Sad Ein richtig toller Kämpfer !
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mesut
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BeitragVerfasst am: 15.02.2010, 17:32    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Bianca
die Ursache haben wir bisher nicht gefunden. Leider hat er einen komplizierten angeborenen Herzfehler, weshalb Er auch schon Zweimal operiert wurde (die erste mit 6 Tagen und die Zweite mit 2 Jahren).
In diesen 2 Jahren war seine Sauerstoffsättigung bei 75-85%, welches die gesamte und insbesondere Neuronale Entwicklung sicherlich negatif beeinflusst hat aber Ich glaube da muss noch was anderes sein.
Ich habe viele Kinder mit Herzfehlern gesehen , aber sehr wenige unter Ihnen hatte dermassige Entwicklungsstörungen.
Den wirklichen Knick in der Entwicklung sahen wir nach der Zweiten OP. Er hat manche Dinge nach der Zweiten OP einfach nicht mehr gekonnt Sad
Ich gehe stark von einem Sauerstoffmangel während/nach der OP aus.
Gewissheit wird uns eine MRT vom Gehirn verschaffen. Erst wollten wir es Ihm ersparen (wegen Zugang, KH Aufenthalt, Sedierung usw) aber mittlerweile sind wir schon soweit dass wir dafür zustimmen werden.
Wir wissen nur nicht , was uns diese Erkenntniss bringen wird. Ob man bei Gehirnschaden dann gezielter Therapien einleiten kann , ich weiss es nicht und diese Frage hat man mir bisher auch nicht so richtig beantworten können.

Von der Atlastherapie hatten wir uns auch viel erhofft. Ich denke wir brauchen auch einfach diese Hoffnungen sonst würde man ja nicht mehr weitersuchen.
Bisher haben wir auch keine Änderungen gesehen.
Der Arzt ist ein super netter und offener Mensch. Er hat das bei unserem Sohn kostenlos einpaarmal wiederholt aber auch seine Zweifel geäussert ob es was bringen wird.

Ich will aber keineswegs behaupten dass diese Therapie nichts taugt. Eventuell ist der praktizierende Arzt nicht erfahren genug gewesen. Die Methode sieht ja recht einfach aus. Finger hinters Ohr, und dann einfach ruckartig wegziehen Smile
Wenn wir alles, was für uns Sinn ergibt ausprobiert haben, dann denke Ich, werde Ich "den Atlas experten" aufsuchen und das nochmal wagen. Wieso nicht ?!

Übrigens, musst du vielleicht nicht bis nach Belgien ? Der Jozef Vervoort hält auch Vorträge in Deutschland. Guck mal auf http://www.atlantis-vzw.com/alleter.....termine.html?day=20090101
Die meisten sind in Köln und Umgebung aber ist doch besser als bis nach Belgien zu fahren Smile

LG, Mesut
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Dietmar G.
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BeitragVerfasst am: 15.02.2010, 17:39    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Bianca,

guter Vorschlag von Patricia, das mit den Vorträgen. Jozef ist viel unterwegs i.S. Vorträgen! Atlantis hat ein Schwesterinstitut (MBL) das sich um Forschung und die Ausbildung von (internationalen) Therapeuten kümmert. Schau doch mal im Netzwerk unter http://www.mozart-brain-lab.com/, (Deutschlandfahne, Netzwerk, Deutschland nacheinander anklicken) dann kommts Du zu einer Liste von Therapeuten die in MBL ausgebildet worden sind. Die können einen Horchtest abnehmen, auswerten und bei Unklarheiten bei MBL nachfassen:
Hoffe Deiner Tochter kann bald geholfen werden! Je früher je besser!

LG, Dietmar
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mesut
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BeitragVerfasst am: 15.02.2010, 17:46    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo nochmal,
Ich möchte Patricia, wenn erlaubt, nur etwas ergänzen:

Zitat:
Kleiner Tip: Wenn Du Dich zur Therapie in Belgien entschliesst, dann fahre ausserhalb der Ferien dort hin, wenn Du die Möglichkeit hast. In den Ferien ist es nämlich wahnsinnig voll, hektisch und laut.


Da stimme Ich voll zu. Wenn möglich , ausserhalb der Ferien.

Ein Zweiter Tipp von meiner Seite:
Versucht dann hinzufahren wenn das Wetter einigermassen gut ist.
12 Tage ist nicht wenig, und vor allem, es ist kein 5 Sterne Urlaub dort. Ausserhalb der Hörtrainings gibt es nicht allzuviel möglichkeiten etwas zu unternehmen.
Wir hatten bei unseren 12 Tagen das Glück dass es fast jeden Tag sonnig und angenehm warm war. So sind wir dann jeden Tag zum Spielplatz gegangen. Dort gab es auch ein Teich wo viele Enten und Gänse waren. Das hat unserem Sohn immer viel Spaß gemacht.
Wenn es nass und kalt ist, gibt es auch eine Indoor Spiellandschaft (mit schönem grossen Bällebad) aber die ist nur Stundenweise geöffnet.

LG Mesut
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