ich bin in der verlinkten diplomarbeit auf das schuchhardt modell gestoßen und das hat mich an angelas posting über trauerarbeit erinnert und an CJs trauer um das imaginäre wunschkind.
und die frage ,die sich mir stellt,ist ob die vorerst am deffiziet orientierte sicht sich mit inklusion vereinbaren läßt.
ich hab jetzt auch noch was gefunden,wo das modell auf die gesellschaft übetragen wird,um inklusion zu ermöglichen.
die gute frau schuchardt ist wohl eine renomierte CDU politikerin,ich muß da mal noch ein bissl nachlesen
Ich kenn die Hälfte von euch nicht halb so gut wie ich es gerne möchte und ich mag weniger als die Hälfte von euch auch nur halb so gern wie ihr es verdient!
Bilbo Beutlin
die andere sicht wäre ja diese hier,jedenfalls meiner ansicht nach
Nicht der biologische Defekt ist das Grundproblem, auch nicht das durch ihn radikal veränderte Verhältnis zu den Menschen und zur Welt, sondern die fehlende Kommunikations- und Handlungsfähigkeit des jeweiligen Milieus gerade dort, wo eine solche in besonderer Weise gefordert wäre. Nicht daß totale Institutionen hier die einzigen gesellschaftlichen Strukturen wären, die für diesen Prozeß stehen. Schon in ihrem Vorfeld wirkt der psychiatrische, medizinische, behindertenpädagogische, gesundheits- und sozialpolitische Handlungszusammenhang, in welchem Vernunft auf Natur und Ungerechtigkeit auf Schicksal reduziert wird. So wird in der Regel von der Art des biologisch ausmachbaren Defektes auf die Möglichkeit und die Perspektiven der Förderung geschlossen. Es ist jedoch keineswegs so, daß ein bestimmter, durch genetische oder andere biologische Ursachen bedingter Hirnschaden gesetzmäßig eine bestimmte Prognose ermöglicht. Vielmehr ist diese Prognose unmittelbar abhängig vom Status der Vernunftfähigkeit, d.h. Subjektivität , welcherden geschädigten Individuen praktisch zugesprochen wird, d.h. von der Art des unmittelbaren sozialen Verkehrs mit ihnen. _________________ Dagmar *1962,Robert *1965,Frea Jakobine *1985, T21,operierter AV- Kanal,Neo Leander*2004, HFA
Ich kenn die Hälfte von euch nicht halb so gut wie ich es gerne möchte und ich mag weniger als die Hälfte von euch auch nur halb so gern wie ihr es verdient!
Bilbo Beutlin
Ich greif mal einen der ersten Abschnitte heraus, der sich so auch nahtlos auf Behinderte umsetzen lässt.
Diplomarbeit Grassl hat folgendes geschrieben:
Wir sind zu einer leistungs- und materiellorientierten Gesellschaft geworden, die
sich vorrangig um die Zukunft kümmert. Dies hat BÜRGIN bereits 1978 festgehalten
„Die Gesellschaft richtet ihr Hauptaugenmerk auf den gegenwärtigen Fortschritt und
auf die zukünftigen Möglichkeiten. Die Toten verlieren scheinbar an Relevanz.“
Besonders im Bereich der Medizin haben Diskussionen über Sterben und Tod heute
kaum noch Platz. Die sog. „Apparatemedizin“ wird immer mächtiger, wir können
Menschen heute so lange wie noch nie künstlich am Leben erhalten, Säuglinge
können schon im fünften Schwangerschaftsmonat geboren werden und haben eine
gute Chance zu überleben.
Auch das Menschliche bzw. der Mensch an sich verliert immer mehr an Relevanz, sobald er nicht mehr produktiv ist.
Wenn wir unser Leben "steril" / "produktiv" gestalten kommen Ansichten zum Tragen die "gefährlich" sind.
Liebe Grüße
Anita _________________ *1968
*1966 Mann
*1996 Sohn Asperger ICD-10 F84.5 hoher IQ
*1998 Tochter Verdacht auf Asperger, Knick-Senk-Füße
*2002 Tochter Verdacht auf Asperger, ADS F90.0 G, hoher IQ, starke Brille wegen Hornhautverkrümmung
*2007 Sohn Verdacht auf Asperger Hinzufallen ist keine Schande, liegen bleiben aber schon!!
wie willst du einen gott absolut nennen,wenn sich jeder mensch einen eigenen ausdenkt?
Hallo Dagmar,
dadurch, dass andere sich einen anderen oder keinen Gott ausdenken, wird meiner noch nicht relativ.
Übrigens begründet auch das deutsche Grundgesetz die Menschenwürde (Art. 1) mit Gott: "In Verantwortung vor Gott und den Menschen", heißt es in der Präambel.
Das ist keine Verbeugung vor irgendeiner Kirche. Es bedeutet nur: Die Menschenwürde darf von keiner noch so großen Mehrheit angetastet werden! Sie ist naturrechtlich begtründet und steht über der Demokratie.
Die Formulierung ist eine Antwort auf die Erfahrung des Nationalsozialismus, der ja mit einer verfassungsmäßigen Mehrheit an die Macht gekommen ist. Man kann auch sagen, der Satz spiegelt die Erfahrung wider, dass es in Deutschland noch nie schwer war, "Mehrheiten gegen Minderheiten" zu bekommen (wie MichaelK hier mal geschrieben hat).
Hallo Isolde,
noch mal ganz kurz zu unserer Kontroverse. ich habe geschrieben:
NorbertMN hat folgendes geschrieben:
Aber wie gesagt: Ich möchte nicht sagen "Du bist Fundamentalistin", sondern lieber: "Was du da sagst, ist fundamentalistisch."
Du hast geantwortet:
Isolde hat folgendes geschrieben:
In dem Du sagst "was Du sagst" - greifst Du an und stellst eine Behauptung auf, die Du als Tatsache bewertest.
Du kannst höchstens sagen: "Ich bin der Meinung dass ...... "
Du müsstest mich dann schon kennen wenn Du sagst: "Was Du sagst ..."
Aber wir kennen uns nicht,
insofern könntest Du höchstens vermuten, es könnte so sein.
Um zu behaupten, dass das, was du sagst, fundamentalistisch ist, muss ich dich nicht kennen. Ich beurteile den Satz oder das Argument, nicht dich. Der Satz steht da jetzt, unabhängig von seiner Verfasserin, und jeder kann zustimmen oder widersprechen.
Gruß,
Norbert _________________ Vater von Lorenz, Jg. 1994, frühkindlicher Autismus mit schwerer bis schwerster geistiger Behinderung. Tochter Jg. 88, Studentin
Ich kenn die Hälfte von euch nicht halb so gut wie ich es gerne möchte und ich mag weniger als die Hälfte von euch auch nur halb so gern wie ihr es verdient!
Bilbo Beutlin
Von mir aus muss er auch nicht drin stehen, weil er offenbar zu Missverständnissen Anlass gibt.
Aber die Diskussion seinerzeit ging an der Sache vorbei. Mit der Aufnahme von Gott ins Grundgesetz 1949 ging es nicht darum, irgendwie eine "christliche Leitkultur" zu begründen. Der Grund war, wie gesagt, allein die naturrechtliche Fundierung der Menschenrechte. Und etwas anderes sagt die Formulierung im GG auch nicht aus. _________________ Vater von Lorenz, Jg. 1994, frühkindlicher Autismus mit schwerer bis schwerster geistiger Behinderung. Tochter Jg. 88, Studentin
Renate _________________ Mutter von drei nichtbehinderten Kindern und von Tikvah: schwere Entwicklungsstörung des Gehirns, Epilepsie, frühzeitige Pubertät
Wenn ich die Männer der Wissenschaft sagen höre, dass sie Gott nicht sehen könnten, so staune ich. Für mich ist's unmöglich, ihn nicht zu sehen. C.H.Spurgeon
Naturrecht nennt man die Idee von einem Recht hinter oder über dem geschriebenen Recht. Zum Beispiel die Idee, dass der Mensch von Natur aus mit unveräußerlichen Rechten ausgestattet ist. Wenn man fragt, woher dieses Recht denn eigentlich kommt, kann man zB auf Gott kommen. Andere leiten es einfach aus der Menschheitsgeschichte her, in der es immer gegolten habe.
Das deutsche Grundgesetz zB ist naturrechtlich fundiert, weil es auf solchen unveränderbaren, vorgegebenen Grundsätzen beruht.
Gruß,
Norbert _________________ Vater von Lorenz, Jg. 1994, frühkindlicher Autismus mit schwerer bis schwerster geistiger Behinderung. Tochter Jg. 88, Studentin
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