... ja das kenne ich auch irgendwoher. Wobei wir damals wirklich ein sehr starkes Team waren und kaum Krankheitsausfälle hatten. Das Team lief fast von alleine... _________________ Bernhard *69, Christiane *70
Dominik *15.10.07 Asphyxie bei Geburt, Entwicklungsverzögerung, Epi
Adoptivschwester *2006
Leon 2005 (+10SSW) Björn 2004 (+15SSW)
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Krankenpfleger bei einem 24h-Kinder-Intensivpflegedienst
Heut mal etwas andres Thema: Muss gleich zu einer neuen PAtientin,knapp 15 jahre alt mit Krebs im Endstadium, ist zum Sterben nach Hause gekommen mit Beatmung, zentralem Venenkatheter und dem ganzen Schnickschnach. Keiner weiss wann es zu Ende geht: Heute ,morgen oder doch erst in 14 Tagen.
Wie geht ihr mit dieser Belastung um? _________________ Kinderkrankenschwester(*1979),seit 1,5Jahren ambulanter Kinderpflegedienst vorher einige Jahre ambulante Kranken-/Altenpflege, betreue derzeit wechselnd 3verschiedene Kinder mit unterschiedlichsten Krankheitsbildern
Puh, dass ist natürlich fast schon der "worst case" was einem im Pflegedienst passieren kann. Dazu gibt es auch kein Patentrezept. Man muss glaube ich einen Mittelweg finden zwischen der Empathie für den Patienten und "professioneller Abschottung". Dieser Mittelweg ist auch nicht immer gerade.
Ich würde da ganz viel im Team miteinander sprechen. Hat jemand von Euch mal eine Fortbildung zum Thema "Sterbebegleitung" gemacht? Das ist auch ganz hilfreich (ich habe eine, aber das ist leider schon viel zu lange her, da war noch während meiner Ausbildung).
Ich hatte mal einen Patienten, wo ich auch dachte, ich schaffe das nicht. Der kleine Mann hatte genau die Sache, weswegen meine Frau ihre erste Fehlgeburt hatte... er ist eh ein medizinsches Wunder und eben die "1" aus der "1 zu zig-Tausend" statistik... was noch viel härter war, war die Tatsache, dass der auch fast auf die Woche genauso alt wäre, wie unser Sternenkind wäre...
Aber komischerweise habe ich das irgendwie gepackt... man wächst mit den Aufgaben über sich hinaus.
LG
Bernhard _________________ Bernhard *69, Christiane *70
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Ich bin immer noch bei dem Mädchen.... laut Ärzte hiess es sie käme zum Sterben nach Hause, 2-3 Tage dann ist vorbei, nun sind wir schon 3 Wochen dort und gehen langsam gemeinsam mit den Eltern langsam aber sicher auf dem ZAhnfleisch.es ist ein auf und ab, den einen Tag denkst Du das wars jetzt, sie ist kaum noch ansprechbar und mit Morphium "weggeschossen", nächsten Tag sitzt sie munter im Bett und schaut TV..."Sterben auf Raten".....wie gut dass ich dann bald Urlaub hab..aber selbst wenn man momentan mal freien Tag hat, abschalten kann man doch nicht... _________________ Kinderkrankenschwester(*1979),seit 1,5Jahren ambulanter Kinderpflegedienst vorher einige Jahre ambulante Kranken-/Altenpflege, betreue derzeit wechselnd 3verschiedene Kinder mit unterschiedlichsten Krankheitsbildern
@Anneke: Du Arme... ich schicke Dir ein ganz dickes Kraftpaket... _________________ Bernhard *69, Christiane *70
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Krankenpfleger bei einem 24h-Kinder-Intensivpflegedienst
Hallo Ihr Lieben,
habt Ihr gerade auch so Probleme mit den Kassen? Bei fast jedem Kind von uns wollen die Kassen Stunden kürzen. Der krasseste Fall: Tracheotomierter Sgl. 4 Monate alt. Eltern hatten Anfangs 16 Stunden. Haben dann realtiv schnell die Nächte selber übernommen.Sind auch sehr fit. Jetzt laut MDK Gutachten: Da die Eltern die haüsliche Pflege an 20 Stunden am Tag selber übernehmen reicht auch 1Std häusliche Pflege zur Pflege der Kanüle und zu begleitenden Fahrten zum Kinderarzt. Ansonsten kann eine angelernte Hilfskraft/Haushaltshilfe die Entlastung der Eltern gewährleisten! Ist dass nicht der Hammer!!!??? Was lernen wir im Umkehrschluss daraus? Kürze nie die Stunden freiwillig und stelle dich hilflos! Und weiterhin gehts bei uns jetzt dann bald so los wie in der Altenpflege- Hilfskräfte allein an der Front! Echt traurig. Grüße Sylvie
diese Erfahrung mache ich auch, aber das wirklich seltsame daran ist, dass es von Patient zu Patient, von KK zu KK und sogar von Sachbearbeiter zu Sachbearbeiter völlig unterschiedlich gehandhabt wird.
Im Falle des Kindes, das ich derzeit pflege, ist es ein einziger Kampf. Das Kind ist an sich nicht besonders pflegeaufwändig, braucht aber rund um die Uhr intensive Krankenbeobachtung, die die Eltern nur sehr begrenzt leisten können, da das Geschwisterkind ebenfalls schwer behindert uund nicht leicht zu handhaben ist. Die Familie kämpft und prozessiert seit Jahren; zunächst wollte die KK gar keinen PD genehmigen, dann nur nen Nachtdienst, nun bekommt die Familie endlich die 16,5 Stunden am Tag, ohne die es auch nicht geht. Allerdings gibt es noch kein abschließendes Urteil, und das ganze kann sich noch über Jahre ziehen.
Eine PDL erzählte mir letztens von einer anderen Familie mit einem Down-Syndrom-Mädchen, dessen einziger Pflegebedarf im Nahrung sondieren besteht. Das Kind ist zwar Monitor-überwacht, hat aber nie was geboten. Die Familie hatte bislang vier Stunden pro Tag und bekam jetzt sogar weitere zwei. Theoretisch könnte das Kind langsam an das Essen mit Löffel gewöhnt werden, was die Eltern aber ablehnen, weil die Gefahr besteht, dass die Stunden gestrichen werden, wenn das Kind nicht mehr auf die Sonde angewiesen ist...
Und natürlich gibt es etliche dieser Fälle, wie Du sie beschreibst, wo die Eltern aus eigenen Stücken die Stunden reduziert haben und nun die Pistole auf die Brust gesetzt bekommen.
Ich finde dieses Lotteriespiel unerträglich. Andererseits versuche ich auch immer zu sehen, dass wir hier in Deutschland ja wirklich noch gut dran sind, und dass die ambulante Intensivpflege mittlerweile gängig geworden ist. In vielen anderen Ländern ist ein dauerhaft beatmungspflichtiges Kind entweder zum Tode oder zu einem Leben in der Klinik verurteilt...
Liebe Grüße!!! _________________ Liebe Grüße, Verena (*07/78), mit Joana (*06/06), 35.SSW, tiefgreifende Entw.-störung, V.a. ASS, FI, und Joshua (*11/10), Hypopl. d. re. unt. Extremität + Oligodaktylie, statomot. Ret., und Frank (*02/84), der beste Ehemann der Welt!!!
Kinderkrankenschwester in der amb. Intensiv-Kinderkrankenpflege
Das mit dem Kampf und die Stunden kenne ich auch irgendwoher. Bzw. geht es oft nicht um die Stunden, sondern um Gelder, die die Kassen bereit sind zu zahlen. Und der schwarze Peter wird dann den Pflegediensten zugeschoben, die dann "einfach einen zu hohen Stundensatz berechnen". Irgendwann wird es "Billig-Pflegedienste" geben, die einfach mit Niedriglöhnen (samt Hartz IV-Aufstockung) arbeiten, die dann von den Kassen bevorzugt werden. Und am Patient bleibt es dann hängen...
Liebe Grüsse
Bernhard _________________ Bernhard *69, Christiane *70
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ich glaube, soweit sind wir mehr oder weniger schon. Der PD, bei dem ich vor fünf oder sechs Jahren gearbeitet habe, hat schon nur seeeehr bescheiden gezahlt und sich damit einen massiven Wettbewerbsvorteil verschafft. Wenn die Patienten den PD wechseln wollten, scheiterte das schon daran, dass die KK sich querstellten, weil es keinen vergleichbar günstigen PD in erreichbarer Nähe gab und sie nicht bereit waren, einen höheren Satz zu zahlen.
Das Problem ist also längst da und wird sich sicher noch verschärfen in den nächsten Jahren. Vielleicht gibt es ja irgendwann mal einen "McPflege" oder sowas...
Liebe Grüße!!! _________________ Liebe Grüße, Verena (*07/78), mit Joana (*06/06), 35.SSW, tiefgreifende Entw.-störung, V.a. ASS, FI, und Joshua (*11/10), Hypopl. d. re. unt. Extremität + Oligodaktylie, statomot. Ret., und Frank (*02/84), der beste Ehemann der Welt!!!
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Das Problem ist also längst da und wird sich sicher noch verschärfen in den nächsten Jahren. Vielleicht gibt es ja irgendwann mal einen "McPflege" oder sowas...
Teilweise gibt es das doch schon. Das sind die großen Klinikketten... hört sich toll an, aber das Personal wird oft nur mau bezahlt. Pflege ist teuer und schon vor Jahren hat mal ein Dozent auf einer Fortbildung gesagt, dass man für verschieden hohe Zahlungen nicht die gleiche Leistung anbieten kann.
Und dadurch, dass das Geld tendenziell knapper wird, wird es irgendwann eine Basispflege geben und jedes Deut drüber muss gelöhnt oder drauf verzichtet werden.
In absehbarer Zeit werden wohl auch Pflegedienste aus dem Ausland (wir haben es nicht weit nach Tschechien) ihre Dienste bei uns anbieten. Zu dementsprechenden Preisen. Und die Kassen schauen nur oberflächlich auf die Qualität. Denen ist nur der Preis wichtig.
Das fängt schon damit an, dass einem Patienten, der auf ein Beatmungsgerät angewiesen ist, nur ein Gerät bezahlt werden sollte. Nach dem Motto, man kann ja im Falle eines Ausfalls ein paar Stündchen bebeuteln, bis der Techniker mit Ersatz da ist....
LG
Bernhard _________________ Bernhard *69, Christiane *70
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